Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Unterschätzte Schwärmerei

05.11.2024. Die London Review erinnert an misshandelte Palästinenser und vertriebene Juden im Irak. New Lines sucht die Dschinns in Tunesien. The Insider gibt einen Einblick in russsische Methoden der Zwangsrekrutierung. In Magyar Narancs feiert die Choreografin Adrienn Hod Tänzerkörper in jeder Form. Der New Yorker erforscht die Rolle der Assad-Familie im internationalen Drogenhandel mit Captagon.

Gehirne voller Eisen

29.10.2024. Der Guardian fragt sich nach einer Abstimmung in Moldau, ob die EU ihre Beliebtheit nicht überschätzt. Der ungarische Lyriker Marton Simon denkt in Elet es Irodalom über die Metamoderne der Literatur nach. New Lines sucht die nach Russland verschleppten Kinder des Oleshky-Internats. In der New York Times erklärt der Historiker Robert Paxton, warum der Faschismus nicht von oben kommt, sondern von unten. Hakai erzählt, wie Schwarzbeeren die Galapagos-Schildkröten töten.

Ein träumerischer Ton

22.10.2024. Harper's besucht den Schwindler Noah Musingku, der sich zum König von Bougainville ernannt hat. Die polnische Essayistin Małgorzata Gorczyńska denkt mit einem Gedicht von Tomasz Różycki über Zentraleuropa nach. Himal empfiehlt Payal Kapadias Film "All We Imagine as Light": Schön wie ein kubistisches Gemälde. Die New York Times erzählt von den Tech-Milliardären, die unbedingt Trump wieder ins Präsidentenamt hieven wollen. In Revue Prostor erzählt die tschechische Lyrikerin Anna Štičková, was es heute bedeutet, queer und jüdisch zu sein. Der New Yorker sucht mit Atossa Araxia Abrahamian die unsichtbaren Staaten der Reichen.

Gefängnis aus Zahnschmelz

15.10.2024. Die London Review bewundert die künstlerische Moderne der Ukraine. HVG staunt über ungarische Banken, die rechtsextreme Parteien in ganz Europa finanzieren. New Lines schildert grässliche Szenen in den von der EU finanzierten Abschiebezentren in der Türkei. GQ stellt die "Zimmerleute ohne Grenzen" vor. La Regle du Jeu tanzt Samba mit der brasilianischen Malerin Tarsila do Amaral. Der Guardian schreibt: Lasst Zähne sprechen.

Alle zu ekstatisch

08.10.2024. Africa is a Country erzählt von den verschwundenen Bildern der südafrikanischen Malerin Mmakgabo Helen Sebidi. HVG und Elet es Irodalom wüssten gern von Victor Orban, seit wann 1956 kein Vorbild mehr ist für seine Partei. New Lines sucht ethisch einwandfreie Diamanten in Botsuana. Im New Statesman denkt Sally Rooney über die Leerstelle Religion nach. The Insider besucht karaitische Gemeinden in der Ukraine. Der New Yorker bewundert die Kunst der Shaker und stellt das neue Lobbymonster Silicon Valleys vor.

Das Licht sitzt nicht still

01.10.2024. New Lines überlegt, warum Syrien so still hält im Nahostkonflikt. Vot Tak staunt über russische Urlauber in Mariupol. Der New Yorker stellt einen Pionier der Rattenforschung vor,  John B. Calhoun, sowie eine Malerin des Lichts, Suzanne Jackson. In Elet es Irodalom skizziert der Historiker György Jakab die Versäumnisse der ungarischen Erinnerungspolitik. Harper's fürchtet eine Monopolkommission unter Donald Trump. Le Grand Continent unterhält sich mit dem ehemaligen Kulturminister des Libanons Ghassam Salamé über Israels Schlag gegen die Hisbollah.

Die Mutter der Schönheit

24.09.2024. 2045 - dann verschmelzen unsere neuronalen Netzwerke mit denen der Maschinen und wir werden unsterblich, lernt New Republic von KI-Pionier Ray Kurzweil. Inzwischen streben China und Russland eine Feudalisierung der Welt an, warnt Desk Russie. Der Guardian berichtet über die illegalen Geschäfte des französischen Baukonzerns Lafarge mit dem IS. Der New Yorker blickt mit dem italienischen Priester Luigi Ciotti und der Mafia in ein Glas Säure.

Erben, heiraten oder stehlen

17.09.2024. Wired trauert um die Einstellung von Google Everyday Robots: Wer wird in der Zukunft in Fabriken, Krankenhäusern und Restaurants arbeiten? In der London Review fragt sich John Lanchester, warum etwas so nutzloses wie Finanzspekulationen unsere Gesellschaft prägen darf. The Insider veröffentlicht die letzten Worte Alexej Nawalnys vor Gericht. Bei tvar erzählt die tschechische Roma-Schriftstellerin Ilona Ferková, warum Sex bei den Roma tabu ist. Und der New Yorker möchte mit seinem Fahrrad lieber cruisen als rasen.

Bibliothek entglittener Gesten

10.09.2024. Tote Russen in Kursk scheren weder Putin noch die apathische Bevölkerung, konstatiert Desk Russie. Lieber investiert Putin in Projekte für gesundes Altern, die bis 2030 "175.000 Leben retten" sollen, sekundiert Meduza. Wie Russland indes Armut und Enttäuschung vom Westen in Niger ausnutzt, berichtet NewLines. Außerdem blickt NewLines auf die Lektüreliste von US-Generälen und entdeckt ein neues Genre: FICINT. In Kenia geht die Gen Z auf die Straße, weiß die LRB. In Artalk analysiert der Übersetzer Robert Švarc die nazistische Rhetorik der slowakischen Regierung. Und HVG meldet: Das in Ungarn erlassene Handyverbot stellt Schulen vor massive Herausforderungen.

Es ist einfacher, den Kopf wegzudrehen

03.09.2024. Newlines schildert, wie die orthodoxe Kirche in Georgien Stalin zum Heiligen mit Superkräften stilisiert. In HVG erzählt die in Siebenbürgen geborene Ärztin Juli Havas, wie die Angst auch Jahrzehnte nach der Ceausescu-Diktatur noch ihr Leben bestimmt. Das New York Magazine kann die schmutzigen Deals, die die ganze Trump-Familie mit despotischen Regimen macht, kaum noch zählen. Der New Yorker lernt von der Historikerin Rebecca L. Davis, wie Sklavinnen für die Entwicklung der modernen Gynäkologie ausgenutzt wurden. Und der Guardian staunt, was Pablo Escobar den Kolumbianern hinterlassen hat: Eine ausgemachte Flusspferdplage.