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30.05.2024 Die meisten Zeitungen feiern heute Fronleichnam. da muss man dankbar sein für eine handvoll Radiokritiken. Und die stellen durchaus interessante Bücher vor: "Zeit der Finsternis",
Shashi Tharoors Abrechnung mit dem
britischen Empire in Indien zum Beispiel. Oder
Ann Napolitanos Geschichte vierer Schwestern, "Hallo, du Schöne". Oder
Sue Goyettes Gedichte rund um den "Ozean". Für mehr Auswahl verweisen wir gern auf unsere
Bücherschau der Woche.

29.05.2024 Die FAZ reibt sich die Hände über Sasa Stanisic' neuen Erzählungsband mit dem schwer zu merkenden Titel: "Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne". Anthony Passerons Roman "Die Schlafenden" begrüßt sie als späte Aufarbeitung der AIDS-Epidemie. Die NZZ verbringt mit Jean-Pierre Abraham ein paar Jahre im Leuchtturm. Die SZ entdeckt in Don Winslows neuem Mafia-Thriller "City in Ruins" eine Fülle an Anspielungen auf die Antike.

28.05.2024 Die taz schwelgt in den Lustszenen in Goliarda Sapienzas neu übersetztem Frauenroman aus dem Jahr 1979. Die FR verschlingt die Essays von Diedrich Diederichsen, die sich der Komplexität der Gegenwart stellen. Die Welt fühlt sich wohl in Elmore Leonards ursprünglich im Jahr 1959 erschienenem Western-Roman, in dessen Zentrum ein
Bürgerkriegsheimkehrer steht, der sein Haus bei seiner Rückkehr von anderen
Menschen besetzt findet. Dlf Kultur deckt mit Alberto Grandi den Mythos der italienischen Nationalküche auf, was nicht wenige seiner Landsleute erzürnte.

27.05.2024 SZ und Dlf erfahren von Steven Levitsky und Daniel Ziblatt, woran die amerikanische Demokratie krankt. Die FAZ hat großen Spaß mit Danilo Pockrandts fantastischem Tierbestimmungsbuch "Das Lepomu und andere Wunderwesen". In Tobias Elsässers Jugend-Thriller "Mute" verfolgt sie gespannt das Schicksal der sechzehnjährigen Espe, die ihren eigenen Erinnerungen nicht trauen kann. Die SZ hält mit Theresia Enzensberger ein Nickerchen.

25.05.2024 Mit anregenden Büchern driften die Rezensenten ins Wochenende: Die SZ nimmt dabei Katja Eichingers "Das große Blau" mit, einen literarischen Streifzug an die Côte d'Azur. Die FAZ lernt inzwischen von Walter Schübler, wie man zwischen den Kriegen aß - zum Teil rationiert, zum Teil erstaunlich modern. Die taz beleuchtet mit Manfred Sturmann das längst versunkene jüdische Leben in Ostpreußen. Der Deutschlandfunk begibt sich mit Richard Russo ganz nach Norden in die Provinz des Staats New York und sieht den Protagonisten seines Krimis "Von guten Eltern" beim Überlebenskampf zu.

24.05.2024 SZ, NZZ und Welt gratulieren Rainald Goetz mit Kritiken zu dessen Bänden "wrong" und "Lapidarium" zum Siebzigsten: Eine "harmlose Waldfee der deutschen Literatur" wird Goetz nimmer mehr, erkennt die NZZ. Die FAZ lässt sich von Ruth Hoffmann erklären, wie das "Stauffenberg-Attentat" verklärt wird. Die NZZ staunt, wie Yevgenia Belorusets das Leben im Krieg aus Tierperspektive schildert. Dlf Kultur erfährt von Stephan Braese, wie der Jazz in der frühen BRD mit der Idee der Demokratie verknüpft war. Und der Dlf empfiehlt Kinderbücher und Comics über Kafka.

23.05.2024 Die FAZ liest bei Ann-Helén Laestadius von den Traumata der Samen. Die FR sucht in wuchtigen Gedichten von Carl-Christian Elze nach einem Funken Hoffnung in diesem "dreckloch von welt". Auch der Dlf spürt in Max Czolleks Gedichtband "Gute Enden" unbändige Wut über den Zustand der Welt. Dlf Kultur bricht mit Ahepka Yves Moise N’Guessan Tabus an der Elfenbeinküste. Die taz jubelt über eines der Hauptwerke Ursula Le Guins, das nun endlich auf Deutsch vorliegt: "Immer nach Hause" erzählt die Geschichte des fiktiven Ureinwohner-Volkes der "Kesh". Die Zeit liest die düsteren Erinnerungen Mark Edelmanns an das Warschauer Ghetto.

22.05.2024 Die FAZ feiert mit Veronika Peters Roman "Nackt war ich am schönsten" die Rückkehr der "Dada-Baroness" Elsa von Freytag-Loringhoven. Mit Zdena Salivarová verbringt sie einen Sommer im Prag der Fünfziger Jahre. Die SZ sieht in Enis Macis und Mazlum Nergiz' Buch über Karl May ein interessantes Experiment. Dlf Kultur liest mit angehaltenem Atem die von Michael Finkel niedergeschriebene Geschichte des französischen Meisterdiebs Stephane Breitwieser.

21.05.2024 Die NZZ begegnet in T.C. Boyles meisterhaften Kurzgeschichten Klapperschlangen und selbstfahrenden Autos. Die FAZ hört hingerissen zu, wenn Tom Vogt Londoner Stimmungsbilder von Charles Dickens vorliest. Dlf Kultur ist erschüttert von Maria Klenners Band "Die Kinder von Bergen-Belsen". Und die FR genießt Phillip Felschs essayistischen Streifzug durch Leben und Lehre von Jürgen Habermas.

18.05.2024 Uri Jitzchak Katz' Roman "Aus dem Nichts kommt die Flut" kann es mit "Ulysses" und anderen modernistischen Großtaten aufnehmen, staunt die SZ. Im Band "Der nächste Redner ist eine Dame", mit Beiträgen von Juli Zeh und Terézia Mora, verfolgt sie den Kampf der ersten Frauen im Bundestag. Die FAS ist begeistert von Colm Tóibíns neuem Buch "Long Island", das von einer späten Liebe erzählt. Die taz beglückwünscht Paula Irmschler zu ihrem Roman über eine problematische Mutter-Tochter-Beziehung. Die FAZ arbeitet mit Traudl Bünger die NS-Vergangenheit ihres Vaters auf.