
31.01.2025 Die FAZ lässt sich von Dorothea Weltecke erklären, warum Religionen erst im Mittelalter entstanden. Die NZZ flüchtet mit Adolf Muschg in ein neues Leben. Der Dlf erntet mit dem Lyriker Hans Thill Metaphernkraut und liest zeitgenössische Literatur aus Taiwan. Und der Dlf Kultur folgt mit Yael van der Wouden dem Schicksal enteigneter Juden in den Niederlanden der sechziger Jahre.

30.01.2025 Die FAZ annonciert gleich zwei glänzende Rilke-Biografien von Manfred Koch und Sandra Richter. Außerdem birgt sie einen Schatz mit Victor Heringers Roman über eine schwule Liebe während der brasilianischen Militärdiktatur. Die Zeit dankt dem Dokumentarfilmer Stephan Lamby für die Geduld, mit der er sich jenen Verwandten und Freunden nähert, die in aller Welt auf Populisten hereinfielen. Und Dlf Kultur staunt über die dreizehn Interpretationen, die Ismael Kadare von einem Telefongespräch zwischen Stalin und Boris Pasternak zusammengetragen hat.

29.01.2025 FAZ und FR gehen in die Knie vor Jonas Lüschers "Verzauberte Vorbestimmung": Die FAZ folgt nur zu gern den verschlungenen Erzählpfaden durch die Jahrhunderte, vorbei an Cyborgs, Peter Weiss und Neu-Kairo. Die FR bewundert, wie der Roman vom Tod erzählt und doch vor Lebendigkeit glüht. Die FAZ freut sich von Michael Köhlmeiers umfangreicher Gitarrensammlung zu lesen. Dlf ist erschüttert von Julian Borgers Erzählung über seinen Vater, dessen Eltern ihn als Pflegekind nach Großbritannien schickten, um ihn vor den Nazis zu retten.

28.01.2025 Die FAZ kann sich dank Thomas Hellmuths kenntnisreicher Darstellung mit der Geschichte des "Austrofaschismus" auseinandersetzen. Bela B Felsenheimers Roman "Fun" über einen Missbrauchs-Skandal um eine bekannte Rockband findet sie gar nicht lustig. Die taz streunt mit dem Helden aus Ricardas Gavelis Roman "Vilnius Poker" durch die litauische Geschichte. Die NZZ empfiehlt Jovana Reisingers Buch "PLEASURE" als Provokation und Manifest für Glam und Kitsch. Dlf freut sich sehr über die neue Thomas-Brasch-Edition "Du mußt gegen den Wind laufen".

27.01.2025 Die FAZ stellt Jugendbücher vor: Kathrin Steinberger erzählt ihr in "Der Rosengarten" vom Ersten Weltkrieg und einer jungen Liebe in Wien. Amani Paddas liefert ihr mit "Und dazwischen irgendwo wir" einen spannenden Roman aus dem Young-Adult-Genre. Der "Sonderzug" der deutschen Beziehungen zu Russland ist schon lange entgleist, kann die SZ mit dem Buch des Historikers Bastian Matteo Scianna feststellen. Die NZZ erfährt von Lou Osborn und Dimitri Zufferey, was nach dem Tod von Jewgeni Prigoschin aus der Wagner-Gruppe geworden ist, nämlich das einflussreiche "Africa Corps".

25.01.2025 Ein starker Bücher-Samstag: Große Literatur liest die SZ, wenn Jonas Lüscher in seinem neuen Roman das eigene Leben mit dem von Peter Weiss verwebt und dabei über das Verhältnis von Mensch und Maschine nachdenkt. Der FAZ wird ganz schwindelig zumute, wenn Mieko Kanai sie in atemberaubenden Sätzen durch das Tokio der Neunziger treibt. Die FAS verdankt Edouard Louis' neuem Mutter-Roman geradezu "globale" Erkenntnisse über Armut und Gewalt. Die taz denkt in einer Anthologie mit zwanzig zeitgenössischen Schriftstellerinnen über Wendepunkte des Lebens nach. Und die NZZ lernt von Gerty und Hugo von Hofmannsthal das Geheimnis einiger guten Ehe kennen.

24.01.2025 FAZ und Welt blicken mit Jozsef Debreczenis Erfahrungsbericht aus den Konzentrationslagern Auschwitz und Groß-Rosen auf den ganzen Terror der Deutschen. Der Dlf wird indes von Bogdan Musial umfassend über die "Lagermedizin" in Auschwitz aufgeklärt. Die FAZ lässt sich von dem Juristen Gerd Hankel außerdem erklären, wie Internationales Recht durchgesetzt wird. FR und Dlf ziehen sich mit Carys Davies im Sommer 1843 auf eine einsame Shetlandinsel zurück. Und der Dlf Kultur taucht ab in die politische Lyrik von Sebastian Schmidt und lernt Zuhören von Bernhard Pörksen.

23.01.2025 Die FAZ bewundert die sprachliche Schlagfertig- und Eigensinnigkeit der uruguayischen Dichtern Christina Peri Rossi. Dlf gründet mit Matias Riikonen in den finnischen Wäldern einen Kinderstaat namens "Matara". Die Zeit entdeckt in einer Sammlung mit unveröffentlichten Erzählungen von Siegfried Lenz das heimliche Gründungsdokument der "Letzten Generation". Die FAZ bewundert außerdem, wie filigran Ursula Krechel drei Frauen gegen Rollenerwartungen kämpfen lässt.

22.01.2025 Die FAZ schätzt Cheon Myeong-kwans Roman "Eine Bumerangfamilie" über drei in der koreanischen Gesellschaft gescheiterte Geschwister als "raues antikapitalistisches Kammerspiel". Von Nicole Strüber lässt sie sich "Unser soziales Gehirn" erklären. Die SZ lässt mit Maja Lunde in "Für immer" die Zeit still stehen, hätte sich aber einen tieferen Blick in den Abgrund gewünscht. Die NZZ stimmt in das Lob über Julia Schochs Roman "Wild nach einem wilden Traum" ein.

21.01.2025 Die FAZ verfolgt gespannt, wie sich die Heldin aus Anne Korths "Protokoll einer Annäherung" von den Fangarmen eines Traumas befreien will. Die SZ amüsiert sich prächtig mit Jean Hanff Korelitz' Great American Novel "Die Nachzüglerin". Die NZZ wandelt mit José Maria Eca de Queiros durch das melancholische Portugal des 19. Jahrhunderts. Dlf empfiehlt Susanne Spahns Band über "Das Russland-Netzwerk". Dolce Vita, Gothic und Barbour-Chic, aber auch betörende Posen und Porträts: Dlf Kultur schwelgt in den Bildern des Modefotografen David Bailey.

20.01.2025 Die SZ blickt mit den Erinnerungen des Auschwitz-Überlebenden József Debreczeni geradewegs in die Hölle. Die NZZ trifft in Armin Fuhrers Biografie über die Skandal-Tänzerin Anita Berber eine Frau, die die Abgründe der Zwanziger Jahre in Berlin mit Haut und Haaren verkörperte. Die FAZ hört beglückt eine Hörspiel-Version von Thomas Manns "Zauberberg", vorgetragen von Meister-Leser Gert Westphal. Und Dlf beugt sich über Michael Harriots unkonventionelle Geschichte der USA.

18.01.2025 Die FAZ ist heute in Hochform und erkundet mit Annie Bourneufs "Im Rücken des Engels der Geschichte" die Bedeutung der jüngsten Entdeckung hinter Paul Klees Gemälde "Angelus Novus" für Walter Benjamins "interreligiöse Verständigung". Mit Robert Pursches "Umkämpftes Nachleben" taucht sie tief ein in die komplexe Geschichte der Wiederentdeckung Benjamins nach dem Krieg. Die taz versenkt sich in einen Band über den "Judenhass im Kunstbetrieb". Dlf Kultur liest mit Femi Kayodes "Gaslight" einen Krimi aus Nigeria und lernt im Band "Das verordnete Schweigen" wie Zensur wirkt.

17.01.2025 FR und Dlf Kultur freuen sich über die Wiederentdeckung zweier jüdischer Schriftstellerinnen: Die FR bewundert, wie kühl und schroff sich Goncourt-Preisträgerin Anna Langfus in "Gepäck aus Sand" mit dem Weiterleben nach der Shoah auseinandersetzt. Dlf Kultur möchte aus Lotte Paepckes poetischem Roman "Ein kleiner Händler, der mein Vater war" am liebsten laut vorlesen. Die SZ beobachtet mit Reinhard Kleist David Bowie bei der Cleanwerdung in Berlin-Schöneberg. taz, SZ und Dlf Kultur verneigen sich außerdem vor Pelicot-Tochter Caroline Darian. Und die Welt zieht Wolfgang Koeppens Feuilletons den Romanfragmenten vor.

16.01.2025 Zeit und FAZ sind tief beeindruckt davon, wie Caroline Darian, Tochter Gisèle Pélicots, von den Folgen der schrecklichen Verbrechen ihres Vaters erzählt. Die Zeit rekonstruiert derweil ein Verbrechen mit Ursula Krechels Ministerin und weiteren Frauen. Die NZZ schwebt mit Charles Nodiers Abenteurroman über den Räuber Jean Sbogar zwischen der Tragik des realen Lebens und dem schönen Reich der Fantasie. Dlf vertieft sich hingerissen in die späten Gedichte von Andreas Koziol. Und Dlf Kultur ist begeistert von Khashayar J. Khabushanis Debütroman, der vom Schicksal eines Jungen erzählt, der von seinem Vater in den Iran entführt wird.

15.01.2025 Die FAZ fragt sich mit Johanna Grillmayer, wie man in einer Welt nach dem Super-Gau überlebt. Außerdem schöpft sie mit Büchern von Philipp Blom und Jonas Grethlein Hoffnung. Die SZ spaziert mit Peter Handkes neuem Bühnen-Monolog durch den Schnee. Dlf empfiehlt Matteo B. Bianchis autobiografischen Roman "Von dem, der bleibt", in dem der Autor vom Suizid seines Ex-Partners erzählt.

14.01.2025 Die NZZ entdeckt den russischen Schriftsteller Juri Felsen wieder und stürzt sich mit dem Helden aus "Getäuscht" ins Unglück. Die taz empfiehlt Michael Weins' Roman "Menschen der Erde" über das Adoptivkind Flora, das in Hamburg aufwächst, aber von den chilenischen Mapuche abstammt. NZZ und SZ lesen interessiert und amüsiert die Biografie von Papst Franziskus. Die FR erfährt aus Bruno Nunes Coelhos Kinderbuch, dass Inseln manchmal wirklich einsam sind.

13.01.2025 Die SZ räumt mit Marlene Hobrack die Wohnung ihrer verstorbenen Mutter auf. Außerdem versucht sie mit Neuerscheinungen von Volker Resing und Sara Sievert, dem Phänomen Friedrich Merz auf die Spur zu kommen. Die NZZ kürt Ulrich Stadler dank seiner Kulturgeschichte des klitzekleinen Parasiten "zum führenden Floh-Experten des 21. Jahrhunderts". Dlf schmökert in den Tagebüchern des Schriftstellers Horst Bienek. Und Dlf Kultur wird im Buch "Vilnius Poker" des litauischen Schriftstellers Ricardas Gavelis Zeuge einer Verschwörung, in die Kommunisten und Nazis gleichermaßen verstrickt sind.

11.01.2025 Die FAZ ergründet mit Sarah Pines Roman "Der Drahtzieher" über eine verworrene Ménage-à-quatre die dunklen Tiefen der Psyche. Außerdem staunt sie, wie feinfühlig Katja Lewina in "Was ist schon für immer" über das Sterben schreibt. Die FR wird mit Hans-Ulrich Jörges dystopischem Zukunftsroman "Der Kobaltkanzler" Zeuge, wie eine AfD-Diktatur Deutschland in den Abgrund reißt. Die SZ kämpft mit Jeremy Rifkin um das Wasser auf der Erde. Die taz empfiehlt den Kuba-Krimi "Anständige Leute" von Leonardo Padura. Und Dlf schwelgt in den Gedichten des italienischen Modernisten Giovanni Pascoli.

10.01.2025 Die FAZ lernt bei dem Althistoriker Peter Scholz Lucullus als Influencer kennen, der die Kirschen nach Rom brachte. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge liest die NZZ Mikolaj Lozinskis Geschichte der jüdischen Familie Stramer in der polnischen Provinz. Zum Meisterwerk kürt der Dlf Kultur Sebastian Barrys Krimi um den Missbrauch in der katholischen Kirche. Vom haitianisch-französischen Autor und Rapper Jean D'Amèrique lässt er sich durch die Slums von Port-au-Prince führen. Die SZ empfiehlt neue Kinderbücher.

09.01.2025 Der FAZ ist ganz osteuropäisch zumute heute: Sie blättert melancholisch in Dora Kaprálovás "Winterbuch der Liebe, bestaunt die Sprachmagie, mit der Tomasz Rozycki "Glühbirnendiebe" durch einen spätsozialistischen Wohnblock schickt, und trauert mit Hryhir Tjutjunnyks Erzählband "Drei Kuckucke und eine Verbeugung" um die Ukraine. Die Zeit empfiehlt Mikael Ross' Comicthriller "Der verkehrte Himmel". Der Dlf lässt sich von Brooke Harrington erklären, wie die Superreichen ihr Geld vor dem Fiskus verstecken. Die Welt staunt über die Weitsicht, mit der Alain Finkielkraut schon 1982 den "Revisionismus von links" erkannte. Dlf Kultur versetzt sich mit Astrid Vicianos Geschichtsbuch "Die Formel des Widerstands" ins Collège de France 1940.

08.01.2025 Die FAZ freut sich über einen neuen Roman des "Ideenvulkans" Jeffrey Ford über den Fall eines verschwundenen Kindes in einer amerikanischen Kleinstadt der Sechziger. Außerdem trifft sie bei Natalie Haynes feministische Göttinnen. FR und SZ sind mit Julia Schoch "Wild nach einem wilden Traum". Die SZ verneigt sich außerdem vor Alhierd Bacharevičs Roman "Europas Hunde", der die Träume belarussischer Intellektueller wahr werden lässt. Miljenko Jergovićs neuer Roman "Das verrückte Herz" erzählt der taz die Schrecken des Bosnienkrieges im Großen und im Kleinen. Und Dlf vergnügt sich mit José Maria Eca de Queiros Gesellschaftsroman "Die Maias" in den lissaboner Salons des 19. Jahrhundert.

07.01.2025 Die FAZ macht sich begeistert an das Puzzlespiel, das Wolf Haas in seinem neuen Roman "Wackelkontakt" vor ihr ausbreitet, die NZZ rätselt nach dem dritten Lesen immer noch herum. Die taz vertieft sich in einen Essay-Band von Anselm Kiefer und Alexander Kluge. Die SZ staunt, wie lässig Esther Dischereit in ihrem Roman "Ein Haufen Dollarscheine" von jüdisch-deutschen Verhältnissen erzählt. Die FR empfiehlt Thomas Strässles DDR-"Fluchtnovelle" als brisante Mischung aus Liebesgeschichte und Dokumentarfilm. Und Dlf kolportiert mit Tex Rubinowitz' neuem Erzählungsband "Dreh den Mond um" fröhlich die Geschichte.

06.01.2025 Die FAZ geht mit Tim O'Briens Roman "America Fantastica" auf einen Roadtrip durch das Land der Lügen. Die FAS empfiehlt einen Klimathriller von George R. Stewart, in dem ein Sturm namens Maria die Hauptrolle spielt. Die FR begibt sich mit Felix K. Nesi in die von Gewalt geprägten Tiefen der Kolonialgeschichte Indonesiens. Die NZZ lädt mit dem Buch "Kreis! Quadrat! Progress!" dazu ein, die weibliche Seite der Konkreten Kunst zu entdecken. Und Dlf Kultur lernt von Cat Jarman, die Wikinger besser zu verstehen.

04.01.2025 Die FAZ begibt sich mit Paula Fürstenberg in die "Weltalltage" und stellt fest, dass Krankheit sich auch in ganz neue Metaphern kleiden lässt. Die SZ fragt sich, ob die dünnsten Romane zur Zeit nicht die besten sind, und fragt, warum sie alle von Frauen geschrieben wurden. Die FAS guckt mit Uwe Johnson DDR-Fernsehen. Die FR begibt sich mit Hasnain Kazim aus "Deutschlandtour". Die taz erlebt mit Wilhelm Bode "Waldendzeit".

03.01.2025 Die FAZ nähert sich vorsichtig der Spinne mit Büchern von Lothar Müller und Jan Mohnhaupt. Erschüttert liest die NZZ, was Katerina Gordeeva von ihren Begegnungen mit Russinnen und Ukrainerin erzählt. Die taz zieht mit Jana Kreisl und dem Beicht-O-Mat im Gepäck durch deutsche Städte. Die Welt erfährt von Katja Adler, wie Stigmatisierung zu einer Schere im Kopf führt, die an die DDR erinnert. Dlf Kultur begegnet mit Gerhard Richter den Menschen seines Lebens und sieht dank der Werke des italienischen Malers Mario Fani Sessel, Karaffen und Mandarinen in ganz neuem Licht.

02.01.2025 Die NZZ bewundert die Innovationskraft und lyrischen Klänge der Sonette des ukrainischen Dichters Ivan Franko. Die FAZ versinkt im innigen Briefwechsel der Hofmannsthals. Die FR amüsiert sich mit Anna Burns' bilderlosem Comic "Größtenteils heldenhaft". Die taz lernt aus Volker Kutschers neuem "Rath"-Krimi, wie immer mehr Deutsche 1938 den Nationalsozialismus als Normalität akzeptierten. Dlf Kultur empfiehlt die neue Turner-Biografie Boris von Brauchitschs.