Kommentierter Rundblick durch die Feuilletondebatten. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
27.03.2026. Der Musk-Kritiker Quinn Slobodian kommt in der FR nicht umhin zuzugeben: Es gibt auch Aspekte, die man an Elon Musk bewundern muss. "Die Klüngellösung wurde also knapp vermieden", freuen sich die Zeitungen, nachdem sich der Vertriebenenverband nicht mit seiner Personalpolitik beim "Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung" durchsetzen konnte. Le Monde bringt einen Nachruf auf Jean-Pierre Faye, der als erster Martin Heideggers Verwicklung mit dem Nationalsozialismus und Antisemitismus thematisierte.
Die UN-Generalversammlung hat am Mittwoch eine Resolution angenommen, die den transatlantischen Sklavenhandel als "schwerstes Verbrechen gegen die Menschlichkeit" anerkennt, berichtet unter anderem Helena Kreiensiek in der taz: "Mit Ja stimmten 123 Staaten, drei votierten mit Nein und 52 enthielten sich. Das Datum hätte symbolischer nicht sein können. Der 25. März ist der Internationale Tag zum Gedenken an die Opfer der Sklaverei und des transatlantischen Sklavenhandels. Bei der Einstufung als 'schwerstes Verbrechen' verweist die Resolution auf mehrere zentrale Aspekte: den enormen Umfang und die jahrhundertelange Dauer des transatlantischen Sklavenhandels, seinen systematischen Charakter sowie eine besondere Brutalität." Ob Resolutionen zum innerafrikanischen und muslimischen Sklavenhandel geplant sind, erwähnt Kreiensiek nicht. Die meisten westlichen Länder enthielten sich aber bei der Abstimmung.
Die Politologin und "Beraterin" Maryam Baryalay schaut in der FAZ sorgenvoll auf den Iran und fürchtet im Blick auf den Krieg eine "politische Enthemmung seiner Randzonen". "Das gilt zuerst für Kurdistan. Die kurdischen Gebiete im Westen Irans sind seit Langem der Raum mit den deutlichsten Autonomie- und Sezessionstendenzen. Berichten zufolge rüsten westliche Geheimdienste iranische Kurdenführer auf und kooperieren mit irakischen Kurdenorganisationen. Fiele Teherans Kontrolle dort sichtbar ab, könnte aus lokalem Widerstand rasch eine grenzüberschreitende Dynamik werden, die Kurden im Irak, in Syrien und in der Türkei erfasst. " Ähnliche Entwicklungen stünden laut Baryalay in praktisch allen Grenzregionen des Iran bevor, falls der Zentralstaat zu stark geschwächt wird.
FAZ-Kolumnist Bülent Mumay fürchtet zugleich, dass der Irankrieg "für Erdogan zu einer Chance, für die Demokratie in der Türkei aber zu einer großen Gefahr werden. Die wachsende geopolitische Bedeutung der Türkei schwächt Kritik aus dem westlichen Ausland womöglich ab, was den Rückbau der Demokratie im Land beschleunigen könnte."
Bestellen Sie bei eichendorff21!Wir treten gerade in eine neue Epoche ein, die von Trumps Aufkündigung eines globalen Welthandels und seiner destruktiven Außenpolitik geprägt ist, aber noch mehr vom digitalen Kapitalismus, meint im Interview mit der FR der Historiker Quinn Slobodian. Für diesen Wandel steht vor allem Elon Musk, über den Slobodian zusammen mit Ben Tarnoff gerade ein Buch geschrieben hat. Er leugnet nicht die "destruktiven, inhumanen und zutiefst misanthropischen Seiten" von Musks Weltbild, erkennt aber auch seine Stärken an, zum Beispiel "sein klares Gespür für die Verwundbarkeit einer Weltwirtschaft, die so stark von fossilen Energieträgern abhängt. Seit den 2000er-Jahren propagiert er die Vision von Elektrifizierung und erneuerbaren Energien, und das ist einer der Schlüssel seines Erfolgs gewesen. ... Heute betont Musk erneut die zentrale Bedeutung der Sonnenenergie. Eine seiner derzeit großen Wetten ist die Idee orbitaler KI-Rechenzentren, die den Energieengpass des generativen KI-Sektors überwinden sollen, indem Rechenzentren im Weltraum betrieben, durch das Vakuum gekühlt und direkt mit Sonnenenergie versorgt werden."
Ein Gericht in Los Angeles hat entschieden, dass die Social-Media-Anwendungen von Meta und Youtube süchtig machen und psychische Schäden verursachen" berichtet Andrian Kreye in der SZ. Die beiden Firmen müssen nun "insgesamt sechs Millionen US-Dollar (5,2 Millionen Euro) Schadenersatz und Strafen an die Klägerin bezahlen". Gleichzeitig wurde Meta in New Mexico "zu einer Geldstrafe von 375 Millionen Dollar verurteilt, weil sie trotz besseren Wissens keinen ausreichenden Kinder- und Jugendschutz gewährleistet habe". Dies könnte zu nachhaltigen Veränderungen der digitalen Welt führen, hofft Kreye: "Die Urteile und alle kommenden Verfahren sollten ein Anstoß sein, die Digitalkonzerne zu zwingen, ihre Strukturen zu überarbeiten. Technisch ist es möglich, die Suchtmechanismen und die Schwachstellen in den Griff zu bekommen. Ökonomisch nicht. Meta und Google gehören zu den erfolgreichsten Geschäftsmodellen in der Geschichte der Menschheit."
Es gibt manchmal ideenhistorisch zentrale Figuren, die kaum bekannt sind. Roger-Pol Droit schreibt in Le Monde den Nachruf auf den Schriftsteller und Theoretiker Jean-Pierre Faye, der im Alter von hundert Jahren gestorben ist. Eines seiner Hauptwerke sind die monumentalen "Langages totalitaires". "Dieser gewaltige Steinbruch lässt ihn insbesondere die tiefe Verflechtung zwischen Martin Heideggers Denken und seinem Bekenntnis zum Nationalsozialismus erkennen. Jean-Pierre Faye ist der Erste, der die politischen Reden des Freiburger Denkers eingehend untersucht und aufzeigt, inwieweit dieser die zentralen Begriffe seines eigenen Denkansatzes nutzte, um den Führer und die Größe des Reichs zu preisen. Entgegen der offiziellen Darstellung der französischen Anhänger Heideggers, insbesondere Jean Beaufrets, die von einem nur wenige Monate andauernden, oberflächlichen Kompromiss sprechen, beginnt Jean-Pierre Faye, die zahlreichen, organischen und dauerhaften Wechselwirkungen zwischen dem 'Sein-Denken' und der nationalsozialistischen Ideologie aufzuzeigen." Laut Roger-Pol Droit ist Faye auch der erste, der lange vor Bekanntwerden der "Schwarzen Hefte" Heideggers Antisemitismus benennt und analysiert. Sein Sohn Emmanuel Faye setzt seine Arbeit fort. Sein Buch über Hannah Arendt kam in der Kritik aber nicht so gut an.
Bestellen Sie bei eichendorff21!Oliver Weber unterhält sich für die FAZ mit dem Ökonomen Branko Milanović, der gerade das Buch "The Great Global Transformation" vorlegt (für ein auf Deutsch noch nicht erschienenes Buch wird dabei übrigens die Seite mit den Sachbuchkritiken der FAZ geopfert). Hier kann man lernen, wie es sich anhört, wenn ein Ökonom über die Konkurrenz westlicher Länder und Chinas spricht: "Die globalen Erfolge werden aus dem Blickwinkel von Nationalstaaten betrachtet. So erscheint die Bedrohung größer als die Chancen, die sich auftun. Dabei ist es ein einfacher humanistischer Gedanke, dass der Westen langfristig einen relativen Abstieg erleben muss - definitionsgemäß können nur so die anderen Weltregionen ökonomisch aufholen und sich die Menschheit dem Ideal der Gleichheit annähern. Afrika hat hier noch einen viel längeren Weg vor sich."
Der in Wien lehrende politische Theoretiker Stephan Grigat hatte den florierenden Antisemitismus in der Linken und das Bündnis mit islamistischen Akteuren in der taz auf den "Bedeutungsverlust marxistisch-leninistischer Bezüge und den Siegeszug poststrukturalistischer und postkolonialer Deutungsmuster" zurückgeführt (unser Resümee). Darauf antwortet heute Grigats Berliner Kollege Kolja Lindner und legt dar, dass man über diese Bündnisse und Magnetismen zwischen radikaler Linke, Islam und Islamismus eigentlich gar nichts sagen könne. Nicht mal die Trennung von Religion und Politik gehört für ihn zu den Errungenschaften der Moderne: "Politische Emanzipation auf die Formel einer 'Trennung' zu reduzieren und deren Abwesenheit mit mittelalterlichen Verhältnissen gleichzusetzen, ist vor diesem Hintergrund gelinde gesagt unterkomplex. Dagegen wäre eine differenzierte Sicht im Übrigen auch für den politischen Islam im Iran angezeigt. So zeigt gerade die Revolution von 1978/79 eine Komplexität, die dessen pauschale Verteufelung aus emanzipatorischer Perspektive problematisch erscheinen lässt."
Im Interview mit dem Tagesspiegel zeigt sich die Juristin Laura Leogrande nicht überrascht von dem Spiegel-Bericht über die Klage Collien Fernandes' gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen. Fernandes wirft ihm vor, in sozialen Medien Fake-Profile angelegt und Männern pornografische Fotos und Videos geschickt zu haben, in denen angeblich sie zu sehen sei. "In unserer Gesellschaft drückt sich männliche Sozialisierung immer auch in der Unterdrückung der Frau aus, was sich oft in der Partnerschaft und der Sexualität widerspiegelt", meint dazu Leogrande. "Und das gilt auch für Männer in vermeintlich woken Kreisen, die sich 'I'm a feminist' aufs T-Shirt schreiben. Es gibt nicht den einen Täter, Partnerschaftsgewalt zieht sich durch alle sozialen Schichten und kulturellen Hintergründe." Deutschland sei ein "Täterparadies", nicht weil es an Gesetzen fehle, sondern weil bei Polizei und Justiz "ein grundlegendes Verständnis davon (fehle), was geschlechtsspezifische Gewalt eigentlich ist."
Im Interview mit der SZ plädiert der Psychotherapeut Josef Aldenhoff derweil dafür, dass sich langsam auch mal "Männer so klar äußerten, dass deutlich würde, was sie für richtig und für falsch halten. Sonst setzt sich so ein demoliertes Männerbild im Bewusstsein fest." In der NZZ wiederum warnt Birgit Schmid davor, Männer unter Bekenntniszwang zu setzen, zumal Distanzierungen jetzt "billig zu haben" seien.
In der SZ ärgert sich Katharina Riehl über Friedrich Merz' Einlassung zum Fernandes-Fall: Merz hatte die zunehmende Gewalt gegen Frauen beklagt und dann angefügt: "Und dann müssen wir auch ansprechen, dass ein beachtlicher Teil dieser Gewalt aus den Gruppen der Zuwanderer in die Bundesrepublik Deutschland kommt." Musste das sein, fragt Riehl. "Natürlich darf ein Bundeskanzler auch über Gewalt von Zuwanderern sprechen. Mit der Causa Fernandes, die ja den Anlass zur Debatte gab, hat das Thema Migration aber nun wirklich gar nichts zu tun. Und hier liegt das Problem: Mit seiner Einlassung verschiebt der Kanzler den Fokus, weg von einem ernsthaften Problem, das in der gesellschaftlichen Debatte ohnehin meistens zu kurz kommt - hin zu einem, das ihm und seiner Partei politisch womöglich näher liegt. Die Empörung darüber mag erwartbar sein, aber sie ist auch berechtigt."
Es ist aber doch nicht falsch, was er sagt, hält auf Zeit online Elisabeth Raether dagegen, die darauf hinweist, "dass der Anteil nicht deutscher Täter im Bereich häuslicher Gewalt beachtlich ist, nämlich überproportional hoch im Verhältnis zum Bevölkerungsanteil. Im Dunkelfeld häuslicher Gewalt verschwinden so viele Taten, dass die Interpretation von Statistiken schwierig ist. Die Zahlen sind jedoch mehr oder weniger gesichert zur Extremform häuslicher Gewalt, dem Femizid durch den Partner oder Ex-Partner, dem jedes Jahr über hundert Frauen zum Opfer fallen - ein Tötungsdelikt lässt sich nicht so leicht verstecken. Und wenn man den Anteil Nichtdeutscher an der Gesamtbevölkerung berücksichtigt, kommt man für das Jahr 2023 beispielsweise zu einem um das 1,7- bis 2,2-Fache erhöhten Risiko für Frauen, getötet zu werden, wenn sie mit einem Nichtdeutschen zusammen sind (das zeigt unsere Recherche zu Femiziden)."
Lesenswert in diesem Zusammenhang ist auch ein Artikel im Tagesspiegel, den Alexander Fröhlich und Madlen Haarbach bereits vorgestern veröffentlichten: In einem Neuköllner Jugendclub gab es offenbar eine Vergewaltigung, das 16-jährige Opfer soll anschließend mit einem Video von der Tat erpresst worden sein. Doch "Mitarbeiterinnen des Jugendamtes wollten die Polizei nicht einschalten, damit die arabischstämmigen Jugendlichen nicht marginalisiert und stigmatisiert werden". Stadträtin Sarah Nagel (Linke) hatte den Vorwurf, der Fall sei vertuscht worden, zurückgewiesen. Mitarbeiterinnen des Mädchenzentrums, das die mutmaßlich vergewaltigte 16-Jährige betreut, haben dem in einem Brief widersprochen. Sie hätten von einer Mitarbeiterin des Jugendamtes gefordert, "dass eine Strafanzeige gestellt werde. Doch die Bedienstete habe eine 'Marginalisierung der Tätergruppe' befürchtet. Sie soll der Erklärung zufolge gesagt haben, dass die muslimischen Jungen bereits genug im Visier der Polizei stünden und ein Generalverdacht verhindert werden müsse. ... Die Mitarbeiterin des Jugendamtes habe im Anschluss, sowie auch noch einmal Mitte Februar, erklärt, die Leiterin der Behörde über die Vorfälle 'vollumfänglich' informiert zu haben."
Jetzt ist es raus: Der Vertrag der eigentlich recht erfolgreichen Historikerin Gundula Bavendamm als Leiterin des Dokumentationszentrums Flucht, Vertreibung, Versöhnung wurde nicht verlängert, aber auch der Geschäftsführers der Vertriebenen-Gruppe in der Unions-Bundestagsfraktion Sven Oole wurde nicht wie befürchtet zu ihrem Nachfolger gewählt, berichtet Christian Schröder im Tagesspiegel: Nach harten Auseinandersetzungen setzte sich mit Roland Borchers "ein Bewerber einstimmig durch, der die Museumsarbeit im Sinne seiner Vorgängerin Gundula Bavendamm fortsetzen dürfte. Der Historiker, 45 Jahre alt, hat am Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin geforscht. Die enge Zusammenarbeit mit Institutionen der einst von der Wehrmacht überfallenen Nachbarstaaten wie Polen und Tschechien ist für das grenzübergreifende Konzept des Berliner Museums essenziell. Seit 2009 agiert Borchers als stellvertretender Direktor des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit in Oberschöneweide. Er beschreibt seine Arbeit als 'Suche nach Anerkennung' für Opfer, Überlebende und Nachfahren des NS-Terrors."
"Die Klüngellösung wurde also knapp vermieden", kommentiert Andreas Kilb in der FAZ die Wahl von Borchers. Kilb schildert noch mal die Kämpfe im Hintergrund - der Vertriebenenbund und seine Truppen im Bundestag, durchweg CDU, hätten eine andere Lösung gewollt, aber dann gab es offenbar ein Machtwort des Kanzlers. Kilb bleibt skeptisch: "Nur unabhängige Historiker sollten eine gesamtstaatliche Präsentation zum Thema Flucht und Vertreibung gestalten dürfen. Es bleibt zu hoffen, dass der neue Stiftungsdirektor Borchers diese Unabhängigkeit besitzt."
Alhena Caicedo, Direktorin des Kolumbianischen Instituts für Anthropologie und Geschichte, ist gerade in Berlin und fordert die Rückgabe der Steinstatuen von San Agustín. Sie lagern zur Zeit im Depot des Ethnologischen Museums Berlin. "Sie sind hier bestimmt sicher und werden gut aufbewahrt", sagt sie im Gespräch mit Pauline Cruse von der taz, "aber weitergehend untersucht wurden sie in Berlin überhaupt nicht, obwohl wir das in Zusammenarbeit vorgeschlagen hatten. Und die Leute, die sagen, es sei nachhaltiger, dass die Statuen hier sind, sollten vielleicht darüber nachdenken, welchen Symbolwert sie eigentlich haben. Ist es nicht besser, dass sie dort sind, wo sie ihren symbolischen, spirituellen Wert entfalten können? Es geht nicht nur um das Objekt, sondern darum, für wen es geschaffen wurde." Über die Skulpturen weiß man laut Cruse wenig: "Nach heutigem Kenntnisstand lebten die Erschaffer dieser Steinstatuen zwischen 3.300 v. Chr. und 1.530 n. Chr. in der Region um San Agustín im Südwesten Kolumbiens."
Wolfram Weimer hat sich den Zorn der Feuilletons auch mit seiner Absage für den geplanten, 100 Millionen Euro teuren Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig zugezogen. Von dieser Absage ist er jetzt wieder zurückgerudert, was Frank Scholze, Leiter der DNB, mit Erleichterung zur Kenntnis nimmt. Im Interview mit dem Tagesspiegel erklärt er, warum elektronische Dateien in seinen Augen keine echte Alternative für physische Bücher sind, und warum sie viel teurer ist, als man sich das vorstellt: "Echte Langzeitarchivierung, so wie wir sie verstehen, beschränkt sich bei weitem nicht darauf, immer wieder Backups von Dateien anzulegen. Man speichert die Werke in sogenannten Dark Archives, die gar nicht ans Internet angeschlossen sind. Diese Archive sind noch da, selbst wenn unsere sonstige Infrastruktur komplett zerstört würde. Das sogenannte Open Archival Information System (OAIS) ist ein internationales Referenzmodell dafür. Danach müssen Sie georedundant speichern, also die Dateien mehrfach an verschiedenen Orten sichern." Das sei aufwändig und sehr teuer: "Je weniger Sie analog sammeln, desto mehr müssen Sie investieren, um Ihre digitalen Bestände zu schützen." Aber Scholze gibt auch zu, dass der geplante Erweiterungsbau der fünfte wäre: "Aktuell gehen wir davon aus, dass er für dreißig Jahre reichen wird."
Kaum flaut der eine Krach ab, beginnt schon der nächste: Die Jury des Hauptstadtkulturfonds wirft Wolfram Weimer "politische Einmischung in die Arbeit unabhängiger Fachjurys" vor, berichtet Jörg Häntzschel höchst besorgt in der SZ. Es geht um ein Projekt der Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin Miriam Rainer, die einen Workshop zur Übersetzung "wichtiger palästinensischer Autoren aus dem 20. Jahrhundert" veranstalten wollte. Das wollte der Hauptstadtkulturfonds mit 30.000 Euro unterstützen, doch wurde das Projekt nicht vom Bundeskulturministerium genehmigt. ... Rainer selbst betont, dass es sich um ein literaturhistorisches, kein aktivistisches Projekt handeln sollte. Die Autoren, die sie in ihrer Bewerbung genannt hatte, Samira Azzam, Ghassan Kanafani und Mahmoud Darwish, sind auch längst gestorben. Doch natürlich waren sie als Palästinenser teils stärker, teils weniger stark in den Widerstand gegen Israel involviert. Die Jury habe sich mit dieser Frage verantwortungsvoll auseinandergesetzt, versichert [die Kuratorin des Hauptstadtkulturfonds Leonie] Baumann."
37 Museen in der Ukraine sind entweder beschädigt oder geplündert worden, vergangenes Jahr forderte ein Oberstleutnant der Bundeswehr bei einer nicht öffentlichen Sitzung des Deutschen Museumsbundes für kunst- und kulturhistorische Museen die Kulturgut bewahrenden Institutionen in Deutschland daher auf, selbstständig Notfallpläne zu erarbeiten, berichtet Hubertus Butin in der FAZ. Aber wären deutsche Museen überhaupt vorbereitet? Und wer fühlt sich eigentlich verantwortlich? "In erster Linie sind das Bundesministerium des Innern und das ihm nachgeordnete Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe für den Kulturgutschutz verantwortlich. Das Bundesamt übernimmt nach eigener Auskunft etwa die generelle Planung von Transporten, wenn Objekte aus Museen in Sicherheit gebracht werden müssen, betont jedoch, dass die spezifische Organisation und Umsetzung konkreter Maßnahmen vor Ort von den Bundesländern und den Museen übernommen werden müssten. Allerdings haben manche Länder wie etwa Niedersachsen, Baden-Württemberg und Sachsen bis heute den Museen keine Evakuierungsräume genannt, die zur Rettung der wertvollsten Objekte dienen können."
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