8036 Bücherschauen - Seite 50 von 804

30.10.2024 Die FAZ jubelt über Saskia Warzechas bewegende wie bewegte Poesie. Die taz lässt sich mit den strahlenden Bildern von Maren Aminis Comic "Ahmadjan und der Wiedehopf" gerne die Migrationsgeschichte ihres Vaters aus dem Afghanistan der 1980er Jahre erzählen. Die NZZ fragt mit Charles Lewinskys Roman "Täuschend echt", welche Bedeutung dem klassischen Schreiben in Zeiten von automatisierten Maschinenausgaben noch zukommt. Dlf sucht mit Maddalena Vaglio Tanet die Waldeinsamkeit.

29.10.2024 Die FAZ schwelgt in Iwa Pesuaschwilis Roman "Müllschlucker" über einen Haufen armenischer Glücksritter im Tiflis des Jahres 2017. Von Björn Gottstein lässt sie sich durch die Geschichte der Neuen Musik führen. Für die SZ erweist sich Frank Schätzing mit seinem neuen Buch "Helden" als ein Verrückter im besten Sinne. Die NZZ taucht mit Amor Towles' kleinem Roman "Eve" ein in das Hollywood der späten 1930er. Dlf Kultur ergründet mit Hubert Wolf "Die geheimen Archive des Vatikan".

28.10.2024 Die FAZ stürzt sich mit Dr. Seuss endlich auf Deutsch erschienenem Comic in "Die Butterbrote-Besseresser-Schlacht". Ein kluges Buch über Indien, das zwischen Wirtschaftsboom auf der einen und wachsenden politischen Spannungen auf der anderen steht, bekommt sie vom Ökonomen Ashoka Mody vorgelegt. Die SZ vertieft sich in die Schilderungen des 7. Oktober von Lee Yaron, Amir Tibon und Saul Friedländer. Der Dlf sichtet mit Marlen Hobrack das emotionale und materielle Erbe ihrer Mutter. Und Dlf packt für Benjamin Fredrichs "Schlägereien in Parlamenten" schonmal die Boxhandschuhe aus.

26.10.2024 Die FAZ lernt von Richard Cockett, wie Wien die moderne Welt erfand. Und sie empfiehlt den vom Rhythmus des Jazz, Blues und Soul getragenen Gedichtband "Der Gott der Landminen" von Yusef Komunyakaa. Die SZ lernt von Husch Josten die Kunst des Sterbens. Die taz blickt mit Matteo Pasquinellis Geschichte der KI in "Das Auge des Meisters". Der Dlf denkt mit Paul Collier über den "Aufstieg der Abgehängten" nach.

25.10.2024 Die FAZ begibt sich Leonie d’Aunet auf eine Forschungsreise in die Arktis. Mit Aleida und Jan Assmann sucht sie nach den Umrissen des Gemeinsinns. Die NZZ lernt in einem prallvollen Prachtband, wie Donald Duck von der heroischen in die postheroische Ära aufbrach. Dlf und Dlf Kultur blicken mit Harald Meller, Kai Michel und Carel van Schaik in die Evolutionsgeschichte der Gewalt. Außerdem lässt sich der Dlf Kultur von Engeln und Dämonen die Lebensgeschichte der Susan Taubes erzählen. Das ist Kunst, ruft die FR aus, wenn Sara Lundberg in einem Bilderbuch die schwedischen Malerin Berta Hansson wieder zum Leben erweckt.

24.10.2024 Dlf Kultur empfiehlt Vincenzo Ceramis Roman von 1976, "Ein ganz normaler Bürger", wegen seiner unguten Aktualität. Die FR lernt von Jakob Wassermanns autobiografischem Essay "Mein Weg als Deutscher und Jude", dass es auch 1921 für viele Deutsche offenbar völlig unmöglich war, beides zu sein. Der NZZ ist Bob Woodwards "Krieg" zu Biden-freundlich und zugleich Trump-kritisch. Die SZ lernt von Aya Soika, wie sich Mies van der Rohe bei den Nazis anbiederte. Die Zeit ist überrascht, aber auch beglückt von der Twitter-Poesie, die Clemens J. Setz ausgegraben hat.

23.10.2024 Die SZ lernt in Alexej Nawalnys Memoiren einen Mann kennen, der die allgegenwärtige Möglichkeit seines Todes spürte. Die Welt sieht den Folterknecht Putin verblassen angesichts der Kraft, die aus diesen Zeilen spricht. Die FAZ genießt Sven Pfizenmaiers absurden Berlin-Roman "Schwätzer". Die SZ rät außerdem dazu, sich nicht nur dem Autor Clemens Meyer, sondern auch wieder seinem Roman "Die Projektoren" zuzuwenden - der ist nämlich großartig. Die taz entdeckt in Willi Winklers Buch die Freundschaft zwischen Henry Kissinger und Siegfried Unseld, die alles andere als selbstverständlich war.

22.10.2024 Heute erscheint Alexej Nawalnys Biografie "Patriot", die auch Schriften aus dem Gefängnis enthält: Die FAZ bewundert den Mut, der aus den Zeilen spricht, entdeckt aber auch eine Liebesgeschichte. Außerdem feiert sie den "Verlust alles Verlässlichen" in den Gedichten der chinesischen Dichterin Can Xue. Die SZ ist hingerissen von Thomas Strässles "Fluchtnovelle". Bei Botho Strauß' Prosaminiaturen "Das Schattengetuschel" ist sie sich nicht sicher: Manifest des Missvergnügens oder ästhetisches Spiel? Dlf Kultur freut sich derweil über Strauß' psychologische Raffinesse.

21.10.2024 Die FR geht mit Natalie Buchholz der Geschichte ihres lothringischen Großvaters nach und entdeckt einige Ungereimtheiten zwischen Frankophilie und Wehrmachtsuniform. Die SZ schöpft bei der Lektüre von Stephan Bierlings Buch "Die unvereinigten Staaten" leise Hoffnung für die Zukunft der USA. Die FAZ nimmt mit einer Hörbuchversion von Thomas Manns "Lotte in Weimar" die Anhänger des Goetheschen Werther-Kults aufs Korn. Außerdem schwankt sie mit Jonathan Franzens Essays, gelesen von Sascha Rotermund, zwischen Modernekritik und Nostalgie.

19.10.2024 Die FAZ streitet mit dem Literaturwissenschaftler Johannes Franzen über Geschmacksfragen von Goethe bis Taylor Swift. Die FAS streift mit Sebastian Domsch durch das literarische Brooklyn. Die NZZ ist sich sicher: Die Dietrich hätte gemocht, wie Thomas Hüetlin die Beziehung zwischen ihr und ihrem „Puma“ Erich Maria Remarque resümiert. In der SZ verdankt die Historikerin Ute Daniel Jens Bisky einen neuen Blick auf das Ende der Weimarer Republik. Als augenöffnende Lektüre empfiehlt die taz Lee Yarons Protokoll des 7. Oktobers.