Perlentaucher-Autor

Thomas Groh

Thomas Groh, geboren 1978, lebt seit 1997 in Berlin, dort Studium der Film-, Kultur-, Publizistik- und Kommunikationswissenschaften an der Humboldt und Freien Universität. Seit 2001 freier Filmkritiker für zahlreiche Print- und Online-Publikationen, darunter die Filmzeitschrift Splatting Image, taz, Tagesspiegel und natürlich den Perlentaucher. Seit 2017 Redakteur bei Deutschlandfunk Kultur.
Stichwort: Retro - 13 Artikel - Seite 1 von 2

Lust am freien Spiel: Andrew Bujalskis 'Computer Chess' (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 13.02.2013 Andrew Bujalski interessiert sich für das Obsolete: Seine Filme sind für gewöhnlich in 16mm gedreht, in seinem "Beeswax" von 2009 (unsere Kritik) steht ein Secondhandladen im Mittelpunkt. Warum er seinen neuen Film "Computer Chess" nun auf einer alten Sony-Videokamera aus den frühen 80ern gedreht hat, erklärt er verschmitzt im Q&A nach der Vorführung: "Die Leute fragte mich immer, warum drehst Du noch immer auf 16mm, warum nicht auf Video? Nun, da dachte ich mir, euch geb ich Video!" Von Thomas Groh

Beim Barte des Führers: Nazi-Ufos in Timo Vuorensolas 'Iron Sky' (Panorama Special)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 12.02.2012

Kommen zwei Nazis nach 72 Jahren nach New York und finden ein Pornoheft. Sagt der eine: "Die entwickeln sich ja wie unsere Weiber. Aber da unten haben sie keine Haare, wie die Mädchen seh'n die aus." Sagt der andere: "Und wenn sie da Haare haben, seh'n die aus wie der Bart unseres geliebten Führers!" Oder aber: Greifen Nazis vom Mond völlig krass die Erde an. Die Leute in der UNO so voll am Abstreiten, keiner ist's gewesen. Meldet sich Nordkorea: "Wir sind's, wir sind's gewesen!" Alle anderen voll so am Ablachen: "Als ob!!"
Von Thomas Groh

Kernkraft als Retro-Utopie in Volker Sattels 'Unter Kontrolle'

Außer Atem: Das Berlinale Blog 13.02.2011

In Science-Fiction-Filmen, die etwas auf sich halten (und also nicht nur Fantasy ins Techno-Hokuspokus-Gewand verkleiden), reist der Mensch in eine Umgebung, die nicht für ihn geschaffen ist. Damit dies gelingt, hüllt er sich in einen Kokon, er schafft eine künstliche Zone inmitten einer lebensfeindlichen Umgebung, die dem Zweck dient, sein bedrohtes Leben zu erhalten. Der schönste und konsequenteste Science-Fiction-Film in dieser Hinsicht ist Kubricks "2001", der fortwährend von Ummantelungen und Kokons erzählt - und von einer lebenserhaltenden Zone, die lebensbedrohlich wird.
Von Thomas Groh
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