Perlentaucher-Autor

Thekla Dannenberg

Thekla Dannenberg, 1970 geboren, studierte Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut in Berlin, besuchte die Deutsche Journalistenschule in München und arbeitete als Redakteurin bei der taz. Von 2002 bis 2023 war sie Redakteurin beim Perlentaucher, und schrieb für etliche weitere Medien als Autorin und Kritikerin. 2014 erschien ihre Übersetzung von Robert Warshows Essayband "Die unmittelbare Erfahrung". Seit August 2023 unterrichtet sie an einer Berliner Grundschule in Lichtenberg.
Rubrik: Berlinale Blog - 164 Artikel - Seite 3 von 14

Wohlkomponierte Zufälligkeiten: Matias Marianis "Cidade Pássaro" (Panorama)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 22.02.2020 Eine coolere Kombination als die von Brasilien und Nigeria kann man sich kaum vorstellen, da kann nicht einmal die von Musik und Mathematik mithalten. Matias Marianis Spielfilmdebüt "Cidade Pássaro" greift hoch verbindet gleich alles, die Bewegung innerhalb des Südens und auf abstrakter Ebene: Der junge nigerianische Musiker Amadi kommt nach São Paulo auf der Suche nach seinem älteren Bruder Ikenna, der dort an einer Universität Qualitative Statistik unterrichten wollte. Von Thekla Dannenberg

Seid ernst und voller Kraft: Jia Zhangkes "Swimming Out Till the Sea Turns Blue" (Special)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 21.02.2020 Mit allen Mitteln, die das Kino zur Verfügung stellt, versuchen die chinesischen Filmemacher den rasanten Wandel ihres Landes zu erfassen, ihm Bilder und Bedeutung zu geben. Im vorigen Jahr lief Wang Xiaoshuais ergreifendes Melodram "So long, my son" im Wettbewerb, das von drei befreundeten Paaren erzählt, die mit den grundstürzenden Veränderungen des Systems innerhalb von dreißig Jahren klar kommen mussten, vom Ende der Kulturrevolution bis zum Turbokapitalismus. Von Thekla Dannenberg

Kreist um einen Fixstern des New Yorker Literaturlebens: Philippe Falardeaus "My Salinger Year" (Berlinale Special)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 20.02.2020 Kann man sich Sigourney Weaver für die Eröffnungsgala entgehen lassen? Diese große Schauspielerin, die mit ihren 1,80 Meter allein schon körperlich eine enorme Kraft und Coolness ausstrahlt. Die durchaus verführen kann, aber ihr Gegenüber meist doch eher in die Knie zwingt. In der "Alien"-Saga führte sie einen langen und unerbittlichen Kampf mit dem kosmischen Urmonster, in Ang Lees "Eissturm" macht sie ihren Liebhaber mit einem Achselzucken fertig: "Bitte, keine Geschichten aus dem Büro. Ich habe schon einen Ehemann." Von Thekla Dannenberg

Melodram mit Starbesetzung: Wang Xiaoshuais "So long, my Son" (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 14.02.2019 Nicht nur Zhang Yimous Film "One Second" über die Kulturrevolution ist von den chinesischen Behörden zensiert worden. Auch Derek Kwok-cheung Tsangs "Better Days", der in der Reihe Generation laufen sollte, hat keine Freigabe bekommen. In  Variety gibt Rebecca Davis einen guten Einblick in die Lage des chinesischen Independent-Kinos, das Davis zufolge so gut wie tot sei. Wenn Filme heute Indie aussähen, würde damit nur einem Publikumsgeschmack Rechnung getragen, der für das kommerzielle Kino nicht zu haben sei. Die Zensur passiert hätten aber auch diese Filme. Von Thekla Dannenberg

Kiffen, Skaten, Rumhängen: Jonah Hills "Mid90s" (Panorama)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 14.02.2019 Die neunziger Jahre waren das letzte Jahrzehnt, in dem Schule keine Rolle spielte. Woraus es ankam, waren Stil, Musik und ein paar gute Skateboard-Tricks: "Keep a positiv attitude." Die coolsten Typen in "Mid90" sind die aus den Ghetto von Los Angeles. Von Leuten wie Ray, Fourth Grade, Ruben und Fuckshit lernt man alles, was man fürs Leben braucht: Rumhängen, Kiffen, Skaten. Und ab und zu auf einer Party Mädchen aufreißen. Stevie vergöttert sie. Von Thekla Dannenberg

Marmor, Kupfer, Kohle: Nikolaus Geyrhalters "Erde" (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 13.02.2019 Eine der größten Baustellen der Welt befindet sich im San Fernando Valley in Kalifornien, wo für ein gigantisches Immobilienprojekt ganze Berge abgetragen werden. Aus der Vogelperspektive gefilmt, ergibt es eine tolle Choreografie, wenn die Planierraupen und Schaufelbagger in großen Schleifen ihre Bahnen ziehen und Tausende Tonnen Erde wegschaffen. Bei den Fahrern der Bulldozer unten am Boden herrscht vollbärtige Zufriedenheit: "Wie sich das anfühlt, sein Geld damit zu verdienen, dass man Berge versetzt? Gut, denke ich." Ein anderer reibt sich die Hände: "Die Erde ist ein widerspenstige Geliebte." Sie hat keine Chance, die Maschinen werden immer größer: "Am Ende gewinnen wir." Von Thekla Dannenberg

Am Beispiel des Hummers: Mark Jenkins "Bait" (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2019 Von der ersten Sekunde an weiß man, woran man bei Mark Jenkin ist: Sein Schwarzweiß-Film, in 16-Millimeter gedreht und von Hand entwickelt, lässt an Cornwalls Küste nicht sanft den britischen Spirit von 1945 durchs Bild wehen, der Film ist sozialrealistisches Kino reinsten Wassers: Keine Inszenierung, keine langen Einstellungen, keine Kamerabewegung. Stattdessen Nahaufnahmen und suggestive Montagen. So viel Offenheit ist selten. Von Thekla Dannenberg
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