Perlentaucher-Autor

Ekkehard Knörer

Ekkehard Knörer, geboren 1971 im Fränkischen, hat Englisch, Deutsch, Philosophie und Kulturwissenschaften studiert. Promotion zu "Witz und Ingenium in Rhetorik und Poetik des 17. und 18. Jahrhunderts", danach Postdoktorand am Graduiertenkolleg "Figur des Dritten" in Konstanz. Ekkehard Knörer ist Kulturwissenschaftler, Film- und DVD-Kritiker, u.a. für die taz (Kolumne "dvdesk"), war von1998 bis 2008  Herausgeber des Internet-Magazins für Film & Kritik Jump Cut, ab 2008 Redakteur bei der Filmzeitschrift Cargo. Ab 2000 war er Mitarbeiter des Perlentauchers, Autor der Krimi-Kolumne "Mord & Ratschlag" und der Film-Kolumne "Im Kino". Seit Oktober 2011 ist Ekkehard Knörer Redakteur des Merkur.
Stichwort: Italienischer Film - 3 Artikel

Ein Weltreich am Ende

Im Kino 05.11.2020 Olivier Marchals Netflixfilm "Banden von Marseille" zeichnet eine Gesellschaft, in der jeder Mann verstrickt und korrumpiert ist, ob er nun das Böse will oder das Gute. Die Frauen setzen ein schwarzes Kopftuch auf und leiden schweigend. Ciro Guerras Verfilmung des Coetzee-Romans "Warten auf die Barbaren" krankt am von Coetzee selbst verfassten Drehbuch. Zu sich findet der Film nur dort, wo die symbolischen Elemente des Romans über koloniale Gewalt direkt an Bilder gebunden werden. Von Ekkehard Knörer, Karsten Munt

No sex, Vorlust ist alles: "La Casa dell'amore" von Luca Ferri (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 23.02.2020 Erster Eindruck: Es ist dunkel. Es ist drinnen. In der ersten Einstellung verdeckt die Rückenansicht eines Mannes das Gegenüber und preist Jesu' Verteidigung der Prostituierten im Tempel. Keiner wirft den ersten Stein. Dies ist ein Film über Bianca Dolce Miele, ein Film, der Biancas Wohnung niemals verlässt, meist bleibt es dunkel, von einer Stelle abgesehen ist das Bild eng kadriert, ein Innenraumfilm. Draußen Regen, draußen Blitze. Die Freundin, Natasha, ist für einen längeren Aufenthalt in Brasilien, der Telefonkontakt reißt, wenn er überhaupt zustande kommt, öfter mal ab. Von Ekkehard Knörer

Wenn er ein Huhn malt, wird er zum Huhn: "Hidden Away", Giorgio Dirittis Film über den naiven...

Außer Atem: Das Berlinale Blog 22.02.2020 "Hidden Away", die Übersetzung des italienischen Titels von Giorgio Dirittis Biopic, verfehlt das Original und verfehlt in diesem Verfehlen einiges mehr. "Volevo nascondermi" heißt "Ich wollte mich verstecken", und das Wollen, also das Aktive, und das Ich, also das Subjekt dieses Wollens, und sei es von allen Teufeln zum Verstecken getrieben, sind für die Deutung des Lebens von Antonio Ligabue, wie der Film sie versucht, von zentraler Bedeutung. Von Ekkehard Knörer
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