Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Der Optimismus des Rosanen

01.02.2025 FAS und Welt legen sich mit Vergnügen in Laszlo Földenyis "Langen Schatten der Guillotine". Die FAZ lässt sich mit Juhani Ahos Roman "Der Eremit des Friedens" ins Österreich-Ungarn vor Ausbruch des Ersten Weltkrieg zurücktransportieren. Die taz liest mit "Feuerdörfer" einen Klassiker über die "Bloodlands" in Belarus. Der Deutschlandfunk lässt sich von Björn Vedder in eine buntschillernde Farbe einführen. Und er fragt, wie schon so viele andere, ob wir es bei Jonas Lüschers "Verzauberte Vorbestimmung" mit einem Jahrhundertroman zu tun haben.

Je m'appelle apple

31.01.2025 Die FAZ lässt sich von Dorothea Weltecke erklären, warum Religionen erst im Mittelalter entstanden. Die NZZ flüchtet mit Adolf Muschg in ein neues Leben. Der Dlf erntet mit dem Lyriker Hans Thill Metaphernkraut und liest zeitgenössische Literatur aus Taiwan. Und der Dlf Kultur folgt mit Yael van der Wouden dem Schicksal enteigneter Juden in den Niederlanden der sechziger Jahre.

Das Herz ist so schwer wie eine Pampelmuse

30.01.2025 Die FAZ annonciert gleich zwei glänzende Rilke-Biografien von Manfred Koch und Sandra Richter. Außerdem birgt sie einen Schatz mit Victor Heringers Roman über eine schwule Liebe während der brasilianischen Militärdiktatur. Die Zeit dankt dem Dokumentarfilmer Stephan Lamby für die Geduld, mit der er sich jenen Verwandten und Freunden nähert, die in aller Welt auf Populisten hereinfielen. Und Dlf Kultur staunt über die dreizehn Interpretationen, die Ismael Kadare von einem Telefongespräch zwischen Stalin und Boris Pasternak zusammengetragen hat.

Schenk sie mir, ich schenk sie dir

29.01.2025 FAZ und FR gehen in die Knie vor Jonas Lüschers "Verzauberte Vorbestimmung": Die FAZ folgt nur zu gern den verschlungenen Erzählpfaden durch die Jahrhunderte, vorbei an Cyborgs, Peter Weiss und Neu-Kairo. Die FR bewundert, wie der Roman vom Tod erzählt und doch vor Lebendigkeit glüht. Die FAZ freut sich von Michael Köhlmeiers umfangreicher Gitarrensammlung zu lesen. Dlf ist erschüttert von Julian Borgers Erzählung über seinen Vater, dessen Eltern ihn als Pflegekind nach Großbritannien schickten, um ihn vor den Nazis zu retten.

Gegenwartsglossar aus Traumsequenzen

28.01.2025 Die FAZ kann sich dank Thomas Hellmuths kenntnisreicher Darstellung mit der Geschichte des "Austrofaschismus" auseinandersetzen. Bela B Felsenheimers Roman "Fun" über einen Missbrauchs-Skandal um eine bekannte Rockband findet sie gar nicht lustig. Die taz streunt mit dem Helden aus Ricardas Gavelis Roman "Vilnius Poker" durch die litauische Geschichte. Die NZZ empfiehlt Jovana Reisingers Buch "PLEASURE" als Provokation und Manifest für Glam und Kitsch. Dlf freut sich sehr über die neue Thomas-Brasch-Edition "Du mußt gegen den Wind laufen".

Der Mann im Mond hängt bunte Träume

27.01.2025 Die FAZ stellt Jugendbücher vor: Kathrin Steinberger erzählt ihr in "Der Rosengarten" vom Ersten Weltkrieg und einer jungen Liebe in Wien. Amani Paddas liefert ihr mit "Und dazwischen irgendwo wir" einen spannenden Roman aus dem Young-Adult-Genre. Der "Sonderzug" der deutschen Beziehungen zu Russland ist schon lange entgleist, kann die SZ mit dem Buch des Historikers Bastian Matteo Scianna feststellen. Die NZZ erfährt von Lou Osborn und Dimitri Zufferey, was nach dem Tod von Jewgeni Prigoschin aus der Wagner-Gruppe geworden ist, nämlich das einflussreiche "Africa Corps". 

Wer schreibt Stücki, der hat Geldi

25.01.2025 Ein starker Bücher-Samstag: Große Literatur liest die SZ, wenn Jonas Lüscher in seinem neuen Roman das eigene Leben mit dem von Peter Weiss verwebt und dabei über das Verhältnis von Mensch und Maschine nachdenkt. Der FAZ wird ganz schwindelig zumute, wenn Mieko Kanai sie in atemberaubenden Sätzen durch das Tokio der Neunziger treibt. Die FAS verdankt Edouard Louis' neuem Mutter-Roman geradezu "globale" Erkenntnisse über Armut und Gewalt. Die taz denkt in einer Anthologie mit zwanzig zeitgenössischen Schriftstellerinnen über Wendepunkte des Lebens nach. Und die NZZ lernt von Gerty und Hugo von Hofmannsthal das Geheimnis einiger guten Ehe kennen.

Die falschen Freunde Ironie und Melancholie

24.01.2025 FAZ und Welt blicken mit Jozsef Debreczenis Erfahrungsbericht aus den Konzentrationslagern Auschwitz und Groß-Rosen auf den ganzen Terror der Deutschen. Der Dlf wird indes von Bogdan Musial umfassend über die "Lagermedizin" in Auschwitz aufgeklärt. Die FAZ lässt sich von dem Juristen Gerd Hankel außerdem erklären, wie Internationales Recht durchgesetzt wird. FR und Dlf ziehen sich mit Carys Davies im Sommer 1843 auf eine einsame Shetlandinsel zurück. Und der Dlf Kultur taucht ab in die politische Lyrik von Sebastian Schmidt und lernt Zuhören von Bernhard Pörksen.

"Ich liebe sie gern auf Abstand"

23.01.2025 Die FAZ bewundert die sprachliche Schlagfertig- und Eigensinnigkeit der uruguayischen Dichtern Christina Peri Rossi. Dlf gründet mit Matias Riikonen in den finnischen Wäldern einen Kinderstaat namens "Matara". Die Zeit entdeckt in einer Sammlung mit unveröffentlichten Erzählungen von Siegfried Lenz das heimliche Gründungsdokument der "Letzten Generation". Die FAZ bewundert außerdem, wie filigran Ursula Krechel drei Frauen gegen Rollenerwartungen kämpfen lässt.

Refugium der Underdogs

22.01.2025 Die FAZ schätzt Cheon Myeong-kwans Roman "Eine Bumerangfamilie" über drei in der koreanischen Gesellschaft gescheiterte Geschwister als "raues antikapitalistisches Kammerspiel". Von Nicole Strüber lässt sie sich "Unser soziales Gehirn" erklären. Die SZ lässt mit Maja Lunde in "Für immer" die Zeit still stehen, hätte sich aber einen tieferen Blick in den Abgrund gewünscht. Die NZZ stimmt in das Lob über Julia Schochs Roman "Wild nach einem wilden Traum" ein.

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