9punkt - Die Debattenrundschau
Der Wert eines Menschenlebens
Kommentierter Rundblick durch die Feuilletondebatten. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
08.08.2024. Das war kein Gefangenenaustausch, sagt der russische Oppositionelle Wladimir Kara-Mursa im Zeit-Interview, sondern eine "lebensrettende Mission". Die Sowjetunion war um ihr Image im Westen besorgt, Putin ist es völlig egal, liest Konstantin Akinscha in der FAZ an der Kleidung der von Russland Freigelassenen ab. Die FAZ fragt außerdem: wird es in Großbritannien einen Bürgerkrieg geben? Die Welt konstatiert dort eine schleichende Entfremdung zwischen Bürgertum und Politik.
Efeu - Die Kulturrundschau
vom
08.08.2024
finden Sie hier
Europa
"Sind 16 Menschenleben nicht einen Mörder wert?", fragt der russische Oppositionelle Wladimir Kara-Mursa im großen Zeit-Interview mit Alice Bota. Er schildert, was ihm in der Haft und in der Zeit unmittelbar vor dem Gefangenenaustausch passierte. Elf Monate verbrachte er in Isolationshaft, dann wurde er plötzlich in ein anderes Gefängnis in Moskau transferiert - die ganze Zeit wusste er nicht, was passiert: "Da standen der Gefängnisdirektor und ein Konvoi aus Männern in Zivilkleidung. Sie sagten: Du hast 20 Minuten, um zu packen. Ich war mir sicher, dass sie mich in den Wald bringen und erschießen. Aber sie brachten mich zum Flughafen." Von Gefangenenaustausch zu sprechen, trifft es nicht, betont er: "Das war kein Gefangenenaustausch. Es war eine lebensrettende Mission." Er wisse "dass die deutsche Bundesregierung sehr viel Kritik einstecken muss für diesen Austausch. Ich verstehe, dass einige Argumente dagegensprechen. Aber für mich ist der wichtigste Unterschied zwischen einer Diktatur und einer Demokratie der, dass in einer Demokratie nichts wichtiger ist als der Wert eines Menschenlebens."
Die heutigen Straflager in Russland stehen den Gulags von einst in nichts nach, erfährt der Philosoph Olivier Del Fabbro (NZZ) von den ehemaligen Gefangenen Olexi Kabakow und Walentina Petrowa. Beide kämpften im Asow-Stahlwerk und gerieten in russische Gefangenschaft. Walentina Petrowa schildert ein Massaker. "Am 29. Juli 2022 sei es merkwürdig still im gesamten Lagerkomplex gewesen. Alle Männer aus den Baracken wurden im Hof aufgereiht und neu aufgeteilt. Insbesondere die Mitglieder der Asow-Brigade wurden zusammen in eine Baracke abgeführt. 'Die Wächter lachten und sagten, dass es eine Show geben werde', sagt Petrowa. Um 23 Uhr 30 seien die Wächter aufgeregt durch die Korridore gelaufen. Sie hätten alle Schlösser kontrolliert und die Luken der Zellentüren geschlossen. Dann habe wieder totale Stille geherrscht. Plötzlich habe sie eine heftige Explosion gehört, sie habe deren Schockwelle spürt. 'Die Männer schrien nach Hilfe. Dann hörten wir die Pistolenschüsse.' Beim Massaker von Oleniwka sind etwa fünfzig bis sechzig Gefangene durch eine Detonation eines undefinierten Explosionskörpers ums Leben gekommen." Kabakow und Petrowa kamen bei einem Gefangenenaustausch frei.
Konstantin Akinscha zeigt in der FAZ, was die Kleidung der von Russland Freigelassenen über Putin verrät. In der Sowjetunion, so Akinscha, wurde penibel darauf geachtet, Häftlinge bei einem Gefangenenaustausch mit Anzug, Krawatte und Robbenfellmütze auszustatten, damit dass Regime sich der Weltgemeinschaft als human präsentieren konnte. Diesmal hingegen wurden "russische Oppositionelle wie Ilja Jaschin, Wadim Ostanin und Kevin Lick, ein neunzehn Jahre alter deutsch-russischer Doppelstaatler, in Lageruniformen in die Türkei geschickt." Die "Orchestrierung des Gefangenenaustauschs in Putins Russland offenbart eine radikale Veränderung im Vergleich zur sowjetischen Tradition aus dem Kalten Krieg. Die Führung der UdSSR war um ihr Image im Westen besorgt; Putin ist es nicht. Im Vergleich zu Breschnew wirkt er wie ein kleinlicher Sadist, der seine Gefangenen um jeden Preis demütigen will. Die Führer der Sowjetunion rollten auch für die Spione und Killer, die aus westlicher Gefangenschaft zurückkehrten, keine roten Teppiche aus, stellten keine Ehrengarde auf und küssten sie nicht öffentlich. Über ihre Heimkehr berichteten keine Medien."
"Was ist auf der Insel los?" Jochen Bittner versucht in der Zeit eine Analyse der gewaltvollen Demos in Britannien. Die Frustration beschränke sich nicht auf "einige Hundert gewaltbereite Rassisten, denen die Fake-News gelegen kamen, um in Sommernächten ihren Hass auszuleben." Die dringlichen Fragen, die die hohen Einwanderungszahlen in Großbritannien aufwarfen, wurden zu lange von der Politik ignoriert - gleichzeitig demonstrieren radikale Islamisten: "Starmer hat es also mit einem Land zu tun, in dem sich zwei Gruppen radikalisiert haben: jene, die Zuwanderung als Bedrohung empfindet, und jene, die sich im Widerstand gegen eine angeblich islamophobe Gesellschaft sieht. Beides ist das Resultat von Jahren politischer Fehler, von zu viel Großzügigkeit bei der Einwanderung und von zu viel Nachsicht gegenüber Islamisten. Es wird nicht reichen, einen Sommer lang mit dem scharfen Schwert des Gesetzes Gewaltausbrüche zu ahnden, um dieses Problem zu entschärfen."
Droht in Großbritannien ein Bürgerkrieg? So behauptete es jedenfalls Elon Musk auf Twitter. Gina Thomas hält in der FAZ mit dem Historiker Robert Tombs dagegen. Es gebe, gibt sie Tombs wieder, "bestimmte Parallelen zum Jahr 1642, als in England der Bürgerkrieg ausbrach." Damals aber "habe den kaum jemand gewünscht. Dennoch sei der schlimmste interne Konflikt in der englischen Geschichte ausgebrochen. Tombs verwies auf die seinerzeitige Angst vor dem Verlust von Rechten, von Freiheiten und vor der Auslieferung an den Papismus oder den puritanischen Fanatismus. So unzufrieden die Menschen heute mit ihren Politikern auch seien, sosehr Masseneinwanderung und importierter religiöser Fanatismus jetzt für Unruhe sorgten, seien das Ausmaß der heutigen Ängste und die Paranoia geringer - trotz den in sozialen Medien gestreuten Verschwörungstheorien."
Zwar sind die falschen Angaben zu dem Täter von Southport direkt widerlegt worden, die Gründe für die Ausschreitungen in Britannien rührten aber ganz woanders her, schreibt Thomas Kielinger in der Welt: "Premierminister Keir Starmer, das wird offensichtlich, erbt eine schleichende Entfremdung zwischen großen Teilen des Bürgertums und der offiziellen Politik, die zu lange der multikulturellen Ausdehnung Großbritanniens das Wort geredet hat als dem wichtigsten Positivum der Moderne. Im Grunde entspringt der Ruf 'Genug ist genug' keiner exklusiven Besorgnis des rechten Meinungsklimas, sondern hat die Köpfe weiter Kreise auch des mittleren Bürgertums ergriffen."
Die heutigen Straflager in Russland stehen den Gulags von einst in nichts nach, erfährt der Philosoph Olivier Del Fabbro (NZZ) von den ehemaligen Gefangenen Olexi Kabakow und Walentina Petrowa. Beide kämpften im Asow-Stahlwerk und gerieten in russische Gefangenschaft. Walentina Petrowa schildert ein Massaker. "Am 29. Juli 2022 sei es merkwürdig still im gesamten Lagerkomplex gewesen. Alle Männer aus den Baracken wurden im Hof aufgereiht und neu aufgeteilt. Insbesondere die Mitglieder der Asow-Brigade wurden zusammen in eine Baracke abgeführt. 'Die Wächter lachten und sagten, dass es eine Show geben werde', sagt Petrowa. Um 23 Uhr 30 seien die Wächter aufgeregt durch die Korridore gelaufen. Sie hätten alle Schlösser kontrolliert und die Luken der Zellentüren geschlossen. Dann habe wieder totale Stille geherrscht. Plötzlich habe sie eine heftige Explosion gehört, sie habe deren Schockwelle spürt. 'Die Männer schrien nach Hilfe. Dann hörten wir die Pistolenschüsse.' Beim Massaker von Oleniwka sind etwa fünfzig bis sechzig Gefangene durch eine Detonation eines undefinierten Explosionskörpers ums Leben gekommen." Kabakow und Petrowa kamen bei einem Gefangenenaustausch frei.
Konstantin Akinscha zeigt in der FAZ, was die Kleidung der von Russland Freigelassenen über Putin verrät. In der Sowjetunion, so Akinscha, wurde penibel darauf geachtet, Häftlinge bei einem Gefangenenaustausch mit Anzug, Krawatte und Robbenfellmütze auszustatten, damit dass Regime sich der Weltgemeinschaft als human präsentieren konnte. Diesmal hingegen wurden "russische Oppositionelle wie Ilja Jaschin, Wadim Ostanin und Kevin Lick, ein neunzehn Jahre alter deutsch-russischer Doppelstaatler, in Lageruniformen in die Türkei geschickt." Die "Orchestrierung des Gefangenenaustauschs in Putins Russland offenbart eine radikale Veränderung im Vergleich zur sowjetischen Tradition aus dem Kalten Krieg. Die Führung der UdSSR war um ihr Image im Westen besorgt; Putin ist es nicht. Im Vergleich zu Breschnew wirkt er wie ein kleinlicher Sadist, der seine Gefangenen um jeden Preis demütigen will. Die Führer der Sowjetunion rollten auch für die Spione und Killer, die aus westlicher Gefangenschaft zurückkehrten, keine roten Teppiche aus, stellten keine Ehrengarde auf und küssten sie nicht öffentlich. Über ihre Heimkehr berichteten keine Medien."
"Was ist auf der Insel los?" Jochen Bittner versucht in der Zeit eine Analyse der gewaltvollen Demos in Britannien. Die Frustration beschränke sich nicht auf "einige Hundert gewaltbereite Rassisten, denen die Fake-News gelegen kamen, um in Sommernächten ihren Hass auszuleben." Die dringlichen Fragen, die die hohen Einwanderungszahlen in Großbritannien aufwarfen, wurden zu lange von der Politik ignoriert - gleichzeitig demonstrieren radikale Islamisten: "Starmer hat es also mit einem Land zu tun, in dem sich zwei Gruppen radikalisiert haben: jene, die Zuwanderung als Bedrohung empfindet, und jene, die sich im Widerstand gegen eine angeblich islamophobe Gesellschaft sieht. Beides ist das Resultat von Jahren politischer Fehler, von zu viel Großzügigkeit bei der Einwanderung und von zu viel Nachsicht gegenüber Islamisten. Es wird nicht reichen, einen Sommer lang mit dem scharfen Schwert des Gesetzes Gewaltausbrüche zu ahnden, um dieses Problem zu entschärfen."
Droht in Großbritannien ein Bürgerkrieg? So behauptete es jedenfalls Elon Musk auf Twitter. Gina Thomas hält in der FAZ mit dem Historiker Robert Tombs dagegen. Es gebe, gibt sie Tombs wieder, "bestimmte Parallelen zum Jahr 1642, als in England der Bürgerkrieg ausbrach." Damals aber "habe den kaum jemand gewünscht. Dennoch sei der schlimmste interne Konflikt in der englischen Geschichte ausgebrochen. Tombs verwies auf die seinerzeitige Angst vor dem Verlust von Rechten, von Freiheiten und vor der Auslieferung an den Papismus oder den puritanischen Fanatismus. So unzufrieden die Menschen heute mit ihren Politikern auch seien, sosehr Masseneinwanderung und importierter religiöser Fanatismus jetzt für Unruhe sorgten, seien das Ausmaß der heutigen Ängste und die Paranoia geringer - trotz den in sozialen Medien gestreuten Verschwörungstheorien."
Zwar sind die falschen Angaben zu dem Täter von Southport direkt widerlegt worden, die Gründe für die Ausschreitungen in Britannien rührten aber ganz woanders her, schreibt Thomas Kielinger in der Welt: "Premierminister Keir Starmer, das wird offensichtlich, erbt eine schleichende Entfremdung zwischen großen Teilen des Bürgertums und der offiziellen Politik, die zu lange der multikulturellen Ausdehnung Großbritanniens das Wort geredet hat als dem wichtigsten Positivum der Moderne. Im Grunde entspringt der Ruf 'Genug ist genug' keiner exklusiven Besorgnis des rechten Meinungsklimas, sondern hat die Köpfe weiter Kreise auch des mittleren Bürgertums ergriffen."
Medien
Es passiert nicht häufig, dass ein Text in der belgischen Presse internationale Empörung ausgelöst. Der Satiriker Herman Brusselmans hat in der populären Zeitschrift Humo offen bekannt, dass er angesichts der israelischen Kriegsführung in Gaza die Versuchung spürt, jedem Juden, der ihm entgegenkommt, ein Messer in den Hals zu stoßen (unser Resümee). Jüdische Organisationen in Belgien, das sich nach dem 7. Oktober als Hotspot des Antisemitismus erwiesen hat, wollen gegen die Kolumne klagen. In Humo verteidigt Chefredakteur Matthias Vanderaspoilden die Kolumne. Bei Satirikern könne das Geschriebene nie hundertprozentig wörtlich nehmen. Brusselmans reagiert verletzt auf die Kritik, erzählt sein Chefredakteur: "Er will vorerst nicht mit der Presse sprechen -, er wollte vor allem darauf hinweisen, dass im Krieg auch viele unschuldige Menschen getötet werden und dass ihn das wütend macht. 'Ich habe vor allem gemeint, wenn das meinem Kind passieren würde, würde ich den Tätern etwas antun. Israel begeht in Gaza Kriegsverbrechen, und ich darf das nicht einmal sagen?', sagte er."
Politik
Indien steht weiterhin an der Seite des Westens, versichert der indische Journalist C. Raja Mohan im NZZ-Interview mit Patrick Zoll. Trotzdem gebe es Unstimmigkeiten: "Europa ist verärgert, dass wir die Beziehungen mit Russland nicht abbrechen - doch Europa tanzt weiterhin mit Xi Jinping, wenn es ihm passt. (...) Der Westen hat während vierzig Jahren mit China geschäftet. Solange sich da gut Geld verdienen ließ, hat kaum jemand nach Demokratie gefragt. Das Gleiche gilt für Saudiarabien. Ich glaube nicht an diese westliche Phrasendrescherei in Sachen Demokratie. Der Westen hat ja nach dem Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan dort auch den Jihad unterstützt. Es soll uns also niemand predigen. Die gleichen Typen, die für den Kolonialismus verantwortlich waren, wollen uns nun sagen, was richtig und was falsch ist?"
Anlässlich der Abwürfe von Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki warnt die Investigativ-Reporterin Annie Jacobsen im Tagesspiegel-Gespräch mit Kai Müller vor einer atomaren Eskalation. Jeder unangekündigte nordkoreanische Atomtest zum Beispiel versetze die USA in große Aufregung. "Wir reden über Spezialisten, die die Lage in Bunkern unter dem Pentagon, in Cheyenne Mountain, Colorado, und in der Stratcom-Zentrale in Nebraska analysieren. Sie starren auf ihre Bildschirme, um den Winkel zu ermitteln, mit dem die Rakete aufsteigt. Wird sie wie üblich im Japanischen Meer niedergehen, steuert sie den US-Stützpunkt in Guam an oder sogar die USA selbst? Seit März 2021 ist das mehr als 100 Mal passiert. Im Dezember 2023 soll eine Hwasong-18-Rakete erstmals über 1000 Kilometer zurückgelegt haben. Der Atomkrieg findet statt. 24 Stunden, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Aber das amerikanische Volk nimmt es nicht zur Kenntnis."
Anlässlich der Abwürfe von Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki warnt die Investigativ-Reporterin Annie Jacobsen im Tagesspiegel-Gespräch mit Kai Müller vor einer atomaren Eskalation. Jeder unangekündigte nordkoreanische Atomtest zum Beispiel versetze die USA in große Aufregung. "Wir reden über Spezialisten, die die Lage in Bunkern unter dem Pentagon, in Cheyenne Mountain, Colorado, und in der Stratcom-Zentrale in Nebraska analysieren. Sie starren auf ihre Bildschirme, um den Winkel zu ermitteln, mit dem die Rakete aufsteigt. Wird sie wie üblich im Japanischen Meer niedergehen, steuert sie den US-Stützpunkt in Guam an oder sogar die USA selbst? Seit März 2021 ist das mehr als 100 Mal passiert. Im Dezember 2023 soll eine Hwasong-18-Rakete erstmals über 1000 Kilometer zurückgelegt haben. Der Atomkrieg findet statt. 24 Stunden, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Aber das amerikanische Volk nimmt es nicht zur Kenntnis."
Gesellschaft
Die deutsche Verfassung garantiert die Meinungs- und Versammlungsfreiheit, trotzdem sollte der Staat bei Antisemitismus eingreifen, schreibt der Rechtswissenschaftler Hans Michael Heinig auf Zeit Online. "Wer es ernst damit meint, dass Antisemitismus und Rassismus nicht staatlich subventioniert werden, sollte deshalb eine Klarstellung in den Haushaltsordnungen auf den Weg bringen. So können Vorhaben, die Rassismus und Antisemitismus befördern und sich entsprechender Stereotype und Narrative bedienen, rechtssicher von einer Förderung ausgeschlossen werden. Von verfassungsrechtlich angreifbarem und rein symbolpolitischem Firlefanz sollte die Politik hingegen die Finger lassen. Dazu sind die Herausforderungen des Antisemitismus zu gravierend, die Bedrohung für Juden und Jüdinnen in Deutschland zu ernst."
Wenn im öffentlichen Raum die gesellschaftliche Angst umgeht, werden die Rufe nach mehr Polizeipräsenz laut - das sei aber der falsche Weg, ruft uns Özge Inan auf Zeit Online zu. Sie fordert einen stärkeren, nachbarschaftlichen Zusammenhalt gegen steigende Kriminalität. "Nachbarschaften müssen zum Mitmachen einladen. Wer miteinander Feste feiert, Flohmärkte organisiert und Fahrräder repariert, wird bei Unordnung oder Fehlverhalten das Gespräch suchen, statt in Angst und Schrecken zu verfallen. Unter dem Stichwort Sicherheitspolitik denkt wohl niemand daran, in öffentliche Partyräume oder Reparaturcafés im sogenannten Problemkiez zu investieren. Aber vielleicht ist genau das ein Problem."
Wenn im öffentlichen Raum die gesellschaftliche Angst umgeht, werden die Rufe nach mehr Polizeipräsenz laut - das sei aber der falsche Weg, ruft uns Özge Inan auf Zeit Online zu. Sie fordert einen stärkeren, nachbarschaftlichen Zusammenhalt gegen steigende Kriminalität. "Nachbarschaften müssen zum Mitmachen einladen. Wer miteinander Feste feiert, Flohmärkte organisiert und Fahrräder repariert, wird bei Unordnung oder Fehlverhalten das Gespräch suchen, statt in Angst und Schrecken zu verfallen. Unter dem Stichwort Sicherheitspolitik denkt wohl niemand daran, in öffentliche Partyräume oder Reparaturcafés im sogenannten Problemkiez zu investieren. Aber vielleicht ist genau das ein Problem."
Kommentieren



