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04.07.2024. Die neue Documenta-Findungskommission steht: Die SZ bangt schon jetzt, ob wieder unterzeichnete offene Briefe aus der Vergangenheit entdeckt werden. Die FAZ bewundert in Amsterdam, wie die rumänische Künstlerin Ana Lupas die Repressionen des Überwachungsstaates mit Mänteln unterlief. "Die Messer kommen sorgfältig gewählt aus unerwarteten Richtungen", resümiert Martin Kusej, scheidender Direktor des Burgtheaters, in der Zeit seine Jahre in Österreich. Die Öffentlich-Rechtlichen haben ein Intelligenz-Problem, konstatiert die NZZ mit Blick auf gestrichene Literatursendungen. Und VAN berichtet: Teodor Currentzis bekommt in Sankt Petersburg offenbar ein Konzerthaus geschenkt.
Bild: Ausstellungsansicht Ana Lupas - On This Side of the River Elbe. Foto: Peter Tijhuis Alexandra Wach (FAZ) ist glücklich, dass das Stedelijk Museum in Amsterdam der rumänischen Installationskünstlerin Ana Lupas eine erste große Retrospektive widmet. Zu sehen sind vor allem Textilarbeiten wie Mäntel und Shirts aus mehr als fünf Jahrzehnten, mit denen Lupas sich den Repressionen des Überwachungsstaates zu widersetzen versuchte: "Das Thematisieren von Identität jenseits des Kollektivs oder von religiösen Vorstellungen war im kommunistischen Rumänien verboten. (...) Kurz vor dem Kollaps des Ceaușescu-Regimes im Dezember 1989 erklärte sie den textil sichtbaren Teil der Körperlichkeit wieder zum Spiegel der Befindlichkeiten im Land. Aus der Massenproduktion stammten diese Mäntel jedenfalls nicht. Die an orangenen Kleidergestellen hängenden Unikate aus gefärbten Stoffresten von Militäruniformen sind durch viele Hände gegangen. Sie wurden von Freund zu Freundin gereicht, versehen mit der Aufforderung, seinen Namen auf einem Etikett einzutragen und dieses im Inneren des Mantels anzubringen. So blieb das Kunstwerk als solches von außen nicht erkennbar."
Bild: Jürgen Hohmuth. Aus der Serie Chic, Charmant, Dauerhaft, Berlin 1983-1985 In der Zeit gerät Alexander Cammann in den Kunstsammlungen Jena ins Schwärmen dank der Schau "Der große Schwof. Feste feiern im Osten", die 300 Bilder aus der DDR zeigt, aber alle Ostalgie unterläuft: "Sie feiert stattdessen das Subversive, das Eigenständige, das Individuelle, das Rebellische und Widerständige in der DDR, ob nun auf privaten Dorffesten, Künstlerfeten, Turn- und Sportfesten, Modenschauen oder beim Vorbeidefilieren vor der Parteiführung am 1. Mai. (…) So hängen Tina Baras zwischen 1985 und 1988 entstandene Bilder eines Punkkonzerts und eines Hochzeitsfests vor der Ausreise aus der DDR auf einem Berliner Hinterhof gegenüber von Gerhard Webers irrwitzigem 'Ballett der russischen Soldaten' im Volkshaus Grimma, wo 1984 zum 67. Jahrestag der Oktoberrevolution Sowjetsoldaten in Frauenröckchen tanzten."
Documenta-Findungskommission, zweiter Anlauf: Nachdem im Herbst vergangenen Jahres die gefundene Findungskommission zurückgetreten war (unsere Resümees), wurden gestern die Namen der neuen sechs Kunstexperten bekanntgegeben. In der SZ bangt Jörg Häntzschel, ob erneut offene Briefe gefunden werden, die die Mitglieder unterschrieben haben könnten. "Auf den ersten Blick aber scheint es sich um eine Gruppe respektabler Kuratorinnen und Kuratoren zu handeln, deren Zusammenstellung angesichts des öffentlichen Drucks, unter dem die Documenta steht, natürlich präzise kalibriert ist. Die Mitglieder sind: Yilmaz Dziewior, der Direktor des Museums Ludwig; Sergio Edelsztein, ein in Buenos Aires geborener, in Berlin und Tel Aviv lebender Kurator, der dort das Tel Aviver Center for Contemporary Art gegründet und auch geleitet hat; die Kuratorin und Kulturpolitikexpertin N'GonéFall, die aus Dakar stammt und in unterschiedlichsten Funktionen in Frankreich, Ägypten, Südafrika und Niger gearbeitet hat; die in Thailand geborene, in Südostasien tätige Kuratorin Gridthiya Gaweewong; Mami Kataoka, die Direktorin des Mori Art Museum in Tokio; und Yasmil Raymond, die bis zu ihrem vorzeitigen Ausscheiden nach vier Jahren im März Direktorin der Ausstellungshalle Portikus und Rektorin der Städelschule in Frankfurt war."
In der FAZ begrüßt auch Stefan Trinks die Auswahl: "In der designierten Findungskommission finden sich somit große Expertise im Feld dessen, was im Kuratieren kultureller Großveranstaltungen in Deutschland möglich ist und was nicht, wie auch ein sehr weiter Blick auf unterschiedlichste Positionen der zeitgenössischen Kunst weltweit ohne politisch-postkoloniale Einengungen." Im Tagesspiegel schreibt Nicola Kuhn, in der Berliner Zeitung Ulrich Seidler, in der Welt Marcus Woeller.
Weiteres: Im Tagesspiegel stellt Adrian Lobe die Plattform Cara vor, die insbesondere Künstler davor schützt, dass Nutzerdaten, wie etwa bei Meta, für das Training der hauseigenen KI genutzt werden. In der FAZ berichtet Ulf von Rauchhaupt vom Fund einer über 51.200 Jahre alten Höhlenmalerei auf der indonesischen Insel Sulawesi: Sie ist damit die früheste bekannte figürliche Kunst. In der tazspricht Sophie Jung mit dem Künstler Massimo Furlan, der im Rahmen der Ausstellung "Radical Playgrounds" im Gropius Bau nochmal das legendäre 1:0 der DDR gegen die BRD während der Fußballweltmeisterschaft 1974 aufleben lässt. Im Linzer Mariendom wurde Anfang der Woche einer Skulptur der Künstlerin Esther Strauß, die eine gebärende Maria zeigt, der Kopf abgesägt. Im Standard-Gespräch erkennt die Künstlerin darin den "Ausdruck einer hohen patriarchalen Gewaltbereitschaft, von der wir ja wissen, dass es sie gibt. Dafür spricht auch die hohe Femizidrate in Österreich."
Besprochen wird die Ausstellung "Now You See Us. Women Artists in Britain 1520-1920" in der Londoner Tate Britain (Tsp).
"Mittlerweile ist das Verhältnis völlig zerrüttet", resümiert Martin Kusej, scheidender Direktor des Wiener Burgtheaters, im großen Zeit-Abschiedsgespräch mit Peter Kümmel seine Zeit in Österreich: Jede Berichterstattung sei "gehässig" gewesen: "Das Burgtheater steht umgeben vom Bundeskanzleramt, der Präsidentenkanzlei, der Hofburg, dem Parlament und dem Rathaus, also mitten in der Macht. Ich habe versucht, die Kunst gegen die Machtspiele und Intrigen, die sich da abspielen, hochzuhalten. Das hat seinen Preis. Entweder man spielt mit, oder man ist rasch draußen. 'Mitspielen' heißt: tagsüber kritisch sein, abends in den In-Lokalen und Zirkeln Schulterklopfen. (…) Ich bin es gewohnt, gerade und ohne Berechnung meinen Weg zu gehen. Das ist hier nicht möglich. Die Messer kommen sorgfältig gewählt aus unerwarteten Richtungen." Eine plausible Erklärung habe er von der zuständigen Staatssekretärin bis heute für seine Nichtverlängerung nicht bekommen.
Szene aus "Epilog". Foto: Kiran West Mit dem Stück "Epilog" verabschiedet sich John Neumeier nach 51 Jahren als Leiter des Hamburger Balletts, ihm folgt der Argentinier Demis Volpi. In der Welt verneigt sich Manuel Brug vor dem Choreografen, der ein ganzes Tanzimperium hinterlässt - und sich mit dem "Epilog" ein autobiografisches Denkmal setzt: "Viele Neumeier-Versatzstücke, -Reminiszenzen, -Requisiten, -Manieren wie -Manierismen tauchen nun auf. Da sitzt eine Familie am Tisch, steif, spießig, und ein Junge (Louis Musin), der dort ausbrechen will, windet sich darunter. Der wiederum hat einen Doppelgänger, die nunmehr letzte Neumeier-Jünglingsentdeckung, den zartgliedrigen Aspiranten Caspar Sasse. Er läuft ebenfalls als Neumeiers Alter Ergo durch das Werk, am Ende mit Zylinder, Zauberlehrling wie Meister, der dies alles erlebt wie eben auch geschaffen hat. Und der doch selbst in einem Zwiespalt zwischen männlichem Begehren mit vielen halbnackten Leibern, Duos, Gruppen und der balletttraditionellen Anbetung der Frau als Muse und Ballerina, Star und Göttin auf Spitzenschuhe steckt, wie sie jetzt die feinherbe Anna Laudere als eine Art Mutterfigur und die strahlende Ida Praetorius als Solistin verkörpern."
Weitere Artikel: In der FAZ berichtet Hannes Hintermeier von den Querelen um die Leitung der Passionsspiele 2030 in Oberammergau. In der tazporträtiert Simone Schlindwein die aus Waisen- und Straßenkindern bestehende ugandische Tanzgruppe Hyperskids Africa, die über die sozialen Medien so viel Bekanntheit erreichte, dass sie sich ihre Schulgebühren verdienten und nun auf Welttournee gehen. Der Tagesspiegel berichtet über einen möglichen Baustopp bei den Sanierungsarbeiten der Komischen Oper, das Leitungsduo Susanne Moser und Philip Bröking äußerte sein Entsetzen.
Besprochen werden Krzysztof Warlikowskis Inszenierung "Le Grand Macabre" bei den Münchner Opernfestspielen (Zeit) und Laurenz Lüttekens Buch "Die Zauberflöte. Mozart und der Abschied von der Aufklärung" (SZ).
In der FAZ stellt Robin Passon die bangladeschische Architektin Marina Tabassum vor, die für die Bewohner der Ganges-Region neue Wohnhäuser erdacht hat. Gemeinsam mit der Designfirma Vitra, die "seit einigen Jahren verstärkt Konzepte zur Bewältigung klimatischer Veränderungen in den Blick nimmt" entwarf Tabassum ein Bauwerk, das der klimatischen und sozialen Realität in Bengalen gerecht werden soll, so Passon: "Der bengalische Begriff bedeutet 'kleines Haus'; es handelt sich um eine zweistöckige Grundkonstruktion aus Bambus und Holz, die von Metallelementen verbunden und mit Leichtmetall und Schilf verkleidet wird. (...) Da die Einheimischen laut Tabassum recht zuverlässig abschätzen können, ob ihr Baugrund den Fluten standhält oder von ihnen mitgerissen wird, können sie dann entscheiden, ob es genügt, in die obere Etage des Hauses umzuziehen, oder ob sie es abbauen und umziehen müssen. Eine solche Flexibilität bieten die bisher üblichen Häuser der Deltabewohner nicht, die in ihrem Aussehen am gewöhnlichen westlichen Aussehen orientiert sind und damit keine problemlose Durchflutung des Erdgeschosses zulassen."
Thomas Steinfeld (SZ) findet die Sachlage in der Kontroverse in den letzten Wochen um den italienischenGastlandauftritt bei der FrankfurterBuchmesse im Großen und Ganzen ziemlich undurchsichtig und die Kontroverse selbst auch etwas beliebig herbeibemüht: "Als vor einigen Wochen die Namen der hundert Schriftsteller veröffentlicht wurden, die Teil der italienischen Delegation sein sollen, waren parteipolitische Eingriffe nicht zu erkennen: Die Mehrheit italienischer Autoren ist liberaler, wenn nicht linker Gesinnung, und diese spiegelte sich auf der Liste." Dennoch gab es - auch, weil Roberto Saviano nicht eingeladen wurde - von Literaten und italienischer Kulturpolitik ein langes Hin und Her. "Doch wie man solche Einfälle und Querelen auch betrachtet: Sie addieren sich nicht zu einer politischen Agenda. Eher hat man den Eindruck, es regierten der Zufall, das Ressentiment und eine gewisse Lust an der Provokation. Mehr aber noch zeigt sich eine Unsicherheit, wer überhaupt eingeladen ist: der italienische Staat, die italienische Gesellschaft oder die italienische Literatur?"
"Ausgerechnet die öffentlich-rechtlichen Sender haben ein Problem mit Intelligenz", schimpft Paul Jandl in der NZZ angesichts dessen, dass im öffentlich-rechtlichen Rundfunk eine Literatursendung nach der nächsten dran glauben muss: "Was die üppig finanzierte filmische Herz-und-Schmalz-Dauerwalze des öffentlich-rechtlichen Fernsehens an Komplexität überragt, wird gestrichen. ... Jahr für Jahr wundert man sich, wenn die 'Tage der deutschsprachigen Literatur', auch Bachmann-Wettbewerb genannt, via 3 Sat ungekürzt und in vielen Sendestunden über den Bildschirm flimmern. Seit fast einem halben Jahrhundert gibt es diese Rache der Literatur am aufmerksamkeitsökonomischen Zeitgeist. Drohungen, die Sache abzuschaffen, gab es bisher immer wieder. Unvergessen ist das Statement eines Senderverantwortlichen, der sich rühmte, es nicht zu tun, aber die Bemerkung nachschob, dass jede Pferdedoku mehr Zuschauer habe als der Bachmann-Wettbewerb. Fernsehen ist für alle da. Wenn es mit den Gebühren aller bezahlt wird, dann auch für die, die hochhalten, was den Programmverantwortlichen zunehmend fehlt: Kultur."
Weitere Artikel: Die Schriftstellerinnen LeneAlbrecht und SimonéGoldschmidt-Lechnertauschen auf Zeit Online assoziative Gedankenströme aus über die Heimsuchung durch die deutsche Geschichte und Erinnerungskultur. Adam Soboczynski erzählt in der Zeit von seinem ersten Ausflug zum Bachmann-Preis in Klagenfurt. Katrin Hörnlein spricht für die Zeit mit der ukrainischen BuchillustratorinAnnaDesnitskaya über ihr Exil in Deutschland. Lena Schneider schreibt im Tagesspiegel zum Auftakt der Lit:Potsdam. Marie Schmidt berichtet in der SZ von der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Ukrainischen Freien Universität in München an den Schriftsteller Serhij Zhadan, der dafür von der Front, wo er gerade als Soldat kämpft, per Handyschalte zugegen war.
Besprochen werden unter anderem FleurJaeggys Erzählungsband "Ich bin der Bruder von XX" (NZZ) und Becky Chambers' "Dex & Helmling" (FAZ). Mehr ab 14 Uhr in unserer aktuellen Bücherschau.
Philipp Bovermann plaudert für die SZ mit RichardLinklater, dessen neuer Film "A Killer Romance" diese Woche im Kino anläuft (aktuell besprochen in taz, FR, Artechock, mehr dazu bereits hier). Christian Meier spricht für die Welt mit Ex-Ufa-Chef NicoHofmann über die Serien der Zukunft. Das Team von Artechockberichtet fleißig vom FilmfestMünchen. Felix E. Müller blickt in der NZZ auf die Geschichte des ZurichFilmFestivals. Jakob Thaller lässt sich im Standard erklären, wie realistisch eigentlich Haifilme sind. David Steinitz schreibt in der SZ zum Tod des Drehbuchautors RobertTowne.
Michael Freund (Standard) und Jürgen Kaube (FAZ) gratulieren der Schauspielerin EvaMarieSaint zum hundertsten Geburtstag. Hier ihr fantastischer Auftritt, wie sie in AlfredHitchcocks "Der Unsichtbare Dritte" CaryGrant um den Finger wickelt:
Besprochen werden TiWests Horrorfilm "MaXXXine" (FR, unsere Kritik hier), Yorgos Lanthimos' "Kinds of Kindness" (Standard, taz, Freitag, Artechock, mehr dazu bereits hier), Bahar Bektaş' Dokumentarfilm "Exile Never Ends" über eine kurdische Familie in Deutschland (Freitag) und die Netflix-Fortsetzung von "Beverly Hills Cop" mit EddieMurphy (FAZ, ZeitOnline). Außerdem bieten SZ, Filmdienst und FR einen Überblick über die aktuellen Filmstarts.
Offenbar hat die russische VTB Bank vor, TeodorCurrentzis und seinem Ensemble musicAeterna in Sankt Petersburger ein Konzerthaus zu errichten, schreibt Hartmut Welscher in VAN. Für Currentzis' Verflechtungen mit Russland bedeutet dies ein neues Qualitätsniveau: "Kein Bauprojekt solcher Größe ist in Russland ohne politische Einflussnahme und Ausrichtung an staatlicher Propaganda möglich. ... Dass ihm der langgehegte Wunsch eines Konzertsaals für seine Ensembles gerade jetzt erfüllt wird (...) ist vermutlich kein Zufall. Currentzis ist einer der wenigen prominenten Künstler, die nach Beginn des Krieges weiterhin sowohl in Russland als auch im Westen auftreten. ... Die Botschaft hinter dem Bauprojekt könnte auch lauten: Russland tut etwas für seine treuen Künstler, während die 'satanischeZivilisation', wie russische Propagandisten Europa neuerdings bezeichnen, sie cancelt. ... Die Frage ist, wie lange die anderen Veranstalter, die ihm bisher die Treue halten, den Spagat (und den öffentlichen Druck) noch aushalten. Ob Currentzis selbst glaubt, er könne in Russland vom Staat hofiert werden und gleichzeitig weiterhin im Westen auftreten?"
Bestellen Sie bei eichendorff21!Mathis Raabe spricht für die taz mit Glenn McDonald, der über seine Zeit, als er bei Spotify als "Daten-Alchemist" an den Empfehlungsalgorithmen geschraubt hat, ein Buch geschrieben hat. Unter anderem geht es in dem Gespräch auch darum, dass die Spotify-Tantiemen für viele Künstler oft nicht einmal einen Kaffee finanzieren. Dabei hat sich die Branche längst erholt: "Die Musikindustrie hat die UmsatzzahlenderCD-Ära bereits wieder eingeholt." Doch "die Anzahl der Künstler*innen, auf die das Geld verteilt wird, ist jetzt sehr viel größer. In der CD-Ära hatte man keine Chance, Karriere zu machen, wenn man nicht bei einem großen Label unter Vertrag stand und im Radio gespielt wurde." Aber "das Niveau der CD-Ära zu erreichen, ist nicht ausreichend. Denn eine Industrie, die mehr Künstler*innen unterhält, muss eigentlich auch um den selben Faktor größer sein. Und das ist sie noch lange nicht. ... Wir müssen etwas grundsätzlich anders machen. Taylor Swift und Ed Sheeran sind reich, aber nicht reich genug. Selbst wenn wir all ihr Geld umverteilen, könnten wir nicht alle Künstler*innen bei Spotify angemessen bezahlen."
Weitere Artikel: Eleonore Büning hat für VAN das Musikfestival Styriartein Graz besucht. Die Musikhochschule Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid hat international einen exzellenten Ruf und lässt entsprechende deutsche Institute in Deutschland ziemlich alt aussehen, schreibt Hans-Christian Rößler in der FAZ. Alex Ketzer wirft für VAN einen Blick auf die Gestaltung der aktuellen Saisonbroschüren der Klassikhäuser. Nadine A. Brügger und Janique Weder untersuchen in der NZZ das grenzreligiöse Verhalten von Taylor-Swift-Fans. In der Frankfurter Pop-Anthologie schreibt Jens Buchholz über "Blackbird" von den Beatles:
Besprochen werden der Auftritte von Toto in Berlin (Welt) und Rod Stewart in Wien (Standard) sowie Emilíana Torrinis Comeback-Album (taz).
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