Efeu - Die Kulturrundschau
Das Resultat von kleinen Unendlichkeiten
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26.02.2026. Muss Tricia Tuttle nach dem Berlinale-Eklat gehen? Das wäre das Ende des Festivals, finden unter anderen Artechock und FR. Die Zeit wird in Zürich süchtig nach den "Sudokus in Farbe" des Schweizer "Konkreten" Richard Paul Lohse. Die FAZ ist überwältigt von der "Urwut" in Anne Haugs Basler Adaption von Fritz Zorns Buch "Mars". Die Musikkritiker trauern um die Komponistin Eliane Radigue, die mit ihrer Drone-Musik "Räume von transparenter Tiefe" schaffte.
9punkt - Die Debattenrundschau
vom
26.02.2026
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Film
Nach der gestern von Bild gestreuten Meldung, derzufolge Kulturstaatsminister Wolfram Weimer offenbar plant, Tricia Tuttle abzusetzen, hat sich binnen kürzester Zeit eine breite Solidaritätsbewegung für die Berlinale-Leiterin gebildet. Nach dem Festival hatte Weimer noch lobende Worte für das Krisenmanagement von Tuttle und Wenders während des Festivals gefunden. Den Stein des Anstoßes soll angeblich das kurz darauf herumgereichte Bild gegeben haben, das Tuttle im Rahmen einer Premiere mit dem Filmteam von "Chronicles from the Siege" zeigt, welches Kufiya trägt und demonstrativ die Palästinaflagge hisst. "In Regierungskreisen heißt es aber, dass Tuttle selbst der Motor für die Trennung sei", merken Andreas Busche und Christian Tretbar im Tagesspiegel an.
Annähernd 1.800 Unterschriften weist eine Stellungnahme der Deutschen Filmakademie auf: "Kunstfreiheit bedeutet nicht Zustimmung zu einzelnen Positionen, sondern die Verteidigung des Rechts, sie zu äußern. Eine politische Einflussnahme auf die inhaltliche Gestaltung eines Filmfestivals würde fundamentale Prinzipien gefährden, für die die Berlinale seit Jahrzehnten steht." Ein offener Brief zur Zukunft der Berlinale wurde im Originaldokument von über 600 Menschen aus der Branche unterzeichnet, hinzu kommen über 300 Folge-Unterschriften. "Ein internationales Filmfestival ist kein diplomatisches Protokoll, sondern ein schützenswerter Ort unserer Demokratie", heißt es darin. "Seine Stärke liegt darin, unterschiedliche Perspektiven auszuhalten und vielfältige Stimmen sichtbar zu machen. ... Wenn aus einzelnen Wortmeldungen oder symbolischen Deutungen personelle Konsequenzen abgeleitet werden, entsteht ein problematisches Signal: Kulturinstitutionen geraten unter politischen Erwartungsdruck."
"Wenn Tuttle entlassen werden sollte oder hinschmeißt, wäre die Berlinale als internationales Festival am Ende", ist Dunja Bialas auf Artechock überzeugt. "Wer von internationalem Rang würde sich nach Carlo Chatrian und Tricia Tuttle noch für den Job hergeben, der direkt dem Kulturstaatsminister untersteht? Wenn einem jeden Moment der Abtritt nahegelegt werden kann, wie Chatrian durch Claudia Roth, oder gar der Rauswurf trotz aller Dementi öffentlich diskutiert wird, wie jetzt bei Tuttle? Wenn sich der Eindruck verfestigt, beim größten deutschen Festival gebe es keine Meinungs- und keine Kunstfreiheit mehr? Und wenn sich der kulturfördernde Staat nun tatsächlich in die inhaltliche Ausrichtung einmischt? Die Autonomie der Kulturveranstaltungen ist bislang, sofern sie demokratisch sind und nicht gegen gewisse Grundsätze verstoßen, unantastbar."
Sollte Tuttle hinwerfen oder abgesägt werden, wäre dies "eine Katastrophe", findet auch Katja Nicodemus in der Zeit und lobt, wie Tuttle das Festival während schwerer Anfechtungen von außen "entschieden und mit Haltung" manövriert hat. "Nach dieser 76. Ausgabe der Berlinale hätte es für Wolfram Weimer nur eine einzige mögliche Reaktion auf Tricia Tuttles Arbeit gegeben: Ihr für die vergangenen Festivaltage zu danken, ihr einen Gutschein für drei Wochen Wellness zu überreichen und sie anzuflehen, um alles in der Welt zu bleiben." Auch Daniel Kothenschulte lobt in der FR Tuttles diplomatisches Auftreten während des Festivals: "Ihre Abberufung ... wäre das Ende des Festivals, wie wir es kennen." Tom Shoval, Regisseur des von Tuttle im Rahmen der Berlinale zweimal gezeigten Dokumentarfilms "A Letter to David" über die Hamas-Geisel David Cunio, zeigt sich auf Instagram entsetzt: Tuttle "entschied sich dafür, den Film zu präsentieren und erklärte sich solidarisch mit David und Ariel, die sich zu diesem Zeitpunkt noch in Gefangenschaft befanden. ... Ein Jahr später, als David zurückkehrte, zeigte sie den Film einmal mehr, nun mit einem neuen Schluss. Sie traf die Familie in Tränen. Wir fühlten uns wie eine Familie. Tricia Tuttle ist wahrlich ein Vorbild für eine kulturelle Leitungsposition. Sie ist eine Visionärin mit einer kosmopolitischen, fortschrittlichen künstlerischen Perspektive. ... Ich stehe völlig überzeugt hinter ihr."
"Weimer ist ausnahmsweise zuzustimmen", kommentiert hingegen Tim Caspar Boehme in der taz. "Israel, das mit bloß einem Film vertreten war, wurde" bei der Preisverleihung "von Rednern in rein kritischer Absicht erwähnt. Bei alledem blieb Tuttle auf der Bühne eine Reaktion schuldig. Eine Woche zuvor hatte sie zur Premiere von Alkhatibs Film für ein Foto inmitten seiner Crew mit vielen Kufiyas und neben einer palästinensischen Flagge posiert. Dass sie bei dem Termin zugegen war, mag zu ihrem Job gehören. Dass ihrerseits ein Kommentar zu Alkhatibs Worten ausblieb, kann man jedoch kaum als ausgleichende Vermittlung bezeichnen. Eine solche politische Schlagseite, die schon während der Berlinale zu beobachten war, steht dem Festival nicht gut zu Gesicht." Für die Berlinale wäre es gut, wenn Tuttle bleiben würde, meint Jan Küveler in der Welt. Aber er nimmt es ihr schon ein wenig übel geschwiegen zu haben, als der palästinensische Regisseur Abdallah Alkhatib davon faselte, "Deutschland sei Partner eines vermeintlichen 'Völkermords in Gaza'": "Palästinensische Stimmen sollen selbstverständlich gehört werden. Palästinensische Filme sollen selbstverständlich prämiert werden, so sie denn preiswürdig sind. Aber ebenso selbstverständlich stehen Institutionen des deutschen Staates - und die Berlinale ist eine maßgebliche - in der Pflicht und Verantwortung, unverbrüchliche Überzeugungen zu vertreten, notfalls offensiv. Dazu gehört an vorderster Stelle die Solidarität mit Israel, der Einspruch gegen Völkermord-Fantasien und die Bekämpfung jeglicher Träume, den israelischen Staat von der Karte zu tilgen".
Weiteres: Daniel Kothenschulte spricht in der FR mit Jim Jarmusch über dessen neuen, beim Filmfestival Venedig ausgezeichneten und im Standard besprochenen Film "Father Mother Sister Brother". Besprochen werden Josh Safdies "Marty Supreme" (Perlentaucher, FR, Standard, taz, Welt), Baz Luhrmanns mit neuem Archivmaterial aufbereiteter Konzertfilm "Epic: Elvis Presley in Concert" (taz, NZZ) und die Mubi-Serie "Blossoms Shanghai" von Wong Kar-wai, der zwar "einer der bedeutendsten lebenden Kinoregisseure" ist, dessen Serie FAZ-Kritiker Andreas Kilb aber trotzdem nur "wenig berührt".
Annähernd 1.800 Unterschriften weist eine Stellungnahme der Deutschen Filmakademie auf: "Kunstfreiheit bedeutet nicht Zustimmung zu einzelnen Positionen, sondern die Verteidigung des Rechts, sie zu äußern. Eine politische Einflussnahme auf die inhaltliche Gestaltung eines Filmfestivals würde fundamentale Prinzipien gefährden, für die die Berlinale seit Jahrzehnten steht." Ein offener Brief zur Zukunft der Berlinale wurde im Originaldokument von über 600 Menschen aus der Branche unterzeichnet, hinzu kommen über 300 Folge-Unterschriften. "Ein internationales Filmfestival ist kein diplomatisches Protokoll, sondern ein schützenswerter Ort unserer Demokratie", heißt es darin. "Seine Stärke liegt darin, unterschiedliche Perspektiven auszuhalten und vielfältige Stimmen sichtbar zu machen. ... Wenn aus einzelnen Wortmeldungen oder symbolischen Deutungen personelle Konsequenzen abgeleitet werden, entsteht ein problematisches Signal: Kulturinstitutionen geraten unter politischen Erwartungsdruck."
"Wenn Tuttle entlassen werden sollte oder hinschmeißt, wäre die Berlinale als internationales Festival am Ende", ist Dunja Bialas auf Artechock überzeugt. "Wer von internationalem Rang würde sich nach Carlo Chatrian und Tricia Tuttle noch für den Job hergeben, der direkt dem Kulturstaatsminister untersteht? Wenn einem jeden Moment der Abtritt nahegelegt werden kann, wie Chatrian durch Claudia Roth, oder gar der Rauswurf trotz aller Dementi öffentlich diskutiert wird, wie jetzt bei Tuttle? Wenn sich der Eindruck verfestigt, beim größten deutschen Festival gebe es keine Meinungs- und keine Kunstfreiheit mehr? Und wenn sich der kulturfördernde Staat nun tatsächlich in die inhaltliche Ausrichtung einmischt? Die Autonomie der Kulturveranstaltungen ist bislang, sofern sie demokratisch sind und nicht gegen gewisse Grundsätze verstoßen, unantastbar."
Sollte Tuttle hinwerfen oder abgesägt werden, wäre dies "eine Katastrophe", findet auch Katja Nicodemus in der Zeit und lobt, wie Tuttle das Festival während schwerer Anfechtungen von außen "entschieden und mit Haltung" manövriert hat. "Nach dieser 76. Ausgabe der Berlinale hätte es für Wolfram Weimer nur eine einzige mögliche Reaktion auf Tricia Tuttles Arbeit gegeben: Ihr für die vergangenen Festivaltage zu danken, ihr einen Gutschein für drei Wochen Wellness zu überreichen und sie anzuflehen, um alles in der Welt zu bleiben." Auch Daniel Kothenschulte lobt in der FR Tuttles diplomatisches Auftreten während des Festivals: "Ihre Abberufung ... wäre das Ende des Festivals, wie wir es kennen." Tom Shoval, Regisseur des von Tuttle im Rahmen der Berlinale zweimal gezeigten Dokumentarfilms "A Letter to David" über die Hamas-Geisel David Cunio, zeigt sich auf Instagram entsetzt: Tuttle "entschied sich dafür, den Film zu präsentieren und erklärte sich solidarisch mit David und Ariel, die sich zu diesem Zeitpunkt noch in Gefangenschaft befanden. ... Ein Jahr später, als David zurückkehrte, zeigte sie den Film einmal mehr, nun mit einem neuen Schluss. Sie traf die Familie in Tränen. Wir fühlten uns wie eine Familie. Tricia Tuttle ist wahrlich ein Vorbild für eine kulturelle Leitungsposition. Sie ist eine Visionärin mit einer kosmopolitischen, fortschrittlichen künstlerischen Perspektive. ... Ich stehe völlig überzeugt hinter ihr."
"Weimer ist ausnahmsweise zuzustimmen", kommentiert hingegen Tim Caspar Boehme in der taz. "Israel, das mit bloß einem Film vertreten war, wurde" bei der Preisverleihung "von Rednern in rein kritischer Absicht erwähnt. Bei alledem blieb Tuttle auf der Bühne eine Reaktion schuldig. Eine Woche zuvor hatte sie zur Premiere von Alkhatibs Film für ein Foto inmitten seiner Crew mit vielen Kufiyas und neben einer palästinensischen Flagge posiert. Dass sie bei dem Termin zugegen war, mag zu ihrem Job gehören. Dass ihrerseits ein Kommentar zu Alkhatibs Worten ausblieb, kann man jedoch kaum als ausgleichende Vermittlung bezeichnen. Eine solche politische Schlagseite, die schon während der Berlinale zu beobachten war, steht dem Festival nicht gut zu Gesicht." Für die Berlinale wäre es gut, wenn Tuttle bleiben würde, meint Jan Küveler in der Welt. Aber er nimmt es ihr schon ein wenig übel geschwiegen zu haben, als der palästinensische Regisseur Abdallah Alkhatib davon faselte, "Deutschland sei Partner eines vermeintlichen 'Völkermords in Gaza'": "Palästinensische Stimmen sollen selbstverständlich gehört werden. Palästinensische Filme sollen selbstverständlich prämiert werden, so sie denn preiswürdig sind. Aber ebenso selbstverständlich stehen Institutionen des deutschen Staates - und die Berlinale ist eine maßgebliche - in der Pflicht und Verantwortung, unverbrüchliche Überzeugungen zu vertreten, notfalls offensiv. Dazu gehört an vorderster Stelle die Solidarität mit Israel, der Einspruch gegen Völkermord-Fantasien und die Bekämpfung jeglicher Träume, den israelischen Staat von der Karte zu tilgen".
Weiteres: Daniel Kothenschulte spricht in der FR mit Jim Jarmusch über dessen neuen, beim Filmfestival Venedig ausgezeichneten und im Standard besprochenen Film "Father Mother Sister Brother". Besprochen werden Josh Safdies "Marty Supreme" (Perlentaucher, FR, Standard, taz, Welt), Baz Luhrmanns mit neuem Archivmaterial aufbereiteter Konzertfilm "Epic: Elvis Presley in Concert" (taz, NZZ) und die Mubi-Serie "Blossoms Shanghai" von Wong Kar-wai, der zwar "einer der bedeutendsten lebenden Kinoregisseure" ist, dessen Serie FAZ-Kritiker Andreas Kilb aber trotzdem nur "wenig berührt".
Bühne

Nachtkritiker Janis El-Bira blickt auf einen Trend zur "Rekatholisierung" im Theater. Lange scheuten die Bühnen religiöse Symbolik jeder Art, mit Künstlerinnen wie Florentina Holzinger oder Angélica Liddell wird das nun anders. Mit Glaube hat das aber eigentlich nichts zu tun: Haben wir es jetzt "mit Religion ohne Gott" zu tun, fragt er sich. "Also einem transzendenzlosen Fortleben des Christentums in Rudimenten aus Ästhetiken, Atmosphären, Bildcodes und Ritualen? Aus der jüngeren Theatervergangenheit spräche einiges dafür, schaut man auf die zunehmend häufigen Bezugnahmen auf christliche Bildtraditionen (...) Wenn etwa die spanische Performerin Angélica Liddell sich in ihrer Produktion 'Liebestod' die Wundmale Christi einritzt und anschließend ihr eigenes Menstruationsblut mit Weißbrot verzehrt, dann hat das als Provokation gewissermaßen selbst schon Tradition."
Besprochen werden Magda Szpechts Inszenierung von "She stands in the Middle of the Battlefield" (taz), eine konzertante Aufführung von György Kurtágs Oper "Die Stechardin" im Palast der Künstler (Müpa) in Budapest (FAZ) und Chiara Mutis Inszenierung von Verdis "Macbeth" am Teatro Regio in Turin (tsp).
Musik
Die Komponistin Eliane Radigue ist im Alter von 94 Jahren gestorben. In ihrer Drone-Musik "passiert ja gar nichts", schreibt Tim Caspar Boehme in der taz. "All die Dinge, die man mit Tonkunst gern in Verbindung bringt, etwa große Gefühle, Ergriffenheit, Überwältigung, sucht man bei ihr vergebens. ... Sie begann in den Siebzigern mit Synthesizern zu arbeiten, konzentrierte sich auf einzelne Töne, deren Obertonstruktur sie ganz allmählich variierte. Statt eines massiven Brummens entstand so ein wehendes Schwingen völlig frei von Ballast. Die bekennende Buddhistin bot damit in Werken wie 'Adnos' (1974) eine Form der Versenkung ohne Zwang, schuf zugleich mit sparsamsten Mitteln Räume von transparenter Tiefe."
"Dass ihre Stücke überhaupt enden, ist selten der Logik geschuldet, mit der sie komponiert wurden", schreibt Thomas Wochnik im Tagesspiegel. "'Biogenesis' etwa enthält die Herzschläge von drei Generationen von Frauen - die mögliche Fortsetzung wäre selbsterklärend. Ähnlich ist es bei den als Feedback-Works katalogisierten Stücken, die die Unendlichkeit nicht gekünstelt darstellen müssen. Sie sind vielmehr selbst das Resultat von kleinen Unendlichkeiten in den Rückkopplungen zwischen Synthesizerschaltkreisen, Mikrofonen und Lautsprechern."
Weiteres: Jens Uthoff schreibt in der taz einen Nachruf auf Nikolai Komyagin, dessen Postpunk-Band Shortparis in seiner russischen Heimat verboten war. Besprochen werden ein Konzert der Wiener Philharmoniker unter Andris Nelsons in Frankfurt (FR), ein Liederabend mit Patrick Grahl in Frankfurt (FR), das neue Album der Gorillaz (Standard), Jane Pollards und Iain Forsyths vorerst nur in der Schweiz startender Dokumentarfilm "Broken English" über Marianne Faithfull (NZZ), Alligatormans Debütalbum "Swamp Style" (Standard) und das neue Album "A Hum of Maybe" von Apparat, das "knappe 15 Minuten für die Unendlichkeit braucht", so tazler Thaddeus Hermann.
"Dass ihre Stücke überhaupt enden, ist selten der Logik geschuldet, mit der sie komponiert wurden", schreibt Thomas Wochnik im Tagesspiegel. "'Biogenesis' etwa enthält die Herzschläge von drei Generationen von Frauen - die mögliche Fortsetzung wäre selbsterklärend. Ähnlich ist es bei den als Feedback-Works katalogisierten Stücken, die die Unendlichkeit nicht gekünstelt darstellen müssen. Sie sind vielmehr selbst das Resultat von kleinen Unendlichkeiten in den Rückkopplungen zwischen Synthesizerschaltkreisen, Mikrofonen und Lautsprechern."
Weiteres: Jens Uthoff schreibt in der taz einen Nachruf auf Nikolai Komyagin, dessen Postpunk-Band Shortparis in seiner russischen Heimat verboten war. Besprochen werden ein Konzert der Wiener Philharmoniker unter Andris Nelsons in Frankfurt (FR), ein Liederabend mit Patrick Grahl in Frankfurt (FR), das neue Album der Gorillaz (Standard), Jane Pollards und Iain Forsyths vorerst nur in der Schweiz startender Dokumentarfilm "Broken English" über Marianne Faithfull (NZZ), Alligatormans Debütalbum "Swamp Style" (Standard) und das neue Album "A Hum of Maybe" von Apparat, das "knappe 15 Minuten für die Unendlichkeit braucht", so tazler Thaddeus Hermann.
Literatur
Die Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse ist da. "Deutlich der Gegenwart ab- und der Vergangenheit zugewandt hat man sich in der Jury schon", stellt Julia Hubernagel in der taz fest. In der Belletristik "kann man bei der Auswahl fast von einer klassischen sprechen", hält Gerrit Bartels im Tagesspiegel fest. "'Vielfalt' stand, wenn es um die Long- und Shortlists von Literaturpreisen ging, eine Weile lang für Geschlecht, Alter und Herkunft der nominierten Autoren", schreibt Marie Schmidt in der SZ. "Wenn man an den Shortlists für den Preis der Leipziger Buchmesse dieses Jahr aber kein besonderes Programm der auswählenden Jury erkennt, spricht das dafür, dass sie literarische Vielfalt im Sinn hatte." In unserem Onlinebuchhandel Eichendorff21 finden Sie alle nominierten Bücher auf einen Blick und zum Bestellen.
Weiteres: Sylvia Staude, Michael Hesse und Judith von Sternburg werfen Schlaglichter auf Thomas Manns heute vor 125 Jahren erschienenem Roman "Buddenbrooks". Julia Encke gratuliert in der FAZ Michel Houellebecq, der vielleicht heute - ganz sicher ist das nicht - seinen 70. Geburtstag feiert. Besprochen werden unter anderem Kristof Magnussons "Die Reise ans Ende der Geschichte" (NZZ), Richard Cowdrys Sachcomic "Das Geheimnis der Knochen" (FAZ.net), Judith Hermanns "Ich möchte zurückgehen in der Zeit" (FAZ) und Ferdinand von Schirachs Bilderbuch "Alexander" (SZ).
Weiteres: Sylvia Staude, Michael Hesse und Judith von Sternburg werfen Schlaglichter auf Thomas Manns heute vor 125 Jahren erschienenem Roman "Buddenbrooks". Julia Encke gratuliert in der FAZ Michel Houellebecq, der vielleicht heute - ganz sicher ist das nicht - seinen 70. Geburtstag feiert. Besprochen werden unter anderem Kristof Magnussons "Die Reise ans Ende der Geschichte" (NZZ), Richard Cowdrys Sachcomic "Das Geheimnis der Knochen" (FAZ.net), Judith Hermanns "Ich möchte zurückgehen in der Zeit" (FAZ) und Ferdinand von Schirachs Bilderbuch "Alexander" (SZ).
Kunst
Süchtig wird Zeit-Kritiker Sven Behrisch nach den "Sudokus in Farbe" des Schweizer Künstlers Richard Paul Lohse (1902-1988), die das Haus Konstruktiv in Zürich in einer Ausstellung zeigt. Lohse gehört zu den Schweizer "Konkreten", erinnert der Kritiker, die sich der Geometrie verschrieben. Wer in Lohses farbigen Quadraten aber das Werk eines "Farbfließenlegers" sieht, der irrt, meint Behrisch: "Eine unendliche Zuversicht in das Gelingen von Gemeinschaft geht von diesen Bildern aus, die niemals eintönig oder schematisch wirken. Dafür sind sie zu malerisch. Die sichtbare Geste des Pinselstrichs war Lohse ein Graus, aber es lebt die raue Oberfläche der Leinwand, die Übergänge zwischen den Farben schlingern und überlappen sich leicht, und manchmal tut sich auch ein haaresbreiter Spalt zwischen ihnen auf, eine feine Naht, die zeigt, wie fragil das Gewebe dieser bunten, kunstvoll geformten Gemeinschaft doch ist."
Der Kunsthistoriker Christophe Leribault, der momentan noch das Schloss Versaille leitet, wird der neue Direktor des Louvre, berichtet unter anderen die SZ. Die bisherige Chefin, Laurence des Cars, gab ihren Posten auf, nachdem klar geworden war, dass Versäumnisse ihrerseits den "Jahrhundertdiebstahl" im Oktober begünstigt hatten. Im Tagesspiegel erläutert Bernhard Schulz die Hintergründe.
Der Kunsthistoriker Christophe Leribault, der momentan noch das Schloss Versaille leitet, wird der neue Direktor des Louvre, berichtet unter anderen die SZ. Die bisherige Chefin, Laurence des Cars, gab ihren Posten auf, nachdem klar geworden war, dass Versäumnisse ihrerseits den "Jahrhundertdiebstahl" im Oktober begünstigt hatten. Im Tagesspiegel erläutert Bernhard Schulz die Hintergründe.
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