Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Unbewusste Verleugnung

27.01.2025. New Lines lernt, wie man ein Gletscherbaby züchtet. In Atlantic blickt Anne Applebaum auf die Rasputins des 21. Jahrhunderts. E-Autos sind auch nicht grün, seufzt der New Statesman. Meduza fragt, warum schwule Russen in Amerika im Knast sitzen. Der New Yorker blickt in den Abgrund von Assads Folterkammern. Der Verleger John Merrick beklagt in Eurozine den wachsenden Konformismus im Verlagswesen. Projekt porträtiert zwei der reichsten Männer Russlands.

Sie behandeln uns wie Augäpfel

20.01.2025. In Le Grand Continent erklärt der Politologe Bruno Tertrais die Dialektik der Grenze in Donald Trumps nationalistischem Denken. LRB erinnert an den antimuslimischen Hindu-Nationalisten Savarka, dessen Denken unter Narendra Modi heute wieder en vogue ist, etwa wenn Liebesbeziehungen mit Muslimen als "Liebes-Dschihad" verunglimpft werden. In Ungarn gibt es faktisch keine Literaturkritik mehr, klagt der Schriftsteller Krisztián Grecsó bei HVG. Der New Yorker erklärt, wie Aufmerksamkeitskapitalisten unsere Hirne hacken.

Unverblümt unzüchtig

14.01.2025. Respekt erzählt die Geschichte deutscher Akademiker, die den Nazi-Terror in Böhmen und Mähren noch intensivierten. Der Guardian fragt: Was ist mit Viktor Pelewin passiert, dem vor wenigen Jahren noch international gefeierten russischen Autor? Meduza begutachtet den russischen Buchmarkt. New Lines lässt sich von den Sorgen syrischer Minderheiten erzählen. La vie des idees durchforstet erstmals veröffentlichte Akten über Papst Pius XII. und die Schoa. Desk Russie untersucht eine neue Achse des Bösen. Warum für die  afroamerikanische Autorin Zora Neale Hurston Juden quasi die ersten Amerikaner waren, versucht der New Yorker zu erklären.

Der Gesang der Wölfe

07.01.2025. Die New York Times fragt sich im Ukrainekrieg angesichts der leichten Verfügbarkeit von Drohnen, wie sicher unsere Zukunft noch sein kann. New Lines berichtet über den schwunghaften Schmuggel von Captagon, den Assad und seine Getreuen aufgezogen hatten. Atlantico fragt, wann die westliche Linke ihre Liebe zur iranischen Revolution aufarbeiten wird. Der New Statesman untersucht die Britannien-Obsession der amerikanischen Rechten. The Insider erzählt, wie Putin die russischen Universitäten an die Kandare nahm. n+1 analysiert den filmischen Niedergang von Netflix.

Etwas Kerzenlicht, viel Gebet und das Schreien der Feinde

17.12.2024. Der amerikanische Journalist Theo Padnos erzählt von den syrischen Islamisten, die ihn zwei Jahre gefangen gehalten hatten. Auch nach dem Sturz Assads ist der türkische Imperialismus nicht die große Erfolgsgeschichte, die Erdogan gern daraus machen würde, meint die New Left Review. La vie des idees skizziert den Mileismus. Words without Borders erklärt uns, was Amazighitude ist. Al Jazeera schwärmt vom Maya-Blau. Das New York Magazine staunt, wie linke und rechte Naturapostel sich problemlos im Ruf MAHA vereinen: Make America Healthy Again!

Heiligkeit ist nicht billig

10.12.2024. Der New Statesman sieht das Ende der Woke-Ära heraufdämmern. Der New Yorker lernt, warum die beste Beinprothese dumm ist. Der Philosoph Miklós Mesterházi kämpft um den Erhalt des Lukács-Archivs. Der Guardian rechnet die Kosten einer Heiligsprechung durch. Hakai sucht Doggerland. Die New York Times berichtet vom Bürgerkrieg in Äthiopien.

Die drehen ab

03.12.2024. New Lines erzählt von Spitzbergen, wo Ausländer plötzlich unwillkommen sind. Meduza und Verstka begutachten die Folgen des ukrainischen Vorstoßes auf russisches Gebiet. Der New Yorker lässt sich erklären, ob Javier Mileis drastisches Wirtschaftsprogramm in Argentinien funktioniert. Der Guardian erkundet kulturelle Missverständnisse zwischen den Cinta Larga am Amazonas, weißen Diamantensuchern und der Justiz. Lidove noviny erinnert an den Liedermacher Karel Kryl. Das New York Times Magazine überlegt, was die Menschheit zuerst auslöschen wird: Multiresistente Keime oder ein Atomkrieg, der gerade wegen der kleineren Atomwaffen wieder wahrscheinlicher wird.

Sphäre elektromagnetischer Bosheit

26.11.2024. In Granta erzählt der chinesische Dichter Xiao Hai von seinem Leben als Fabrikarbeiter. Die Kunst ist tot und Harper's weint ihr keine Träne nach. Die London Review guckt der Geschichte auf Busen und Hintern. New Lines erzählt von der 1000-jährigen Freundschaft zwischen Türken und Kurden. Die New York Times besucht den iranischen Filmemacher Mohammad Rasoulof, Istories die Deserteure der 20. Garde motorisierte Schützendivision.

Jeweils eine Augenklappe

19.11.2024. Der New Yorker trifft den Literaturwissenschaftler Ganesh Devy, der für das Überleben indischer Sprachen kämpft und lernt: Die Worte für Farben sterben immer zuletzt. The Insider begleitet den Clown Igor Narovski, der Kindern in ukrainischen Krankenhäusern die Angst nimmt. New Lines freut sich über das kulturelle Aufblühen der ugandischen Hauptstadt Kampala. Die London Review of Books blickt auf die trostlosen Ruinen von Charkiw.

Hartnäckige Neugier auf die Welt

12.11.2024. In Le Grand Continent analysiert der Historiker Lorenzo Castellani die "beschleunigte Reaktion", die für die Wahl Donald Trumps verantwortlich sei. Die New York Times erzählt eine Geschichte vom Leiden der Uiguren und der Gleichgültigkeit der Welt. The Insider interviewt einen zum russischen Militärdienst gepressten Sierra-Leoner. La Regle du Jeu lernt im Centre Pompidou die britische Surrealistin Helen Phillips kennen. Der Filmdienst feiert das Kino als Ort des illegitimen Begehrens. Der New Yorker denkt über den Roman des zwanzigsten Jahrhunderts nach.