9punkt - Die Debattenrundschau

Kommentierter Rundblick durch die Feuilletondebatten. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

März 2026

Bald womöglich Kuba

03.03.2026. Das Völkerrecht darf als Argument nicht nur gegen Amerika und Israel verwendet werden, sagt der Politikwissenschaftler Ali Fathollah-Nejad  in der FAZ, die größte völkerrechtliche Katastrophe in dem Spiel sei der Iran: "Solch ein Staat hat seine Existenzberechtigung verwirkt." Die Zeitungen fragen, wer der neue starke Mann im Iran ist: Ali Laridschani heißt er, einerseits ein Pragmatiker, andererseits einer der Organisatoren des Massakers an der eigenen Bevölkerung. Berlin plant einen "Aktionstag gegen Islamophobie". Ist das wirklich im Moment das größte Problem, fragt die Grüne Eva Quistorp in starke-meinungen.de. Und: Die FAZ meldet Panik bei CNN, wo man jetzt den Kumpeln von Trump gehört. 

Da tanzten sie auf offener Straße

02.03.2026. Was ist Trumps Plan, fragt Anne Applebaum in Atlantic nach dem israelisch-amerikanischen Schlag gegen das Mullah-Regime. Das bleibt unklar, den Iranern helfen hat jedoch keine Priorität, fürchtet sie, das war schon unter Obama so. Khamenei war nicht gerade ein Charismatiker, schreibt Hussein Aboubakr Mansour in seinem Blog, aber ein sehr erfolgreicher Architekt des letzten Systems, das er in der Nachfolge der Nazis sieht. In der FR warnt Olivier Roy vor der gefährlichen Illusion, der Iran sei ein fragiler Staat. Die taz ist entsetzt über den "MAGA-Imperialismus". In Le Point fragt Kamel Daoud: "Warum zieht die globale Linke einen lebenden Khamenei einem freien Iran vor?"