9punkt - Die Debattenrundschau
Ein form- und gesichtsloses Statistik-Monster
Kommentierter Rundblick durch die Feuilletondebatten. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
13.01.2026. Die FAZ erkennt den Shoggoth in Grok, auch wenn er lächelt. Die Iraner brauchen keinen neuen König, ruft in der taz Noishin Shahrokhi. Wenn er der einzige ist, der den Übergang zu einer laizistischen Ordnung moderieren kann, dann schon, meint Ali Sadrzadeh, ebenfalls in der taz. In der FR möchte der britische Historiker Brendan Simms die Amerikaner zwar nicht in Grönland, aber schon in Europa präsent wissen. In der Welt fragt Anne Applebaum, wie man Venezuela von Miami aus regiert. In der SZ möchte die israelische Publizistin Einat Wilf die Palästinenser vom arabischen Zionismus überzeugen.
Efeu - Die Kulturrundschau
vom
13.01.2026
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Ideen
Elon Musks KI Grok, die wegen ihrer sexualisierten Deepfakes in die Schlagzeilen geriet, trägt ein Lächeln auf dem Gesicht, aber dahinter steckt ein Shoggoth, eine biologische Maschine, die einst der amerikanische Dichter H.P. Lovecraft erfand. Das hat System, meint in der FAZ Kira Kramer: "Die Maske symbolisiert die Janusköpfigkeit heutiger Chatbots: Hinter dem harmlos-freundlich wirkenden Assistenten (dem aufgeklebten Smiley-Face) steckt ein form- und gesichtsloses Statistik-Monster, das wir nie direkt zu sehen bekommen (der Shoggoth). Nur die kleine Maske aus höflichen Floskeln und Sicherheitsfiltern hält uns davon ab, in das wahre Antlitz unserer technologischen Sklaven zu blicken. ... Beunruhigend ist weniger der Kontrollverlust, den Elon Musks KI uns gerade vorführt, als vielmehr unsere wachsende Gewöhnung an die Illusion, eine KI könnte unsere Werte teilen. Wir nehmen die Maske für ihr Gesicht. Weil die Maschine sonst sprachlich geschmeidig reagiert, halten wir sie für empathisch - und das Sprachgeflecht für Vernunft. So verschiebt sich Maßstab um Maßstab: Kohärenz ersetzt Wahrheit, Form ersetzt Urteil. Der Mythos kehrt damit nicht als Horror, sondern als Kulturtechnik zurück."
Der Austritt der USA aus der Völkerrechtskommission der Vereinten Nationen ist eine Zäsur, aber eine, die man nutzen kann, erklärt in der FAZ Alexandra Kemmerer. Sie prophezeit eine "Neuausrichtung der bestehenden Institutionen. China hat nach den vollmundigen Statements aus Washington postwendend seine Solidarität mit den Vereinten Nationen versichert. Nicht nur dort, sondern auch in Indien und anderen Ländern des Globalen Südens hat man seit etwa zwanzig Jahren bemerkenswerte völkerrechtliche Expertise aufgebaut. Dort wird die Entwicklung neuer Konzepte und Ideen vorangetrieben, im Zusammenspiel mit einer genauen Analyse der historischen Entwicklung des westlich geprägten Völkerrechts und seiner theoretischen Grundlagen (für deren Verständnis man nicht bei Carl Schmitt stehen bleiben sollte)." Kurz: "Wir stehen nicht vor einem Ende des Völkerrechts, sondern mitten in einem grundlegenden Strukturwandel, der nicht beklagt, sondern gestaltet werden muss." Dass ausgerechnet China und Modis Indien für eine neue Ordnung stehen sollen, lässt einen aber doch erst mal schlucken.
Der Austritt der USA aus der Völkerrechtskommission der Vereinten Nationen ist eine Zäsur, aber eine, die man nutzen kann, erklärt in der FAZ Alexandra Kemmerer. Sie prophezeit eine "Neuausrichtung der bestehenden Institutionen. China hat nach den vollmundigen Statements aus Washington postwendend seine Solidarität mit den Vereinten Nationen versichert. Nicht nur dort, sondern auch in Indien und anderen Ländern des Globalen Südens hat man seit etwa zwanzig Jahren bemerkenswerte völkerrechtliche Expertise aufgebaut. Dort wird die Entwicklung neuer Konzepte und Ideen vorangetrieben, im Zusammenspiel mit einer genauen Analyse der historischen Entwicklung des westlich geprägten Völkerrechts und seiner theoretischen Grundlagen (für deren Verständnis man nicht bei Carl Schmitt stehen bleiben sollte)." Kurz: "Wir stehen nicht vor einem Ende des Völkerrechts, sondern mitten in einem grundlegenden Strukturwandel, der nicht beklagt, sondern gestaltet werden muss." Dass ausgerechnet China und Modis Indien für eine neue Ordnung stehen sollen, lässt einen aber doch erst mal schlucken.
Politik
Die Iraner brauchen keinen neuen König, ruft in der taz die in Deutschland lebende iranische Sozialarbeiterin und Publizistin Noishin Shahrokhi. Es ärgert sie, dass Reza Pahlavi in den westlichen Medien häufig wie ein Anführer der iranischen Opposition wahrgenommen wird: "Linke und alternative Positonen kommen vergleichsweise wenig vor. Das beeinflusst auch die Berichterstattung in deutschen Medien auf eine gefährliche Art und Weise. Trotz der harten Repression engagieren sich im Iran selbst weiterhin viele mutige Menschen im Widerstand gegen das islamische Regime. Es sind diese Aktivisten, die noch immer im Gefängnis sitzen oder nur unter internationalem Druck freigelassen wurden, die für das tatsächliche Veränderungspotenzial im Land stehen. Dennoch werden sie kaum als Bewegung anerkannt, aus der eine politische Führung hervorkommen kann - weder von der Regierung noch von Teilen der Opposition im Ausland." Das liegt vielleicht einfach daran, dass sie noch keine politische Führung gebildet haben?
Ebenfalls in der taz sieht das der iranische Journalist Ali Sadrzadeh, Redakteur beim Hessischen Rundfunk, anders: Der wahre Feind sind Mullahs und Revolutionsgarde, der Kampf gegen ihre Gewalt hat für ihn Prioriät, auch wenn dieser Kampf von einem Monarchisten angeführt wird: "Auf den Straßen Irans ertönt indessen immer wieder der Ruf nach der Rückkehr des Sohns des bis 1979 regierenden Schahs. Reza Pahlavi ist die Symbolfigur des erhofften Übergangs von der Theokratie zu einer demokratischen Gesellschaftsordnung. Der im amerikanischen Exil lebende Reza Pahlavi ist in der Tat die einzige Person aus der Opposition, die über die Autorität verfügt, den Übergang zu einer laizistischen Ordnung zu moderieren."
Im Interview mit der FR will die in Berlin lebende iranische Künstlerin Mina Khan von Pahlavi nichts hören, ein Umsturz im Iran "muss vor allem aus der Gesellschaft heraus entstehen. Es braucht eine breite Koalition aus Zivilgesellschaft und politischen Akteuren. In der Diaspora gibt es Millionen, die investieren und beim Wiederaufbau helfen können - ebenso Juristen, Technokraten und Menschen vor Ort. Reza Pahlavi, der im Exil lebende Sohn des 1979 gestürzten Schahs, sehe ich nicht als konsensfähige Option: Er polarisiert stark, besonders in organisierten Regionen wie Kurdistan. Entscheidend ist jetzt, dass die Welt nicht wieder wegschaut. Wenn diese Gewalt keinerlei Folgen hat, ist das das gefährlichste Signal überhaupt."
Es gibt viele Vorstellungen, was mit dem Iran geschehen soll, aber in einem sind sich alle einig: Er darf nicht zerfallen, erklärt der Iranist Walter Posch im Interview mit Zeit-Online. Alle ausländischen Akteure betonen: "Der Iran soll zusammenbleiben. Die Idee, man wolle einen schwachen Iran, greift meiner Auffassung nach zu kurz. Die inneren Dynamiken, das Verhältnis zwischen Klerus und Sicherheitsapparat sowie die Logik der revolutionären Institutionen, sind von außen kaum zu durchschauen. Jede Intervention würde in ein System eingreifen, dessen Funktionsweise man nicht wirklich kennt. Ein zerfallender Iran würde eine Reihe von Krisen auslösen: ein mögliches Großkurdistan, ein destabilisiertes Aserbaidschan, Konflikte in arabischen Provinzen. Deshalb bevorzugt man ein Regime, das den Staatsverband zusammenhält."
Die Welt ist momentan in Einflusssphären eingeteilt, was aber nicht bedeuten muss, dass das für immer so bleibt, meint der britische Historiker Brendan Simms im Interview mit der FR. Im Moment müsse man die traurige Realität anerkennen, dass Europa die USA noch braucht. "Es gibt im Englischen den Satz: what's yours is mine, and what's mine is my own. Trump sagt im Grunde: Ich dominiere die westliche Hemisphäre, aber ich dominiere auch praktisch die meisten anderen Teile der Welt. Und hier liegt das Dilemma: Ich begrüße nicht jedes Detail seiner Politik in Venezuela, und ich lehne seine Politik gegenüber Grönland ab. Aber ich möchte, dass die USA weiterhin in Europa und Asien engagiert bleiben. Und es kann sein, dass wir auf der Seite Trumps einiges tolerieren müssen, weil er gegenüber Russland in manchen Bereichen entschlossener vorgeht, als Biden es getan hat."
Im Interview mit der Welt geht die Historikerin Anne Applebaum darauf ein, wie die Intervention der USA in Venezuela noch "schiefgehen" kann. "Erstens haben wir dieses widerliche Regime an der Macht gelassen. Und dieses Regime will überleben. Es wird mit den Amerikanern zusammenarbeiten, solange es glaubt, dass das seinem Überleben dient, und die Zusammenarbeit einstellen, wenn es glaubt, dass sein Überleben gefährdet ist. Zweitens: Ich weiß nicht, was Trump meint, wenn er sagt: 'Wir werden Venezuela regieren.' Wir können Venezuela nicht von Florida aus regieren, das wird nicht funktionieren. Die Regierung Trump hat die Vorstellung, sie könne mit Ölboykotten arbeiten - aber wie soll das Millionen von Entscheidungen über das tägliche Leben von Venezolanern beeinflussen?"
Es gibt mehrere Videos auf denen man sieht, wie die Amerikanerin Renee Nicole Good von einem ICE-Beamten erschossen wird. Was auf diesen Videos genau zu sehen ist, ist allerdings heftig umstritten: War es Totschlag? Oder Notwehr? "Das ist auch fünf Tage später nicht geklärt, doch die Urteile stehen fest", notiert Niklas Naber in der FAZ. "Sie hängen davon ab, in welchem politischen Lager man verortet ist - und welche der Augenzeugenvideos, mitsamt den Kommentaren selbst ernannter Experten, einem der Algorithmus in Social Media vorsetzt. Die Smartphone-Videos, die fast in Echtzeit ins Netz geladen werden, liefern einen Anscheinsbeweis, den man eigentlich gründlich prüfen müsste. Aber das Gegenteil geschieht. So wird die Tötung von Renee Nicole Good zu einem paradigmatischen Fall."
Die israelische Publizistin Einat Wilf hat eine eigene Partei in Israel gegründet und möchte die Palästinenser davon überzeugen, arabische Zionisten zu werden. Im Interview mit der SZ erklärt sie, was sie damit meint: "'Palästinismus' ("Palestinianism"), wie ich es nenne, ist keine echte Selbstbestimmungsbewegung, sondern eine Bewegung, die sich um die Negation der Selbstbestimmung eines anderen Volkes organisiert. Arabischer Zionismus bedeutet lediglich, dass die Palästinenser sich von der Obsession lösen, den jüdischen Staat zu zerstören, und beginnen, für sich selbst etwas aufzubauen." Sie verweist auf Bundeskanzler Merz der kürzlich Trump erklärte, dass der D-Day "'ein großartiger Tag für uns war, weil das der Tag war, an dem wir zu den Menschen wurden, die wir heute sind.' Ich dachte: Genau das brauchen wir. Wir brauchen einen palästinensisch-arabischen Führer, der eines Tages sagt: 'Ja, Gaza lag in Trümmern - aber das war gut ... denn so haben wir endlich verstanden, dass wir aufhören müssen, darauf fixiert zu sein, das zu zerstören, was die Juden aufgebaut haben, und anfangen müssen, unser eigenes Leben aufzubauen.'"
Ebenfalls in der taz sieht das der iranische Journalist Ali Sadrzadeh, Redakteur beim Hessischen Rundfunk, anders: Der wahre Feind sind Mullahs und Revolutionsgarde, der Kampf gegen ihre Gewalt hat für ihn Prioriät, auch wenn dieser Kampf von einem Monarchisten angeführt wird: "Auf den Straßen Irans ertönt indessen immer wieder der Ruf nach der Rückkehr des Sohns des bis 1979 regierenden Schahs. Reza Pahlavi ist die Symbolfigur des erhofften Übergangs von der Theokratie zu einer demokratischen Gesellschaftsordnung. Der im amerikanischen Exil lebende Reza Pahlavi ist in der Tat die einzige Person aus der Opposition, die über die Autorität verfügt, den Übergang zu einer laizistischen Ordnung zu moderieren."
Im Interview mit der FR will die in Berlin lebende iranische Künstlerin Mina Khan von Pahlavi nichts hören, ein Umsturz im Iran "muss vor allem aus der Gesellschaft heraus entstehen. Es braucht eine breite Koalition aus Zivilgesellschaft und politischen Akteuren. In der Diaspora gibt es Millionen, die investieren und beim Wiederaufbau helfen können - ebenso Juristen, Technokraten und Menschen vor Ort. Reza Pahlavi, der im Exil lebende Sohn des 1979 gestürzten Schahs, sehe ich nicht als konsensfähige Option: Er polarisiert stark, besonders in organisierten Regionen wie Kurdistan. Entscheidend ist jetzt, dass die Welt nicht wieder wegschaut. Wenn diese Gewalt keinerlei Folgen hat, ist das das gefährlichste Signal überhaupt."
Es gibt viele Vorstellungen, was mit dem Iran geschehen soll, aber in einem sind sich alle einig: Er darf nicht zerfallen, erklärt der Iranist Walter Posch im Interview mit Zeit-Online. Alle ausländischen Akteure betonen: "Der Iran soll zusammenbleiben. Die Idee, man wolle einen schwachen Iran, greift meiner Auffassung nach zu kurz. Die inneren Dynamiken, das Verhältnis zwischen Klerus und Sicherheitsapparat sowie die Logik der revolutionären Institutionen, sind von außen kaum zu durchschauen. Jede Intervention würde in ein System eingreifen, dessen Funktionsweise man nicht wirklich kennt. Ein zerfallender Iran würde eine Reihe von Krisen auslösen: ein mögliches Großkurdistan, ein destabilisiertes Aserbaidschan, Konflikte in arabischen Provinzen. Deshalb bevorzugt man ein Regime, das den Staatsverband zusammenhält."
Die Welt ist momentan in Einflusssphären eingeteilt, was aber nicht bedeuten muss, dass das für immer so bleibt, meint der britische Historiker Brendan Simms im Interview mit der FR. Im Moment müsse man die traurige Realität anerkennen, dass Europa die USA noch braucht. "Es gibt im Englischen den Satz: what's yours is mine, and what's mine is my own. Trump sagt im Grunde: Ich dominiere die westliche Hemisphäre, aber ich dominiere auch praktisch die meisten anderen Teile der Welt. Und hier liegt das Dilemma: Ich begrüße nicht jedes Detail seiner Politik in Venezuela, und ich lehne seine Politik gegenüber Grönland ab. Aber ich möchte, dass die USA weiterhin in Europa und Asien engagiert bleiben. Und es kann sein, dass wir auf der Seite Trumps einiges tolerieren müssen, weil er gegenüber Russland in manchen Bereichen entschlossener vorgeht, als Biden es getan hat."
Im Interview mit der Welt geht die Historikerin Anne Applebaum darauf ein, wie die Intervention der USA in Venezuela noch "schiefgehen" kann. "Erstens haben wir dieses widerliche Regime an der Macht gelassen. Und dieses Regime will überleben. Es wird mit den Amerikanern zusammenarbeiten, solange es glaubt, dass das seinem Überleben dient, und die Zusammenarbeit einstellen, wenn es glaubt, dass sein Überleben gefährdet ist. Zweitens: Ich weiß nicht, was Trump meint, wenn er sagt: 'Wir werden Venezuela regieren.' Wir können Venezuela nicht von Florida aus regieren, das wird nicht funktionieren. Die Regierung Trump hat die Vorstellung, sie könne mit Ölboykotten arbeiten - aber wie soll das Millionen von Entscheidungen über das tägliche Leben von Venezolanern beeinflussen?"
Es gibt mehrere Videos auf denen man sieht, wie die Amerikanerin Renee Nicole Good von einem ICE-Beamten erschossen wird. Was auf diesen Videos genau zu sehen ist, ist allerdings heftig umstritten: War es Totschlag? Oder Notwehr? "Das ist auch fünf Tage später nicht geklärt, doch die Urteile stehen fest", notiert Niklas Naber in der FAZ. "Sie hängen davon ab, in welchem politischen Lager man verortet ist - und welche der Augenzeugenvideos, mitsamt den Kommentaren selbst ernannter Experten, einem der Algorithmus in Social Media vorsetzt. Die Smartphone-Videos, die fast in Echtzeit ins Netz geladen werden, liefern einen Anscheinsbeweis, den man eigentlich gründlich prüfen müsste. Aber das Gegenteil geschieht. So wird die Tötung von Renee Nicole Good zu einem paradigmatischen Fall."
Die israelische Publizistin Einat Wilf hat eine eigene Partei in Israel gegründet und möchte die Palästinenser davon überzeugen, arabische Zionisten zu werden. Im Interview mit der SZ erklärt sie, was sie damit meint: "'Palästinismus' ("Palestinianism"), wie ich es nenne, ist keine echte Selbstbestimmungsbewegung, sondern eine Bewegung, die sich um die Negation der Selbstbestimmung eines anderen Volkes organisiert. Arabischer Zionismus bedeutet lediglich, dass die Palästinenser sich von der Obsession lösen, den jüdischen Staat zu zerstören, und beginnen, für sich selbst etwas aufzubauen." Sie verweist auf Bundeskanzler Merz der kürzlich Trump erklärte, dass der D-Day "'ein großartiger Tag für uns war, weil das der Tag war, an dem wir zu den Menschen wurden, die wir heute sind.' Ich dachte: Genau das brauchen wir. Wir brauchen einen palästinensisch-arabischen Führer, der eines Tages sagt: 'Ja, Gaza lag in Trümmern - aber das war gut ... denn so haben wir endlich verstanden, dass wir aufhören müssen, darauf fixiert zu sein, das zu zerstören, was die Juden aufgebaut haben, und anfangen müssen, unser eigenes Leben aufzubauen.'"
Europa
Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine dauert jetzt offiziell länger als der Große Vaterländische Krieg der Sowjetunion gegen Nazi-Deutschland. Für die Autoren Iwan Filippow und Alexander Estis (SZ) ist für den aktuellen Krieg bezeichnend, dass der Generalität und Putin nichts an einzelnen Menschenleben liegt. Sie zitieren dafür aus einem Telegram-Chat: "'Wenn ein Mensch aus Versehen eine Garage mit zwanzig Fahrzeugen in Brand setzt, wird er verurteilt, inhaftiert und zu einer Erstattung der Kosten verpflichtet. Wenn aber ein unfähiger Befehlshaber eine Kompanie von 80 bis 100 Mann ohne jede Unterstützung und ohne jede klare Strategie in den Sturm wirft und am Abend vielleicht zehn Mann übrig bleiben, dann hört er schlimmstenfalls ein paar Schimpfwörter von seinem unmittelbaren Vorgesetzten. Dieser wiederum kämpft selbst mit Menschen statt mit dem Kopf - und 'verschleißt' in einer Woche ein Regiment von zwei- bis dreitausend Mann. Für einen getöteten Soldaten steht niemand Rede und Antwort!'"
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