
30.08.2025 Die FAZ erinnert sich mit Jina Khayyer an den Iran im Jahr 2000. Die FAS verfällt den „im Spektrum lauwarmen“ Figuren im neuen Roman von Leif Randt. Einen sehr ungewöhnlichen DDR-Roman verdankt sie Karsten Krampitz, der von einer Kommune von Schwerbehinderten erzählt. Die SZ spart nicht an großen Vergleichen nach der Lektüre von Nelio Biedermanns Debütroman über die Geschichte Ungarns. Die taz blickt mit Hannah Lühmann hinter die Fassade von Tradewifes und denkt mit einem von Miriam Lang, Mary Ann Manahan und Breno Bringel herausgegebenen Band über „Grünen Kolonialismus“ nach.

29.08.2025 Die FR verirrt sich begeistert in Nava Ebrahimis kunstvoll verschacheltem Roman "Und Federn überall". Die NZZ kämpft mit Max Goldt vergnügt gegen die "Schrumpfkommunikation der Medien" an und taucht mit Michael Sommer und Stefan von der Lahr ein in die "verdammt blutige Geschichte der Antike". Die FAZ bewundert, wie Nadia Pantel anhand von Frankreichs Küche französische Gesellschaftsverhältnisse beleuchtet. Schmerzhaft intensiv und "hochpolitisch" erscheint der SZ Albert Ostermaiers Roman über Pasolinis verzweifelte Liebe zu dem viel jüngeren Ninetto.

28.08.2025 SZ und FAZ setzen sich mit Caroline Wahls Heldin Charlotte gegen einen egomanischen Verlagschef durch. Der FAZ gefällt es zudem ausnehmend gut, wie Slata Roschal in ihren Gedichten nach allen Seiten austeilt. Die Zeit irrt mit Nelio Biedermann und der Familie "Lázár" durch die Wirren des zwanzigsten Jahrhunderts. Dlf erlebt mit Ken Keseys früher Climate Fiction, wie sich in Alaska die Natur gegen den Menschen erhebt. Dlf Kultur bangt mit dem estnischen Autor Rein Raud um das Schicksal einer jungen Liebe im Blick des KGB.

27.08.2025 NZZ und FR applaudieren Katerina Poladjan, die mit den Erinnerungen eines Regisseurs von einer Therapiecouch im heißen Rom in die Weiten der Geschichte führt. Dlf lobt Kamel Daouds Roman "Huris" über die Grausamkeiten des "finsteren Jahrzehnts" in Algerien. Die SZ zieht den Hut vor Götz Alys Opus magnum über die NS-Zeit - hat aber auch ein paar Kritikpunkte. Eine schonungslose Selbstbefragung liefert der FAZ der Sänger Marco Wanda.

26.08.2025 Ganz verzaubert ist die FAZ, wenn sich Anne Serre auf einer somnambulen Zugreise von Paris nach Montauban aus dem eigenen Text herausschreibt. Sofort nach der Lektüre vermisst sie außerdem die Helden aus Lina Schwenks Debütroman "Blinde Geister". Die FR kürt Henning Sußebachs Spurensuche nach seiner Urgroßmutter "Anna" schon jetzt zu einem der Sachbücher der Saison. Mit großem Interesse liest sie auch die Erinnerungen von Verleger K. D. Wolff. Die NZZ verdankt dem Althistoriker Mischa Meier ein neues Bild der Hunnen.

25.08.2025 Interessiert folgt die SZ dem schwedisch-gambischen Journalisten Amat Levin, wenn der versucht, dem afrikanischen Kontinent seine Geschichte zurückzugeben. Amüsiert und zugleich kritisch blickt sie mit Valentin Groebner auf den Tourismus. Die FR begibt sich derweil mit Percival Everetts „Dr. No.“ auf die Suche nach dem zerstörerischen Nichts. Die FAZ empfiehlt neue Kinder- und Jugendbücher: Besonders gern lässt sie sich von Inga Krause Fahrradtour durch eine Stadt im Memphis-Design nehmen. Die Welt kostet mit Kafka Ofenschlupfer.

23.08.2025 Die FAZ widmet sich mit dem italienischen Mythologieforscher Furio Jesi nicht den gelungenen, sondern den gescheiterten Revolutionen. Die SZ klärt mit Jonathan Coe einen Mord im rechten Milieu auf. Die taz ruft mit Nino Haratischwili: "Europa wach auf!" Die Welt jubelt: Raphaela Edelbauers neuer Roman über fanatische Philosophen, linke Attentäter und Fake News ist ein "Sieg der Fiktion". Dlf empfiehlt Lina Schwenks Romandebüt "Blinde Geister". Und Dlf Kultur preist Anja Kampmanns Buch über die Variété-Tänzerin Hedda, die den Aufstieg der Nazis miterlebt.

22.08.2025 Die FAZ freut sich, dass Angela Steidele in ihrer mit viel Filmgeschichte garnierter Romandoppelbiografie von Marlene Dietrich und Greta Garbo auch den queeren Blick der beiden Diven füreinander in den Fokus nimmt. Die SZ zerbricht in Verena Keßlers rasantem Roman an Obsession, Neid und Narzissmus im "Gym". Außerdem fragt sie sich mit dem Soziologen Nils C. Kumkar, wie man produktiver spalten kann. Dlf Kultur freut sich mit José Rizals "Noli me tangere" über die deutsche Neuauflage eines philippinischen Klassikers von 1887.

21.08.2025 Die NZZ feiert Anja Kampmanns neuen Roman, der ihr zeigt, was die Nazis auf der Reeperbahn trieben. Außerdem vertieft sie sich in einen neuen Prachtband über Goya. Die Zeit begleitet im neuen Roman von Raphaela Edelbauer fünf Philosophie-Terroristen, die den "Krebs der Postmoderne" besiegen wollen. Die SZ ist dankbar für die Wiederveröffentlichung von Romain Garys Romandebüt "Europäische Erziehung". Dlf begegnet kauzigen Siedlern auf den Färöer-Inseln in William Heinesen "Noatun". Und Dlf Kultur fragt mit Judith Butler: Wer hat Angst vor Gender?

20.08.2025 Die FR ist schwer begeistert von Dorothee Elmigers Roman über zwei im panamaianischen Dschungel verschwundene Niederländerinnen, die NZZ verliert sich im erzählerischen Dickicht. Die FAZ lässt sich von Susanne Schädlich die Schicksale deutsch-jüdischer Migranten in Hollywood erzählen - ganz abseits des Glamours. Die taz versinkt in den Aufzeichnungen, die der schwedische Schriftsteller Ulf Nilsson kurz vor seinem Tod machte. Dlf Kultur begegnet mit Max Lobe den Geistern der kamerunschen Kolonialgeschichte.

19.08.2025 Die SZ lenkt ihre Aufmerksamkeit dank Michael Maar auf übersehene Details der Literaturgeschichte, die Skandalöses zu Tage fördern. Die FAZ fragt mit Thomas Nagel, was moralische Wahrheiten sind. Die NZZ kostet von Franz Kafkas vegetarischen Lieblingsgerichten und findet dabei allerhand Unbewusstes. Die taz staunt, wie Thomas Melle das Unsagbare einer Depression in Worte fassen kann.

18.08.2025 Die SZ blättert mit Spannung durch das neue Buch von Max Goldt und findet wie gewohnt Humor und steile Thesen. Mit Peter R. Neumann und Richard C. Schneider versucht sie, die europäischen Demokratien am Leben zu erhalten. Die FAZ lauscht Gert Westphal, wenn er mit seiner "reich modulierenden, sonoren Stimme" Rainer Maria Rilkes "Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge" vorliest. Dlf lässt sich von Joe Dunthorne die Geschichte seines jüdischen Großvaters erzählen, der nicht nur radioaktive Zahnpasta herstellte, sondern auch mit den Nazis zusammenarbeitete.

16.08.2025 Dr. No, ein Erforscher des "Nichts", schließt in Percival Everetts "Dr. No" einen Teufelspakt mit einem schwarzen Milliardär, der sich für den Rassismus rächen will - FAZ und Deutschlandfunk sind recht begeistert. Auch Thomas Melles "Haus zur Sonne" wird zweimal besprochen und hat die Rezensenten von FR und FAZ tief bewegt. Die taz sucht mit Howard Zinn nach einer alternativen "Geschichte des amerikanischen Volkes". Dlfkultur empfiehlt die literarischen Reportagen Fernanda Melchors aus der brutalen Stadt Veracruz.

15.08.2025 Der Dlf bewundert, wie sich Thomas Melle in "Haus zur Sonne" aus Depression und Sprachmüdigkeit herausschreibt. Dlf Kultur lernt derweil von Annie Ernaux, dass das Gefühl der Eifersucht eine ganze Stadt besetzen kann. In der FAZ empfiehlt der Schriftsteller Doron Rabinovici die Lektüre von Karl-Markus Gauß' Essays gegen den Judenhass, auch weil sie Geschichtslügen beleuchten. Die taz lernt in einem neuen Band, wie wandlungsfähig der NS-Städtebau je nach Liquidität war.

14.08.2025 Gewagt uneinheitlich "wie das Leben" findet die FR Daniela Dröschers neuen Roman "Junge Frau mit Katze", der FAZ geht es hier allerdings zu sehr um Krankheiten. Umso lieber lässt sich die FAZ von Thomas Bernhards Halbschwester Susanne Kuhn über ihren Aufenthalt mit dem todkranken Bruder in der Bettenburg Torremolinos berichten. Die Zeit freut sich, dass mit der Neuauflage von Gerti Tetzners 1974 in der DDR erschienenem Roman "Karen W." eine Lücke in der Literaturgeschichte geschlossen wird. Die NZZ erfährt dank Chi Zijian vom Schicksal der Ewenken. Dlf Kultur liest bei der Historikerin Stefanie Schüler-Springorum nach, wie die überlebenden Verfolgten der NS-Zeit in der Nachkriegszeit weiter ausgegrenzt wurden.

13.08.2025 Die SZ begibt sich mit Thomas Melles neuem Roman auf einen existenziellen Höllenritt zwischen Wahnsinn und Poetik. Die NZZ kommt mit Martina Clavadetscher der Nazi-Vergangenheit eines Schweizer Dorfes auf die Spur. Die FAZ verabschiedet sich mit Helmut Lethen von der "befreienden Macht der Coolness" und findet "schutzlose Ratlosigkeit". Die FR verbringt mit Jane Gardam und ihrer Helden, "halb Romanfigur, halb Prinzessin", einige "Tage auf dem Land".

12.08.2025 Die Welt geht mit Ann Schlee auf eine traumhafte Rheinreise, auf der sie gleich zwei Revolutionen erlebt. Die taz lässt sich von Regina Dürig kuriose und witzige Geschichten über "Frauen und Steine" erzählen. Die FAZ reist mit Jokha Alharthi in den Oman und erlebt, wie das Sultanat durch eine moderne Industriegesellschaft abgelöst wird. Die SZ vertieft sich in neue Bücher über Thomas Mann, unter anderem von Barbara Hoffmeister, Oliver Fischer und Martin Mittelmeier.

11.08.2025 Die SZ muss über Heinz Strunks neuen Erzählband "Kein Geld Kein Glück Kein Sprit" abwechselnd lachen und weinen. Mit Dirk Stolper beugt sie sich über die Geschichte von Robert Servatius, der NS-Verbrecher vor Gericht verteidigte. Die NZZ preist die Gedichte von Curt Bloch, mit denen er aus seinem Versteck heraus die Nazis verspottete, als kleines Wunder. Dlf Kultur vertreibt mit Jochen Buchsteiner das Phantom und den Mythos Ostpreußen.

09.08.2025 Die FAZ trifft in Daniela Strigls Literaturgeschichte des Trotzes auf widerspenstige Helden wie Kohlhaas, Antigone oder Johanna von Orleans. Die FAS gerät in Sayaka Muratas „Schwindender Welt“ an ihre Körpergrenzen. Die SZ lernt von Noemi Vola, was man mit Tränen alles machen kann: Spaghetti kochen zum Beispiel. So gut wie heute war es um die Kunstfreiheit in Deutschland selten bestellt, erfährt die taz von Peter Jelavich. Christian Baron begleitet sie einmal mehr ins Arbeitermilieu Kaiserslauterns. Der Dlf klaut mit Heinz Strunk Zitronen und Dlf Kultur freut sich, dass Philipp Theisohn den Schweizer Schriftsteller Conrad Ferdinand Meyer aus der Vergessenheit holt.

08.08.2025 Die FAZ bewundert den „antiheroischen Realismus“, mit dem Milica Vučković über eine gewalttätige Beziehung schreibt. Einen Austausch auf Augenhöhe erlebt sie derweil mit dem Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Heinrich Böll. Berührt liest der Dlf, wie der iranische Fotograf Sohrab Shahname und die deutsch-israelische Autorin Katharina Höftmann Ciobotaru „über den Hass hinweg“ kommunizieren. Mit Marcus S. Kleiner begibt er sich auf politische Spurensuche in der deutschen Poplandschaft von 1945 bis heute. Dlf Kultur streift mit Dominique Roques durch eine duftige Kulturgeschichte des Waldes.

07.08.2025 Die Zeit baut mit Tini Malinas kleiner Spinne Selma schöne schiefe Netze. Die SZ begibt sich im wichtigsten Roman von Clarice Lispector derweil in ein verstörendes Gespräch mit einer toten Kakerlake. Vielleicht will sie erfahren, was wir von Tieren über den Tod lernen können? Das jedenfalls untersucht die FAZ mit der Philosophin Susana Monso. In einem Band über Städtebau im Nationalsozialismus liest sie derweil, welche Impulse aus dem faschistischen Italien, aus Portugal oder von den Sowjets kamen. Die Welt recherchiert mit Thomas Harding im Mordfall um Einsteins Cousin. Und Dlf Kultur entdeckt die Malerin Suzanne Duchamp.

06.08.2025 Die FAZ jubelt: Heinz Strunks neuer Erzählband ist nichts für Zartbesaitete, dafür große Literatur. Begeistert ist sie außerdem von der Autobiografie des Aktivisten und späteren Verlegers KD Wolff. Die FR verliert sich mit der Heldin aus Sylvie Schenks neuem Roman in Houellebecq-Huldigungen. Die SZ schwärmt von der Leichtigkeit, mit der Miku Sophie Kühmel die Liebesgeschichte zwischen der Dadaistin Hannah Höch und der niederländischen Schriftstellerin Til Brugmann "hintupft".

05.08.2025 Die taz versinkt dank Guy Delisles Comic-Biografie im Leben des Fotografie-Pioniers Eadweard Muybridge, der endlich die Frage beantwortete, ob Pferde beim Galoppieren den Boden berühren oder nicht. Die FAZ lässt sich von Jonas Hahn von den ersten Kontakten zwischen deutschen und israelischen Studiengruppen erzählen. Die NZZ wird bei Gaea Schoeters Zeuge, wie Berlin von einer Elefantenplage heimgesucht wird. Die SZ vergleicht Isabel Allendes neuen Roman mit einem "gut geschriebenen Hollywoodfilm", dem Dlf gefällt vor allem die erste Hälfte.

04.08.2025 Die FAZ lernt in Keach Hageys Biografie den Open AI-Chef Sam Altman als hochbegabten, aber "eher schüchternen" Technikvisionär kennen. Die NZZ empfiehlt Tan Twan Eng neuen Roman, in dem sich zahlreiche literarische Figuren tummeln, als "sinnliches Kolonialpanorama aus Penanger Perspektive". Die SZ lernt von Richard Overy, wie es tatsächlich zum Abwurf der Atombombe auf Hiroshima kam. Außerdem legt sie uns Bücher über den Libanon von Pierre Jarawan und Charles Berberian ans Herz.

02.08.2025 Die taz empfiehlt wärmstens Benny Morris' aktualisierten Klassiker über "Die Geburt des palästinensischen Flüchtlingsproblems". Die FR lernt von Richard Overys Buch über Hiroshima, was der Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki konkret bedeutete. Der Dlf landet mit Christoph Höhtkers "Staaten" in Bielefeld, bei der Mutter eines Dichters mit fünf unvollendeten Romanen. Die Welt gruselt sich schön mit Mieko Kawakamis während der Pandemie spielendem Krimi "Das gelbe Haus".

01.08.2025 Der Dlf fühlt sich bestens unterhalten, wenn ihm Miku Sophie Kühmel die Liebesgeschichte zwischen Hannah Höch und der Autorin Til Brugman erzählt. Außerdem erfährt er alles, was sich über Tod und Leben sagen lässt, aus den Geschichten von Pawel Salzman. Die taz lässt sich inspirieren durch einen Sammelband über den musikalischen Underground im unfreien Teil Europas zwischen 1950 und 2000. Die FAZ schaut sich mit Uwe Schütte und David Bowie in der Nervenklinik Gugging um. Und die FR bewundert einmal mehr die Experimentierfreude von Annette Pehnt.