Perlentaucher-Autor

Thekla Dannenberg

Thekla Dannenberg, 1970 geboren, studierte Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut in Berlin, besuchte die Deutsche Journalistenschule in München und arbeitete als Redakteurin bei der taz. Von 2002 bis 2023 war sie Redakteurin beim Perlentaucher, und schrieb für etliche weitere Medien als Autorin und Kritikerin. 2014 erschien ihre Übersetzung von Robert Warshows Essayband "Die unmittelbare Erfahrung". Seit August 2023 unterrichtet sie an einer Berliner Grundschule in Lichtenberg.
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Flucht in die Poesie: Sylvain L'Espérances 'Combat au bout de la nuit' (Panorama)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 13.02.2017 Ganze fünf Stunden lang widmet sich der kanadische Filmemacher Sylvain L'Espérance in seiner Dokumentation der Krise in Griechenland. Kein europäischer Regisseur hat je ein solch ambitioniertes Projekt zustande gebracht. Das muss man gleich in mehrfacher Hinsicht bedauern. Denn diese tiefgreifende Krise hat ja nicht nur das griechische Staatswesen, seine Ökonomie, seine Politik und seine Gesellschaft an den Rand des Zusammenbruchs geführt, sondern auch die EU. Es ist fast schon beschämend, dass sich der europäische Dokumentarfilm so wenig für Griechenland interessiert wie die Medien, die sich mit dem Land nur dann befassen, wenn es wieder einmal vor der Zahlungsunfähigkeit steht oder wenn gerade keine andere Krise zur Hand ist. Von Thekla Dannenberg

Eine Parabel über die Demokratie: Amit V. Masurkars 'Newton' (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 10.02.2017 Das indische Kino bringt oft seine ganz eigenen wunderbaren Spielarten hervor. Amit V. Masurkars "Newton" erzählt eine Dschungel-Geschichte. In diesem noch nicht ganz etablierten Genre geht es um das Drama der Demokratie, die Heirat aus Liebe und um Dschombies. Dieses rätselhafte Wesen lebt im Inneren des Landes, und seine Konturen werden zumindest im Laufe des Films in Ansätzen erkennbarer. Dschungel-Stories werden bestimmt ein ganz großes Ding, denn gerade in Indien haben Wahlen besonders viel Charme. Von Thekla Dannenberg

Schiebt die Unmoral nach Bulgarien ab: Danny Boyles "T2 Trainspotting" (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 10.02.2017 Das Beste ist der Anfang: Wie Danny Boyles "Trainspotting"-Original beginnt auch das Sequel "T2" mit einem Lauf, und der Milleniumswechsel sticht einem ins Auge: Hier läuft niemand durch die heruntergekommenen Ecken des abgehängten Schottland, hinter den Drogen her, vor der Polizei davon oder um sein Leben. Wer hier läuft, tut es im Fitness-Center. Wer Drogen nimmt, hält sich Koks oder Amphetamine, jedenfalls an etwas, was die Leistungsfähigkeit steigert. Heroin passt nicht mehr ins Bild, schon gar nicht in die gestochen scharfen Welten des digitalen Kinos. Das Edinburgh des Jahres 2017 ist clean. Von Thekla Dannenberg
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