The Caravan veröffentlicht einen
langen Auszug aus einem "buchlangen" Vorwort von
Arundhati Roy von
Bhimrao Ramji Ambedkars Essay "Annihilation of Caste", der darin 1937 die Abschaffung der Kasten gefordert hatte. Roy stellt zwei Personen einander gegenüber:
Mahatma Gandhi, Brahmane von Geburt, der trotz bescheidenem Auftreten
für den Erhalt eines Kastensystems eintrat und sich zum Beispiel als Anwalt in Indien vehement dafür einsetzte, dass die Inder von den Briten besser behandelt werden sollten als die Schwarzen. Und
Ambedkar, Unberührbarer von Geburt, der die Verfassung Indiens mitschrieb und in "Annihilation of Caste" die
zersetzende Wirkung des Kastensystems beschrieb: "'Annihilation of Caste' wird oft (sogar von Anhängern) als Ambedkars
Utopia beschrieben - als unmöglicher, unausführbarer Traum. Er rolle einen Felsen die Klippen hinauf, sagen sie. Wie kann man von einer Gesellschaft, die so durchtränkt ist von Religion und Aberglauben, erwarten, dass sie sich einer solchen Attacke gegen ihre
tiefsten Überzeugungen öffnet? Schließlich ist für Millionen von Hindus aller Kasten, Unberührbare eingeschlossen, der praktizierte Hinduismus eine
Art zu leben, die alles durchdringt - Geburt, Tod, Krieg, Ehe; Essen, Musik, Dichtung, Tanz. Es ist ihre Kultur, ihre Identität. Wie kann man dem Hinduismus abschwören, nur weil das praktizierte Kastensystem in den grundlegenden Texten, die die meisten Menschen nicht mal gelesen haben, gebilligt wird? Ambedkars Gegenargument ist: wie kann man nicht abschwören? Wie kann eine solche
institutionalisierte Ungerechtigkeit, selbst wenn sie von den Göttern festgelegt wurde, für irgendjemanden akzeptabel sein?"
Drogenhandel war gestern,
berichtet Ralph Zapata Ruiz in
Letras Libres: "
Illegaler Bergbau ist in Peru mittlerweile die wichtigste gesetzeswidrige Tätigkeit. Damit werden etwa drei Milliarden Dollar Umsatz erzielt, 600 Millionen Steuern unterschlagen und um die 500 Tausend Menschen beschäftigt." Mit katastrophalen Folgen für die Umwelt: "50.000 Hektar ehemaliger Wald sind inzwischen verseuchtes, totes Land, vor allem in der Region
Madre de Dios. (…) Für jedes dort gewonnene Kilo Gold werden 2,8 Kilo
hochgiftiges Quecksilber aufgewandt, die anschließend in die Flüsse und damit in die Nahrungsmittelkette gelangen. Vom
Fischverzehr wird in diesem Gebiet mittlerweile abgeraten. Gekauft wird das Edelmetall von
Großhändlern wie
Oro Fino, Mega La Red und
As Perú, die es auf eigene Kosten verfeinern und in die Schweiz weiterverkaufen, wo
Uhren und Schmuck daraus hergestellt werden. Der peruanische Präsident Ollanta Humala sieht sein Land derweil auf dem Weg, einer der wichtigsten Bergbauproduzenten der Welt zu werden."