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11.09.2024 Die Kritiker verschlägt es heute nach Italien: Die FAZ erteilt eine uneingeschränkte Empfehlung für Marino Morettis Roman über eine gewitzte Fischhändlerin, die sich im Venedig der Zwanziger Jahre gegen machistische Fischer durchsetzte. Die NZZ zieht sich mit Carlo Cassola und einer Gruppe schweigsamer Holzfäller in die Wälder der Toskana zurück. Die FR freut sich über Alka Saraogis Roman "Entwurzelt", der den jungen Bhushan auf seiner Flucht vom damaligen Ostbengalen nach Indien begleitet. Die SZ schwelgt in der "amour fou" zwischen Marlene Dietrich und Erich Maria Remarque, die Thomas Hüetlin in einer Doppelbiografie auffächert.

10.09.2024 Die SZ hofft nach der Lektüre des neuen Gesprächsbandes, dass Jürgen Habermas von seinem früheren Ich dazulernt. Die FAZ rät dringend zur Lektüre von Yaroslav Hrytsaks Geschichte der Ukraine, mit der man nicht nur das Gestern, sondern auch das Heute besser versteht. Mit Ute Cohens Kulinargeschichte "Der Geschmack der Freiheit" schlemmt sie sich durch die Jahrhunderte. Die NZZ reist mit Ulrike Edschmids "Die letzte Patientin" in die linksbewegten Siebziger. Samar Yazbek nimmt den Dlf mit dorthin, "Wo der Wind wohnt" - in ein Syrien vor dem Krieg.

09.09.2024 Die NZZ trägt den Band "88 Tasten" der bosniakischen Schriftstellerin Nadija Rebronja in Zukunft immer in der Hosentasche. Die SZ empfiehlt Klaus Neumanns "Blumen und Brandsätze" über Deutschlands Umgang mit Migration. Dlf trifft in Dietmar Piepers Churchill-Biografie auf einen ziemlichen Unsympathen. Und die FR freut sich, dass Michael Connelly seine Kommissarin Renée Ballard für den neuen Krimi "Wüstenstern" aus der Rente zurückgeholt hat.

07.09.2024 Der DLF lauscht gebannt, wenn ihm fünfzig überlebende Frauen aus dem türkischen Foltergefängnis Mamak von ihren Erfahrungen erzählen. Mit Lydia Davis fragt er sich, ob es immer ein Regenmantel von Burberry sein muss. Die FAZ blickt mit Lene Albrecht auf die "weißen Flecken" der deutschen Kolonialgeschichte. Die taz ist fasziniert von den Abgründen der Schwaben, die ihr der lettische Schriftsteller Anšlavs Eglīti offenbart. Als wichtiges Debattenbuch empfiehlt sie Natan Sznaiders "Die jüdische Wunde". Die Literarische Welt blickt mit Katja Lange-Müller auf verdrängte Traumata in einer Alters-WG.

06.09.2024 Dlf Kultur begibt sich in den feministischen Kampf mit dem wieder geborgenen Roman "Das Haus in der Gasse" der sizilianischen Schriftstellerin Maria Messina. Zu starken Nerven rät er vor der Lektüre von Vitomil Zupans Aufzeichnungen aus dem jugoslawischen Zuchthaus. Die FAZ taucht mit Sascha Michels Kulturgeschichte der Leere ein ins kosmologische Vakuum. Die NZZ bewundert, wie subtil Doris Wirth von der Flucht eines Familienvaters erzählt. Und die SZ empfiehlt Kinderbücher, die, wie Armin Kasters und Sabine Rufeners "Nachtkind", keine Worte brauchen.

05.09.2024 Die Zeit trifft im neuen Buch von Wolfram Eilenberger vier geniale "Geister der Gegenwart": Theodor W. Adorno, Susan Sontag, Michel Foucault und Paul Feyerabend. Einen "originellen Engtanz der literarischen Motive" vollführt Katja Oskamp in ihrem Buch über ihre Beziehung zum Schweizer Schriftsteller Thomas Hürlimann, freut sich Dlf Kultur. Die FR reiht sich in das Lob auf Katja Lange-Müllers Roman "Unser Ole" ein. Und die NZZ findet in Jonas Grethleins Philosophiegeschichte der Hoffnung zwar keine einfachen Antworten, aber interessante Fragen.

04.09.2024 Die FAZ tut sich schwer mit Susanne Schröters Band "Der neue Kulturkampf". Die SZ verfolgt gespannt, wie "Die Spielerin" in Isabelle Lehns neuem Roman lukrative Betrügereien in der Züricher Finanzwelt begeht. Margret Atwoods neuer Kurzgeschichtenband "Hier kommen wir nicht lebend raus" erzählt von alter Liebe, Hexen und Tiefkühltruhen - und findet die uneingeschränkte Zustimmung von Dlf Kultur. Dlf wird von den Gedichten des syrisch-palästinensischen Dichters Abdalrahman Alqalaq über die Erfahrung des Exils in den Bann geschlagen.

03.09.2024 Die FAZ lauscht in den Gedichten des koreanischen Lyrikers Kim Jun Tae dem "Gesang der Wasserspinnen". Die SZ findet Katja Lange-Müllers Wende-Roman "Unser Ole" einfach nur großartig. Die FR sieht in Arnold Zweigs Roman "De Vriendt kehrt heim" über den Mord an einem israelischen Politiker eine Prophezeiung der jüngeren Geschichte Israels. Und den Dlf verschlägt es zusammen mit Anslavs Eglitis' Helden aus "Schwäbisches Capriccio" von Lettland
ins Dorf "Pfifferlingen" auf der
Schwäbischen Alb.

02.09.2024 Die Welt schlägt sich in Elsa Koesters Buch "Im Land der Wölfe" mit rechten Politikern herum. Die FAZ entdeckt in Leye Adenles Thriller "Die Zügel der Macht" die dunklen Seiten der nigerianischen Stadt Lagos . Die FR erfährt von Verena Dolovais Roman "Dorf ohne Franz", was es hieß, in den sechziger Jahren auf dem Land aufzuwachsen - vor allem als Mädchen. Und Dlf zieht den Hut vor Katja Lange-Müller, die in "Unser Ole" von zerrütteten Verhältnissen und fehlender Mutterliebe erzählt.

31.08.2024 Die FAZ genießt mit Maike Albath neapolitanischen Kaffee und blickt gleichzeitig auf die literarische Vergangenheit Neapels. Alexander Schimmelbusch hat mit seinem neuen Roman "Karma" Potential zum deutschen Houellebecq, findet sie außerdem. Der Dlf hingegen hat schon nach ein paar Seiten genug von der Zukunfts-Satire. Die NZZ schwärmt von Lydia Davis' poetischer Sprachkunst, die sie in "Unsere Fremden" aufs Neue beweist. Die taz sieht Martina Hefters Roman "Hey guten Morgen, wie geht es dir?" völlig zu Recht auf der Longlist des Deutschen Buchpreises.