Perlentaucher-Autor

Thekla Dannenberg

Thekla Dannenberg, 1970 geboren, studierte Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut in Berlin, besuchte die Deutsche Journalistenschule in München und arbeitete als Redakteurin bei der taz. Von 2002 bis 2023 war sie Redakteurin beim Perlentaucher, und schrieb für etliche weitere Medien als Autorin und Kritikerin. 2014 erschien ihre Übersetzung von Robert Warshows Essayband "Die unmittelbare Erfahrung". Seit August 2023 unterrichtet sie an einer Berliner Grundschule in Lichtenberg.
Rubrik: Berlinale Blog, Stichwort: Französischer Film - 5 Artikel

Auf dem Narrenschiff: "Sur L'Adamant" von Nicolas Philibert (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 25.02.2023 Die Adamant ist ein echtes Narrenschiff, ein wunderschönes Hausboot mit hölzernen Verschlägen, das an einem Quai der Seine mitten in Paris vor Anker liegt, im Schatten der Hochbahn und riesiger Platanen. Das Schiff dient mehreren psychiatrischen Krankenhäuser als Tagesklinik, sie ist das selten gewordene Beispiel einer zugewandten, offenen und freien Psychiatrie. Man kann nicht sagen, ob und wie die Patientinnen und Patienten hier therapeutisch behandelt werden, davon sehen wir nichts. Von Thekla Dannenberg

Triptychon des Schmerzes: Rithy Panhs "Irradiés" (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 28.02.2020 Die Schreckensherrschaft der Roten Khmer - darum kreist das Schaffen des kambodschanischen Filmemachers Rithy Panh. In weniger als vier Jahre wurden fast zwei Millionen Menschen ermordet, fast ein Viertel der Bevölkerung. Rithy Panhs Familie wurde - wie Tausende von Städtern, die als bürgerlich, intellektuell, korrumpiert und verdorben galten - zur Umerziehung in Arbeitslager auf das Land geschickt, Rithy Panh war damals elf Jahre alt, er verlor seine Familie und floh allein über Thailand nach Frankreich. Von Thekla Dannenberg

Humor in gelber Weste: Benoît Delépines und Gustave Kerverns "Effacer l'historique" (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 24.02.2020 Das französische Regieduo Benoît Delépine und Gustave Kervern hat sich auf einen Humor kapriziert, der zwischen charmanter Komödien und sozialer Groteske oszilliert. Gerard Depardieu spielte im schrägen "Mammuth" einen Schlachter, der in Rente geht und auf eine Tour de France durch sein gelebtes Leben aufbricht. Auch "Saint Amour" war ein poetisch-anarchisches Roadmovie, dessen Deadpan-Witz allerdings nicht immer zünden wollte. Mit "Effacer l'historique" haben sie nun eine Komödie vorgelegt, in der die Könige der echten Idioten den Kampf gegen die künstliche Intelligenz aufnehmen. Gelöscht werden soll nicht die Geschichte, sondern der Verlauf im Browser. Es ist ein echter Gelbwesten-Film, mit obligatorischem Cameo-Auftritt von Michel Houellebecq. Von Thekla Dannenberg
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