9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 13.05.2019 - Ideen

"Sofern wir die Algorithmen ermächtigen, die Dinge des Alltags untereinander abzuklären, spricht das KI-Orakel nicht nur, es handelt auch gleich für uns", schreibt in der NZZ der Kultur- und Medienwissenschafter Roberto Simanowski, der kürzlich in Sibirien ohne Geld dastand, weil die KI seiner Bank beschlossen hatte, er sei ein Krimineller, und sich von solchen einsamen Entscheidungen zunehmend entmündigt fühlt. "Das KI-Orakel kommt als Doppelparadox. Es ist das Ende der Willensfreiheit im Zeichen der Selbstoptimierung, und es ist die coole Wiederverzauberung der Welt auf der Grundlage ihrer absoluten Analysierbarkeit. Denn verzaubert ist die Welt, wenn aus der Black Box die zwar unmissverständlichen, aber kaum nachprüfbaren Anweisungen kommen, wie man leben soll. Das ist, als spräche Gott zu uns, durch seine neuen Priester, die Algorithmen."

Der Historiker Jan Plamper verficht in seinem Buch "Das neue Wir - Warum Migration dazugehört" ein "Salatschüsselmodell" für Integration. In der taz antwortet er auf eine Nebenbemerkung des taz-Kolumnisten Micha Brumlik, der ihm vorwirft, die "Volksgemeinschaft", statt eines Verfassungspatriotismus zu preisen. Mit Salatschlüsselmodell meint er die Behandlung der Vertriebenen nach dem Krieg: "Zugehörigkeit zur Staatsbürgernation der Deutschen unter Beibehaltung der schlesischen Partikularidentität - mit staatlicher Förderung: die 'Brauchtumspflege' mit ihren Folkloreabenden. So abwegig es klingen mag, dies war im Kern progressiv, es war das Salatschüsselmodell avant la lettre. Und warum braucht es eine symbolisch-emotionale Überhöhung der Kollektividentität (das neue Wir), die über Verfassungspatriotismus hinausgeht? Erstens weil sie von Zuwanderer*innen selbst gefordert wird. In vielen Herkunftskulturen ist die Nation eine wichtige Identitätsressource. Zweitens weil es attraktive, symbolisch-emotional angereicherte Gegenangebote gibt - von extrem rechts in Deutschland. Oder aus Herkunftsländern (Erdoğans Türkei, Putins Russland)".

Außerdem: Wer immer noch glaubt, der Sozialismus sei eigentlich eine gute Idee gewesen, bei der nur die Umsetzung bisher fürchterlich schief gelaufen sei, dem empfiehlt in der FAZ Jürgen Kaube die Lektüre von Anne Applebaums neuem Buch "Roter Hunger - Stalins Krieg gegen die Ukraine".

9punkt - Die Debattenrundschau vom 11.05.2019 - Ideen

Wann ist die Linke eigentlich so kleingeistig geworden?, fragt Gary Younge im Guardian: "Großzügigkeit ist ein rares Gut in der Politik. Das überrascht auf Seiten der Rechten nicht. Eine Politik, die auf Individualismus, Selbstverantwortung und privaten Profit basiert, neigt nicht zum Altruismus... Aber die Linke ist anders. Man kann schwerlich eine Gesellschaft des Teilens, der Umverteilung und des kollektiven Unternehmens aufbauen ohne den Geist der Großzügigkeit - man kann die Menschheit nicht befreien und zugleich die Menschen verabscheuen, mit denen und für die man handelt. Es fühlt sich gerade so an, als würde der Brunnen der Generosität in linken und liberalen Kreisen austrocknen, wo sich eine Atmosphäre von reflexhaften Urteilen und pauschalen Abfertigungen eingeschlichen hat. Bei Themen wie Rechten für Transmenschen, ein zweites Referendum oder Labour und Antisemitismus, sind die Debatten so toxisch geworden, dass viele es schwierig finden, sich an ihnen sinnvoll zu beteiligen."

In der Welt verteufelt Bazon Brock die allseits grassierende Heuchelei, die fahrlässige E-Mobilität, oder Linke, die ein fettes Erbe einstreichen. Am schlimmsten findet er aber die Verfechter einer grenzenlosen Gesellschaft: "Entgrenzen heißt also, Bedeutungen und Sinnzusammenhänge ununterscheidbar, unkenntlich zu machen. Das ist die Absicht der fanatischen Entgrenzungsforderer im globalen Maßstab, damit endlich nicht mehr Täter und Opfer, Reiche und Arme, Arbeitende und Parasiten, Linke und Rechte, Fortschritt und Rückschritt unterschieden werden können... In solche latente Selbstzerstörung durch Willkür und das Recht aufs Dummsein treiben uns nicht räuberische Migranten oder Dunkelmänner; es ist unsere Allmachtsarroganz und Selbsterhöhung vor Versagergesellschaften. Es gilt: der Hochmut kommt vor dem Fall. Wir fallen bereits: Europa fällt."

Weiteres: Der Theologe Jan-Heiner Tück umreißt in der NZZ den ewigen Streit um das Erbe von Athen und Jerusalem in der abendlänsischen Philosophie.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 10.05.2019 - Ideen

Wir leben nicht im "postfaktischen" Zeitalter, schreibt die amerikanische Historikerin Sophia Rosenfeld bei Zeit Online und erinnert: Bereits seit der Aufklärung gab es ein "Wahrheitsregime": "Im 18. Jahrhundert erklärten Verfechter der Volkssouveränität wie Jean-Jacques Rousseau und Thomas Paine, Republiken hätten eine besondere Beziehung zur Wahrheit. Während die Monarchien sich etwas auf ihre Heimlichtuerei und Verschleierung zugutehielten, baue das neue Modell auf ganz andere Werten: Transparenz, überprüfbare Informationen und persönliche Aufrichtigkeit. Die Wahrheit sei sowohl eine Grundlage, auf der die Demokratie beruhe, als auch eines ihrer Resultate. Dieselben Männer hielten jedoch daran fest, dass die Wahrheit völlig ergebnisoffen und undogmatisch bliebe. Auch sollte keine Person, Institution oder Methode als ihre gültige Quelle festgeschrieben werden - sie sei vielmehr ein Produkt der Gesellschaft."
 
Selbst in den empirischen Wissenschaften gibt es die Tendenz, Fakten gemäß den eigenen Wünschen zu interpretieren, schreibt in der NZZ der Literaturwissenschaftler Jürgen Wertheimer. Und: "Die Sache mit der Faktizität hat noch einen anderen Haken, den ich in aller Vorsicht als die 'Dynamik des Erkenntnisprozesses' umschreiben möchte. Sind einmal beachtliche intellektuelle, mentale und materielle Energien in ein thesengestütztes Projekt investiert, wird kaum einer der beteiligten Akteure noch sonderlich an irritierenden Gegenargumenten interessiert sein."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 09.05.2019 - Ideen

Elisabeth von Thadden hat für die Zeit die große Philosophin Agnes Heller getroffen, die 90 wird. "Europa: In ihren Augen ist das der Kontinent, auf dem Europäer allein im 20. Jahrhundert hundert Millionen andere Europäer getötet haben. Wenn heute im Westen bei Festakten das Hohelied auf die europäischen Werte angestimmt wird, dann ergreift sie das Wort, man möge bei der Aufzählung den Terror nicht vergessen, diese europäische Spezialität. Die liberale Demokratie sei doch immer nur die Ausnahme gewesen, für kurze Zeit, und in Europas Geschichte sei sie kaum verwurzelt."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 07.05.2019 - Ideen

"Das 21. Jahrhundert hat den Ideologien den Ton abgedreht. Jede große Idee mutet jetzt an wie Lenin, der aus dem Plattenspieler - Modell Morgenröte - krächzt", schreibt der weißrussische Schrifsteller Viktor Martinowitsch auf Zeit online. "Durch Mikrotargeting kann nun jedem Facebook-Nutzer genau das versprochen werden, was er will. Dieses neue Niveau der Lüge übertrifft alle bisherigen. Von Politik, wie wir sie noch vor 50 Jahren dachten, wird bald nichts mehr übrig sein. Wenn die Religion im 20. Jahrhundert noch von mehr oder weniger echten Ideen abgelöst wurde, so tritt an ihre Stelle jetzt reiner Populismus. Die Präsidentschaftswahlen in der Ukraine (und zuvor die Präsidentschaftswahlen 2016 in den USA sowie die Parlamentswahlen 2017 in Tschechien und 2018 in Italien) haben deutlich gemacht: Es ist egal, was du versprichst, solange du das versprichst, was von dir erwartet wird. Der Versprechende selbst muss jung sein, straff und so weit wie möglich einem Gott ähneln, wie ihn sich die alten Griechen vorstellten."

Droht uns ein neuer Faschismus? Ist er gar schon da? "Mit dem Wort 'Faschismus' ist nicht viel gewonnen. Aber wer Faschismus sagt, möchte daran erinnern, dass die Bewegungen, die Regime, die heute Demokratien und demokratische Entwicklungen zerstören, nichts radikal Neues sind, dass sie Vorbilder haben", meint Arno Widmann in der FR. "Alain Finkielkraut, der vor ein paar Wochen von Gelbwesten attackiert wurde, weil er Israel verteidigt, erklärte dem Zeit-Korrespondenten Georg Blume: 'Wir befinden uns nicht auf dem Rückweg in die dreißiger Jahre. Wir erleben einen anderen Antisemitismus, der umso gefährlicher ist, weil er sich nicht anklagen lässt. Denn er kommt im Namen der Unterdrückten, der Entrechteten und einer leidenden Menschheit daher.' Finkielkraut irrt. Auch der frühe Nationalsozialismus erklärte sich als eine Bewegung der Unterdrückten und Entrechteten. Die Nazis betrachteten die Deutschen als Opfer des Versailler Systems. Sie wussten: Man muss sich als Opfer fühlen, um zur äußersten Gewalt greifen zu können.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 06.05.2019 - Ideen

Harald Staun verteidigt in der FAS Denker der Dekonstruktion wie Jacques Derrida vor dem Vorwurf, sie hätten durch ihren Relativismus den rechtspopulistischen Parteien den Boden bereitet: "Es würde reichen, ganz im Sinne der Aufklärung, ihre Texte ein wenig genauer zu lesen, um zu verstehen, dass es nicht die Postmoderne, oder um den unscharfen Omnibusbegriff zu vermeiden, die Dekonstruktion war, die all die schönen Ideale zerstört hat: die Wahrheit, die Objektivität, die Vernunft; sie hat ihren Zerfall nur sehr genau diagnostiziert. Und dabei gezeigt, mit welcher Gewalt sie zusammengehalten werden."

Der Paritätsbeschluss fürs Brandenburger Parlament stößt in der FAZ auf das Misstrauen der Migrationsforscherin Sandra Kostner, die sich auf der Gegenwartsseite im vorderen Teil der Zeitung gegen linke Identitätspolitik wendet: "Bevor weitreichende und nur schwer revidierbare Entscheidungen getroffen werden, wäre es klug, sich mit den Motiven derjenigen Gruppen auseinanderzusetzen, die es als moralisch zwingendes Gebot der Stunde darstellen, dass sie ihrem statistischen Anteil in der Bevölkerung entsprechend in Parlamenten, Institutionen und Unternehmen repräsentiert sind. Ein Motiv liegt auf der Hand: Eigeninteresse."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 02.05.2019 - Ideen

Conor Friedersdorf erzählt in einem ausufernden Artikel in Atlantic, dass Camille Paglia, die einst als Avantgardistin heute hipper Kulturwissenschaften galt, von Studenten an der University of the Arts in Philadelphia massiv bekämpft wird - unter anderem mit einer Petition bei change.org - weil sie den Gender-Sprech nicht hundertprozentig einhält. Von all dem würden ja doch wieder nur die schlimmsten profitieren, meint Friedersdorf: "Paglia verfügt über eine Menge Wissen, von dem jeder Student profitieren könnte. (Verstehen bedeutet ja nicht, zuzustimmen.) Die Vorstellung der Links-Identitären ist, dass Trans-Personen und Überlebende von sexuellen Übergriffen nicht von Paglia lernen können, weil sie verunsichere. Unterdessen sind weiße cis-Männer daran gewöhnt zu glauben, dass sie immer von jedem lernen können, sogar von Professoren, die ihrer Hautfarbe, sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität offen feindlich gesinnt sind." Auch der anti-israelische Aktivist Roger Waters soll an einer Universität mit Schneeflöckchen-Argument am Reden gehindert werden, meldet democracynow.org.

Jeremy Corbyn hat vor einigen Jahren ein begeistertes Vorwort zu einem wirtschaftshistorischen Klassiker, das 1902 zuerst publizierte Buch "Imperialism: A Study" von JA Hobson geschrieben. Das Dumme ist, dass dieses Buch auch ein Klassiker des britischen Antisemitismus ist. Nun kann man ja durchaus Äußerungen eines jenseits von seinen Vorurteilen verdienstvollen Mannes würdigen, schreibt Jonathan Freedland im Guardian. Aber Corbyn feierte genau die antisemitischen Passagen, ohne auch nur einmal deren Problem anzusprechen, so Freedland: "Was Corbyn als 'korrekt und vorausschauend' pries, war 'Hobsons Kritik an kommerziellen Interessen, die die Rolle der populären Presse anfeuern', was genau in jenem Abschnitt geschieht, wo Hobson 'jene kleine Gruppe finanzieller Könige' angreift, jene 'kosmopolitischen' Männer, die er schon als Juden identifiziert hat. (Das Kapitel ist 'Ökonomische Parasiten des Imperialismus' betitelt, ein häufig wiederkehrender Begriff in antisemitischer Propaganda). Dies ist nicht nur eine Randbemerkung Hobsons, die man übersehen kann. Es gibt viele Seiten davon."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 30.04.2019 - Ideen

Der Journalist und Historiker François Reynaert hat im Jahr der Europawahl das Buch "Eine europäische Reise - von Karl dem Großen bis heute" vorgelegt. Im Gespräch mit  Thibaut Sardier von Libération wiederholt er eine einfache Wahrheit, die es eben auch verdient, ab und zu mal wiederholt zu werden: "Viele Europäer denken, dass ihnen die Europäische Union aufgezwungen worden sei, ewige Nationen seien gewissermaßen hineingetrieben worden. Aber die Nationen sind eine recht neue Konstruktion aus dem 19. Jahrhundert. Was es vorher gab, war eine Geschichte Europas. Die Konstruktion Europas ist also kein historischer Unfall, sondern eher eine Rückkehr in einen natürlichen Ablauf."

Im Interview mit dem Tagesspiegel rechnet der schwedische Klimaforscher Johan Rockström vor, wie wir - vielleicht - die zehn bis elf Milliarden Menschen ernähren können, die bald die Erde bevölkern werden: Mit einer Diät die höchstens 100 Gramm Fleisch pro Woche vorsieht und subventionierten Bioprodukten für alle. "Wenn man die ökologischen Kosten auf die Lebensmittel umrechnen würde, wären Lebensmittel im Schnitt wohl um rund 15 Prozent teurer. Für einen deutschen Haushalt wären das Mehrkosten von bis zu 300 Euro im Monat. Die Regierung müsste den Bürgern diese Differenz erstatten. Zusätzlich zum Kindergeld könnte es dann 300 Euro pro Monat als Dividende für eine ökologische Ernährung geben. Das würde den Menschen helfen, sich gut und günstig zu ernähren und Akzeptanz für eine ökologische Reform schaffen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 29.04.2019 - Ideen

Im Einzelfall soll laut Gesetz Sterbehilfe möglich sein, aber sie soll nicht zur Normalität werden. "Perfide" findet in der FAZ Bettina Schöne-Seifert, Professorin am Münsteraner Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin, diese Unterscheidung: "Jeder schwerkranke Patient mit einem frei verantworteten, andauernden Suizidwunsch bleibt ein tragischer Einzelfall, auch wenn die Zahl dieser Fälle unter liberalisierten Randbedingungen zunehmen wird. Ihm gerecht zu werden erfordert unter anderem, dass Patienten überhaupt Ärzte finden können, die bereit und kompetent sind, ihnen Suizidhilfe im eigenen Krankenbett zu leisten. Wer das als 'Normalität' verteufelt, setzt sich ins Abseits einer ehrlichen Debatte."

Thomas Vašek braucht auf Zeit online viel Platz und Zeit, die Liebe der Deutschen zum Auto zu analysieren, um dann doch noch zu diesem überlegenswerten Absatz zu kommen: "Das deutsche Ideal von einer Bewegung um ihrer selbst willen hat keine Zukunft mehr. Es geht nicht darum, dass wir fahren, also in Bewegung bleiben, sondern darum, wohin wir fahren. Solange Freiheit für uns Deutsche in der Abhängigkeit vom Auto besteht, bewegen wir uns gleichsam im Rückwärtsgang auf eine automobile Vergangenheit zu, die sich nicht weiter fortsetzen darf. Das Auto ist vom Innovationstreiber zum Innovationshemmnis geworden. Vielleicht wäre Google heute deutsch, wenn man auch nur einen Bruchteil der finanziellen und kreativen Ressourcen in digitale Technologien investiert hätte, statt in eine alte Technologie, die ohnehin keine langfristige Perspektive hat."
Stichwörter: Sterbehilfe, Normalität

9punkt - Die Debattenrundschau vom 24.04.2019 - Ideen

Jens Bisky beklagt in der SZ, jetzt online, den hysterisierten Zustand der Debatte, wofür er die Schuld allerdings vorwiegend bei jenen sieht, die linke Identitätspolitik kritisieren. In einem Punkt aber hat er sicher recht: "Besonders schwer hat es derzeit das Spielerische in Diskussionen, das Erproben von Argumenten. Deswegen herrscht auf den 'ideologischen Kriegsschauplätzen' viel Bitterkeit, während die Kunst der Polemik auf den Hund gekommen ist. Sie kann unter lauter Killermimosen schlecht gedeihen, verbindet Polemik doch Schärfe mit Genauigkeit."

Außerdem: In der NZZ denkt Michael Wolffsohn über die Gewaltenteilung in westlichen Demokratien nach. Hier behagt ihm die Rolle der Justiz nicht, wo die Richter Gott spielen, obwohl sie - weiß Gott - fehlbar sind