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25.07.2024. Nach den Olympischen Spielen wird es keine Banlieues, sondern nur noch Grand Paris geben, verspricht Dominique Perrault, Architekt des Olympischen Dorfes, in der Welt. Die Filmkritiker diskutieren über RP Kahls Kino-Adaption von Peter Weiss' Theaterstück "Die Ermittlung": Schulklassenkino oder lebensnahe Konfrontation mit Auschwitz? Die FAZ erfreut sich in Hamburg im Badezimmer von Jakob Lena Knebl und Ashley Hans Scheirl an Pelzigem und Phallischem. Die SZ sehnt sich nach einem Hauch der alten Avantgarde in Bayreuth. Und alle trauern um den Bluesmusiker John Mayall.
Paris putzt sich raus für Olympia - und in der FAZ ist Niklas Maak zumindest mit Blick auf Fahrrad-Parkanweisungen, Überwachungskameras und andere Vorschriften nicht besonders glücklich: "Der Staat behandelt seine Bürger wie unmündige, zu sozialschädlicher Delinquenz neigende Kinder." Aber der Ausbau der neuen sozialen Infrastuktur darf auch in anderen europäischen Städten gern Schule machen, meint er. Allein wieviel Geld ausgegeben wird für neue Bahnlinien und Verkehrswege, die Zentrum und Peripherie versöhnen sollen, verschlägt Maak die Sprache: "Insgesamt werden 68 neue Bahnhöfe gebaut, die ähnlich sensationell wirken sollen wie die legendären Jugendstil-Stationen, die Hector Guimard um 1900 für die Pariser Metro entwarf und allein schon architektonisch einen Grund liefern könnten, die Bahn zu nehmen: Für die erweiterte Linie 14, die jetzt vom neuen olympischen Dorf nahe der Kathedrale von Saint-Denis im Norden von Paris bis zum südlichen Flughafen Orly durchfahren soll, hat der japanische Architekt Kengo Kuma die Endstation im Norden entworfen, die die Ruhe eines großen asiatischen Tempels ausstrahlen und gleichzeitig an die Leichtigkeit früher Bahnhofshallen des 19. Jahrhunderts erinnern will...."
Und dann ist da natürlich noch das Olympische Dorf, das auf 54 Hektar nördlich von Paris in den Gemeinden Saint-Denis, Saint-Ouen und Ile-Saint-Denis entstanden ist und das nach Abschluss der Spiele das Ende der Pariser Banlieues bedeuten soll, wie dessen Architekt Dominique Perrault im Welt-Gespräch verspricht: "In den Köpfen der Leute setzt sich langsam das Grand Paris als neues Territorium durch. Die Strategie von 'Paris 2024' war genau das: Paris und die Seine als das Herzstück dieser Spiele zu begreifen. Gleichzeitig ging es darum zu zeigen, dass, wenn man die Seine weiter hinunterfährt, man erst zum Olympischen Dorf kommt, das auf den Kommunen Saint-Ouen, Saint-Denis und Île-Saint-Denis liegt, und schließlich zum neuen Wassersportzentrum und zum Stade de France. Es zeichnet sich damit ein neuer Stadtplan ab, der keine politische Ansage ist, sondern eine neue Wirklichkeit abbildet. (...) Heute leben zwei bis zweieinhalb Millionen Einwohner im Zentrum, aber rund zehn Millionen Menschen in den Vorstädten drumherum. Es ist eine kleine, dichte Stadt, die dabei ist, die größte Metropole Europas zu werden, wenn eines nicht zu fernen Tages 12 Millionen Menschen sich als Einwohner des Grand Paris verstehen werden."
Weitere Artikel: Derweil berichtet Matthias Alexander in der FAZ, wie in Brüssel an einem "Europäischen Plan für erschwinglichen Wohnraum" gefeilt wird, auch indem ein eigener Kommissar für Wohnungsbau berufen wird. Alexander schwant nichts Gutes: "Als sicher kann nach der Entwicklungslogik von Bürokratien gelten, dass sein Wirken mit dem Aufbau einer eigenen Verwaltung verbunden wäre, die ihre Existenz durch immer neue regulatorische Vorgaben zu rechtfertigen suchen würde." In der NZZfeiert Andres Herzog den Zubau, den das Architekturbüro Gähler Flühler Fankhauser Architekten für das Stadttheater St. Gallen entworfen hat und der sich dem Brutalismus des Hauses "organisch" anpasst.
Texttreu auf der Theaterbühne: RP Kahls "Die Ermittlung" Die Filmkritik diskutiert über RPKahls wortgetreue, vierstündige und ihrerseits in einem Theatersetting inszenierte Kino-Adaption von PeterWeiss' Theaterstück "Die Ermittlung" aus dem Jahr 1965 über den FrankfurterAuschwitzprozess. Anders als Tobi Müller auf Zeit Online (hier unser Resümee) siehtPerlentaucher Tilman Schumacher eine genuin filmische Annäherung an den Stoff. Die Kamera "lässt uns, viel mehr als es die buchstäbliche Distanz zwischen Ensemble und Zuschauenden im Theater je ermöglichen könnte, an den Emotionen teilhaben, die sich in den herangerücktenGesichtern von Zeugen, Ankläger und anderen abzeichnen." Doch "Kahls opulenter Dialogfilm vertraut merkwürdigerweise nicht in letzter Konsequenz auf die Wirkung seines Dialogs. Im Gegensatz zu Weiss möchte Kahl sichergehen, wie man sich bei den Berichten übers Lagerleben fühlt." Diese "Nahbarkeit, vielleicht auch Didaktik, für die sich Kahl bei aller augenscheinlichenAbstraktheit des Settings entscheidet, verleiht dem Ganzen in meinen Augen den Beigeschmack von Schulklassenkino."
Artechockliefert zum Film zwei Kritiken: Dunja Bialas erlebte "einen konzentrierten Film", welcher "zunehmend zu einer Höllenfahrt direkt ins Zentrum der Vernichtung wird". "Wie erzählt man von Auschwitz", fragt sich Rüdiger Suchsland. "Distanz ist wichtig. Schauspieler können nicht 'nachfühlen', wie es ist nach Auschwitz zu gehen. ... Dieser Film erzählt uns damit auch etwas über das Kino. Er entfaltet die Dialektik von Zeigen und Sehen und vom Nicht-Zeigen und Sehen. Das Ergebnis ist ein Zeigen, ohne abzulenken." Daniel Kothenschulte ist in der FR vor allem künstlerisch sehr begeistert: "Selten ist das Kino bereit, sich Theaterformen unterzuordnen, dabei kann dadurch sogar eine neue Kunstform entstehen, wie Kahls Film beweist." Denn das Kino ist "ein idealer Wirkungsort, sich der Bildkraft dieses Textes auszusetzen." Und Sofia Glasl hält in der SZ fest: "Erinnerungskultur ist hier kein trockener Schulstoff, sondern lebensnahe Konfrontation." Hanns-Georg Rodek berichtet in der Welt von den Dreharbeiten.
Themenwechsel: Mit der Abschaffung der Preisgelder beim DeutschenFilmpreis wird der deutsche Film noch ein bisschen unfreier als eh schon, schreibt Rüdiger Suchsland auf Artechock und bekräftigt damit die Kritik, die etwa schon Günter Rohrbach an dieser Entscheidung geäußert hatte (unser Resümee). "Allein schon die Nominierung für den 'Besten Film' beim Deutschen Filmpreis bedeutete, dass Produzenten 250.000 € bekamen, die sie relativ frei in neue Projekte investieren konnten." Und im Erfolgsfall kam nochmal gut was oben drauf. "Ein großes Glück für jede Produktionsfirma! Insbesondere für die etwas kleineren Independent-Produktionen, die bei den Filmpreisen oft nominiert sind. Der Deutsche Filmpreis war damit der einzige Preis der öffentlichen Bundesfilmförderung, in dem das fertige Ergebnis, das eigentliche Filmkunstwerk ausgezeichnet wird, nicht die guteAbsicht, der besteAntrag, die Erwartungen einer anonymen Kommission."
Weitere Artikel: Felicitas Kleiner bietet im Filmdienst einen Überblick über das Programm des kommenden Filmfestivals in Venedig. Besprochen werden NatjaBrunckhorsts Wendekomödie "Zwei zu Eins" (Perlentaucher, Artechock), NicolasPhiliberts Dokumentarfilm "Averroès & Rosa Parks" (taz, Artechock), QuentinDupieuxs Biopic-Komödie "Daaaaaalí" (NZZ), Shawn Levys Superheldenfilm "Deadpool & Wolverine" (FAZ, NZZ, FR, Artechock), die auf Disney+ gezeigte Serie "The Veil" (FAZ) uind das auf Apple TV+ gezeigte Serien-Remake von Terry Gilliams Science-Fiction-Klassiker "Time Bandits" (taz). SZ und Filmdienst bieten außerdem einen Überblick über die wichtigsten Kinostarts der Woche.
Besprochen werden unter anderem ToxischePommes' "Ein schönes Ausländerkind" (NZZ), DenizOhdes "Ich stelle mich schlafend" (FR), CarolineO'Donoghues "Die Sache mit Rachel" (FAZ) und Martina Hefters "Hey guten Morgen, wie geht es dir?" (Zeit). Mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr.
Jakob Lena Knebl, Cordula's Sister, sculpture, 2023. Courtesy de l'artiste, Galerie Loevenbruck (Paris) & Georg Kargl Fine Arts (Vienne) Diese Ausstellung ist eine "Zumutung für den guten Geschmack", freut sich FAZ-Kritiker Georg Imdahl nach der Schau "Passage" in der Hamburger Sammlung Falckenberg, wo das queere Glamour-Duo Jakob Lena Knebl und Ashley Hans Scheirl derzeit nicht nur "Urinstrahlen zu Körperteilen" mutieren lässt. Stets geht es ihnen um "Transformationen des sozialen, geschlechtlichen, individuellen Ichs", so Imdahl:"Spiegelnde Paravents suggerieren eingangs ein Flair von Lifestyle-Shopping, man bewegt sich hier in einem Passagenwerk der erotischen Anspielungen, wähnt sich zwischen Boudoir und Badezimmer, trifft auf Pelziges, Phallisches, auf allerlei Fetischobjekte von der Hand Knebls, und selbst der unverdächtige Kleiderhaken gebärdet sich plötzlich obszön, transformiert sich zum Spielzeug für Erwachsene. Knebl huldigt dem entblößten, fülligen Körper in fotografischen Selbstbildnissen und in großen, mit Cord ummantelten Soft-Sculptures; auf Couchtischen von Maison Charles präsentieren sich Skulpturen, deren Rundungen auf Hans Arp zurückgehen sowie auf Barbapapa, älteren Semestern als possierliche Zeichentrick-Figur aus den Siebzigern erinnerlich - angeblich ist das Kapitalismuskritik."
Christina Kubisch: Die Konferenz der Bäume (1988/89), Klagenfurt 2014. Foto: Christina Kubisch Das Künstlerhaus Bethanien gratuliert sich mit der Ausstellung "Sounds of Bethany" zum 50-jährigen Jubiläum - und verabschiedet zugleich seinen Chef Christoph Tannert. In der Berliner Zeitunglässt sich Ingeborg Ruthe aus diesem Anlass gern mitnehmen auf eine Reise in die Klangkunst von den Achtzigern bis heute: "Die auf unsere Zeit voller Krisen und Konflikte bezogene, inhaltlich wie formal wohl radikalste Klanginstallation ist die des gebürtigen Dresdners Via Lewandowsky, einst ein Subversiver im DDR-Kunstbetrieb. Sein 'Chor der Seelen' von 2024 beginnt in einem Gang aus Filzwänden. Vorbei an einem Rollstuhl gelangt man in ein Zimmer mit Krankenbett, medizinischen Geräten, einem Käfigwagen voller Kopfkissen, Kugellampen, Lautsprechern, 8-Kanal-Playern, FM-Sendern. Und dazwischen liegen, stecken, hängen abstrakte Körpergebilde. Aus allen Richtungen kommen kakophonische Klänge. Stöhnen, Wehklagen, Jammern, Seufzen? Sind es die armen Seelen der Corona-Zeit? Oder die armen Seelen des notorischen Pflegenotstands im Wohlstandsstaat Deutschland?"
Weitere Artikel: In Japan sind gleich zwei von Wolfgang Beltracchis Fälschungen in Museen aufgetaucht, meldet Tobias Timm in der Zeit. In der tazberichtet Erik Peter, dass das ukrainische Künstlerzentrum "Hotel Continental - Art Space in Exile" in Berlin ein Werbeevent einer ukrainischen Sturmbrigade mit direkten Bezügen zur faschistischen Asow-Bewegung ausgerichten will.
Besprochen wird außerdem die Ausstellung "Anne Imhof: Wish You Were Gay" im Kunsthaus Bregenz (FAZ).
So recht in Wagner-Stimmung wollen die Theaterkritiker dieses Jahr offenbar nicht kommen. Während die Salzburger Festspiele mit Christian Thielemann, einigen Opern-Raritäten und, ähm, einem Russland-Schwerpunkt aufwarten, wirkt das Programm in Bayreuth geradezu festgefahren, seufzt Reinhard J. Brembeck in der SZ: Neu ist kaum etwas: "'Tannhäuser' bleibt 'Tannhäuser', ganz egal, wer da dirigiert und singt. Es gibt nur Abstufungen in der Qualität, für die das Publikum dann aber mehr oder weniger Geld zu bezahlen bereit ist." Man muss ja nicht gleich "Hänsel und Gretel" geben, aber "vorstellbar wäre jährlich eine Uraufführung im Festspielhaus, es würde Wagners Sucht nach Neuem und Avantgarde entgegenkommen. Zumal alle Opernmacherei nach Wagner bis heute auf ihn reagiert, sei es in Fortschreibung oder Ablehnung, das gilt für Puccini wie Stockhausen, Debussy wie George Benjamin, Henze wie Rihm. Aber solch eine Erweiterung würde Geld kosten, viel mehr als Bayreuth derzeit zur Verfügung hat, viel mehr als es selbst mit ausverkauften Vorstellungen einnimmt. An diesem Punkt sind Bund, die widerstrebenden Bayern und die Bayreuthfreunde gefordert, auf dass die Wagner-Festspiele wieder wie zu Zeiten ihres Schöpfers Avantgarde und nicht zum Ragnarök der Wagnerweiterverwurschtung werden."
In der Zeit konstatiert auch Christine Lemke-Matwey nach 29 Sommern in Bayreuth schwindende Relevanz und schließt: "Sollten alle Stricke reißen, haben wir bei Richard Wagner ja immer noch den Antisemitismus." In der FAZ erträumt sich Jürgen Kesting indes seinen idealen "Ring", dirigiert von Bruno Walter oder Joseph Keilberth. Im Tagesspiegel ist Christiane Peitz zumindest gespannt, was für einen "Tristan" Thorleifur Örn Arnarsson auf die Bühne bringen wird: "Der Hamburger Abendzeitung hat er verraten, dass sein Tristan kein strahlender Held ist, sondern 'ein verwundeter Mensch', dem mit Isolde eine aktive Agentin gegenüberstehe, 'Subjekt statt Objekt'." Die Welt präsentiert Bayreuth im Liveticker und verrät: Thielemann wird 2025 wieder in Bayreuth dirigieren.
Szene aus Dada Masilos "Hamlet". Bild: yakoone Für ihre Hamlet-Inszenierung stellt die südafrikanische Choreographin Dada Masilo beim Wiener Impulstanz Festival Ophelia ins Zentrum - und auch sonst sorgt Masilo für einige Überraschungen, freut sich Nachtkritiker Martin Thomas Pesl: "Mit erfrischender Radikalität hat die Choreografin aus Shakespeares Tragödie alles Intellektuelle herausgezogen. Übriggeblieben sind ein Minimum an Text und das - nunmehr vertanzte - Handlungsgerüst, freilich ohne Anspruch auf chronologische Genauigkeit: So persifliert Masilo herrlich das Chaos im fünften Akt (wer hat nochmal wen mit welchen Kelchen vergiftet?), indem sich einfach die gesamte Tanzkompanie mit Bechern ausgestattet elegant zu Tode tanzt." Masilo "setzt sich mit der europäischen Balletttradition ebenso auseinander wie mit zeitgenössischen Formen und afrikanischen Tanztraditionen", kommentiert Uwe Mattheis in der taz: "Sie entwickelt daraus ein vollkommen eigenes Vokabular. Das führt sie nicht in den Eklektizismus, es gelingen ihr vielmehr erstaunliche Synthesen." Das Stück gehört nicht zu Masilos besten Inszenierungen, meint indes Helmut Ploebst im Standard: "Der weitgehend textfreie Tanz bleibt zu leicht, das Schauspiel zu schwach, die Musik viel zu dünn..."
Dass aktuell das halbe Internet über einen Clip von 2023 ausflippt, der die als demokratische US-Präsidentschaftskandidatin so gut wie feststehende KamalaHarris beim Einkaufen geschmackssicherer Schallplatten zeigt, hat wohl auch mit einer "Nostalgie nach den Obama-Jahren" zu tun, als ein US-Präsident ausnahmsweise auch mal Pop-Coolness ausstrahlte, schreibt Andrian Kreye in der SZ. "Was aber nun anfangen mit dem Plattenladen-Meme? ... Jazzplatten sind kein Konsens, sondern ein Distinktionsmerkmal. Für ihren Wahlkampf bringt ihr das Meme nichts. ... Was bleibt, ist aber ein Hauch Respekt dafür, dass sich Kamala Harris ihre Musikleidenschaften nicht von einem Wahlkampfteam zusammenstellen lässt. Das ist eines von vielen Puzzleteilen im Kampf um die Gunst der Popkultur, der inzwischen so kleinteilig geworden ist, wie der um die einzelnen Wahldistrikte mit den meisten Wechselwählern."
Dazu passend erklärt Gerrit Bartels im Tagesspiegel die Hintergründe, warum Beyoncé Harris gestattet hat, ihren Song "Freedom" für Wahlkampfzwecke zu verwenden.
Die Popkritiker trauern um den Bluesmusiker JohnMayall, der im gesegneten Alter von 90 Jahren kurz vor seiner Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame gestorben ist. Er war "durch die Jahrzehnte hindurch die blitzlebendige Bezugsgröße des britischen Blues, der mitten im Sturm stehende Hinkelstein und Leuchtturm" - und das auch ganz ohne Hitsingle, schreibt Joachim Hentschel in der SZ: "Für einen Bluesmann seines Zuschnitts war Mayalls Gesangsstimme von Anfang an erstaunlich golden und sanft, eher Tenor als Grizzly." Mayall war sicher kein Genie des Blues, schreibt Edo Reents in der FAZ. Aber mit seinen vielfältigen Betätigungen hat er "dafür gesorgt, dass ... der Blues in Großbritannien seine eigentliche Heimat gefunden hat." Für FR-Kritiker Harry Nutt war Mayall gar "eine Art Herbergsvater des Rock", da er "Dutzenden Jugendlichen, die irgendwas mit Gitarren machen wollten, eine Richtung gab" und damit "die popmusikalische Welt nach 1960 wie kein Zweiter geprägt" hat. Weitere Nachrufe schreiben Hanspeter Künzler (NZZ), Gregor Dotzauer (Tsp) und Ulrich Gutmair (taz).
Weiteres: Das Klassikmagazin VAN macht Sommerpause - und spendiert zur Überbrückung bis zur nächsten Ausgabe auf seiner Startseite 42 eigens freigeschaltete Artikel. Besprochen werden Taylor Swifts Auftritt in Hamburg (Welt, taz), JonasEngelmanns Buch "Der Text ist meine Part" über die Geschichte der HamburgerSchule (FR) und die Amazon-Serie "Back on Track - Neuanfang mit Bushido" (Welt).
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