Efeu - Die Kulturrundschau

Das ist mindestens Futur II

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19.05.2026. Zwischenbilanz in Cannes: Als Kritikerliebling lässt sich Ryusuke Hamaguchis "All of a Sudden" ausmachen, der dem Filmdienst nicht nur dank Fußmassagen-Orgien Glücksgefühle beschert. Sandra Wollners Trauer-Drama "Everytime" mit Birgit Minichmayr hätte im Wettbewerb laufen sollen, findet der Standard. Die taz findet beim Kunstfestival "Various others" in München Exiquisites, Queeres und "Subversion in zartrosé-greigem Pastell". Singen und tanzen reicht nicht als Qualifikation, ruft die FAZ verzweifelt angesichts der deutschen ESC-Kandidaten der letzten Jahre. 
9punkt - Die Debattenrundschau vom 19.05.2026 finden Sie hier

Film

Die Agenturen melden, dass Jafar Panahi sich morgen in Teheran erneut vor Gericht verantworten muss. Trotz drohender Haft war der Filmemacher von einer ausgiebigen Promo-Tour für seinen aktuellen Film (unsere Kritik) in seine iranische Heimat zurückgekehrt.

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"All of a Sudden" von Ryusuke Hamaguch

Halbzeit beim Filmfestival in Cannes. Zu den Kritikerlieblingen zählt bislang Ryusuke Hamaguchis auf Französisch gedrehter Wettbewerbsfilm "All of a Sudden", der mit seinen mehr als drei Stunden Laufzeit "ein im Kino eher seltenes Glücksgefühl versprüht", wie Josef Lederle im Filmdienst schreibt. Es geht um ein Pariser Pflegeheim, um eine unheilbare Krekserkrankung, um Freundschaft und um eine Theateraufführung, die im Chaos zu versinken droht, bis es zu einer Fußmassage-Orgie kommt. Erstaunlich, wie der Film "mit seiner sanften Unmittelbarkeit tief berührt und so bewegend erzählt, dass selbst die geduldige Pflege dementer Menschen zu einer aufregenden Angelegenheit wird. Hinzu kommt, dass der Film, in dem über weite Strecken auch Japanisch gesprochen wird, eine fast meditative Ruhe ausstrahlt und auf geradezu leichte Weise von schweren Themen handelt."

Katrin Doerksen findet das auf Kino-Zeit "umso beeindruckender", da der Film zugleich "vollgestopft ist mit Metaebenen und abstrakten Konzepten. Der Film basiert auf dem Buch 'You and I - The Illness Suddenly Get Worse', einem Briefwechsel zwischen der Philosophin Makiko Miyano und der Anthropologin Maho Isono und zuweilen scheinen die Dialoge unmittelbar den darin gefassten Gedankengängen zu entsprechen. Marie-Lou erklärt das Konzept der Humanitude, Mari spricht beeindruckend hellsichtig über die selbstzerstörerischen Tendenzen des Kapitalismus, komplett mit einer auf ein Whiteboard im Pausenraum des Altenheims skizzierten Schautafel." 

"Everytime" von Sandra Wollner

Sandra Wollners österreichisches Trauer-Drama "Everytime" mit Birgit Minichmayr konkurriert lediglich um den Prix Un Certain Regard, hätte aber auch gut in den Wettbewerb gepasst, sagen die Kritiker. Der Film hat zwar eine fürs avancierte österreichische Kino durchaus typische Kühle, schreibt Valerie Dirk im Standard. "Schon ihr letzter Film 'The Trouble With Being Born' handelte von Familien und ihren Umgang mit Verlust. Stück für Stück wird der Alltag suspendiert, andere, virtuell-träumerische Ebenen schichten sich über das Familiendrama. Das ist eine Art von Kino, das es vermag, eine unheimliche Grundspannung aufrechtzuerhalten und mit jedem Bild, jedem Ton und jedem neuen Schauplatz zu überraschen. Und es ist ein Kino, das zutiefst humanistisch ist, denn die vorher angesprochene Kühle entpuppt sich irgendwann als brüchiger Panzer." Dunja Bialas von Artechock verliert gar den Boden unter den Füßen: Das ist "ein Film reinster Gegenwärtigkeit, der sich hinausstiehlt aus der Zeit, der zurückreicht in die Vergangenheit der Figuren und hineinblickt in den Zustand des Irrealis. Das ist mindestens Futur II, in der Unmöglichkeitsform. Im gegenwärtigen Augenblick des Sehens schlägt einem 'Everytime' mit der Faust ins Gesicht."

"Hope" von Na Hong-jin

Na Hong-jin zählt zu jenen koreanischen Regisseuren, deren Genre-Filme bei einem oft kräftezehrenden Festival einem kräftigen Hallowach gleichkommen. Zu sehen ist sein Monster-Reißer "Hope" nicht in den "Midnight Screenings", sondern tatsächlich im Hauptbewerb. "Der Film feuert in den ersten 60 Minuten eine lehrbuchmäßige, dermaßen perfekt inszenierte und geschnittene Monsterhatz ab, dass sie ab sofort als Pflichtprogramm auf alle Filmschulen gehört", staunt Pavao Vlajcic im Genre-Glück auf critic.de. Doch kurz bevor Vlajcic dazu kommt, "einen neuen SciFi-Horror-Western-Klassiker auszurufen", fährt der Film mit allem Karacho an die Wand und versucht die verbliebenen hundert Minuten irgendwie zu füllen: "Inhaltlich fällt dem Film dann kaum noch etwas ein, dramaturgisch noch weniger, und man bekommt immer mehr den Eindruck, Hong-jin schwebt eine eigene, von 'Avatar' inspirierte Franchise vor. Die leider dann genauso öde wirkt wie ihre Vorbilder." tazler Tim Caspar Boehme ist deutlich gnädiger und hat viel Freude an der "hässlichen Pracht" des im Film gezeigten Viehs, das "in einer Szene sogar weint".

Mehr von der Croisette: In Frankreich ist nach der Literatur ein zweites Bolloré-Beben zu beobachten und zwar diesmal im Film: Der rechte Multimilliardär hat 600 Filmschaffende bei Canal+ rausgeworfen - mehr dazu in unserer Debattenrundschau. Rüdiger Suchsland erklärt auf Artechock, warum er in Cannes weniger Wettbewerbsfilme sieht, sondern viel lieber in den Nebenreihen vagabundiert: "Wegen der schmutzigen sperrigen Filme, denen, die etwas wirklich Junges, Anderes ausdrücken, die nur sich selbst repräsentieren, die nicht ganz so staatstragend sind, die sich eben nicht dem Wettbewerb und seinen ungeschriebenen Regeln fügen." Im Podcast von critic.de resümieren Dunja Bialas, Valerie Dirk, Sven von Reden und Jenni Zylka die wichtigsten Filme der letzten Tage. 

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Aus dem Festivalprogramm besprochen werden Volker Schlöndorffs "Heimsuchung" nach dem Roman von Jenny Erpenbeck (Welt-Kritiker Jan Küveler "verlässt das Kino mit gemischten Gefühlen"), Radu Judes "Le Journal d'une femme de chambre" (Artechock), Rudi Rosenbergs "Words of Love" und Asghar Farhadis "Parallel Tales" (Artechock), Hirokazu Kore-Edas "Sheep in the Box" (Kino-Zeit), James Grays "Paper Tiger" (Kino-Zeit) und Jane Schoenbruns "Teenage Sex and Death At Camp Miasma" (Kino-Zeit). Außerdem: der Kritikerspiegel von critic.de.

Abseits von Cannes: In der Welt zürnt Marie-Luise Goldmann der "Arroganz der Filmemacher", die ihre Erzeugnisse heutzutage grundsätzlich nur noch in Überlänge in die Kinos zu bringen scheinen (dass dies auch viel damit zu tun hat, dass Tickets mit Überlängenzuschlag mehr Einnahmen bringen und man damit nebenbei auch die Konkurrenz von Leinwänden und Publikum fernhält, erwähnt sie nicht). Die Agenturen melden, dass die Schauspielerin Luna Jordan im Alter von gerade einmal 25 Jahren gestorben ist.

Besprochen werden Hagai Levis Arte-Verfilmung der Tagebücher der in Auschwitz ermordeten Etty Hillesum ("ein würdiges filmisches Denkmal", schreibt Alice Fischer im Perlentaucher), László Nemes' "Andor Hirsch" (Jungle World, FAZ), Andrea Segres "Enrico Berlinguer - La grande ambizione" über italienische Kommunisten (taz), Cédric Kahns ab morgen in der Arte-Mediathek gezeigter Film "Der Goldman-Prozess" (FAZ), der Abschluss der Amazon-Serie "The Boys" (Welt) und Kyle Baldas Schafs-Krimi "Glennkill" (Standard, SZ).
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Kunst

In der taz spaziert Hilka Dirks ziemlich begeistert über das Kunstfestival "Various Others" in München, eine "zusammenschließende Initiative von Museen, Sammlungen, Galerien und Off-Spaces". Vor allem in den Galerien wird hier einiges geboten, freut sie sich: "Das Domestische, das Geisterhafte, das Gehäutete findet sich auch in den Hinterhofräumen der Galerie Sperling. Aus den mit Batikarbeiten und Seidenmalereien bespannten Keilrahmen hat die Britin Anousha Payne eine häusliche Struktur errichtet. Menschliche Leiber verdoppeln sich darauf in Unschärfe, mottenartige Nachtfalter verlieren ihre Punkte, und schon wieder finden sich fragmentierte Körperteile in fahl pastellige Skulpturen übersetzt." Bei "Heldenreizer Contemporary hängen die Gliedmaßen über die Sockel. Witalij Frese hat sie hier in toll lasche Keramiken übersetzt, die entgegen ihrer harten Zerbrechlichkeit in den Raum zu fließen scheinen. Aus griechisch geformten Vasen winden sich Finger, nackte Männerkörper schweben über zerstückelte Fliesen. Auch hier ist es beige, sinnlich und erfrischend explizit queer. In München kleidet sich die Subversion in zartrosé-greiges Pastell."

Weitere Artikel: Im Tagesspiegel schreibt Christiane Meixner den Nachruf auf den Berliner Maler Pavel Feinstein, dessen Arbeiten in der Galerie Classico in Berlin zu sehen sind. Besprochen werden die Ausstellung "Fantasie & Form. Adolf Erbslöhs Weg in die Moderne" im Franz-Marc-Museum in Kochel am See (FAZ) und die Ausstellung  "Gen Z. Shaping a New Gaze" im Fotografie Forum Frankfurt (FR) und die Ausstellung "Monets Küste. Die Entdeckung von Etretat" im Städel-Museum Frankfurt am Main (NZZ).
Archiv: Kunst

Literatur

Heute Abend wird der International Booker Prize bekannt gegeben. Egal, wer gewinnt, "aus deutscher Sicht markiert das Ereignis schon jetzt einen bemerkenswerten Wendepunkt", hält Felix Stephan in der SZ fest. Denn mit Daniel Kehlmanns "Lichtspiel" und Shida Bazyars "Nachts ist es still in Teheran" sind gleich zwei deutsche Romane nominiert, nachdem auch schon Jenny Erpenbeck vor zwei Jahren mit "Kairos" mit dem Preis ausgezeichnet wurde. Auch abseits davon entdeckt der angloamerikanische Sprachraum nach einer langen Phase des Desinteresses die deutsche Gegenwartsliteratur wieder für sich. Diese "Entwicklung hat sehr unmittelbar mit der politischen Gegenwart zu tun, in der sich die deutsche Geschichte zwar noch nicht als Tragödie wiederholt, gewiss aber als Farce. Der amerikanische Germanist Stephen Brockmann (...) beobachtet, dass es in diesen Büchern auffällig oft um radikale Systemwechsel geht und die persönlichen und familiären Umbrüche, die mit dem Umstand einhergehen, dass auf einmal nichts mehr ist wie zuvor. In diesem Erfahrungsraum kennen sich die Deutschen geschichtsbedingt bestens aus. Sowohl in Frankreich als auch in Großbritannien und den USA liegt die letzte Revolution um die zwei Jahrhunderte zurück. Das Gefühl, dass auf einmal nicht mehr stabil sei, was man immer für stabil gehalten hat, werde in der deutschen Literatur offenbar besser zum Ausdruck gebracht, so Brockmann."

Besprochen werden unter anderem die Münchner Ausstellung "Literatur & Haltung" mit Archivalia aus dem Bestand der Münchner Buchhändlerin Rachel Salamander, die in den Achtzigern die erste Buchhandlung für Literatur zum Judentum in Deutschland nach 1945 gründete und dort zahlreiche Veranstaltungen durchführte (SZ), Heike Geißlers "Michaela Kohlhaas" (FR), Petra Morsbachs "Orion" (NZZ) und Josef Winklers "Das Glück ist ein Engel mit ernstem Gesicht" (FAZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
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Musik

Peter-Philipp Schmitt verzweifelt in der FAZ schier daran, dass Deutschland in Sachen Eurovision Song Contest einfach weiter stur am Publikumsentscheid festhält, der naturgemäß den kleinsten gemeinsamen Nenner statt die für den ESC benötigte Grandezza begünstigt. So auch im Fall von Sarah Engels, die mit "Fire", einem "Popnümmerchen der Vergangenheit, wie von der KI geschrieben", schon weit im Vorfeld erkennbar ohne Chancen verheizt wurde. "Einfach nur darauf zu setzen, dass der Kandidat singen und tanzen kann, reicht bei Weitem nicht aus. Warum lädt man zum Vorentscheid zwanzig ESC-Experten aus zwanzig Ländern ein, wenn man dann ihr Urteil ignoriert? Da sitzen ehemalige Teilnehmer wie die ukrainische Gewinnerin Ruslana (2004), der Litauer Vaidotas Valiukevičius von The Roop (2001: Platz acht) und Luca Hänni aus der Schweiz (2019: Platz vier) sowie langjährige Song-Contest-Produzenten wie der Schwede Christer Björkman zusammen, und dann dürfen sie am Ende nicht über den deutschen Kandidaten mit abstimmen."

Würde das einem eigentlich bei irgendeinem anderen Land einfallen? Im Standard forschen Michael Wurmitzer und Flora Moy nach, wie es dazu kommen konnte, dass Israel beim ESC erneut so viel Zuspruch bekommen hat und ob da nicht vielleicht doch Manipulation im Spiel gewesen sein könnte. 

Geradezu mikroskopisch und wie in Zeitlupe beobachtet Jakob Biazza (SZ) das fragile Spiel von Eric Clapton beim Auftritt in München - wohl sein letzter, darf man annehmen. Clapton rang an der Gitarre sehr mit dem Alter: "Wenn man raten müsste, ist es wohl vor allem die rechte, die Schlaghand, die immer öfter, immer deutlicher kaum noch mitkommt. Die schleppt und hakt. Die klemmt und verfehlt. Mal die Saiten. Mal schon auch den Takt. Das Intro schlawinert er noch hin. Den Einstieg zur zweiten Strophe verstolpert er. Um mehrere Takte. Das Solo muss er mehr oder weniger, also eher mehr, abbrechen. Spätestens ab da wirkt es stetig, als könne, als wolle er jeden Moment aufgeben. Gut, dass man nicht aufgeben darf. Niemals. Man muss stattdessen kämpfen. Deshalb kämpft er jetzt eben. ... Wo die Band kann, hilft sie ihm, sekundiert, stützt, übernimmt. Was, ohne jeden Hohn und, viel, viel wichtiger: auch ohne jedes Mitleid, eine sehr eigene Schönheit hat."

Weitere Artikel: Dlf Kultur erinnert mit einem Gang in internationale Radioarchive an Miles Davis, der am 26. Mai hundert Jahre alt geworden wäre - zu hören sind auch einige Raritäten, die bislang noch nicht offiziell veröffentlicht wurden. Christine Brinck resümiert auf Zeit Online den Jewrovision-Wettbewerb in Stuttgart. Und GoodMusic präsentiert einen ganzen Blumenstrauß an neuen Musikvideos.

Besprochen werden ein Konzert des Deutschen Symphonieorchesters in Berlin ("Die Selbstverständlichkeit, mit der Nikolai Luganski pianistisch-virtuose Hochseil-Passagen ins Licht der Poesie taucht und Klarheit schafft inmitten höchster Komplexität, wirkt mühelos", schwärmt Eleonore Büning im Tagesspiegel), ein von Andris Nelsons dirigiertes Konzert des Gewandhausorchesters mit der Pianistin Yulianna Avdeeva (FR), Joseph Haydns von Thomas Guggeis dirigiertes "Jahreszeiten"-Oratorium beim Frankfurter Museumskonzert (FR), Little Simz' neue EP "Sugar Girl" (SZ) sowie neue Popp- (Ikkimel) und Rock-Veröffentlichungen, darunter "Pre-Historic Metal" von den Black-Metal-Fossilien Darkthrone ("Zisch-, Zosch- und Krawall-Schlagzeug, Metzger-Gitarre und ein zwischen Giftspritze und Kehlkopfwürgen angelegter Gesang reichen, um uns durch die Geschichte diverser dunkelschwarzer Metal-Spielarten zu führen", freut sich Christian Schachinger im Standard).

Archiv: Musik

Bühne

Szene aus Don Quijote am Theater Basel. Foto:Ingo Höhn. 

Ein vielschichtiges und fantasievolles Opern-"Pastetchen" bekommt NZZ-Kritiker Georg Rudiger mit Thom Luz' Inszenierung von Cervantes' "Don Quijote" am Theater Basel zu sehen. Es gibt zwar auch ein paar Längen, meint Rudiger, dafür aber viele gute Einfälle, wie schon in der Eingangsszene: "Die Idee, mit der Sterbeszene zu beginnen, erweist sich als Geniestreich: 'Je ne veux pas mourir', sagt Dietrich Henschel als Don Quijote auf dem Totenbett, springt von der Bühne und flieht durch den Zuschauerraum ins Foyer. Die Abenteuer, die Henschel im Folgenden gestaltet, sind nicht nur eine Flucht vor dem bevorstehenden Tod, sondern auch vor Cervantes! Schließlich möchte der Autor ihn in seinem Buch beerdigen, um selbst berühmt zu werden. Mit André Morsch als Sancho Panza steht diesem Don Quijote ein so kräftig wie beweglich singender Kamerad zur Seite, der vor allem ans Essen denkt und die Höhenflüge seines vermeintlichen Ritters immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Hinzu kommt ein ausgezeichnetes Quintett aus dem Basler Opernstudio, das die Geschichte bald kommentierend, bald selber agierend vorantreibt."

Weitere Artikel: Peter Laudenbach konstatiert in der SZ genervt einen "Trend zum Theaterpicknik" beim Berliner Theaterpublikum, warum "beim ausgiebigen Knistern der mit liebevoller Hingabe endlos ausgewickelten, weitergereichten, dankbar kommentierten und umständlich wieder verstauten Hustenbonbons stehen bleiben, wenn sich auch mit Chipstüten und Salzstangen schöne Geräusche machen lassen?" Besprochen werden Jan Christoph Gockels Inszenierung von "Polaris" am Deutschen Theater Berlin (SZ), Tatjana Gürbaces Inszenierung von Rossinis "Il Barbiere di Siviglia" an der Hamburgischen Staatsoper ("überwiegend heiter", freut sich Stefan Grund in der Welt) und Thierry Malandains Tanzstück "Les Saisons" bei den Maifestspielen in Wiesbaden (FR).
Archiv: Bühne