8036 Bücherschauen - Seite 67 von 804

10.04.2024 Einen "anthropologischen Reiseführer" hält die FAZ mit Nino Vetris Band "Marcitero" in Händen, der mit beißendem Sarkasmus von einem sizilianischen Dorf und seinen wenig sympathischen Bewohnern erzählt. Zudem ist sie beeindruckt von der Lakonie, mit der Stefan Çapaliku in "Tirana - Ein kurzer Traum" über das Albanien des Jahres 1943 schreibt. Die SZ verfolgt mit Gundolf S. Freyermuth den sensationellen Lebensweg des Journalisten und Moderators Wolfgang Menge nach, der vieles war, nur kein Spießer. Die NZZ entdeckt in Philipp Felschs Habermas-Biografie Zorn hinter einer kühlen Fassade.

09.04.2024 Die FAZ empfiehlt Nona Fernandez' Roman "Twilight Zone", der die erschreckende Parallelität von Alltag und Gewalt während der Diktatur in Chile erzählt. Die SZ ist ganz baff von Delafs neuem Gaston-Comic: Nostalgie abfeiern und auf eine "neue Anarchie" hoffen, geht also zusammen, staunt sie. Dlf bejubelt die Wiederentdeckung von Margaret Drabbles Roman "Mühlstein" über eine ungewollte Schwangerschaft in den Swinging Sixties. Dlf Kultur denkt mit Ole Liebl über Liebe und Freundschaft nach.

08.04.2024 Die SZ schaudert es, wenn sie in Christian Neefs Band "Das Schattenregime" von den Aktivitäten des sowjetischen Geheimdienstes nach dem Zweiten Weltkrieg liest. Außderdem zieht sie mit Klaus Bachmann Bilanz nach acht Jahren PiS-Partei in Polen. Die FR begibt sich mit Ulrich Peltzers Roman "Der Ernst des Lebens" auf Sinnsuche. Und der Dlf denkt mit Carolin Emckes Poetikvorlesungen darüber nach, "Was wahr ist".

06.04.2024 Anna Seghers wiederentdeckter Roman "Der Weg durch den Februar" ist für die FAS schlicht ein literarisches Meisterwerk. Dlf liest gefesselt Anjet Daanjes Roman "Der erinnerte Soldat" und fühlt sich bei diesem literarischen Spiel mit Doppelgängern an E.T.A Hoffmann erinnert. Die taz findet bei Sabine Adler Antworten auf die Frage "Was wird aus Russland?". Fasziniert blättert sie außerdem in Ma Yuans Erzählungen "Drei Arten, Papierdrachen zu falten", die von Tibet und dem kolonialen chinesischen Blick erzählen.

05.04.2024 Die FR wendet sich mit düsteren Geschichten von George Saunders dem „sonnenbeschienenen Leben“ zu. Die FAZ lernt Élisée Reclus als „Denker der Mikromächte“ kennen. Die SZ bewundert, mit wieviel Witz und Lebensmut Karen Köhler Kindern Vergänglichkeit erklärt. In der Welt lässt sich Katja Hoyer von der Soziologin Uta Bretschneider und dem Historiker Jens Schöne durch Erotikshops im Osten führen. Dlf Kultur versucht indes mit Sabine Rennefanz die ostdeutsche Provinz hinter sich zu lassen. Dank Sonia Kleindorfer lernt er die Persönlichkeiten von Graugänsen kennen.

04.04.2024 Durchs wilde Zarenreich zieht die FAZ mit Yaniv Iczkovits' messerschwingender Heldin und Schächterin Fanny, die gleich noch dem jüdischen Patriarchat eine Lektion erteilt. Hundert Jahre später, in der stalinistischen Sowjetunion, erging es Frauen auch nicht viel besser, lernt sie aus Vladimir Vertlibs "Die Heimreise". Etwas mehr Reibung hätte sich die NZZ gewünscht, wenn Annett Gröschner, Peggy Mädler und Wenke Seemann sich betrinken und den idealen Staat gründen. Die Zeit schwärmt von Maren Kames' "Hasenprosa".

03.04.2024 Benjamin Koppels Debütroman "Annas Lied" über eine jüdische Familie ist unterhaltsam zu lesen und gleichzeitig tieftraurig, findet die FAZ. Die FR lässt sich von Andreas Stichmanns neuem Erzählungsband "Loreley" verzaubern. Dlf Kultur möchte gerne sein, wie die leidenschaftlich rauchende und freiheitsliebende Heldin aus Clara Lodewicks Graphic Novel "Merel". Dlf begegnet in Thomas Leers Buch "Kafkas Schere" Kampfhunden, Riesenmaulwürfe und "Philosoffen".

02.04.2024 Die FAZ ist erschüttert von Tahir Hamut Izgils Schilderungen der brutalen Unterdrückung der Uiguren durch das chinesische Regime. Mit Janice Halletts Krimi der "Der Twyford-Code" betreibt sie fröhliches Rätsellösen. Nicht nur was die Schauspielerin Katja Riemann in ihrem Buch über Flüchtlingscamps erzählt, beeindruckt die FR zutiefst, sondern auch wie: nämlich sprachlich brillant. Die SZ hat viel Freude mit Fang Fangs Roman "Glänzende Aussichten" über eine chinesische Familie. Und die taz blättert hingerissen durch Bastien Vivès Comic über einen Comiczeichner.

30.03.2024 Nein, Papst Franziskus' Erinnerungsbuch "Leben" überzeugt die FAZ nicht, vor allem nicht sein Blick auf die Ukraine: Asymmetrisches zu symmetrisieren, ist de facto eben doch parteiisch. Die SZ lobt Joseph Croitorus Buch über die Hamas als überaus kenntnisreich. Die FR amüsiert sich mit den Fourty-Somethings aus Stefanie de Velascos Roman "Das Gras auf unserer Seite". Der Dlf liest Adam Zagajewski. Und jenseits des Anlasses: Maren Kames "Hasenprosa" hat wirklich Charme, beteuert die FAZ.

28.03.2024 Die FAZ liest gebannt vierzig Jahre umspannende georgische Geschichte mit Temur Babluanis Debütroman "Sonne, Mond und Kornfeld" über einen Strafgefangenen. Der Dlf hält mit Montserrat Roigs "Die Frauen vom Café Núria" einen potentiellen Klassiker der feministischen Literatur in der Hand. Außerdem freut er sich über die Übersetzung des chinesischen Klassikers "Vollständige Überlieferung von den Ufern der Flüsse" von Luo Guanzhong und Shi Naian. Und die taz wirft mit Diedrich Diederichsen einen Blick ins 21. Jahrhundert.