Perlentaucher-Autor

Ekkehard Knörer

Ekkehard Knörer, geboren 1971 im Fränkischen, hat Englisch, Deutsch, Philosophie und Kulturwissenschaften studiert. Promotion zu "Witz und Ingenium in Rhetorik und Poetik des 17. und 18. Jahrhunderts", danach Postdoktorand am Graduiertenkolleg "Figur des Dritten" in Konstanz. Ekkehard Knörer ist Kulturwissenschaftler, Film- und DVD-Kritiker, u.a. für die taz (Kolumne "dvdesk"), war von1998 bis 2008  Herausgeber des Internet-Magazins für Film & Kritik Jump Cut, ab 2008 Redakteur bei der Filmzeitschrift Cargo. Ab 2000 war er Mitarbeiter des Perlentauchers, Autor der Krimi-Kolumne "Mord & Ratschlag" und der Film-Kolumne "Im Kino". Seit Oktober 2011 ist Ekkehard Knörer Redakteur des Merkur.
Stichwort: Forum 2020 - 4 Artikel

Mit Menschenliebe gemacht: Sabine Herpichs Doku "Kunst kommt aus dem Schnabel wie er gewachsen ist" (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 26.02.2020 Werkgruppe Hahn: Da bleibt keine*r verschont, die Mona Lisa nicht, auch Maurizio Cattelans kniender Hitler nicht, alle blicken sie nun mit Hahnenkopf in die Welt, wie Suzy von Zehlendorf (rechts im Bild) sie sieht, die vom Jesuskind und seiner Mutter von der Henne und ihrem Küken spricht. Werkgruppe Hass: Auf das Berliner Bode-Museum fokussiert, das die Künstlerin von ganzem Herzen verabscheut, das Gebäude und alles darin, traurig, nur traurig, das Ganze. Aus dem Bode-Katalog ist der Bode-Titel geschnitten, die Bode-Skulpturen sind mit Tüchern und Stoffen verhängt, sie kann gar nicht mit ansehen, was sie da baut. Von Ekkehard Knörer

No sex, Vorlust ist alles: "La Casa dell'amore" von Luca Ferri (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 23.02.2020 Erster Eindruck: Es ist dunkel. Es ist drinnen. In der ersten Einstellung verdeckt die Rückenansicht eines Mannes das Gegenüber und preist Jesu' Verteidigung der Prostituierten im Tempel. Keiner wirft den ersten Stein. Dies ist ein Film über Bianca Dolce Miele, ein Film, der Biancas Wohnung niemals verlässt, meist bleibt es dunkel, von einer Stelle abgesehen ist das Bild eng kadriert, ein Innenraumfilm. Draußen Regen, draußen Blitze. Die Freundin, Natasha, ist für einen längeren Aufenthalt in Brasilien, der Telefonkontakt reißt, wenn er überhaupt zustande kommt, öfter mal ab. Von Ekkehard Knörer

Nachgerade berlinerschuleesk: "Ping jing - The Calming" von Song Fang (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 23.02.2020 "The Calming", der zweite Spielfilm der chinesischen Regisseurin Song Fang, von Jia Zhang-ke koproduziert, ist ein kleines Wunder, schon weil er alles, was der Titel verspricht, tatsächlich einlöst. Aber auch, weil man denken könnte, man hätte das, was man hier sieht, auch die Art, wie es gefilmt ist, schon oft und öfter gesehen - ich staune aber, wie sehr es mich in diesem Film noch einmal anders, noch einmal neu, wie ein erstes Mal packt, wobei "packen" hier eigentlich das Gegenteil meint: leise berührt, besänftigt, auf fast schon aufwühlende Weise beruhigt. Von Ekkehard Knörer

So wird rückwärts entstorben: "El tango del viudo y su espejo deformante" von Raúl Ruiz und Valeria...

Außer Atem: Das Berlinale Blog 22.02.2020 Der Forum-Auftaktfilm "El tango del viudo y su espejo deformante" (deutsch: "Der Tango des Witwers und sein Zerrspiegel") scheint wie gemacht für das Jubiläumsprogramm. Wie im Forum selbst, das die Filme des ersten Programms von 1971 neben die aktuelle Auswahl stellt, geraten hier die Vergangenheit und die Gegenwart aneinander. Das historische Material des Films stammt aus dem Jahr 1967. "El tango del viudo" hätte der erste Spielfilm des nachmals weltberühmten chilenischen Regisseurs Raúl Ruiz werden sollen. Er wurde nie fertiggedreht, dreißig Minuten davon existieren, mehr nicht. Ruiz' Witwe Valeria Sarmiento hat sich den Torso nun vorgeknöpft, aber nicht einfach restauriert, sondern im Geiste des Verstorbenen ein hybrides Ding draus gemacht. Von Ekkehard Knörer
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