Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Schafe schwimmen am Fenster vorbei

30.08.2024 Die FAZ reist mit Ines Geipel durch den Osten und die Zeit der Wiedervereinigung und stellt fest: War alles gar nicht so schlimm. Die FR schaut derweil mit Matthias Wittekindts neuem Krimi aus der Manz-Reihe nach, was "hinterm Deich" so los ist. Dlf Kultur setzt der menschenfeindlichen Rhetorik der AfD  Mohammad Sarhangis "Gefühlsgeschichte der Migration" entgegen.  Außerdem versucht er, mit dem Anglisten Pierre-Heli Monot die Politik des Surrealismus zu begreifen.

Sex und Text

29.08.2024 FAZ und Dlf Kultur äugen gespannt mit Julia Friedrichs in die Welt der Superreichen. Die taz freut sich über die Neuauflage eines spanischen Comicklassikers: "Kreidestriche" von Miguelanxo Prado. Die Zeit lobt Katja Oskamps "Vorletzte Frau", mit dem die Autorin ihre Liebes- und Schreibbeziehung zu Thomas Hürlimann aufarbeitet. Dlf Kultur fühlt sich angenehm belehrt mit Jason Roberts' Band "Die Entdeckung allen Lebens", der ihm zwei sehr unterschiedliche Naturwissenschaftler und Aufklärer des 18. Jahrhunderts näher bringt: Carl von Linné und Georges-Louis de Buffon.

Kinderwunsch-Retreat am Mittelmeer

28.08.2024 Die FAZ lässt sich von Giosuè Calaciura gerne erzählen, dass hinter Jesus' Wundern eigentlich seine Mutter steckte. Außerdem beugt sie sich über die neue Ausgabe des Duden und vermisst dabei die Wörter "Doggystyle" und "Negroni". Die FR ist hin und weg von Clemens Meyers neuem Roman "Die Projektoren". Die NZZ steckt mit dem dritten Teil von Solvej Balles Reihe "Über die Berechnung des Rauminhalts" immer noch in einer Zeitschleife fest, langweilig wird ihr dabei aber keineswegs. Und Dlf Kultur lässt sich von  Peter Heather und John Rapley darüber aufklären, was die westliche Zivilisation heute besser machen könnte als es das Römische Reich damals tat.

Zitate von Brecht und Bowie

27.08.2024 Die FAZ vertieft sich in die Erinnerungen des Soziologen Zygmunt Bauman. Marianne Jungmaiers neoromantische Gedichte erzählen ihr von der Begegnung zwischen Tier, Pflanze und Mensch. Die FR nimmt mit Jan Mohnhaupt die Spinnenperspektive ein. Die taz wandelt mit Hryhir Tjutjunnyk in "Drei Kuckucke und eine Verbeugung" träumerisch durch ukrainische Wälder.

Ans andere Ende der Welt

26.08.2024 Wie Menschen im Ernstfall ihr wahres Wesen offenbaren, kann die NZZ in Daniela Kriens Roman "Mein drittes Leben" beobachten. Die SZ lässt sich vom ukrainischen Agrarökonomen Alex Lissitsa die weniger bekannten Facetten der Ukraine zeigen.  Die FAZ irrt mit Alexandra Helmigs Protagonistin durch die verwirrenden Ambivalenzen der Adoleszenz. Von Kate Crawford lernt sie, warum KI weder künstlich noch intelligent ist. Die taz blättert durch einen prächtigen Bildband des Architekturfotografen Iwan Baan.

Versteck gegen die Unkultur

24.08.2024 Die FAZ bewundert, wie Paul Murray in „Der Stich der Biene“ den Spieß umdreht und die Realität ins Digitale eingreifen lässt. Die taz analysiert mit dem Historiker Volker Ullrich das Scheitern der Weimarer Republik, als „Buch der Stunde“ empfiehlt die SZ indes Philip Ruchs „Es ist 5 vor 1933“, in dem der Aktivist ausmalt, wie es nach einer Machtübernahme der AfD aussehen könnte. Die Welt setzt sich in Clemens Meyers wuchtigem Roman „Die Projektoren“ mit Lex Barker und ehemaligen Partisanen ans Lagerfeuer. Und der Dlf zieht sich mit Eckhart Nickel in eine Popintellektuellen-WG zurück.

Nussschalen aus Sprache

23.08.2024 FR und Dlf Kultur tanzen in Lydia Davis' virtuos verdichteten Kurzgeschichten vom Dosenschinken bis zum Ehestreit. Die FR amüsiert sich außerdem mit den Albernheiten, erschrickt aber auch vor den Beschimpfungen, die Richard Wagner seinem "Herzens Weibel" Minna schrieb. In Colson Whiteheads Debütroman begleitet der Dlf Kultur eine Fahrstuhlinspekteurin durch New York. Die FAZ probiert mit Beate Roth gebackene Hollerstrauben nach Rezepten von Jean Paul. Die NZZ fühlt sich bestens aufgehoben, wenn Sven Regener ihr Humor in der Literatur erklärt. Und die SZ empfiehlt neue Jugendbücher.

Zwischen Psychiatrie und Facebook-Chat

22.08.2024 Die Zeit taucht erschlagen aber höchst angeregt aus Clemens Meyers 1000-seitigem Wälzer "Die Projektoren" auf. "Die FAZ lässt sich von David Wagners "Verkin" verzaubern. Preiswürdig findet die taz Nora Bossongs Roman "Reichskanzlerplatz" über Magda Goebbels. Die FR reist mit Sarah Brooks' Transsibirien-Express und allerhand seltsamen Figuren durch das "Ödland" zwischen Moskau und Peking. Die Welt taucht mit Tara Zahra ein in die Welt der Antiglobalisten zwischen den zwei Weltkriegen. Dlf Kultur fragt mit Levent Tezcan: "Alles Rassismus?"

So schöne Worte wie Quattrocentoottantadue

21.08.2024 Die SZ schätzt, wie mitleidlos Ilko-Sascha Kowalczuk mit dem "giftigen Erbe" der DDR-Diktatur abrechnet. Die FAZ bewundert derweil die sprachliche Schönheit, mit der Carolin Krahl in "Wühlen" vom Leben dreier Frauen nach der Wende erzählt. Von Sebastian Heinrich lässt sie sich anhand von fünfzehn Wörtern Italien erklären. Die FR blickt in Daisy Hildyards Roman "Notstand" auf Moose, Mäuse und Kröten. Die NZZ empfiehlt dringend den letzten Gedichtband von Adam Zagajewski.

Von Wunderheilern zum Wirtshaus

20.08.2024 FAZ und FR feiern den neuen Roman von Arno Geiger, der den nackten, menschlichen Kaiser Karl V. auf eine letzte Abenteuerreise schickt. Unglaubwürdig, winkt indes die NZZ ab. Die FAZ empfiehlt mit der Familiengeschichte der kirgisisischstämmigen deutschen Fotografin Irina Unruh außerdem ein bibliophiles Gesamtkunstwerk. Von Volker Kitz lernt sie, wie wir mit alten Eltern umgehen. Die SZ schippert mit Jochen Arntz und Holger Schmale rund um den Wannsee. Die taz liest Comics über den Tod. Und Dlf Kultur lässt sich von Tommy Orange über die Traumata von Indigenen aufklären.

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