Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Ohne brave Mädchenschule!

26.07.2024 Die FR schwelgt in einem prallen Bilderbuch über die Olympischen Spiele und staunt außerdem, wie Zora del Buono den Unfalltod ihres unbekannten Vaters aufklärt. Punch auf Punch folgt die hingerissene NZZ Rita Bullwinkels jungen Boxerinnen beim Erwachsenwerden. Die FAZ lernt von Dagmar Herzog, wie lange die Eugenik der Nazis nachwirkte. Die taz liest mit Joseph ONeills „Godwin“ den perfekten Roman fürs sportbesoffene Jahr 2024. Und Dlf Kultur lässt sich von Barbara Bleisch die Angst vor der Midlife-Crisis nehmen.

Kammerspiel mit unendlicher Reichweite

25.07.2024 Die FAZ beobachtet in Caroline O'Donoghues "Die Sache mit Rachel" eine Dreiecksgeschichte unter Millenials in Cork. Außerdem ermuntert sie mit frisch übersetzten Sonetten zur Entdeckung des italienischen Dichters Vittorio Alfieri. Wer wirklich alles über die Hamburger Schule wissen will, dem empfiehlt die FR Jonas Engelmanns "Der Text ist meine Party".Die Zeit empfiehlt Martina Hefters "Hey guten Morgen, wie geht es dir?" Dlf Kultur liest tolle Essays voller schräger Beobachtungen in Deborah Levys "Die Position der Löffel".

Auf der Spur eines seltsamen Tieres

24.07.2024 Die SZ versucht mit Fleur Jaeggys "Die seligen Jahre der Züchtigung" der eigenen Vergänglichkeit zu entfliehen. Mit Hiroko Oyamadas Heldin aus "Das Loch" zieht sich die FAZ auf das Land zurück und begegnet allerlei Merkwürdigkeiten. Von Pierre-Héli Monot lernt sie außerdem, dass der Surrealismus eigentlich eine zutiefst realistische Bewegung war. Die Welt springt mit Niclas Seydacks Generationenporträt vom "Peter-Pan-Syndrom" zur "Pandemie-Erfahrung". Dlf schließt sich mit Selby Wynn Schwartz der "sapphistischen Bewegung" an.

Thesenhaftigkeit und Augenzwinkerei

23.07.2024 Die FAZ sieht in Natan Sznaiders neuem Buch "Die jüdische Wunde" ein eindringliches Plädoyer für eine spezifisch jüdische Aufklärung. Die SZ beeindruckt, wie Sznaider die Debatten von heute mit Lessing und Hannah Arendt betrachtet. Die FAZ sucht außerdem mit den Frauen aus Ling Mas "Glückscollage" nach der "erlösenden Metamorphose". Die NZZ ergründet mit Lars Saabye Christensen die Geschichte seiner chinesischen Großmutter. Dlf Kultur lacht sich eckig mit Dietmar Sous' Fußballbuch über den 16:0 - Sieg der deutschen Mannschaft bei den Olympischen Spielen 1912.

Zwei gelbe Augen / Haare wie Gras

22.07.2024 Die FAZ macht mit Nadia Buddes Bilderbuch "Die Band, die keiner kennt" die Nacht zum Tag. Mit Magdalena Miecznickas Kinderkrimi "Toni sieht alles!" geht sie auf fantasievolle Verbrecherjagd. Die FR lässt sich gerne von Peter Sloterdijk ablenken und ergründet mit seinen Notizen die Möglichkeiten des Denkens. Dlf Kultur freut sich, wie Ulrike Möltgen "Das Märchen von der Vernunft" von Erich Kästner in poetische Bilder verwandelt hat. Die NZZ durchlebt mit Fang Fangs Roman "Glänzende Aussichten" die Härten der chinesischen Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Das auch im Titel enthaltene Wasser

20.07.2024 Atemlos surft die SZ durch die virtuos gestaffelten Zeitebenen in Elif Shafaks bildgewaltigem neuen Roman "Am Himmel die Flüsse" und freut sich an einer Erzählkunst, die Geschichte und Geschichten zu verweben weiß. Die FAZ erkundet auf den Schwingen von Jonathan C. Slaghts "Eulen des östlichen Eises" das Panorama des östlichen Sibirien. Ebenfalls in der FAZ macht Alexandru Bulucz auf die "an Vollkommenheit grenzende" Lyrik Agi Mishols aufmerksam. Die taz  dekonstruiert mit Ruth Hoffmann den Mythos um den 20. Juli 1944 .

Regentropfen als verbindendes Moment

19.07.2024 Fasziniert erkundet die FR die Welt der Gegenwart mit mehr als 130 bunten Karten. Die NZZ reist mit Elif Shafak vom antiken Ninive bis ins Jahr 2018 auf ein Hausboot auf der Themse. Die FAZ verdankt dem Briefwechsel zwischen Theodor W. Adorno und Ludwig von Friedeburg einen Einblick in den "Neubeginn der Soziologie" in Deutschland nach Hitler. Der Dlf Kultur liest mit "Senza Casa" einen der "nacktesten" Nachlass-Texte von Ingeborg Bachmann. Mit Amor Towles begibt er sich ins Hollywood der Dreißiger.

Talent zur Metamorphose

18.07.2024 Die FAZ feiert Mikael Ross' Graphic Novel "Der verkehrte Himmel", die Manga-Zeichentechniken mit der Erzählweise französischer Comics verbindet: Nur spielt diese in Berlin-Lichtenberg! Der Dlf reist mit Franz Friedrichs "Die Passagierin" in die Zukunft und die Vergangenheit der Bewohner eines Sanatoriums in Kolchis. Die NZZ bewundert die Rätselhaftigkeit Michel Piccolis, die sich auch in seinen Erinnerungen nicht auflöst. Dlf Kultur lernt von Olivier Tallec und einem Eichhörnchen, was ein bester Freund ist.

Gestaltung der Zeitlosigkeit

17.07.2024  Die FAZ vertieft sich in das Werk des österreichisch-französischen Schriftstellers Manès Sperber und liest etwa vom Partisanenkampf in Jugoslawien und dessen illegaler Arbeit für die KPD. Dlf durchtanzt mit Eve Babitz in "Sex & Rage" die Nächte im Los Angeles der siebziger Jahre. Die SZ erfährt aus Tobias Dahmens Graphic Novel die Geschichte seiner Familie im Zweiten Weltkrieg. Außerdem empfiehlt sie Jhumpa Lahiris Kurzgeschichtenband "Das Wiedersehen".

Mit Watte gepolsterte Welt

16.07.2024 Die FAZ folgt Enrique Vila-Matas in "Montevideo" durch eingebildete Türen zu magischen Koffern und philosophischen Reflexionen - und amüsiert sich dabei prächtig. Dlf Kultur schmökert in Karel Capeks Reiseberichten aus Italien. Die SZ nimmt mit Shashi Tharoors "Zeit der Finsternis" die indische Perspektive auf die britischen Kolonialverbrechen ein. Die FR liest mit Spannung Aroa Moreno Durans Roman über die dunkle Vergangenheit einer baskischen Hafenstadt. Und Dlf schwebt mit Elena Winter "Im Orbit".

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