Efeu - Die Kulturrundschau

Wärmende Liebesklangkraft

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01.02.2025. Die FAS taucht mit der ukrainischen Künstlerin Kateryna Lysovenko in Hannover in neun Höllenkreise. Der Standard freut sich, dass das Kino den Sex wiederentdeckt. Goethes Antisemitismus war hässlich, aber er war kein Wegbereiter der Schoah, erklärt Biograf Jeremy Adler in der Literarischen Welt seinem Kollegen Daniel Wilson. In der SZ schwärmt Peter Sellars von der Arbeit mit Teodor Currentzis für Rameaus "Castor und Pollux", auch die Welt muss dem putinhörigen, aber "rasant-relevanten Rameau-Recken" Tribut zu zollen. Wenig abgewinnen kann die SZ dem Schwanengesang des waidwunden Disco-Tiers The Weeknd.
9punkt - Die Debattenrundschau vom 01.02.2025 finden Sie hier

Kunst

Kateryna Lysovenko, Mermaids embrions, 2023, mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin


Jonathan Guggenberger trifft sich für die FAS mit der ukrainischen Künstlerin Kateryna Lysovenko, deren Ausstellung "Animals" heute im Kunstverein Hannover eröffnet. Lysovenko war vor dem Krieg nach Österreich geflohen. In Hannover sieht ihr Guggenberger beim Bemalen des Treppenhauses zu. "'Ich male die neun Höllenkreise, wie bei Dante', sagt sie und deutet auf die schwindelerregend hohen Stockwerke über und unter uns. Dünnhäutige Wesen ziehen auf den Wänden vorbei, beten hervorstehende LED-Lampen an, kriechen entlang der Fußleisten und lösen sich Stockwerk für Stockwerk in organischen Formen, in Abstraktion auf. 'Angel folding the sky' heißt die Wandarbeit. Unter der Treppe bäumt sich der namensgebende Engel auf, ochsenblutrot, und faltet mit beiden Händen einen der riesigen gemalten Kokons zusammen." Nicht zum ersten Mal ist Guggenberger irritiert von Lysovenkos Arbeiten: "Schon in Venedig fragte ich mich: Ist das nicht furchtbar kitschig? Esoterisch? Symbolistisch? Folklore? Die ikonischen Posen, die blutroten Körper der Mutterfiguren, die Fabelwesen? Jetzt stehe ich in Hannover und frage es mich wieder. Dann aber packt mich etwas. Diese Spur der Gewalt in den Bildern, das überbordende Fresko-Blau, das die symbolistischen Formen bedrohlich umspült. Der negative Raum zwischen den Figuren."

Ilona Keserü, Big Earth, Water, 1985; Copyright Ilona Keserü. Courtesy the artist and Stephen Friedman Gallery, London and New York. Photo by Todd- White Art Photography.


Die hat sich ja was getraut, staunt FAZ-Kritiker Stefan Trinks, berückt von den enorme Energie ausstrahlenden abstrakten Werken der ungarischen Künstlerin Ilona Keserü, die das Engadiner Muzeum Susch gerade ausstellt. Abstrakte Kunst war nach dem Aufstand 1956 in Ungarn nämlich bis zur Perestoika verboten. Keserü scheint das nicht gekümmert zu haben. Sie hatte noch im Studium die französische Abstraktion kennengelernt: "Das früheste im Muzeum Susch ausgestellte Werk von 1954 trägt zwar noch den konkret-gegenständlichen Titel 'Seegras', doch scheint eine kräftige Meeresbrise das selbige zum formbefreiten Fließen gebracht zu haben. Noch erstaunlicher und eigentlich nur durch den vorhergeahnten Systemzusammenbruch erklärbar sind ihre völlig abstrakten Fresken für das Hochschulinstitut für Atomkraft in Budapest 1988, auf denen die Kernfusion abstrakt durch eine 'Sonne' und einen Keil symbolisiert ist und ansonsten Neutronen und Moleküle mit den Elementen in Pop-Art-Farben kämpfen und alles im Fluss ist." (Mehr zu Keserü hier und hier)

Und hier spricht Ilona Keserü über ihr Bild "Südwind":



Ausstellungsansicht "Peche Pop". Foto: MAK/Christian Mendez
In der NZZ stellt Paul Jandl den österreichischen Künstler Dagobert Peche vor, der 1923 im Alter von 35 Jahren starb. Peche war ein Star zu seiner Zeit, ein "Anarchist der Verspieltheit", ein Übertreibungskünstler, der dem wohlhabenden Bürgertum Wohnungen einrichtete, die dem faden "Ornament ist ein Verbrechen"-Geist Adolf Loos' spotteten. Schön, dass das Wiener MAK dem fast Vergessenen eine große Ausstellung widmet, freut sich Jandl: "Wie weit ist der Weg von den psychedelischen Tapetenmustern des ehemaligen österreichischen Jungstars bis zu den drogenbunten sechziger Jahren? Wie weit der Weg von Peches monströsen Möbeln bis zu den Design-Delirien der Postmoderne? Diese Frage stellt sich die Ausstellung tatsächlich auch. Sie mischt Künstler, die erst viel später im Geiste Peches gearbeitet haben, ins Geschehen, und so muss man oft zweimal schauen."

Weitere Artikel: Tomasz Kurianowicz unterhält sich für die Berliner Zeitung mit dem Fotografen Harf Zimmermann über dessen Lieblingsobjekt: Brandmauern. In der FAZ denkt Petra Ahne über die Wirkung von Naturfotografie nach.

Besprochen werden außerdem die Ausstellungen Malerei aus der DDR im Potsdamer Minsk (BlZ), "Die Welt im Fluss" mit japanischer Kunst aus den Beständen des Frankfurter Museums Angewandte Kunst (FR) und eine Ausstellung von Alfredo Jaar im Berliner KINDL - Zentrum für zeitgenössische Kunst (FAS).
Archiv: Kunst

Film

Angelina Jolie gibt die Callas: "Maria" von Pablo Larraín

Kommenden Donnerstag startet "Maria", der dritte Film in einer inoffiziellen Trilogie von Pablo Larraín über große Frauen des 20. Jahrhunderts, die der chilenische Auteur in Momenten großer Krisen zeigt. Diesmal geht es um die letzte Lebenswoche im Leben der Callas. "Larraín möchte die Momente der Souveränität finden, die es einmal gab", schreibt Bert Rebhandl in der FAZ. "Die Momente der Perfektion, nicht nur auf der Bühne, sondern auch auf der Welt, die Maria Callas für einige Jahrzehnte zu Füßen lag." Dass Angelina Jolie den legendären Opernstar spielt, hält Rebhandl zwar für einen durchaus interessanten Besetzungscoup, "doch Jolie kann nicht einmal so singen wie die Callas, als sie nicht mehr so singen konnte, wie sie einmal gesungen hatte. So tappt 'Maria' ein wenig unbeholfen durch die Zeiten, lässt Maria Callas in Sentenzen sprechen und kann sich nicht entscheiden, in welche Richtung dieses dann doch recht konventionelle Dementi eines klassischen Biopics gehen soll."

Susan Vahabzadeh steht in der SZ auch eher ratlos vor dem Ergebnis: "Um wirklich die Vergangenheit auferstehen zu lassen, ist das alles viel zu glatt und zu abgeschlossen von der Zeit, in der es spielt. 'Maria' bleibt vorwiegend in einer merkwürdigen Ménage-à-trois stecken" und "eine große Erkenntnis findet Larraín bei seinem Blick in die Vergangenheit auch nicht".

Das Kino entdeckt nach einer langen, keuschen Phase den Sex wieder, schreibt Valerie Dirk im Standard und bezieht sich dabei auf Filme wie "Babygirl", "Queer", "The Substance", "Anora", "Love Lies Bleeding" oder, wenn auch schon etwas her, "Poor Things" und "Challengers". "Das Ausprobieren ist eine Gemeinsamkeit all der aktuell erfolgreichen Filme, die vor Sex nicht zurückschrecken. Eine andere ist, dass viele der Regieführenden weiblich und europäisch sind. Dieses Kino ... lernt, es experimentiert, es problematisiert. Es ist selbstbewusst und sieht Sex nicht länger als reinen Lusteffekt an, sondern als erzählerisches Mittel, das komplizierte menschliche Beziehungen auslotet. Es geht um junge, alte, queere Körper genauso wie um Macht und Konsens und vielseitige Gefühlslagen."

Weitere Artikel: Martin Scholz spricht für die WamS mit Adrien Brody über dessen Hauptrolle in "The Brutalist" (unsere Kritik). In der Zeit spricht Thomas Mießgang mit Alexander Horwath über dessen Essayfilm "Henry Fonda for President" (mehr zum Film bereits hier). Georg Stefan Troller erinnert sich in der Literarischen Welt an seine Begegnung mit Roberto Rossellini. Besprochen werden Douglas Wilsons Kinderfilm "Paddington in Peru" (FAZ) und Ian Whites Dokumentarfilm "Mutiny in Heaven" über The Birthday Party, die erste Band von Nick Cave (FAS).
Archiv: Film

Literatur

"Welches waren für Sie die fünf prägendsten Bücher der deutschsprachigen Literatur seit 2000?" Das fragen wir anlässlich von 25 Jahren Perlentaucher gerade die Literaturkritiker. Nach Ijoma Mangold (hier) und Judith von Sternburg (dort) ist es nun an Tilman Spreckelsen, auf das erste literarische Viertel dieses Jahrhunderts zurückzublicken. Er nennt Bücher von Felicitas Hoppe, Daniel Kehlmann, Martin Mosebach, Terézia Mora und Andreas Steinhöfel: "So unterschiedlich sie sind, jeder dieser Romane ermöglicht uns die Erfahrung einer überwältigend souveränen Sprache, fünf Töne, fünf Stimmlagen, jeweils wie geschaffen für das, was sie erzählen. Jedes von ihnen übersetzt im Kopf des Lesers die Schrift mühelos in Klang, man hört diese Romane und trägt sie mit sich herum, lange, jahrelang." Hier unser Editorial in eigener Sache zu unserem Jubiläum - und dort Anja Seeligers Perlentaucher-Chronik.

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"Goethes Ansichten über die Juden sind ein peinlicher Defekt im Bild des großen Dichters", schreibt Jeremy Adler, der vor einigen Jahren eine große Biografie über den Dichterfürsten verfasst hat, in der Literarischen Welt und widerspricht in einer großen Rezension dem Germanisten Daniel Wilson, der in seinem aktuellen Buch zum Thema für sich beansprucht, Goethes Antisemitismus als Erster freigelegt zu haben: Diese Angabe sei "irreführend". "Die Zwiespältigkeit gegenüber den Juden war ein Gemeinplatz, und Goethe imitiert nur die verworrene Sicht seiner Zeit. ... Goethe spielt in der Geschichte des deutschen Antisemitismus keine Rolle. Doch Wilson will zeigen, dass auch Goethes Haltung zur Schoah führte." Doch damit "will er mit Goethe mehr erklären, als er beweisen kann".

Weitere Artikel: Der Schriftsteller Michael Kleeberg erzählt in "Bilder und Zeiten" der FAZ von seinem Leid, in Tokio einen Ort zu finden, wo man rauchen kann. Jan Philipp Burgard spricht für die WamS mit dem niederländischen Schriftsteller Leon de Winter. Mandoline Rutkowski hat für die WamS den Autor Paul Lynch in Dublin besucht. Das Literarische Leben der FAZ dokumentiert die Rede, die der Schriftsteller Christoph Ransmayr bei der Beerdigung des Publizisten Martin Pollack gehalten hat.

Besprochen werden Zach Williams' Kurzgeschichtenband "Es werden schöne Tage kommen" (LitWelt, unsere Kritik), Rachel Cusks "Parade" (online nachgereicht von der FAZ), Daisy Hildyards "Notstand" (taz), Tore Renbergs "Die Lungenschwimmprobe" (FR), Juhani Ahos "Der Eremit des Friedens" (FAZ) und Rachel Avivs "Sich selbst fremd" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Archiv: Literatur

Bühne

Szene aus "Castor und Pollux" am Palais Garnier. Foto: Vincent Pontet/OnP


Reinhard J. Brembeck unterhält sich für die SZ mit Peter Sellars, der im Pariser Palais Garnier Rameaus Oper "Castor et Pollux" inszeniert hat und überglücklich von der Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Teodor Currentzis erzählt, dessen Putin-Treue seiner Bewunderung keinen Abbruch tut. Hier geht's um Kunst: "Sellars ist ins 18. Jahrhundert verliebt: 'Ich bin besessen von dieser Zeit. Es ist die schönste Zeit der Oper, die so magisch und so befremdlich ist und tiefe Dinge berührt, die wir gar nicht zu berühren wissen.' Dann zieht er eine Parallele zwischen 'Castor' und einem Ritual der Freimaurer, die sich in einen Sarg legen, um den eigenen Tod vorwegzunehmen, um dann anders leben zu können, was sie sich davor nicht trauten. Genauso geht Pollux in die Unterwelt, danach ändert er radikal sein Leben, verzichtet auf die Unsterblichkeit: 'Der Unsterbliche ist so arrogant, Macht ist so traurig. Pollux realisiert, dass da eine größere Welt jenseits seiner Unsterblichkeit ist.' So versteht Sellars diese Oper als Appell an alle Gewaltherrscher: 'Versucht, menschlich zu sein!' Schon bricht er wieder aus in sein typisches schallendes Gelächter."

In der Welt kann Manuel Brug mit Sellars Inszenierung wenig anfangen, aber Currentzis beeindruckt ihn sehr: "Regie-Guru Peter Sellars wollte diesen Prolog als aktuellen Kommentar zum kriegerischen Heute wieder installiert wissen. Doch seine zahnlos fade Rampentheaterbebilderung zwischen Sperrmüllmöbeln in hässlichen Kostümen vor Luftbild- und Raumfahrtprojektionen im Hintergrund, sie erzählt erwartungsgemäß nichts Aufregendes, sie ist nicht mal ein biederer Kommentar der Handlung. ... Doch musikalisch (und nur so gastiert dies auch am Festspielende des diesjährigen Salzburg-Sommers) wird das Ganze exzellent belebt, vom nach wie vor wegen seiner Russland-Beziehungen umstrittenen Teodor Currentzis, der sich nicht zum ersten Mal als rasant-relevanter Rameau-Recke erweist. Inzwischen hat er sein Utopia Ensemble auf Barockklänge eingeschworen, doch die fluffen so plastisch rund wie weich-vollstimmig auf, erfüllen das Auditorium mit wärmender Liebesklangkraft und feiern so das vorrevolutionäre Brüderlichkeitsideal dieser bedeutsamen Oper."

Szene aus Lisa Wentz' "Azur". Foto: Astrid Knie


Missbrauch in der Kirche, rigid bürgerliche Eltern, jugendliches Elend in den Achtzigern: All das kommt vor in Lisa Wentz' Stück "Azur", das David Bösch am Wiener Josefstadt-Theater inszeniert hat. Standard-Kritiker Ronald Pohl muss erstmal schlucken: "Man möchte laut 'Franz Xaver Kroetz' rufen. Abwinken, den Ruf 'Tausend Mal gesehen!' vorsorglich deponieren. Stattdessen passiert, wie schon bei Wentz' Erstlingsdrama Adern, ein rares Wunder. Man verfällt restlos dem Zauber dieser schwerlich zu buchstabierenden Schicksale. Die Zeit vergeht in den Zimmern schlagartig. Die Dramaturgie hüpft gelenkig zwischen den Jahren 1988 und 2011 hin und her." Auch nachtkritiker Martin Thomas Pesl zieht den Hut: "Die Josefstadt pflegt traditionell das psychologische Schauspiel, und hier kann es seinen Glanz an einem zeitgenössischen Drama entfalten. Die Handlung mag nicht wunder wie komplex sein. Umso geduldiger aber können sich Regie und Ensemble auf die Begegnungen der Figuren, ihre sparsamen Dialoge, ihr langes Schweigen einlassen. Und zwischendurch bei Achtziger-Mucke von Madonna bis A-ha unausgesprochene Gefühle raustanzen."

Besprochen werden außerdem Sebastian Nüblings Regie-Einstand am DT Berlin mit Eugene O'Neills Familiendrama "Eines langen Tages Reise in die Nacht" (nachtkritik, Tsp), Elsa-Sophie Jachs Inszenierung von Kleists "Zerbrochnem Krug" als Lustspiel mit viel Musik am Schauspiel Leipzig (nachtkritik), Esther Hattenbachs Adaption von Lutz Seilers Roman "Stern 111" am Hans Otto Theater Potsdam (nachtkritik), der Bühnenessay "Atlas" von Calle Fuhr und der Klimaredaktion von Correctiv am Deutschen Schauspielhaus Hamburg (nachtkritik), Jaz Woodcock-Stewarts Inszenierung von Tennessee Williams' "Glasmenagerie" am Theater Basel (nachtkritik), die Uraufführung von Anna Behringers "Aufzeichnungen aus einem weißen Zimmer" in der Inszenierung von Thirza Bruncken (nachtkritik), Tilmann Köhlers Adaption von Durs Grünbeins Roman "Der Komet" am Staatsschauspiel Dresden (Welt) und Orwells "1984", inszeniert vom Gefängnistheater aufBruch Berlin in der JVA Plötzensee (FAZ).
Archiv: Bühne

Musik

The Weeknd mag zu den größten Popstars der Gegenwart zählen, genervt ist SZ-Kritiker Joachim Hentschel von dessen neuen Album "Hurry Up Tomorrow" aber trotzdem: Das Duett mit Lana Del Rey etwa ist eine "abgrundtiefe Enttäuschung", hinzu kommt dann noch eine allgegenwärtige Schicksalsschwere, da The Weeknd hier eventuell sein letztes Album vorlegt und schwer an Selbstzweifeln zu nagen hat. "Der Schwanengesang des waidwunden Disco-Tiers, die große Oper, die 'Hurry Up Tomorrow' dringend sein will, trägt schwer am pathetischen Dampf. The Weeknd, der alleinreitende Ninja des Space-Pop, hatte zwar schon immer eine Liebe zum Konzeptuellen. ... Für eine derart dicke Geschichte wie diesmal hat er allerdings viel zu wenig zu erzählen, inhaltlich und musikalisch. Anders gesagt: Im Vergleich zu dem Popstar-Selbstzerfleischungs-Ballett, das sich hier selbst wiederkäut, wirkt sogar 'The Wall' von Pink Floyd wie ein filigraner Entwicklungsroman. Die guten Stellen muss man sich geduldig heraussuchen."

Max Dax schwärmt derweil in der FR: Dieses "kinohaft" grundierte Album bietet "ein Abtauchen in perfekt ausgemessene Melancholie. ... Tracks wie 'Take Me Back to L.A.', 'Big Sleep', 'Open Hearts' oder 'Given Up On Me' (mit einem wahrhaft geisterhaft-intensiven 'Feature' von Nina Simone) sind musikalisch perfekt durcharrangierte Tracks - deren Texte über Isolation, Betäubung und Sehnsucht zugleich den internationalen Zeitgeist zwischen Einsamkeit, Erfolgsdruck und Existenzangst durchmessen."



Weiteres: Jenni Zylka (taz) und Christian Schachinger (Standard) schreiben zum Tod von Marianne Faithfull (weitere Nachrufe bereits hier). Im SZ-Gespräch schildert der Pianist Aeham Ahmad, der vor zehn Jahren aus Syrien nach Deutschland geflohen war, nach dem Assad-Sturz die Eindrücke seiner ersten Reise in die alte Heimat. Artur Weigandt spricht für die FAS mit der russischen Band Ic3peak, deren Musiker seit Russlands Angriff auf die Ukraine im Exil leben und nun ein neues Album veröffentlicht haben. Stephanie Grimm porträtiert für die taz die Musikerin Sinem, die mit "Köşk" gerade ihr Debütalbum vorgelegt hat.



Besprochen werden ein von Vasily Petrenko dirigiertes Konzert des Royal Philharmonic Orchestra in Wien (Standard) und ein Wiener Konzert des Saxofonisten Wolfgang Puschnig mit seinem Projekt Alpine Aspects (Standard).
Archiv: Musik
Stichwörter: The Weeknd, Einsamkeit