Efeu - Die Kulturrundschau
Der kollektive Boyfriend des Internets
Die besten Kritiken vom Tage. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
07.03.2026. Im Gespräch mit der Literarischen Welt bekennt Michel Houellebecq, wie wenig er vom Konzept der Freiheit hält. Das Frankfurter Städel sammelt jetzt Spenden, um eben jene Freiheit zu behalten. Kann das gelingen, fragt sich die FAZ. Die NZZ bewundert an der Sagrada Familia den höchsten Kirchturm der Welt, der pünktlich zu Antoni Gaudis hundertstem Todestag fertig geworden ist. Der Standard verpasst sich einen Serotonin-Schub mit dem neuen Album von Harry Styles.
9punkt - Die Debattenrundschau
vom
07.03.2026
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Literatur
Michel Houellebecq hat aktuell ein Musikalbum und in Frankreich den Lyrikband "Combat toujours perdant" ("Der immer verlorene Kampf", hier besprochen im Dlf) veröffentlicht - für einen Roman reiche derzeit seine Konzentration nicht, verrät er Ute Cohen im Gespräch mit der Literarischen Welt. Darin zeigt er sich endgültig im nebelverhangenen Herbst des Lebens angekommen. Mit Freiheit etwa solle man ihm gar nicht mehr um die Ecke kommen, "das Konzept an sich ist stupide. Spinoza fand die Idee schon dumm, und ich teile seine Ansicht." Er "glaubt weder an den Niedergang noch an den Fortschritt; er glaubt daran, dass die Dinge im Wesentlichen gleich bleiben. Ich bin nicht weit entfernt von dieser Einschätzung. Es kann passieren, dass die eine oder andere Zivilisation verschwindet. Das wäre nicht das erste Mal. Zivilisationen verschwinden. Es ist der Normalfall. Zivilisationen existieren nicht ewig. ... Ich habe in letzter Zeit nicht selten an den Tod gedacht."
Hier Michel Houellebecq als Chansonnier:
Umberto Ecos legendäre Bibliothek in Mailand steht kurz vor ihrem endgültigen Abtransport nach Bologna (wo die Sammlung öffentlich zugänglich gemacht werden soll). Für Karen Krüger (FAS) ein Anlass, nochmal nach Mailand zu reisen und sich von Ecos Familie durch diese Hallen führen zu lassen. Die Familie betrieb in den letzten Jahren viel Aufwand zur Erschließung des Bestands, "erstellte Bestandsverzeichnisse; für jedes der 44.000 Werke einen Datensatz zu Provenienz und Marginalien. ... Es gibt einen Fotografen in der Familie, er fertigte fotografische Bestandsaufnahmen der Bücher an, da eine virtuelle, durch Hyperlinks navigierbare Bibliothek entstehen soll. Die Fotos machen sichtbar, was Aby Warburg 'Gesetz der guten Nachbarschaft' genannt hat: die organische Verbindung zwischen einem Band oder Thema und dem nächsten."
In diesem Video läuft Umberto Eco seine schier endlose Bibliothek einmal ab:
Außerdem: Jakob Hayner besucht für die Welt die Schriftstellerin Juli Zeh und unterhält sich mit ihr über die SPD, das Leben auf dem Land und die Demokratie. Walburga Hülk erinnert in "Bilder und Zeiten" an die Schriftstellerinnen George Sand, Marie d'Agoult und Louise Colet, die "sich zu Lebzeiten gegen Vorurteile und Geschlechternormen wehrten und ihren Status als Autorinnen erkämpften". In der SZ gratuliert Willi Winkler dem Verlag Kiepenheuer & Witsch zum 75-jährigen Bestehen. Im "Literarischen Leben" der FAZ spricht Tobias Lehmkuhl mit dem Bestseller-Autor Marc-Uwe Kling. Außerdem präsentiert die Jury des Dlf Kultur (hier als PDF) die besten Krimis des Monats (hier unsere Rezensionsnotizen zu den Titeln, sofern sie bereits in den von uns ausgewerteten Medien besprochen wurden). Die Literarische Welt ist heute, abseits vom oben zitierten Gespräch mit Houellebecq, de facto eine Literaturbeilage zum Frühling.
Besprochen werden unter anderem Judith Hermanns "Ich möchte zurückgehen in der Zeit" (LitWelt), Joanna Bators "Die Flucht der Bärin" (NZZ), Wojciech Kuczoks "Lethargie" (NZZ), Kae Tempests "Ein Leben lang gesucht" (SZ) und neue Sachbücher, darunter Ernst Fischers "Bibliophilie" (FAZ). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.
In der Frankfurter Anthologie schreibt Henning Heske über Silke Scheuermanns "Liebe, Roboter":
"Geliebte Roboter, ihr seid knapp geworden,
weil uns die Ressourcen fehlen, euch zu machen ..."
Hier Michel Houellebecq als Chansonnier:
Umberto Ecos legendäre Bibliothek in Mailand steht kurz vor ihrem endgültigen Abtransport nach Bologna (wo die Sammlung öffentlich zugänglich gemacht werden soll). Für Karen Krüger (FAS) ein Anlass, nochmal nach Mailand zu reisen und sich von Ecos Familie durch diese Hallen führen zu lassen. Die Familie betrieb in den letzten Jahren viel Aufwand zur Erschließung des Bestands, "erstellte Bestandsverzeichnisse; für jedes der 44.000 Werke einen Datensatz zu Provenienz und Marginalien. ... Es gibt einen Fotografen in der Familie, er fertigte fotografische Bestandsaufnahmen der Bücher an, da eine virtuelle, durch Hyperlinks navigierbare Bibliothek entstehen soll. Die Fotos machen sichtbar, was Aby Warburg 'Gesetz der guten Nachbarschaft' genannt hat: die organische Verbindung zwischen einem Band oder Thema und dem nächsten."
In diesem Video läuft Umberto Eco seine schier endlose Bibliothek einmal ab:
Außerdem: Jakob Hayner besucht für die Welt die Schriftstellerin Juli Zeh und unterhält sich mit ihr über die SPD, das Leben auf dem Land und die Demokratie. Walburga Hülk erinnert in "Bilder und Zeiten" an die Schriftstellerinnen George Sand, Marie d'Agoult und Louise Colet, die "sich zu Lebzeiten gegen Vorurteile und Geschlechternormen wehrten und ihren Status als Autorinnen erkämpften". In der SZ gratuliert Willi Winkler dem Verlag Kiepenheuer & Witsch zum 75-jährigen Bestehen. Im "Literarischen Leben" der FAZ spricht Tobias Lehmkuhl mit dem Bestseller-Autor Marc-Uwe Kling. Außerdem präsentiert die Jury des Dlf Kultur (hier als PDF) die besten Krimis des Monats (hier unsere Rezensionsnotizen zu den Titeln, sofern sie bereits in den von uns ausgewerteten Medien besprochen wurden). Die Literarische Welt ist heute, abseits vom oben zitierten Gespräch mit Houellebecq, de facto eine Literaturbeilage zum Frühling.
Besprochen werden unter anderem Judith Hermanns "Ich möchte zurückgehen in der Zeit" (LitWelt), Joanna Bators "Die Flucht der Bärin" (NZZ), Wojciech Kuczoks "Lethargie" (NZZ), Kae Tempests "Ein Leben lang gesucht" (SZ) und neue Sachbücher, darunter Ernst Fischers "Bibliophilie" (FAZ). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.
In der Frankfurter Anthologie schreibt Henning Heske über Silke Scheuermanns "Liebe, Roboter":
"Geliebte Roboter, ihr seid knapp geworden,
weil uns die Ressourcen fehlen, euch zu machen ..."
Kunst
Obwohl es dem Frankfurter Städel mit Blick auf die Besucherzahlen gut geht, sammelt es nun Spenden - als erstes Museum in Deutschland. Zunächst möchte Stefan Trinks im FAZ-Gespräch von dessen Direktor Philipp Demandt wissen: Warum? Weil es eine private, gemeinnützige Stiftung ist, die ihre Unabhängigkeit durch ein Endowment, also ein Grundstockvermögen nach amerikanischem Vorbild behalten möchte, antwortet Demandt. Ein Etappenziel sind hundert Millionen Euro. Im Leitartikel der FAZ begrüßt Trinks die Entscheidung, bedeutet sie doch, dass das Haus, das nur etwa 15 Prozent des jährlichen Städel-Budgets von Stadt und Land erhält, "äußerem Drängen nach modisch woken Themen auch künftig nicht nachgeben muss." Aber werden die Stifter nicht mitsprechen wollen, fragt Trinks: "Wer gibt schon teils höhere einstellige Millionenbeträge und will keine Gegenleistung dafür? Nach Auskunft von Direktor Philipp Demandt hat noch kein Mäzen des Hauses jemals irgendwelche 'Wünsche' inhaltlicher oder repräsentativer Art geäußert. Im New Yorker Met wie auch der Londoner National Gallery war das ein reales Problem; Säle mit Namen von in Ungnade gefallenen Stifterfamilien wie jener der Sacklers mussten umbenannt werden."
Seit über 20 Jahren sind die Maler Matthias Kanter und Hans Aichinger befreundet, nun stellt das Kunsthaus Potsdam die beiden in der Doppelausstellung "Die Blinden führen die Nackten" aus und im Tagesspiegel erkennt Lena Schneider sofort, was die beiden verbindet: Der "Fetisch Farbe". "Auf Aichingers Bild 'K.I.Z. Die logische Disziplin' stehen vier junge Männer verschwörerisch im Kreis, die Blicke führen vom einen zum nächsten. In der Mitte ein warmes Spotlight, wie aus Kerzenlicht. Die Farben der Pullover bilden die Säulen des Bildes: Rot, Gelb, Grau, Blauschwarz. Auf Kanters Pendant sind die Farben zu wankenden Sockeln geworden, die Menschen zu puren Kraftfeldern: Das scheinbar zentrale Rot wird hier deutlich vom Dunkelblau im Bildvordergrund dominiert."
Weitere Artikel: Der Psychiater Mazda Adli weist in der FAZ auf neuste Studien hin, die nachweisen, dass Schönheit, bzw. das Rezipieren von Kunst stresslindernde Wirkung zeigen. In der taz stellt Mona Awwad die Inuk-Frau und Perlenkünstlerin Julie Grenier vor. Russland wird wieder mit einem Pavillon auf der Kunstbiennale in Venedig vertreten sein, meldet Birgit Rieger im Tagesspiegel. In den großen Sammlungen fehlen immer noch die Werke von Künstlerinnen, weiß Nicola Kuhn im Tagesspiegel: Sie sind zu teuer. Immerhin werden sie längst ausgestellt, wie derzeit etwa in der Ausstellung "Unvergesslich. Künstlerinnen von Amsterdam bis Antwerpen, 1600-1750" im Genter Museum der Schönen Künste - wo Kuhn einige Entdeckungen macht. Besprochen wird außerdem die große Leonora-Carrington-Ausstellung im Musée du Luxembourg in Paris (NZZ, mehr hier).
Seit über 20 Jahren sind die Maler Matthias Kanter und Hans Aichinger befreundet, nun stellt das Kunsthaus Potsdam die beiden in der Doppelausstellung "Die Blinden führen die Nackten" aus und im Tagesspiegel erkennt Lena Schneider sofort, was die beiden verbindet: Der "Fetisch Farbe". "Auf Aichingers Bild 'K.I.Z. Die logische Disziplin' stehen vier junge Männer verschwörerisch im Kreis, die Blicke führen vom einen zum nächsten. In der Mitte ein warmes Spotlight, wie aus Kerzenlicht. Die Farben der Pullover bilden die Säulen des Bildes: Rot, Gelb, Grau, Blauschwarz. Auf Kanters Pendant sind die Farben zu wankenden Sockeln geworden, die Menschen zu puren Kraftfeldern: Das scheinbar zentrale Rot wird hier deutlich vom Dunkelblau im Bildvordergrund dominiert."
Weitere Artikel: Der Psychiater Mazda Adli weist in der FAZ auf neuste Studien hin, die nachweisen, dass Schönheit, bzw. das Rezipieren von Kunst stresslindernde Wirkung zeigen. In der taz stellt Mona Awwad die Inuk-Frau und Perlenkünstlerin Julie Grenier vor. Russland wird wieder mit einem Pavillon auf der Kunstbiennale in Venedig vertreten sein, meldet Birgit Rieger im Tagesspiegel. In den großen Sammlungen fehlen immer noch die Werke von Künstlerinnen, weiß Nicola Kuhn im Tagesspiegel: Sie sind zu teuer. Immerhin werden sie längst ausgestellt, wie derzeit etwa in der Ausstellung "Unvergesslich. Künstlerinnen von Amsterdam bis Antwerpen, 1600-1750" im Genter Museum der Schönen Künste - wo Kuhn einige Entdeckungen macht. Besprochen wird außerdem die große Leonora-Carrington-Ausstellung im Musée du Luxembourg in Paris (NZZ, mehr hier).
Bühne
Nachdem Lars Eidinger kürzlich einen Zuschauer an der Berliner Schaubühne mit einem Degen verletzte, erinnert Christine Dössel in der SZ an wahre Katastrophen im Theater. Eine Woche vor Premiere trifft Thilo Komma-Pöllath in der FAS den Generalmusikdirektor Omer Meir Wellber, der den Mozart-Abend "Die große Stille" in der Inszenierung von Christoph Rüping aufführen wird, ein Raumschiff auf der Bühne landen lässt und verspricht: "Sie hören eine Stunde Mozart, und sie kennen nichts." Auf den Bilder-und-Zeiten-Seiten der FAZ erinnert Sigrid Weigel daran, dass Theodor W. Adorno und Walter Benjamin die erste Inszenierung von Alban Bergs Oper "Wozzeck" im Jahr 1925 besuchten und im Anschluss ein Gespräch führten, das ihren jahrelangen Austausch begründete.
Besprochen wird das Stück "FOMO. Liebeserklärung an die Angst unserer Zeit" von Ran Chai Bar-zvi am Wiener Volkstheater (Nachtkritik).
Besprochen wird das Stück "FOMO. Liebeserklärung an die Angst unserer Zeit" von Ran Chai Bar-zvi am Wiener Volkstheater (Nachtkritik).
Film

Außerdem: Martin Scholz spricht für die WamS mit Amanda Seyfried, die ab kommendem Donnerstag im Religions-Ekstasedrama "The Testament of Ann Lee" im Kino zu sehen ist. Jan Küveler porträtiert in der WamS den Schauspieler Guillaume Marbeck, der in Richard Linklaters "Nouvelle Vague" Jean-Luc Godard spielt. Bert Rebhandl spricht für die FAS mit dem Filmproduzenten Oliver Berben, der mit Gore Verbinskis KI-Satire "Good Luck, Have Fun" die Tätigkeiten der Constantin Film auch auf den amerikanischen Markt ausweiten will. In der WamS schickt Elke Heidenreich Judi Dench einen Liebesbrief.
Besprochen werden Isa Willingers Dokumentarfilm "No Mercy" über Künstlerinnen wie unter anderm Virginie Despentes, Catherine Breillat und Valie Export, die harte Stoffe auf die Leinwand bringen (Welt, mehr dazu bereits hier), Maggie Gyllenhaals "The Bride!" (Standard, Tsp) und Ulrich Merkls Buch "Total Strangers" über Film- und Fernsehfiguren, die sich als Autisten deuten lassen (Standard).
Architektur
In drei Monaten jährt sich Antoni Gaudis Todestag zum hundertsten Mal - in der NZZ widmet Hubertus Adam dem spanischen Architekten, dessen megalomane Projekte erst in den 1960er Jahren gewürdigt wurden, ein Porträt. Ute Müller trifft in einem weiteren Artikel den katalanischen Architekten Jordi Fauli i Oller, der seit 2012 an der Vollendung der Sagrada Familia arbeitet. Ende Februar wurde mit dem Christus-Turm nun der vierzehnte von achtzehn geplanten Türmen beendet und Fauli glaubt, "Gaudí wäre glücklich, wenn er sehen könnte, wie weit wir schon gekommen sind - einen so hohen Turm hat die Menschheit noch nicht gesehen', so Faulí. In der Tat ist der Koloss, der auf vier mächtigen Säulen ruht, der höchste Kirchturm der Welt. Mit der begehbaren Turmspitze, einem Stahlkreuz mit Glasfenstern, erreicht der Christus-Turm eine Höhe von 172,5 Metern und übertrifft damit den Turm des Ulmer Münsters um mehr als 10 Meter. Die Turmspitze besteht aus vier Querarmen, die der typischen Doppeldreh-Geometrie Gaudís folgen, jeder dieser Arme wiegt 12,8 Tonnen."
Musik
Das neue Album von Harry Styles beschäftigt die Popkritik (hier unser erstes Resümee). Dafür hat sich der Schmuse-Popper einige Club-Sounds aus Berlin abgeschaut, wo er sich die letzten drei Jahre von ein paar Sichtungen in der Öffentlichkeit (Marathon, Berghain, Bäcker) zurückgezogen hat. "Der Puls geht hoch, das Herz schlägt schnell. Synthesizer purzeln Kadenzen hinab, der Beat verzögert sich, man fällt aus dem Takt, springt ein paar Momente später wieder rein", beschreibt Helene Slancar im Standard ihren Höreindruck. Dieses "Album lebt von einer befremdlichen Mischung aus neu gefundenem musikalischen Selbstbewusstsein und altbekannter Verletzlichkeit", es "ist ein musikalisch durchaus raffinierter Serotonin-Schub."
Inga Barthels findet die Platte im Tagesspiegel ganz okay, auch wenn einige Songs wirklich nicht hängenbleiben und die Texte - naja, geht so. Aber "er ist nunmal der kollektive Boyfriend des Internets, und Harry Styles war schon immer eher ein Popstar als ein Singer-Songwriter." Doch "irgendwie ist es auch schön, mal wieder positive Vibes in der elektronischen Tanzmusik zu spüren", kommentiert Elena Witzeck in der FAZ. Jakob Biazza von der SZ bezeugt derweil auf diesem Album "sehr freie Erkundungen von Nacht und wohliger Dunkelheit und all den im besten Fall schönen Gefühlen, die das tagsüber so mit sich bringt".
Anders als sein SZ-Kollege Michael Stallknecht (unser Resümee) kommt Elmar Krekeler (WamS) nicht beseelt aus dem Berliner Filmmusik-Konzert der Organistin Anna Lapwood. Er hält aber auch nicht viel von dem Versuch, über Filmmusik neue Publikumsschichten zu erschließen, die dann auch mal für Beethoven oder Bruckner vorbeischauen: "Das funktioniert nicht, weil die Hollywood-Suiten exakt zugeschnitten sind auf die Aufmerksamkeitsspanne der Generation Schnipsel. Für die bedeutet dann ein Abend mit Bruckners Siebter etwa eine gewaltige Produktenttäuschung, obwohl die ständig aufgischtende Dramaturgie von Bruckner der Höhepunktlerei der kleinteiligen Leinwandmedleys durchaus ähnelt." Auch "ist der inzwischen eingefahrene Kanon der Filmmusikklassiker extrem eng" und Stücke aus "Harry Potter" und "Fluch der Karibik" sind auch "nicht Brahms' Vierte."
Weiteres: Julian Theilen porträtiert in der WamS den Wiener Indiemusiker Joshua Pepe Operschall, dem es gelingt mit nur einer Insta-Story vom Nobody zum vielleicht nächsten großen Ding zu werden. Besprochen werden ein von Stefan Gottfried dirigiertes Brahms-Konzert des Concentus Musicus zu Ehren von Nikolaus Harnoncourt (Standard) und ein neues Album von Morrissey (Es "bleiben von dieser Platte kaum memorable Zeilen hängen", seufzt Peter Richter in der SZ).
Inga Barthels findet die Platte im Tagesspiegel ganz okay, auch wenn einige Songs wirklich nicht hängenbleiben und die Texte - naja, geht so. Aber "er ist nunmal der kollektive Boyfriend des Internets, und Harry Styles war schon immer eher ein Popstar als ein Singer-Songwriter." Doch "irgendwie ist es auch schön, mal wieder positive Vibes in der elektronischen Tanzmusik zu spüren", kommentiert Elena Witzeck in der FAZ. Jakob Biazza von der SZ bezeugt derweil auf diesem Album "sehr freie Erkundungen von Nacht und wohliger Dunkelheit und all den im besten Fall schönen Gefühlen, die das tagsüber so mit sich bringt".
Anders als sein SZ-Kollege Michael Stallknecht (unser Resümee) kommt Elmar Krekeler (WamS) nicht beseelt aus dem Berliner Filmmusik-Konzert der Organistin Anna Lapwood. Er hält aber auch nicht viel von dem Versuch, über Filmmusik neue Publikumsschichten zu erschließen, die dann auch mal für Beethoven oder Bruckner vorbeischauen: "Das funktioniert nicht, weil die Hollywood-Suiten exakt zugeschnitten sind auf die Aufmerksamkeitsspanne der Generation Schnipsel. Für die bedeutet dann ein Abend mit Bruckners Siebter etwa eine gewaltige Produktenttäuschung, obwohl die ständig aufgischtende Dramaturgie von Bruckner der Höhepunktlerei der kleinteiligen Leinwandmedleys durchaus ähnelt." Auch "ist der inzwischen eingefahrene Kanon der Filmmusikklassiker extrem eng" und Stücke aus "Harry Potter" und "Fluch der Karibik" sind auch "nicht Brahms' Vierte."
Weiteres: Julian Theilen porträtiert in der WamS den Wiener Indiemusiker Joshua Pepe Operschall, dem es gelingt mit nur einer Insta-Story vom Nobody zum vielleicht nächsten großen Ding zu werden. Besprochen werden ein von Stefan Gottfried dirigiertes Brahms-Konzert des Concentus Musicus zu Ehren von Nikolaus Harnoncourt (Standard) und ein neues Album von Morrissey (Es "bleiben von dieser Platte kaum memorable Zeilen hängen", seufzt Peter Richter in der SZ).
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