Perlentaucher-Autor

Nikolaus Perneczky

Nikolaus Perneczky, geboren 1982 in Wien, hat Filmwissenschaft und Philosophie an der Freien Universität Berlin studiert, wo er heute als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig ist; daneben verstreute Filmkritiken (perlentaucher, Cargo) und Programmarbeit im Kuratorenkollektiv The Canine Condition: http://www.thecaninecondition.net/. Sein unregelmäßig bewirtschaftetes Blog findet sich hier: http://kinolaus.blogspot.com/. Lebt und arbeitet in London und Berlin.
Stichwort: Soderbergh, Steven - 3 Artikel

Genrekino mit Welthaltigkeit: Steven Soderberghs 'Side Effects' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 13.02.2013

Die ersten Vorankündigungen zu Steven Soderberghs "Side Effects", worin der Film als Pharmaindustrie-Thriller gepitcht wurde, fügten sich in das Bild des cleveren auteur mit Hang zum zeitdiagnostischen Genrekino. Auch der Trailer zum Film legt nahe, dass Soderbergh es in seinem angeblich letzten Film – seit der heutigen Berlinale-Premiere ist er in Rente – mit dem pharmazeutisch-psychiatrischen Komplex aufnehmen würde. "Side Effects" enttäuscht diese Erwartungen mit einer Unterbietungsgeste wie sie nur in Hollywood vorstellbar ist. Was anfängt als mit amerikanischer Krisengegenwart gesättigtes Sittenporträt, kippt allmählich in einen ausgemacht Hitchcock'schen Plot. Die bis dahin angehäuften milieuspezifischen Details geraten zur – scheinbar austauschbaren – Kulisse. Eine Zuschauerin beschwerte sich: "Das war doch alles nur ein Aufhänger!"
Von Nikolaus Perneczky
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