Efeu - Die Kulturrundschau
Die anziehende Eigenheit der Gedanken
Die besten Kritiken vom Tage. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
09.04.2026. Die taz lernt in Remagen den politischen Günther Uecker kennen, der die Menschenrechtserklärung nach China schmuggelte. Die SZ verschmilzt in Mannheim mit Kaari Upson in Hugh Hefners Playgirlgrotte. ZeitOnline listet die Künstler auf, die die Begleitmusik zum Antisemitismus in Großbritannien liefern. Die FAZ fragt, was Boualem Sansal wohl bewogen hat, von Gallimard ausgerechnet in den Verlag des extrem rechten Medienmoguls Vincent Bolloré zu wechseln. Und der Perlentaucher erlebt mit Barbara Loden die Enttäuschung der Feministinnen der Siebzigerjahre.
9punkt - Die Debattenrundschau
vom
09.04.2026
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Kunst

Dem Boys-Club um Paul McCarthy oder Mike Kelley, die in ihren Arbeiten immer wieder den Ekel hinter dem amerikanischen Glücksversprechen freizulegen versuchten, fügte die früh verstorbene Künstlerin Kaari Upson als einzige Frau eine "poetisch-drastische" Note hinzu, erinnert sich Till Briegleb (SZ) in der großen Retrospektive in der Kunsthalle Mannheim. Upson schuf etwa Zerrbilder von Hugh Hefner oder Larry Flynt. So "baute sie Hugh Hefners berühmte Playgirlgrotte, das Paradies von Larrys Genitalphantasien, als schwarzes Gruselkabinett für sprechende Sexpuppen nach, und sie malte psychedelische Ölbilder und Fotoübermalungen, die von Sexbesessenheit, chemisch verursachten Halluzinationen und narzisstischem Wirklichkeitsverlust handeln. Schließlich malte sie Porträts von sich und ihm, die sie nass aufeinanderlegte, damit sie sich vermischen, Symbiose pur. Um den Spuk dieser parasitären Männlichkeitserkundung ebenso drastisch zu beenden, verbrannte sie endlich in effigie sich und Larry, und platzierte die entstellten schwarzen Figuren mit aufgerissenen Unterleibern nebeneinander auf dem Boden wie zwei Opfer einer Atombombe."

Noch einmal spürt Regine Müller (taz) die Energie des kürzlich verstorbenen Günther Uecker, der die aktuelle Ausstellung "Die Verletzlichkeit der Welt" im Arp Museum Bahnhof Rolandseck in Remagen noch selbst konzipierte. Neben den berühmten Nagelobjekten sind hier auch kinetische Arbeiten zu sehen, "wie etwa 'Die tanzende Nadel für Pina Bausch' von 2019, die erstmals überhaupt zu sehen ist und eine historische Nähmaschine aus dem Kostümfundus von Pina Bausch benutzt, die Uecker in eine tanzende, nagelbestückte Maschine verwandelt hat." Und mit dem Zyklus "Brief an Peking", der aus 19 großformatigen Tüchern besteht, lernt Müller auch den politischen Uecker kennen: "In Remagen ist einer dieser Briefe zu sehen, mit dem Uecker halb unter Farbe verborgen die Menschenrechtserklärung aufpinselte und unentziffert nach China schmuggelte."
Weitere Artikel: Im Tagesspiegel schreibt heute Birgit Rieger zum Tod des Malers Thomas Zipp. Besprochen werden außerdem die Ausstellung "Diaspora Wunderland. Fashioning Worlds" in der Berliner ifa-Galerie (taz), die Julian-Charrière-Ausstellung "Midnight Zone" im Kunstmuseum Wolfsburg (FAZ, mehr hier) und die Ausstellung "Haar - Macht - Lust" in der Kunsthalle München (Welt).
Literatur
Marc Zitzmann blickt für die FAZ auf die Debatten in Frankreich um Boualem Sansals Verlagswechsel von Gallimard ins Haus des rechtsextremen Milliardärs Vincent Bolloré (unser erstes Resümee). Übel genommen hatte der Autor seinem angestammten Verlag angeblich, dass dieser ihn in Algerien aus dem Gefängnis geholt habe, während er eigentlich auf einen Prozess und Freispruch gedrängt habe. Womöglich ist das aber nicht die ganze Geschichte: "Für Sansals nächsten Roman versprach der Verlag 100.000 Euro Vorschuss sowie erhöhte Tantiemen und monatliche Zahlungen. Bolloré indes bot das Zehnfache: eine satte Million! Wer ein solches Angebot ausschlagen würde, werfe dem alten Exilanten den ersten Stein. Doch Sansal wollte mehr: das Geld und die Aura des Märtyrers. Dabei hatte er sich im Gefängnis laut Vertrauten nie gegen Gallimards Befreiungsstrategie verwahrt - 'er wollte so schnell wie möglich raus', so ein naher Freund." Was hier "rechts" ist, und was der Wunsch der Linken, Religionskritik der "Rechten" zuzuordnen, müsste noch en détail geklärt werden. Auch Salman Rushdie wurde seinerzeit vorgeworfen, dass er gut Geld verdiente. Viele von Zitzmanns Informationen dürften auf einen Artikel in Le Monde zurückgehen.
In der Zeit steht Elke Heidenreich, deren Buch über das Altern Denis Scheck einst auch schon schwer verrissen hatte, der Autorin Ildikó von Kürthy bei, deren Buch über das Altern aktuell sehr respektlos im Fernsehen von Scheck verrissen wurde: "Dass die ARD so was seit Jahren finanziert, ist so sinn- wie stillos." Hier steht "die Schnatterzone des Hochkulturfernsehens offenbar gegen die Schnatterzone der Marktgängigkeit", schreibt Paul Jandl in der NZZ mit eher distanziertem Amüsement, wundert sich dann aber doch über Schecks Beharrlichkeit in all den Fernsehjahren: "Das Problem von Formaten wie Druckfrisch ist die fehlende Gelassenheit angesichts der Fallhöhe zwischen ernster und unterhaltender Literatur. Dass auf den in die Mangel genommenen Bestsellerlisten vorzugsweise Bücher landen, für die man kein Studium der Philosophie braucht, ist eine Binsenweisheit, die kulturmusterschülerhaft mit aller Kraft ignoriert wird. Aber warum? Offenbar, um Schecks übelmeinende Bonmots unterzubringen, die irgendwie alle ähnlich klingen."
Außerdem: Rico Bandle führt in der NZZ ein großes Gespräch mit dem Schweizer Schriftsteller Charles Lewinsky. Timo Posselt plauscht in der Zeit mit Martin Suter, der eben einen neuen Band mit Kolumnen veröffentlicht hat. Besprochen werden unter anderem Frankétiennes "Eine Aufforderung zum Kampf" (FR), Honor Cargill-Martins Biografie über die römische Kaiserin Messalina (NZZ), die Neuübersetzung von Andrej Platonows "Der Staatsbewohner" (NZZ), Stig Dagermans "Unser nächtlicher Badeort" (Zeit) und Tove Ditlevsens Gedichtband "Da wohnt ein junges Mädchen in mir, das nicht sterben will" (FAZ). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.
In der Zeit steht Elke Heidenreich, deren Buch über das Altern Denis Scheck einst auch schon schwer verrissen hatte, der Autorin Ildikó von Kürthy bei, deren Buch über das Altern aktuell sehr respektlos im Fernsehen von Scheck verrissen wurde: "Dass die ARD so was seit Jahren finanziert, ist so sinn- wie stillos." Hier steht "die Schnatterzone des Hochkulturfernsehens offenbar gegen die Schnatterzone der Marktgängigkeit", schreibt Paul Jandl in der NZZ mit eher distanziertem Amüsement, wundert sich dann aber doch über Schecks Beharrlichkeit in all den Fernsehjahren: "Das Problem von Formaten wie Druckfrisch ist die fehlende Gelassenheit angesichts der Fallhöhe zwischen ernster und unterhaltender Literatur. Dass auf den in die Mangel genommenen Bestsellerlisten vorzugsweise Bücher landen, für die man kein Studium der Philosophie braucht, ist eine Binsenweisheit, die kulturmusterschülerhaft mit aller Kraft ignoriert wird. Aber warum? Offenbar, um Schecks übelmeinende Bonmots unterzubringen, die irgendwie alle ähnlich klingen."
Außerdem: Rico Bandle führt in der NZZ ein großes Gespräch mit dem Schweizer Schriftsteller Charles Lewinsky. Timo Posselt plauscht in der Zeit mit Martin Suter, der eben einen neuen Band mit Kolumnen veröffentlicht hat. Besprochen werden unter anderem Frankétiennes "Eine Aufforderung zum Kampf" (FR), Honor Cargill-Martins Biografie über die römische Kaiserin Messalina (NZZ), die Neuübersetzung von Andrej Platonows "Der Staatsbewohner" (NZZ), Stig Dagermans "Unser nächtlicher Badeort" (Zeit) und Tove Ditlevsens Gedichtband "Da wohnt ein junges Mädchen in mir, das nicht sterben will" (FAZ). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.
Design
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Als "The Antwerp Six" nahmen es Dries Van Noten, Walter Van Beirendonck, Dirk Van Saene, Dirk Bikkembergs, Ann Demeulemeester und Marina Yee in den Achtzigern von Belgien aus mit dem französischen Modedesign auf, erinnert Paul Buschnegg in der Zeit. Im Antwerpener Modemuseum MomU ist ihnen nun eine Ausstellung gewidmet, die noch einmal unterstreicht, wie Punk um 1980 die Hippie-Ästhetik der Siebziger ablöste. "Militärische Looks gehörten ebenso zu diesem neuen, postmodernen Spiel der Zeichen wie zerschlissene Nähte oder kantige Konturen." Zu erleben ist ein Werk, "das facettenreicher nicht sein könnte: auf der einen Seite Demeulemeesters alienhafte Puppen, auf der anderen die schillernde Sports Couture von Dirk Bikkembergs, deren knappe Unterhosen, fein geschwungenen Fußballschuhe und knalligen Jogginghosen muskelbepackte Männer auf überdimensionierten Hochkant-Screens vorführen. Bikkembergs hatte Ende der Neunzigerjahre im Fußballboom eine modische Marktlücke entdeckt, seine Models ließ er in Mailand nicht auf dem Laufsteg, sondern im Fußballstadium auflaufen. Sport und Luxusmode? Heute normal, damals Avantgarde."
Architektur
Mal abgesehen davon, dass der Bau-Turbo noch nicht besonders viele Ergebnisse zu verzeichnen hat, gibt es einen großen Haken, bemerkt Niklas Maak in der FAZ. Umnutzung oder Verdichtung scheitern nach wie vor durch kaum überwindbare Hürden. Und so ist zwar schnellerer Wohnungsbau erlaubt, "aber nicht die schnellere Entwicklung von Quartieren, in denen auch gearbeitet, eingekauft, in die Schule gegangen oder in Cafés gesessen wird. Die Folgen der hochproblematischen Funktionstrennung der modernen Stadtplanung - hier Schlafstädte, dort Arbeit und Konsum - sitzen den Gesetzgebern in den Knochen. (…) Wo aber in reiner Planerfüllungspanik Wohnungen im Turbotempo hingemetert werden, entstehen am Ende nur Neuauflagen der öden alten Schlafquartiere - und ihrer sozialen Probleme."
Film

Ugo Bienvenus französischer Animationsfilm "Arco" über einen Jungen aus der tiefen Zukunft, der nach einer Zeitreise im späten 21. Jahrhundert landet, das kurz vor dem ökologischen Kollaps steht, begeistert nach der Academy, die den Film bereits für einen Oscar nominiert hatte, auch die Filmkritiker, die sich an die Filme des japanischen Großmeisters Hayao Miyazaki erinnert fühlen. "Schon durch die Lichtstimmung und die Offenheit der Räume verspricht die weiter entfernt liegende Zukunft Hoffnung", schreibt Stefan Stiletto im Filmdienst, "und wie bei Miyazaki traut sich auch Bienvenu, immer wieder poetische Szenen einzuflechten, die eine mögliche harmonische Koexistenz von Mensch und Umwelt zeigen". "Die plakative Zweidimensionalität des Formats wird ernst genommen", schreibt Dietmar Dath in der FAZ. "Tiefe ist hier keine Actionkulisse, sondern anziehende Eigenheit der Gedanken und Gefühle von Figuren. Deren Handlungshorizont heißt in 'Arco' zweimal 'Zukunft' - die Fernzukunft lockt, die Nahzukunft schillert dagegen eher böse am Bildrand, ein Flimmerskotom am Ende aller Optionen; die Kamera hat Migräne, die sich dem Publikum als psychologische Spannung mitteilt." tazler Alexander Kloß freut sich jetzt schon "auf Bienvenus nächstes Wunderwerk".

Im Perlentaucher schreibt Patrick Holzapfel über Barbara Lodens "Wanda", heute ein Klassiker des unabhängigen US-Films der Siebziger, der seinerzeit aber fast untergegangen wäre und langfristig auch nur anhand einer einzigen, zufällig aufgestöberten Filmkopie überliefert wurde. Jetzt kommt der Film über eine driftende Frau aus der Unterschicht, gespielt von Loden selbst, erstmals in die deutschen Kinos: "Es ist ein feministischer, ein humanistischer Aufschrei, der bei seinem ursprünglichen Release in den 1970er Jahren in den USA mitunter wütende Reaktionen hervorrief. Pauline Kael ... bezeichnete die Hauptfigur als 'ignorant slut' und spiegelte damit die Enttäuschung einer feministischen Generation, die andere Narrative für Frauen wollte. Tatsächlich ist diese Wanda ein Opfer. Sie ist eine ungebildete Frau, eine derjenigen, die schlecht ausgestattet ins Leben gestartet sind. Der Unterschied zu den Diskursfilmen, die heute mit feministischem Aufbegehren realisiert werden, besteht darin, dass Wanda ein Mensch ist und keine Figur. Sie soll nichts repräsentieren. Sie ist einfach nur. Sie präsentiert keine Lösungen. Da ist nur ein vages Bewusstsein für die Ungerechtigkeit ihrer Situation. Es drückt sich in einer Fluchtbewegung aus, in kleinen Gesten und Blicken."

Besprochen werden Oliver Hermanus' "The History of Sound", der 2025 schon in Cannes für Aufsehen sorgte (FR, Zeit Online), Julia Ducournaus "Alpha" (Standard, unsere Kritik) und "All We Ever Wanted" der Debüt-Langfilm des einstigen Kritikers Frédéric Jaeger (Filmdienst).
Bühne
Trotz der Farce um die Intendanz der Salzburger Festspiele, setzt Egbert Tholl (SZ) Hoffnung in Hinterhäusers Nachfolgerin Karin Bergmann, die bei der Pressekonferenz verkündete, sich stets zu fragen: "'Was wird Hinterhäuser dazu sagen?' ... 'Für mich ist ganz klar: Ich bin nicht gegen, sondern wegen Hinterhäuser hier.'" Sie sehe sich als "'Brückenbauerin', wohl auch zu jenen Künstlern, die sich gerade in einem offenen Brief gegen Hinterhäusers Rauswurf wandten. Der Brief sei unterschreiben worden, bevor jene von Bergmanns Bestallung wussten; sie habe bereits Peter Handke, Elfriede Jelinek und andere Künstler, die in diesem Sommer bei den Festspielen vertreten sein werden, angerufen." Auch Simon Strauß ist in der FAZ zumindest nicht unzufrieden mit der Wahl: "Bergmann hat sich in ihren Jahren als Burgtheater-Intendantin einen guten Ruf als besonnene Organisatorin ohne Eitelkeit und Selbstdarstellungsdrang erarbeitet, der ihr nun zugutekommt und möglicherweise sogar über fehlende Fachkenntnisse hinweghilft."
Einen ganz anderen Ton schlägt Axel Brüggemann an, der bei Backstage Classical Hinterhäuser keine Träne hinterher weint: "Im Salzburger Machtkampf ging es ... nie um Eingriffe in die Kunstfreiheit. Es ging stets um die Frage der Führung. Und ja: um Benehmen! Die letzten Monate haben gezeigt, dass ungebremste und zerstörerische Emotionalität zum Glück gegen ein mutiges und kreatives Schachspiel verliert. Testosteron ist langfristig eben kein Sieger-Hormon!"
Weitere Artikel: Benjamin Poore singt im VAN-Magazin ein Loblied auf die Wiederaufnahmeleiter, die den Spielbetrieb der Opernhäuser am Laufen halten.
Besprochen werden außerdem Thomas Ostermaiers Inszenierung von Molières "Der Geizige" an der Berliner Schaubühne (Zeit, mehr hier), ein Liederabend mit dem Tenor Joseph Calleja im Frankfurter Opernhaus (FR), Daniel Borgwardts Adaption von Alexander Kühnes Roman "Düsterbusch City Lights" im Landei Lugau (taz)
Einen ganz anderen Ton schlägt Axel Brüggemann an, der bei Backstage Classical Hinterhäuser keine Träne hinterher weint: "Im Salzburger Machtkampf ging es ... nie um Eingriffe in die Kunstfreiheit. Es ging stets um die Frage der Führung. Und ja: um Benehmen! Die letzten Monate haben gezeigt, dass ungebremste und zerstörerische Emotionalität zum Glück gegen ein mutiges und kreatives Schachspiel verliert. Testosteron ist langfristig eben kein Sieger-Hormon!"
Weitere Artikel: Benjamin Poore singt im VAN-Magazin ein Loblied auf die Wiederaufnahmeleiter, die den Spielbetrieb der Opernhäuser am Laufen halten.
Besprochen werden außerdem Thomas Ostermaiers Inszenierung von Molières "Der Geizige" an der Berliner Schaubühne (Zeit, mehr hier), ein Liederabend mit dem Tenor Joseph Calleja im Frankfurter Opernhaus (FR), Daniel Borgwardts Adaption von Alexander Kühnes Roman "Düsterbusch City Lights" im Landei Lugau (taz)
Musik
Kanye West wurde wegen seiner in den letzten Jahren zunehmend eskalierenden antisemitischen und rechtsradikalen Exzesse nun, seiner angeblichen Läuterung zum Trotz, die Einreise nach Großbritannien verboten. Richtig so, meint Jochen Bittner auf Zeit Online, denn "an Judenfeinden herrscht auf der Insel auch ohne Kanye West kein Mangel. Seit dem 7. Oktober 2023 erreichen antisemitisch motivierte Vorfälle in Großbritannien immer neue Rekorde. Den Boden dafür bereitet ein geistiger Schulterschluss zwischen der radikalen Linken und radikalen Muslimen. ... Künstler, die entsprechende Begleitmusik liefern, gibt's ebenfalls nicht zu knapp aus heimischer Produktion. Die nordirischen Rapper und Terrorismusverherrlicher Kneecap wedelten auf einer Bühne in London mit einer Hisbollah-Flagge und riefen 'Hoch die Hisbollah, hoch die Hamas!' Und der Vulgär-Rapper Bob Vylan fand nicht nur beim Glastonbury-Festival im vergangenen Juni Freude am Slogan 'Death, Death to the IDF!', er gab ihn auch kürzlich beim Al-Kuds-Tag in London zum Besten - unter dem Jubel Hunderter Unterstützer des iranischen Regimes."
Nach dem Einreiseverbot sagten Festivals, bei denen West auftreten sollte, ihr Stattfinden ab: "Stutzig" macht es Edo Reents im FAZ-Kommentar, dass die Veranstalter West überhaupt eingeladen haben, wo dessen wirre Äußerungen doch seit Jahren bekannt sind. "Der Wind begann sich erst zu drehen, als Sponsoren wegen des umstrittenen, aber bis dahin noch nicht gecancelten headliners kalte Füße bekamen."
Außerdem: Im VAN-Essay umkreist der Autor und Dozent Joseph Kreider in tiefer Trauer seinen voranschreitenden Hörverlust: "Meine Erinnerungen daran, wie sich Musik früher anfühlte, verbinden sich mit einer Sehnsucht, dieses Gefühl im gegenwärtigen Moment wiederzufinden." In der Zeit empfiehlt uns David Hugendick ein Konzert der Band Angine de Poitrine, nach dem man sich "angenehm kariert fühlt von all den rhythmischen Schleudergängen und mikrotonalen, dissonanten Turbulenzen".
Besprochen werden Amy Bergs Musik-Dokumentarfilm "It's Never Over, Jeff Buckley" (FR, taz, FD), ein Frankfurter Liederabend mit Joseph Calleja (FR), das Set "Bongo Fury" mit den Aufnahmen von Frank Zappas und Captain Beefhearts letztem künstlerischen Aufeinandertreffen im Jahr 1975 (Standard-Kritiker Ronald Pohl beobachtet ein "letztes, triumphales Aufbäumen der verpeilten US-Subkultur") sowie das dritte Album des kenianischen Musikers Kabeaushé ("ein herausfordernder Ritt quer durch diverse Popstile: HipHop, Gospel-Dekonstruktion, Industrial-Punk, dazu Falsettgesang, Handclaps, südafrikanische Gqom-Beats und verzerrte Kickdrums", schreibt Stephanie Grimm in der taz).
Nach dem Einreiseverbot sagten Festivals, bei denen West auftreten sollte, ihr Stattfinden ab: "Stutzig" macht es Edo Reents im FAZ-Kommentar, dass die Veranstalter West überhaupt eingeladen haben, wo dessen wirre Äußerungen doch seit Jahren bekannt sind. "Der Wind begann sich erst zu drehen, als Sponsoren wegen des umstrittenen, aber bis dahin noch nicht gecancelten headliners kalte Füße bekamen."
Außerdem: Im VAN-Essay umkreist der Autor und Dozent Joseph Kreider in tiefer Trauer seinen voranschreitenden Hörverlust: "Meine Erinnerungen daran, wie sich Musik früher anfühlte, verbinden sich mit einer Sehnsucht, dieses Gefühl im gegenwärtigen Moment wiederzufinden." In der Zeit empfiehlt uns David Hugendick ein Konzert der Band Angine de Poitrine, nach dem man sich "angenehm kariert fühlt von all den rhythmischen Schleudergängen und mikrotonalen, dissonanten Turbulenzen".
Besprochen werden Amy Bergs Musik-Dokumentarfilm "It's Never Over, Jeff Buckley" (FR, taz, FD), ein Frankfurter Liederabend mit Joseph Calleja (FR), das Set "Bongo Fury" mit den Aufnahmen von Frank Zappas und Captain Beefhearts letztem künstlerischen Aufeinandertreffen im Jahr 1975 (Standard-Kritiker Ronald Pohl beobachtet ein "letztes, triumphales Aufbäumen der verpeilten US-Subkultur") sowie das dritte Album des kenianischen Musikers Kabeaushé ("ein herausfordernder Ritt quer durch diverse Popstile: HipHop, Gospel-Dekonstruktion, Industrial-Punk, dazu Falsettgesang, Handclaps, südafrikanische Gqom-Beats und verzerrte Kickdrums", schreibt Stephanie Grimm in der taz).
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