Perlentaucher-Autor

Ekkehard Knörer

Ekkehard Knörer, geboren 1971 im Fränkischen, hat Englisch, Deutsch, Philosophie und Kulturwissenschaften studiert. Promotion zu "Witz und Ingenium in Rhetorik und Poetik des 17. und 18. Jahrhunderts", danach Postdoktorand am Graduiertenkolleg "Figur des Dritten" in Konstanz. Ekkehard Knörer ist Kulturwissenschaftler, Film- und DVD-Kritiker, u.a. für die taz (Kolumne "dvdesk"), war von1998 bis 2008  Herausgeber des Internet-Magazins für Film & Kritik Jump Cut, ab 2008 Redakteur bei der Filmzeitschrift Cargo. Ab 2000 war er Mitarbeiter des Perlentauchers, Autor der Krimi-Kolumne "Mord & Ratschlag" und der Film-Kolumne "Im Kino". Seit Oktober 2011 ist Ekkehard Knörer Redakteur des Merkur.
Stichwort: Kolonialismus - 5 Artikel

Ein Weltreich am Ende

Im Kino 05.11.2020 Olivier Marchals Netflixfilm "Banden von Marseille" zeichnet eine Gesellschaft, in der jeder Mann verstrickt und korrumpiert ist, ob er nun das Böse will oder das Gute. Die Frauen setzen ein schwarzes Kopftuch auf und leiden schweigend. Ciro Guerras Verfilmung des Coetzee-Romans "Warten auf die Barbaren" krankt am von Coetzee selbst verfassten Drehbuch. Zu sich findet der Film nur dort, wo die symbolischen Elemente des Romans über koloniale Gewalt direkt an Bilder gebunden werden. Von Ekkehard Knörer, Karsten Munt

Und eine Kamera in die Hände

Im Kino 09.06.2010 Zum Auftakt des Sommerlochs verzichten wir heute auf Rezensionen. Dafür ein langes Gespräch mit den Kuratoren der Filmreihe "Spuren eines dritten Kinos", die gerade im Berliner Zeughaus-Kino läuft: über den Widerstand gegen filmischen Nationalismus, Reaktionen des Kinos auf koloniale Vergangenheit sowie politische Unterdrückung der Gegenwart. In China, auf den Philippinen, in Brasilien, im französisch-maghrebinischen Kino und in der als "Nollywood" bezeichneten Videokultur in Nigeria. Von Ekkehard Knörer

Berlinale 2. Tag

Außer Atem: Das Berlinale Blog 07.02.2009 Radu Judes "The Happiest Girl in the World" klammert sich so fest an ihre Chance wie an ihre gehäkelte Handtasche. Informationspolitische Cleverness beweist Asghar Farhadi in seinem Wettbewerbsfilm "Darbareye Elly - About Elly". Verstreut symbolisch Samen: Mans Manssons "Mr. Governor". Francois Ozons "Ricky" fliegt, hebt aber nicht ab. Stephen Daldrys "Der Vorleser" scheitert an seiner obszönen Symbolik. Dante Lams "The Beast Stalker" ist feines Pulp-Entertainment über Menschen mit Narben. Von Thekla Dannenberg, Lukas Foerster, Thomas Groh, Ekkehard Knörer

Berlinale 9. Tag

Außer Atem: Das Berlinale Blog 17.02.2006 Hans-Christian Schmids Wettbewerbsfilm "Requiem" würde man gern die Dialoge austreiben. Ganz erstaunlich aber: Christoph Hochhäuslers "Falscher Bekenner". Fußball als Probe aufs patriarchalische Exempel: Jafar Panahis Wettbewerbsfilm "Offside". Zeigt das Ende der Geschichte: Amir Muhammads Film über Malaysias "Last Communist" Chin Peng. Very Soprano: Sydney Lumets Wettbewerbsfilm "Find me guilty".
Eine Liste aller besprochenen Berlinalefilme finden Sie hier.
Von Thekla Dannenberg, Ekkehard Knörer, Christoph Mayerl

Berlinale 3. Tag

Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2006 Hätte Houellebecq sehen sollen: Oskar Roehlers "Elementarteilchen". Zeigt den Theweleits dieser Welt die nackte Schulter: Terrence Malicks "The New World". La la la, hey, hey hey, you are mine! In Pradeep Sakars "Parineeta" wird herzzerreißend gesungen. Außen hart und innen ganz weich: Michael Glawoggers Wettbewerbsbeitrag "Slumming". Lukas Moodyssons Film "Container" schockte bei der Vorführung seine Hauptdarsteller. Neil Jordans "Breakfast on Pluto" führt ins Irland der siebziger Jahre: Kitten will keine Bomben legen, sondern nur Lippenstift tragen.
Eine Liste aller besprochenen Berlinalefilme finden Sie hier.
Von Thekla Dannenberg, Ekkehard Knörer, Christoph Mayerl
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