Perlentaucher-Autor

Ekkehard Knörer

Ekkehard Knörer, geboren 1971 im Fränkischen, hat Englisch, Deutsch, Philosophie und Kulturwissenschaften studiert. Promotion zu "Witz und Ingenium in Rhetorik und Poetik des 17. und 18. Jahrhunderts", danach Postdoktorand am Graduiertenkolleg "Figur des Dritten" in Konstanz. Ekkehard Knörer ist Kulturwissenschaftler, Film- und DVD-Kritiker, u.a. für die taz (Kolumne "dvdesk"), war von1998 bis 2008  Herausgeber des Internet-Magazins für Film & Kritik Jump Cut, ab 2008 Redakteur bei der Filmzeitschrift Cargo. Ab 2000 war er Mitarbeiter des Perlentauchers, Autor der Krimi-Kolumne "Mord & Ratschlag" und der Film-Kolumne "Im Kino". Seit Oktober 2011 ist Ekkehard Knörer Redakteur des Merkur.
Rubrik: Im Kino - 223 Artikel - Seite 1 von 19

Das Smarte und das Fiese

Im Kino 07.01.2021 Marie Wilke hat für ihren ZDF-Sechsteiler "Höllental" die Geschichte der Entführung und Ermordung der 9-jährigen Peggy 2001 aufgenommen.  Das Exploitation-Moment einer True-Crime-Geschichte bannt sie durch das atmosphärische Schwingen des Soundtracks von Uwe Bossenz und eine Ästhetisierung durch Form. Die zweite Staffel von "Verbotene Liebe" über die Familie eines weltumspannenden Lahnstein-Modelabels schwelgt in Sex, Champagner und einem umwerfend glamourös gepimpten NRW. Von Ekkehard Knörer, Silvia Szymanski

Ein Weltreich am Ende

Im Kino 05.11.2020 Olivier Marchals Netflixfilm "Banden von Marseille" zeichnet eine Gesellschaft, in der jeder Mann verstrickt und korrumpiert ist, ob er nun das Böse will oder das Gute. Die Frauen setzen ein schwarzes Kopftuch auf und leiden schweigend. Ciro Guerras Verfilmung des Coetzee-Romans "Warten auf die Barbaren" krankt am von Coetzee selbst verfassten Drehbuch. Zu sich findet der Film nur dort, wo die symbolischen Elemente des Romans über koloniale Gewalt direkt an Bilder gebunden werden. Von Ekkehard Knörer, Karsten Munt

Charisma mit Kurzhaarschnitt

Im Kino 03.09.2020 Jan Komasas "Corpus Christi" um einen jungen Hochstapler-Priester lebt ganz von der Ausstrahlung und den blauen Augen des Hauptdarstellers  Bartosz Bielenia. Schade nur, dass der Regisseur sich nicht entscheiden kann, wo er mit seinem Film hin will. Donnie Yen traktiert ein letztes Mal als "Ip Man" seinen Mu ren zhuang Trainingsdummy. Diesmal in San Francisco, wo amerikanische Rassisten ihn und Bruce Lee herausfordern. Von Ekkehard Knörer, Karsten Munt

Im Kern dunkel getuscht

Im Kino 04.03.2020 Gints Zilbalodis' Animationsfilm "Away - Vom Finden des Glücks" erzählt von einem Jungen, der sich auf einem Motorrad, mit einem kleinen gelben Vogel und dem Tod an seiner Seite, zu einer Heldenreise aufmacht: Eine riesige, einsame, besessene und doch märchenhaft leichte DIY-Bastelei des 25-jährigen lettischen Regisseurs. Richard Stanley liefert mit "Die Farbe aus dem All" eine kongeniale magentafarbene Verfilmung der gleichnamigen Horrorgeschichte von H.P. Lovecraft. Von Thomas Groh, Ekkehard Knörer

Es bleibt eine Habitusdifferenz

Im Kino 24.04.2019 In Stephane Brizes "En guerre" spielt Vincent Lindon wieder einen von Arbeitslosigkeit Bedrohten. Aber diesmal lässt er sich nichts gefallen und organisiert einen Streik. Das ist brillant gespielt und pseudodokumentarisch gefilmt. In Roger Michells "Tea with the Dames" trinken Judi Dench, Maggie Smith, Joan Plowright und Eileen Atikins ein Tässchen Tee, plaudern über alte Zeiten und zeigen, dass sie ihren Shakespeare immer noch aus dem Effeff beherrschen. Von Katrin Doerksen, Ekkehard Knörer
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