
Robert Kaplan
porträtiert Colonel Tom Wilhelm, einen der neuen
Militär-Diplomaten, die von den USA weltweit eingesetzt werden, um die jeweiligen Armeen eines Landes bei der Stange zu halten. Colonel Wilhelm ist eine absolut filmreife Figur - er war noch keine dreißig, als er bereits
Helikopter fliegen konnte, in Alaska mit Eskimo-Scouts
russische Spetsnaz aufspürte und Russisch an der
Universität in Leningrad studiert hatte. Nach dem Fall der Mauer war er in Tadschikistan, Mazedonien und Bosnien. Zur Zeit ist er in
Ulan Bator stationiert, wo Kaplan ihn besucht hat. Dort hilft er der
mongolischen Armee, ihre Grenzen besser zu sichern, eine aktive Rolle bei Blauhelmeinsätzen zu spielen und Naturkatastrophen effektiver zu begegnen. Wilhelm ist einer von dreien ausländischen Militärattaches, die sich ständig in der Mongolei aufhalten: Außer ihm gibt es noch einen Russen und einen Chinesen. Seine Hauptaufgabe scheint es aber zu sein, die Mongolen zu lehren, die
Amerikaner zu lieben, was einen amerikanischen
Militärstützpunkt in der Mongolei überflüssig machen würde. Wie Wilhelm das anstellt, müssen Sie selbst lesen!
In der Titelgeschichte
beschreibt Caitlin Flanagan auf mindestens dreißig Seiten, wie es amerikanischen Frauen gelungen ist,
Berufstätigkeit, Familie und guten Sex unter einen Hut zu bringen. "Als hätte die gute Fee der Frauenbewegung ihren Zauberstab geschwungen, wurde das gesamte Problem gelöst. Mit der Ankunft einer billigen und leicht auszubeutenden
Armee von armen, glücklosen Frauen - die vor Hunger, Krieg und Armut flohen, ihre Kinder zurückließen und dabei immer Vergewaltigung oder Tod auf ihren teuren und heimlichen Reisen fürchten mussten - kollabierte einer der
nobelsten Grundsätze der zweiten Feminismus-Welle wie ein Kartenhaus. An den Docks wurden die Immigrantinnen nicht von hochorganisierten und politisch mächtigen Gruppen amerikanischer Frauen empfangen, die ihnen das Schicksal ihres Geschlechts erleichtern wollten, sondern von einer ebenso großen
Armee hochgebildeter Karrierefrauen, die jemanden brauchten, der auf ihre Kinder aufpasst. Jeglicher Zweifel an der moralischen Gerechtigkeit, dass weiße Frauen dunkelhäutige Frauen beschäftigen, um ihnen die
Drecksarbeit abzunehmen, verflüchtigte sich."
Weitere Artikel: In einem Kommentar
blickt James Fallows besorgt auf den angestrengte Situation der US-Armee: "Es wäre eine leichte Übertreibung zu sagen, dass das gesamte US-Militär entweder
im Irak ist,
aus dem Irak zurückkehrt oder sich auf den Weg
in den Irak macht. Aber nur eine leichte." Für amerikanische Colleges
gibt es offenbar einen neuen
Aufnahmetest, dessen
dogmatische Regeln die
Princeton Review nicht überzeugt haben. Deshalb hat sie geprüft, wie
Shakespeare, Hemingway und Gertrude Stein beim
Schreibtest abgeschnitten hätten. Miserabel natürlich, nur der
Unabomber hätte bestanden. Außerdem sind Christopher Hitchens
Hommage auf den Vater des Spionagethrillers und großen Schotten
John Buchan ("Die neununddreißig Stufen") zu lesen sowie
Mona Simpsons Erzählung "Dependents". Und der Historiker
Christopher Browning, dessen Buch
"Die Entfesselung der 'Endlösung'" nun auch auf englisch erscheint, erklärt in einem
langen Gespräch, wie sich die
"gewöhnlichen Deutschen" mit dem
Holocaust arrangierten.