Perlentaucher-Autor

Ekkehard Knörer

Ekkehard Knörer, geboren 1971 im Fränkischen, hat Englisch, Deutsch, Philosophie und Kulturwissenschaften studiert. Promotion zu "Witz und Ingenium in Rhetorik und Poetik des 17. und 18. Jahrhunderts", danach Postdoktorand am Graduiertenkolleg "Figur des Dritten" in Konstanz. Ekkehard Knörer ist Kulturwissenschaftler, Film- und DVD-Kritiker, u.a. für die taz (Kolumne "dvdesk"), war von1998 bis 2008  Herausgeber des Internet-Magazins für Film & Kritik Jump Cut, ab 2008 Redakteur bei der Filmzeitschrift Cargo. Ab 2000 war er Mitarbeiter des Perlentauchers, Autor der Krimi-Kolumne "Mord & Ratschlag" und der Film-Kolumne "Im Kino". Seit Oktober 2011 ist Ekkehard Knörer Redakteur des Merkur.
397 Artikel - Seite 2 von 34

So wird rückwärts entstorben: "El tango del viudo y su espejo deformante" von Raúl Ruiz und Valeria...

Außer Atem: Das Berlinale Blog 22.02.2020 Der Forum-Auftaktfilm "El tango del viudo y su espejo deformante" (deutsch: "Der Tango des Witwers und sein Zerrspiegel") scheint wie gemacht für das Jubiläumsprogramm. Wie im Forum selbst, das die Filme des ersten Programms von 1971 neben die aktuelle Auswahl stellt, geraten hier die Vergangenheit und die Gegenwart aneinander. Das historische Material des Films stammt aus dem Jahr 1967. "El tango del viudo" hätte der erste Spielfilm des nachmals weltberühmten chilenischen Regisseurs Raúl Ruiz werden sollen. Er wurde nie fertiggedreht, dreißig Minuten davon existieren, mehr nicht. Ruiz' Witwe Valeria Sarmiento hat sich den Torso nun vorgeknöpft, aber nicht einfach restauriert, sondern im Geiste des Verstorbenen ein hybrides Ding draus gemacht. Von Ekkehard Knörer

Wenn er ein Huhn malt, wird er zum Huhn: "Hidden Away", Giorgio Dirittis Film über den naiven...

Außer Atem: Das Berlinale Blog 22.02.2020 "Hidden Away", die Übersetzung des italienischen Titels von Giorgio Dirittis Biopic, verfehlt das Original und verfehlt in diesem Verfehlen einiges mehr. "Volevo nascondermi" heißt "Ich wollte mich verstecken", und das Wollen, also das Aktive, und das Ich, also das Subjekt dieses Wollens, und sei es von allen Teufeln zum Verstecken getrieben, sind für die Deutung des Lebens von Antonio Ligabue, wie der Film sie versucht, von zentraler Bedeutung. Von Ekkehard Knörer

Es bleibt eine Habitusdifferenz

Im Kino 24.04.2019 In Stephane Brizes "En guerre" spielt Vincent Lindon wieder einen von Arbeitslosigkeit Bedrohten. Aber diesmal lässt er sich nichts gefallen und organisiert einen Streik. Das ist brillant gespielt und pseudodokumentarisch gefilmt. In Roger Michells "Tea with the Dames" trinken Judi Dench, Maggie Smith, Joan Plowright und Eileen Atikins ein Tässchen Tee, plaudern über alte Zeiten und zeigen, dass sie ihren Shakespeare immer noch aus dem Effeff beherrschen. Von Katrin Doerksen, Ekkehard Knörer

Etwas Geklügeltes: Nicolas Wackerbarths 'Halbschatten' (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 09.02.2013 Wer kein Geld hat, dreht einen Hausfilm. Der Raum ist bühnenartig begrenzt, die Blickachsen liegen fest, die Blicke bleiben drinnen oder gehen nach außen oder gehen von außen nach innen. "Halbschatten", der Zweitling von Nicolas Wackerbarth, ist ein Hausfilm. Sein Debüt "Unten Mitte Kinn" war etwas anderes, ein Ensemble von Schauspielschülern, weitgehend improvisiert, ein Theaterfilm. Mit dem Improvisieren ist es vorbei. Die Dialoge sind sehr geschrieben, scheinen es jedenfalls. An die Stelle von Bernhard Kellers hochnervöser Kamera treten die hinreißend komponierten Bilder Reinhold Vorschneiders, die zwar das Licht schön haben, aber auch etwas leblos bleiben. So spielen sie leider dem Eindruck zu, den "Halbschatten" insgesamt macht. Er hat etwas Geklügeltes. Von Ekkehard Knörer
1|2|3|4|5|6|7|8|9|10|11|12
Stichwörter