Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Götter im Sterbefrühling

12.08.2025 Die Welt geht mit Ann Schlee auf eine traumhafte Rheinreise, auf der sie gleich zwei Revolutionen erlebt. Die taz lässt sich von Regina Dürig kuriose und witzige Geschichten über "Frauen und Steine" erzählen. Die FAZ reist mit Jokha Alharthi in den Oman und erlebt, wie das Sultanat durch eine moderne Industriegesellschaft abgelöst wird. Die SZ vertieft sich in neue Bücher über Thomas Mann, unter anderem von Barbara Hoffmeister, Oliver Fischer und Martin Mittelmeier

Ein therapeutisches Jahrzehnt

11.08.2025 Die SZ muss über Heinz Strunks neuen Erzählband "Kein Geld Kein Glück Kein Sprit" abwechselnd lachen und weinen. Mit Dirk Stolper beugt sie sich über die Geschichte von Robert Servatius, der NS-Verbrecher vor Gericht verteidigte. Die NZZ preist die Gedichte von Curt Bloch, mit denen er aus seinem Versteck heraus die Nazis verspottete, als kleines Wunder. Dlf Kultur vertreibt mit Jochen Buchsteiner das Phantom und den Mythos Ostpreußen. 

Feuer-Lösch-Werk

09.08.2025 Die FAZ trifft in Daniela Strigls Literaturgeschichte des Trotzes auf widerspenstige Helden wie Kohlhaas, Antigone oder Johanna von Orleans. Die FAS gerät in Sayaka Muratas „Schwindender Welt“ an ihre Körpergrenzen. Die SZ lernt von Noemi Vola, was man mit Tränen alles machen kann: Spaghetti kochen zum Beispiel. So gut wie heute war es um die Kunstfreiheit in Deutschland selten bestellt, erfährt die taz von Peter Jelavich. Christian Baron begleitet sie einmal mehr ins Arbeitermilieu Kaiserslauterns. Der Dlf klaut mit Heinz Strunk Zitronen und Dlf Kultur freut sich, dass Philipp Theisohn den Schweizer Schriftsteller Conrad Ferdinand Meyer aus der Vergessenheit holt.

Kitsch ist erpresstes Gefühl

08.08.2025 Die FAZ bewundert den „antiheroischen Realismus“, mit dem Milica Vučković über eine gewalttätige Beziehung schreibt. Einen Austausch auf Augenhöhe erlebt sie derweil mit dem Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Heinrich Böll. Berührt liest der Dlf, wie der iranische Fotograf Sohrab Shahname und die deutsch-israelische Autorin Katharina Höftmann Ciobotaru „über den Hass hinweg“ kommunizieren. Mit Marcus S. Kleiner begibt er sich auf politische Spurensuche in der deutschen Poplandschaft von 1945 bis heute. Dlf Kultur streift mit Dominique Roques durch eine duftige Kulturgeschichte des Waldes.

Wunder, die das Universum bereithält

07.08.2025 Die Zeit baut mit Tini Malinas kleiner Spinne Selma schöne schiefe Netze. Die SZ begibt sich im wichtigsten Roman von Clarice Lispector derweil in ein verstörendes Gespräch mit einer toten Kakerlake. Vielleicht will sie erfahren, was wir von Tieren über den Tod lernen können? Das jedenfalls untersucht die FAZ mit der Philosophin Susana Monso. In einem Band über Städtebau im Nationalsozialismus liest sie derweil, welche Impulse aus dem faschistischen Italien, aus Portugal oder von den Sowjets kamen. Die Welt recherchiert mit Thomas Harding im Mordfall um Einsteins Cousin. Und Dlf Kultur entdeckt die Malerin Suzanne Duchamp.

Fundamentale Autoritätsallergie

06.08.2025 Die FAZ jubelt: Heinz Strunks neuer Erzählband ist nichts für Zartbesaitete, dafür große Literatur. Begeistert ist sie außerdem von der Autobiografie des Aktivisten und späteren Verlegers KD Wolff. Die FR verliert sich mit der Heldin aus Sylvie Schenks neuem Roman in Houellebecq-Huldigungen. Die SZ schwärmt von der Leichtigkeit, mit der Miku Sophie Kühmel die Liebesgeschichte zwischen der Dadaistin Hannah Höch und der niederländischen Schriftstellerin Til Brugmann "hintupft". 

Elefantenquoten für die Bundesländer

05.08.2025 Die taz versinkt dank Guy Delisles Comic-Biografie im Leben des Fotografie-Pioniers Eadweard Muybridge, der endlich die Frage beantwortete, ob Pferde beim Galoppieren den Boden berühren oder nicht. Die FAZ lässt sich von Jonas Hahn von den ersten Kontakten zwischen deutschen und israelischen Studiengruppen erzählen. Die NZZ wird bei Gaea Schoeters Zeuge, wie Berlin von einer Elefantenplage heimgesucht wird. Die SZ vergleicht Isabel Allendes neuen Roman mit einem "gut geschriebenen Hollywoodfilm", dem Dlf gefällt vor allem die erste Hälfte. 

Ins Seelenfinstere

04.08.2025 Die FAZ lernt in Keach Hageys Biografie den Open AI-Chef Sam Altman als hochbegabten, aber "eher schüchternen" Technikvisionär kennen. Die NZZ empfiehlt Tan Twan Eng neuen Roman, in dem sich zahlreiche literarische Figuren tummeln, als "sinnliches Kolonialpanorama aus Penanger Perspektive". Die SZ lernt von Richard Overy, wie es tatsächlich zum Abwurf der Atombombe auf Hiroshima kam. Außerdem legt sie uns Bücher über den Libanon von Pierre Jarawan und Charles Berberian ans Herz. 

Bielefeld als Echoraum des Weltunbehagens

02.08.2025 Die taz empfiehlt wärmstens Benny Morris' aktualisierten Klassiker über "Die Geburt des palästinensischen Flüchtlingsproblems". Die FR lernt von Richard Overys Buch über Hiroshima, was der Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki konkret bedeutete. Der Dlf landet mit Christoph Höhtkers "Staaten" in Bielefeld, bei der Mutter eines Dichters mit fünf unvollendeten Romanen. Die Welt gruselt sich schön mit Mieko Kawakamis während der Pandemie spielendem Krimi "Das gelbe Haus".

Kontaktfreudige Froschembryonen

01.08.2025 Der Dlf fühlt sich bestens unterhalten, wenn ihm Miku Sophie Kühmel die Liebesgeschichte zwischen Hannah Höch und der Autorin Til Brugman erzählt. Außerdem erfährt er alles, was sich über Tod und Leben sagen lässt, aus den Geschichten von Pawel Salzman. Die taz lässt sich inspirieren durch einen Sammelband über den musikalischen Underground im unfreien Teil Europas zwischen 1950 und 2000. Die FAZ schaut sich mit Uwe Schütte und David Bowie in der Nervenklinik Gugging um. Und die FR bewundert einmal mehr die Experimentierfreude von Annette Pehnt.

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