Efeu - Die Kulturrundschau

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12.01.2018. Die Berliner Zeitung bestaunt den neuen Eingangsbau zur Museumsinsel - nur den Rollator und Kinder sollte man zu Hause lassen. Die SZ bewundert die moderne Architektur in Bangladesch. Die taz schwingt die Hüften zu Habibi-Funk. Der Standard stellt die neue Leiterin der Viennale vor: Eva Sangiorgi. In der nachtkritik erteilt der Theaterwissenschaftler Peter W. Marx der AfD Nachhilfeunterricht in Sachen Theatergeschichte.
9punkt - Die Debattenrundschau vom 12.01.2018 finden Sie hier

Architektur

Nikolaus Bernau besuchte für die Berliner Zeitung mit einigen Kollegen den von David Chipperfield entworfenen, halb fertigen neuen Eingangsbau der Berliner Museumsinsel und staunt über dessen Schönheit: "Selbst Skeptiker des Projekts, die etwa die nun verstellte Westseite des Neuen Museums gern offener gelassen hätten oder die Pfeilerreihen als spirrlig kritisierten, durften aufatmen: Hier erhält Berlin ein neues Architektur-Meisterwerk. Jedenfalls, wenn man Architektur als reine Kunst der Materialien, der Konstruktion von Oberflächen und Raumgefüge ansieht." Nur leider ist das Meisterwerk viel zu klein für die erwarteten Besucherzahlen: "In diesem Eingangsbau kann man möglicherweise, wenn nicht zu viele Menschen da sind, erhaben wandeln. Doch sich einfach nur treiben lassen, herumsitzen, mit dem Rollator zuckeln, jugendlich spielen, das ist nicht vorgesehen."


Architect's Home & Studio Farmgate, Dhaka. Architect: Bashirul Haq & Associates. Foto: Iwan Baan

Über die Probleme von Bangladesh hört man vergleichsweise häufig in deutschen Medien. Über seine lebhafte Architekturszene dagegen nur wenig, erkennt Laura Weissmüller in der SZ und empfiehlt den Besuch der Ausstellung "Bengal Stream. The Vibrant Architecture Scene of Bangladesh" im Schweizerischen Architekturmuseum in Basel. "Das Land zeigt, wie eine westliche Moderne mit jahrhundertealten Bautraditionen aus Asien so verschmelzen kann, dass dabei etwas Neues, geradezu Futuristisches entsteht. ... Der Westen kennt den Urtyp der Bangladesch-Baukultur tatsächlich schon lange. 'Bengal hut' nannten die britischen Kolonialherren die Häuser aus Bambus und Lehm. Daraus ist Bungalow geworden. Es wäre wieder an der Zeit, von Bangladesch zu lernen. Diesmal nur bitte ohne koloniale Überheblichkeit." (Mehr zur Ausstellung bei Designboom)

Besprochen wird außerdem der Band "Retrospektiv Bauen in Berlin seit 1975" (taz).
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Kunst

Lizette Chirrime: Fabric collage on mannequin, 2017
In der SZ stellt Jonathan Fischer die aus Mosambik stammende und in Kapstadt lebende Künstlerin Lizette Chirrime und ihre Collagen vor (mehr über sie in der südafrikanischen Times)

Besprochen werden die Fayencen-Ausstellung im Leipziger Grassi-Museum (FAZ) und eine Ausstellung über den abstrakten Expressionismus asiatisch-amerikanischer Künstler im Honolulu Museum of Art (auf Hyperallergic ist Danielle Wu sehr glücklich, wie die hier ausgestellten Künstler gewürdigt werden: "While some have claimed that Philip Guston's paintings reinvent the sublime, the fact that he drew upon Zen and Chinese painting's dissolution of form into nothingness often goes uncredited. On view together are Guston's 'Ceremony' (1957) and George Miyasaki's 'Green Landscape.' Made the same year, both feature ghostly shapes of sea foam green and dusty red swim against each other as if lost in fog. While Mark Rothko is revered for his studies of vibrant color as a locus for meditative contemplation, this was also explored by artists such as Tseng Yu-ho, Isami Doi, and Bumpei Akaji.")
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