Efeu - Die Kulturrundschau

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06.01.2024. Die FAS lernt im Moma, wie man als Architekt auch mit der zerstörten Umwelt umgehen kann: Indem man sich einen Stadtteil mit eingebauter heiler Natur errichtet. Die nachtkritik begutachtet den Trend zur Umschreibung klassischer Stücke an deutschen Bühnen. Die FAZ berichtet über den Erfolg der russischen Serie "Slowo Pazana" in Osteuropa: Es geht um Jugendbanden in der Sowjetunion Ende der Achtziger. Der NZZ graut es vor der neuen Lust am Grau.
9punkt - Die Debattenrundschau vom 06.01.2024 finden Sie hier

Architektur

Emerging ecologies im Moma. Ausstellungsansicht. Foto: Jonathan Dorado


"Terraforming" - das sind riesige Bauwerke mit eingebauter heiler Natur - ist das neue große Ding in der Architektur, berichtet Niklas Maak in der FAS. Ganz neu ist das allerdings nicht, lernt er in einer Ausstellung im New Yorker Moma: "In der Abteilung 'Environmental Enclosures' werden die Projekte von Buckminster Fuller gezeigt, der 1952 ein Patent für den 'geodätischen Dom' anmeldete, ein Netz aus dreieckigen Stahlelementen, die mit Glas oder Plastik ausgefüllt werden und ganze Städte überkuppeln sollten. Buckminster Fuller hatte die Idee, einen Teil von Manhattan so zu überdachen, dass man dort nie mehr Schnee schieben oder Wintermäntel tragen muss. Die 'Cambridge Seven' planten einen solchen Dom als 'Tsuruhama Rain Forest Pavillion' in Osaka, in dem ein Urwald mit künstlichem Fluss Platz finden sollte - eine Natur, in die kein Dreck und keine Abgase kommen, ein Biodiversitätsreservat unter einer riesigen Kuppel, während die echten Dschungel abgeholzt und vollgerußt werden. Andere, wie Cole, planten für die Zeit nach der Zerstörung der Erde: 1975 wollte auch der Physiker Gerard K. O. Neill Habitate im All bauen, riesige kreiselnde Bandwürmer, die durch ihre Bewegung Schwerkraft erzeugen würden und in denen Architekten, Physiker, Ingenieure und Soziologen regulierbare Ökosysteme planten."

Weitere Artikel: In der FAZ stellt Niklas Maak ein Berliner Apartmenthaus von Max Hacke und Leonhard Clemens als Beispiel für "intelligente Verdichtung" vor. In der SZ schreibt Gerhard Matzig über das neue Fertighaus als Zukunft des Bauens.
Archiv: Architektur
Stichwörter: Terraforming, Moma, Hacke, Max

Literatur

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Der für kommenden Montag angesetzte Auftakt des Prozesses gegen den Attentäter von Salman Rushdie wurde verschoben, berichtet Roman Bucheli in der NZZ: Der Anwalt des Angeklagten fordert vorab Einblick in Rushdies für April angekündigtes Buch über den Anschlag. "Der zuständige Richter am Bezirksgericht in Chautauqua im US-Bundesstaat New York, wo die Attacke stattgefunden hatte und dem Attentäter der Prozess gemacht wird, gab dem Gesuch statt. Rushdies Anwälte verweigerten unter Verweis auf das Urheberrecht umgehend die Einsichtnahme."

Außerdem: In der FAZ ("Bilder und Zeiten") unterhält sich Sieglinde Geisel mit dem ungarischen Autor Zoltán Danyi über dessen "Rosenroman". Marc Zitzmann fragt sich, warum Philippe Gelucks in Frankreich sehr populäre Comicfigur "Le Chat" kaum ins Deutsche übersetzt wurde: "Dabei sind viele der Reflexionen und Maximen des schnurrenden Stammtischphilosophen von quasi universeller Bedeutung." Der Schriftsteller Hans Christoph Buch denkt über seine Schwerhörigkeit nach. Und Daniel Damler beleuchtet Rudyard Kiplings Gesetz des Dschungels, wie er es in seinem "Dschungelbuch" durchexerziert hat. Tilman Spreckelsen erinnert in der FAZ an den vor 200 Jahren geborenen Autor Wilkie Collins, der den Kriminalroman mitgeprägt hat. Michael Wurmitzer schreibt im Standard einen Nachruf auf die mit bloß vierzig Jahren verstorbene Schriftstellerin Helena Adler.

Besprochen werden unter anderem Sherko Fatah "Der große Wunsch" (taz), Karl Wolfskehls Gedichtband "Eure Sprache ist auch meine" (FR), László Krasznahorkais "Im Wahn der Anderen" (online nachgereicht von der FAZ), Denise Minas "Der Vertraute der Königin" (taz), Olivier Tallecs Bilderbuch "Nichts für den König" (Zeit), Stefanie Sargnagels "Iowa" (NZZ), Gunnar Deckers Rilke-Biografie (LitWelt) und Sophia Lunra Schnacks Romandebüt "Feuchtes Holz" (FAZ). Mehr ab 14 Uhr in unserer aktuellen Bücherschau.
Archiv: Literatur

Kunst

Anu Põder, Composition with Plastic and Synthetic Wool, 1986. Art Museum of Estonia

In der FAZ empfiehlt Stefan Trinks wärmstens einen Besuch im Engadiner Muzeum Susch, das gerade eine Ausstellung der 2013 gestorbenen estnischen Bildhauerin Anu Põder zeigt. Mit westlicher Pop Art und feministischer Kunst der Sechziger haben die kopflosen Körper Põders nichts zu tun, versichert der Kritiker: "Am wichtigsten ist der neutrale Blick bei einem von Põders Hauptwerken, 'Rot.Blau-Blau.Rot', einem Gipshochrelief mit einem gespiegelten nackten Frauenkörper Rücken an Rücken, in die vier grellen Farbfelder des Titels aufgeteilt. Wo der schnelle Blick mit der Datierung 1978 nur ein verspätetes Nachbeten der Pop-Art erkennen würde, kann angesichts der militärisch streng an die Hüfte gelegten Hände und des kahlgeschorenen Hauptes der Frau durchaus an erzwungenes Strammstehen und Zugerichtet-Werden gedacht werden, insbesondere weil die roten Farbfelder dem intensiven Ton der Sowjetflagge ähneln und das Blau - das wiederum dem der estnischen Flagge nahekommt - bedrängen."

Ausschnitt aus van Eycks "Brunnen des Lebens", ca. 1432. Foto: Prado/Wikipedia

Bernhard Schulz hat für monopol eine Ausstellung im Prado besucht, die die Diskriminierung und Zwangschristianisierung der Juden im Spanien des Spätmittelalters beleuchtet. Juden, lernt er am Beispiel von Gemälden und bebilderten Handschriften, "sind zunächst nur 'anders', dann gelten sie als 'verstockt', weil sie die christliche Heilslehre nicht annehmen. Sie werden durch entsprechende Kleidervorschriften als 'fremd' gekennzeichnet und zunehmend wegen ritueller Vergehen denunziert. ... Künstlerisch wohl das Hauptwerk der Ausstellung ist eine großformatige Altartafel aus der Werkstatt des am spanischen Hof hochgeschätzten Flamen Jan van Eyck. Der 'Brunnen des Lebens' zeigt unter anderem die 'Blindheit' der Juden gegenüber dem rechten Glauben in einer ausgefeilten Rhetorik von Bildmotiven, von fratzenhaften Gesichtszügen ebenso wie von auffälliger Kleidung und sinnlosen, weil unlesbaren Schriftrollen."

Mirna Funk hat sich für die Welt mit zwei israelische Künstlerinnen über den 7. Oktober und ihre Erfahrungen mit dem internationalen Kunstbetrieb unterhalten: "Ich glaube, viele Ausstellungsmacher haben Angst davor, mit Israelis zu arbeiten", sagt Zoya Cherkassy-Nnadi, und Noa Ironic ergänzt: "Es ist nach dem 7. Oktober nur sichtbarer geworden. Vor dem 7. Oktober haben mir Galerien geschrieben: Wir mögen deine Arbeit sehr, schick uns doch bitte deinen Lebenslauf. Und dann schicke ich meinen Lebenslauf, und dann sagen sie auf einmal, oh mein Gott, es tut uns so leid, aber wir sind bis Ende 2025 voll." (Funks Text ist Teil eines ganzen Dossiers in der Welt mit Stimmen israelischer Künstler und Aktivisten.)

Besprochen werden außerdem die Ausstellungen "Revolutionary Romances? Globale Kunstgeschichten in der DDR" im Albertinum Dresden (taz), Munch in der Berlinischen Galerie und dem Potsdamer Museum Barberini (NZZ), Camila Sposatis "Atemstücke" in der Berliner ifa-Galerie (BlZ) und "David Hockney: Drawing from Life" in der National Portrait Gallery in London (SZ).
Archiv: Kunst

Design

Andreas Herzog graut es in der NZZ vor der neuen Lust am Grau, wie sie sich ihm in der Schweiz darbietet: Städte, Inneneinrichtungen, Autos - alles grau. "'Neutralgrau', so die Fachbezeichnung, ist der Ground Zero der Farbpalette, irgendwo zwischen Aschgrau, Staubgrau und Totengrau verharrt es ohne jede Beimischung am Nullpunkt zwischen Weiß und Schwarz. Eine gleichgültige Unfarbe für Unentschlossene und Mutlose, die in der Masse untergehen wollen. Politisch mag die Schweizer Neutralität nicht mehr opportun sein, farblich ist sie en vogue wie lange nicht mehr."

Besprochen wird die Wiener Ausstellung "Critical Consumption" über nachhaltiges Produktdesign (taz, mehr dazu bereits hier und dort).
Archiv: Design
Stichwörter: Grau, Farbe, Neutralität

Bühne

In der nachtkritik denkt Christine Wahl über die derzeit gern betriebene Umschreibung klassischer Theaterstücke auf deutschen Bühnen nach. Anders als früher geht es dabei weniger um eine Aktualisierung als um eine Korrektur, erkennt sie: "Die dramatische Überschreibung ist, mit anderen Worten, ins Stadium der politischen Überschreibung eingetreten: ein Schritt, der sich besonders gut an den feministisch gelabelten Kanon-Revisionen beobachten lässt", beobachtet sie an verschiedenen Beispielen. "Ein Punkt, der all diese Überschreibungen eint: Die augenfälligste Maßnahme der feministisch gelabelten Kanon-'Korrektur' besteht erstaunlicherweise weniger darin, den weiblichen Cast auf- als vielmehr darin, den männlichen abzuwerten. Und zwar in dem Sinne, dass der männliche Protagonist als solcher zu einer nachgerade bahnbrechenden Eindimensionalität schrumpft und ihm im Laufe des Abends praktisch keinerlei dramatische Entwicklung widerfährt: Er startet als derselbe Depp oder Fiesling (wobei das eine das andere selbstredend nicht ausschließt) in den Abend, als der er zwei oder drei Stunden später auch wieder abtritt. Er wird, mit anderen Worten, nicht von innen heraus als Charakter entwickelt, sondern versprüht den Charme eines Hohlkörpers, den man von außen mit Textbausteinen aus dem gesellschaftspolitischen Diskurs-Kit befüllt hat".

War Brecht Antisemit? "Ein weites Feld; widersprüchlich, wie immer, wenn es um Brecht geht", meint der Literaturwissenschaftler Jürgen Hillesheim in der FAZ (Bilder und Zeiten) und kommt dann auch zu einem sehr widersprüchlichen Ergebnis: "Brecht war kein Antisemit. Hass und wirkliche Ressentiments sind nicht zu finden. Dennoch: Es gibt in Brechts frühem soziokulturellen Hintergrund eine Art fatalen 'Alltagsantisemitismus', auch jenseits des erschreckenden Zitats im Zusammenhang mit dem 'Atelierfest'. Brecht duldete in seinem Umfeld gelegentlich Antisemitismus, und er arbeitete mit Antisemiten zusammen, wenn es für sein Vorankommen als Schriftsteller förderlich schien; sowohl vor als auch nach der nationalsozialistischen Katastrophe."
Archiv: Bühne

Film

Szene aus "Slowo Panza"


Artur Weigandt blickt für die FAZ auf den osteuropäischen Erfolg der russischen Serie "Slowo Pazana", die das kriminelle und gewalttätige Treiben von Jugendbanden in der Sowjetunion Ende der Achtziger zum Thema hat. Sogar in der Ukraine findet die Serie Anklang, allerdings weniger bei den russischen Behörden: "Straßenkämpfe wie in Kasan waren in der Spätphase der Sowjetunion nicht nur für russische Industriestädte typisch, sondern auch für ukrainische. Daher fühlen sich viele ältere Ukrainer durch 'Slowo Pazana' an ihre Jugend erinnert. Jüngere und gebildetere Ukrainer hingegen, die alles Sowjetische ablehnen, tadeln diese 'Romantisierung' der Vergangenheit und verlangen in den sozialen Medien, die Serie zu boykottieren. Darin stimmen sie ironischerweise mit einigen russischen Amtspersonen überein, etwa der Vorsitzenden des Duma-Ausschusses für Familienfragen, Nina Ostanina und der Beauftragten für Kinderrechte in Tatarstan, Irina Wolynez, die sich an die Aufsichtsbehörde Roskomnadsor mit der Forderung wandten, die Erfolgsserie zu verbieten, weil sie widerrechtliches Verhalten und Jargonsprache verherrliche."

Vorsicht, sexistisch. Sean Connery als James Bond


Jan Küveler ärgert sich in der Welt darüber, dass das British Film Institute James-Bond-Filmen künftig einen Warnhinweis voranstellt, dass die Filme mitunter rassistische und andere Stereotype enthalten. "Nun könnte man, wie immer, wenn es um Trigger-Warnung geht, einwenden, man habe es hier nun mal mit Geschichte zu tun, im doppelten Sinn von Fiktion und Historie. Das fiktionale Wesen der Filme führt die Rechtfertigung des BFI ad absurdum, man 'teile die Ansichten' des Gezeigten nicht; Filme haben keine Ansichten, sie erzählen Geschichten, auf die sich jeder seinen eigenen Reim machen kann. Und dass wir die Vergangenheit nicht an den Maßstäben der Gegenwart messen sollten, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. ... Ein Vorschlag zur Güte wäre, zur besten Sendezeit, auf der Google-Frontpage oder meinetwegen auch per in den Himmel geschriebenen Buchstaben ein für alle Mal zu erklären, dass die Beschäftigung mit Geschichte etwas Verstörendes haben kann, aber auch Lehrreiches und Belustigendes." Ob sich Küveler vergleichbar darüber aufregt, dass in Deutschland Spielfilme seit Jahrzehnten mittels Indizierung und Beschlagnahmung tatsächlich aus dem Verkehr gezogen und nicht nur mit einem harmlosen Warnhinweis versehen werden, ist leider nicht bekannt.

Alexander Gutzmer feiert in der FAZ (Bilder und Zeiten) die "Sopranos", die heute vor 25 Jahren erstmals auf Sendung gingen, und mit denen ihr Macher David Chase eine "fernsehkulturelle Revolution" ausrief: Die Serie habe "erst das möglich gemacht, was für uns heute selbstverständlich ist: eine neue Art komplexen und vielschichtigen Erzählens in Serienform", aber "vor allem hat sie eine neue Erzählstrategie etabliert, um Raum (städtischen, ländlichen oder vorstädtischen) zu inszenieren und als zentralen Ankerpunkt in eine Serie einzubauen. ... In gewisser Hinsicht hat Chase durch die 'Sopranos' schlicht ein Potential entdeckt, das dem Serienformat inhärent innewohnt: nämlich gesichtslose Landschaften und räumliche Strukturen zu inszenieren, die mit unseren klassischen Metropolen nichts zu tun haben. Landschaften, in denen die räumlichen Hierarchien von Metropolen wie New York, Chicago, Paris oder Berlin nichts gelten. Diese Raumstrukturen haben keine repräsentativen Zentren, stellen keine bewussten städtebaulichen Kompositionen dar. Sie sind raumplanerische Desaster und werden dominiert von dem, was der Soziologe Marc Augé 'Nicht-Orte' nannte."

Außerdem: Michael Kienzl wirft im Filmdienst einen optimistischen Blick aufs Programm des Kinojahrs 2024. Florian Weigl resümiert für critic.de das Hamburger Cinefest, das sich in diesem Jahr dem deutschen Musikfilm gewidmet hat. Martin Walder erinnert in der NZZ an den Schweizer Filmproduzenten Lazar Wechsler, der vor 100 Jahren die Zürcher Produktionsfirma Praesens gegründet hat. In der Literarischen Welt erzählt Georg Stefan Troller von seiner Begegnung mit dem französischen Filmarchivar Henri Langlois. Michèle Binswanger vom Tages-Anzeiger fühlt sich bevormundet davon, dass das Westschweizer Fernsehen nach jüngsten Vorwürfen gegen Gérard Depardieu Filme mit ihm aus dem Programm nimmt. Nikolas Lütjens schreibt im Tagesanzeiger zum Tod des Schauspielers David Soul. Daniel Kothenschulte schreibt in der FR einen Nachruf auf die Schauspielerin Glynis Johns. Besprochen wird J. A. Bayonas auf Netflix gezeigtes Survivaldrama "Die Schneegesellschaft" (Standard, Zeit Online).
Archiv: Film

Musik

Die Schriftstellerin Mirna Funk hat für die WamS in der israelischen Wüste ein für Soldaten veranstaltetes Konzert von Avihu Pinhasov besucht und kehrt schwer beeindruckt von der Ekstase, die sie dabei beobachten konnte, zurück: "Avihu ist die Verkörperung der israelischen Seele. In ihm steckt die Traurigkeit, der Humor und der unbedingte Wille weiterzumachen. ... Die Authentizität, mit der sich Avihu in die Welt begibt, ist etwas, was die Welt eigentlich von uns Juden lernen könnte. Dann schreibe ich einem Freund eine WhatsApp-Nachricht: 'Ich verstehe gar nicht, warum sie uns alle so hassen, dabei sind wir so süß!'"

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Ein Beitrag geteilt von Avihu Pinhasov אביהו פנחסוב (@avihu_pinhasov)

Sehr interessant findet es Jan Wiele in der FAZ, wie vage der aktuelle Dokumentarfilm "Joan Baez - I Am Noise" bleibt, was mögliche Missbrauchserfahrungen der Musikerin betrifft: Deutlich werde aber, "dass es Joan Baez ein großes Anliegen ist, das Erlittene zum Schlüssel zu ihrem beschädigten Seelenleben zu erklären, auf Treu und Glauben, ohne Beweise. Dies wirkt wie ein Vermächtnis an die Generation MeToo, als wolle Baez sagen: Glaubt es doch einfach!"

Weitere Artikel: Olga Kronsteiner liefert im Standard Hintergründe zur schnellen Finanzspritze aus Staatsmitteln für die wirtschaftlich angeschlagenen Wiener Sängerknaben. Tazler Dirk Schneider hat sein Herz an die Chemnitzer DIY-Impro-Truppe Baumarkt verloren, die mit "Kellerduell" gerade ein neues Album herausgebracht haben: "Niemand hat eine Berechtigung, so zu klingen. Aber das Duo tut es trotzdem, und darum ist es schön."

Archiv: Musik