Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Spiele, die man immer schon gespielt hat

08.07.2025 So berührt wie gespannt liest die FAZ die Geschichte um den 1944 ermordeten Cousin Albert Einsteins. Von Marion Fayolle lässt sie sich auf einen französischen Bauernhof entführen. Außerdem spürt sie mit Ruth Zylberman den Kindern aus der Rue Saint-Maur nach und erfährt von Alina Potempa, wie die "Pillen-Enzyklika" von 1968 das Katholischsein veränderte. Der Dlf lernt von Ingo Petz alles über Belarus. 

Jetzt bist du so leicht

07.07.2025 So befremdlich  wie Kim Hyesoon in "Autobiografie des Todes" hat wohl bislang niemand über den Tod geschrieben, staunt die NZZ. Hitler  ist eine so gewaltige Figur, dass sogar die Darstellung des Forschungsstands über ihn ein Buch benötigt, berichtet die SZ, die auch Sebastian Peters' Biografie über Hitlers Fotografen Heinrich Hoffmann bespricht. Die NZZ wundert sich: Laut Georg Diez' "Kipppunkten" wäre alles besser geworden, hätten wir damals Oskar Lafontaine gewählt. Die SZ lernt mit Isabel Pin, dass der globale Süden auch in der Arktis liegen kann. Die FAZ bespricht Krimis.

Psychopathischer Coolness

05.07.2025 Katastrophensamstag, seufz. Aber jetzt kommt sie doch noch, die Bücherschau: Die FAZ betrachtet mit María Ospina Pizano die Welt aus Tierperspektive. Die taz amüsiert sich mit einem Briefroman von Laurent Binet, über den Mord an dem Maler Jacopo da Pontormo 1557. Die FAS liest Giorgia Melonis Autobiografie und lernt daraus einiges über die Strategien der Rechten. Ebenso die Welt aus Maik Tändlers Dissertation über "Armin Mohler und die intellektuelle Rechte in der Bonner Republik", eine zeithistorische Studie ersten Ranges, die Mohler als intellektuellen Vorläufer des Höcke-Flügels der AfD beschreibe.

Zwischen Anpassung und Auflehnung

04.07.2025 Die FAZ räumt mit dem Althistoriker Mischa Meier mit Mythen über die Hunnen auf. Mit dem israelischen Historiker und Psychologen Jose Brunner blickt sie auf die "Psycho-Logiken" des Nahostkonflikts. Der Dlf liest bei Paul Theroux von den frühen kolonialen Erfahrungen George Orwells in Burma und versucht mit Sarah Bernstein Fuß an einem fremden Ort zu fassen. Dlf Kultur flieht mit Ayelet Gundar-Goshens schuldgeplagter Heldin aus Tel Aviv in eine jüdische Community in Nigeria.

Als würde sie einen Text gebären

03.07.2025 Die FAZ meint den Regen zu hören in Sian Hughes' Debütroman über das plötzliche Verschwinden einer Mutter. Die NZZ verdankt Susanne Beyer wichtige Einblicke in die inneren Konflikte der Nachfahren von Nazitätern. Nicht nur Kennern seines Werks empfiehlt die SZ Susan Bernofskys formidable Robert-Walser-Biografie. Die Zeit erscheint heute mit einer kleinen Sommerbeilage - und ist hin und weg, wenn ihr der Meeresforscher David Attenborough die Schönheit der Ozeane zeigt.

Außerhalb des weißen Kreises

02.07.2025 Die FAZ befreit mit Anke te Heesen die im Textilen weggeschlossene Frau aus dem Muster. Außerdem betritt sie ein funkelndes "Mausoleum der Liebe", wenn ihr Nicolas Mathieu von seiner Affäre mit Fürstentochter Charlotte Casiraghi erzählt. Längst überfällig erscheint der NZZ Sebastian Peters' Buch über Hitlers Fotografen Heinrich Hoffmann. Die SZ wünscht Israels Nationaldichter Chaim Nachman Bialik dringend größere Bekanntheit hierzulande. Der Dlf vermisst mit Oliver Moody die "Konfiktzone Ostsee".

ein tag wie / ein lächeln

01.07.2025 Die FAZ annonciert große afrikanische Literatur mit Fann Attikis Roman "Cave 72" über die Militärdiktatur in der Republik Kongo. Außerdem freut sie sich über polnische Lyrik von Jakub Ekier. Die NZZ empfiehlt Bücher über die Hamas und die Hisbollah von Joseph Croitoru. Die FR besinnt sich dank Gerhart Baum. Und der Dlf entdeckt mit Gene Wolfes "Frieden" einen an David Lynch erinnernden Klassiker der fantastischen Literatur.

Das Ende der maskulinen Meistererzählung

30.06.2025 Die FAZ lässt sich von dem ehemaligen McKinsey-Chairman Herbert Henzler erzählen, was Babyboomer und Generation Z voneinander lernen können. Die FR lässt sich von Julian Bagginis Globalgeschichte der Philosophie "Wie die Welt denkt" anregen. Die SZ liest zwei Bücher über Friedrich Merz. Die NZZ vertieft sich in eine Geschichte des Frauenfußballs, der bis 1970 vom DFB verboten war. Und in eine Geschichte der musizierenden Geschwister Fanny und Felix Mendelssohn, die aus weiblicher Perspektive auch nicht sehr erbaulich ist.

Kulissen aus Sonne und Strand

28.06.2025 Die taz ist hingerissen davon, wie Hervé Le Tellier dem Résistance-Kämpfer André Chaix ein "filigranes Denkmal" setzt. Außerdem amüsiert sie sich mit Wencke Mühleisens Roman, in dem sich eine ältere Frau mit der "spätkapitalistischen Intimitätsindustrie" herumschlägt. Die FAZ begibt sich mit Clara Arnaud in ein französisches Bergdorf, das von einer Bärin in Angst und Schrecken versetzt wird. Dlf lernt aus Philip Krömers Roman über das nepalesische Palastmassaker im Jahr 2001, was eine "Kumari" ist. Und Dlf Kultur schwärmt von Kevin Chens Roman, in dem ein junger Taiwanese von den Gespenstern seiner Vergangenheit heimgesucht wird. 

Rinnsteingesang

27.06.2025 Die FAZ empiehlt neue Bücher über den Bauernkrieg 1525. Die NZZ verdankt der Polonistin Anna Artwinska einen hervorragenden Überblick über polnische Literatur im 19. Jahrhundert. Die FR blickt mit Wolfgang Kampmann auf hundert Jahre deutsche Schlagergeschichte zurück. Dlf Kultur lauscht den leisen Tönen des "Orgelsees" in Gedichten von Oyvind Rimbereid und kürt die katalanische Autorin Irene Sola schon jetzt zu den ganz großen Erzählerinnen der europäischen Gegenwartsliteratur.

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