Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Glitzern, Glimmern und Glitschen

27.03.2024 FAZ und NZZ lernen Adorno mit dem Ideenhistoriker Peter E. Gordon als Optimisten kennen. Die FAZ lässt sich von Stefan Conrad außerdem eine Globalgeschichte über Nofrete erzählen. Die Zeit gerät in einen Rausch mit Elsa Morantes Roman "La Storia". Die SZ schwebt derweil mit Julien Green an der Seite eines dekadenten Parvenus durch das Paris der Dreißiger. Mit Ronald Reng blickt sie hinter die Prilblumenfassade des Jahres 1974. Und Dlf Kultur bricht mit Luca Mael Milsch mit heteronormativen Lebensformen.

Düstere Pläne einer Katze

26.03.2024 Die FAZ liest mit Vergnügen die erstmals veröffentlichten Erzählungen des Regisseurs Pedro Almodóvar. Ben Macintyres Buch über den Doppelagenten Oleg Gordijewski raubt ihr glatt den Atem. Die NZZ ist schockiert vom Martyrium, das Latife Arab als Frau in einem arabischen Clan erlebte. Die SZ vertieft sich in die Autobiografie des schwarzen kubanischen Balletttänzers Osiel Gouneo und begegnet dabei allerhand Vorurteilen. Dlf Kultur vollzieht mit Anja Scherz' biografischer Recherche über den Fake-Juden Hans Burger nach, wie dieser zu Raphael Goldstein werden konnte.

Paradies der Kindheit

25.03.2024 Die NZZ entwirrt das raffinierte Beziehungs- und Gefühlsgeflecht in Terhi Kokkonens Roman "Arctic Mirage" und schaut der Eskalation einer Ehe in den Schneelandschaften Lapplands zu. Die FR verfolgt das Schicksal des Aborigines Carson in Adam Morris' neuem Krimi "Bird", der vom Rassismus in Australien erzählt. Julian Hans' Buch über die Brutalisierung der russischen Gesellschaft lässt die SZ trotz der dargestellten Schrecknisse Hoffnung schöpfen. Und die FAZ blättert fröhlich durch die lichten Aquarelle in Jordan Scotts und Sydney Smiths Kinderbuch "Der Garten meiner Baba".

Im Reich des Wahnsinns

23.03.2024 Die FAZ begibt sich mit Werner Herzog auf die Suche nach der ekstatischen Wahrheit. Auch die FR sucht nach der Wahrheit unter der Oberfläche in Matthias Jüglers Wenderoman „Maifliegenzeit“. Die SZ vergnügt sich derweil mit den wohlstandsverwahrlosten Intellektuellen, die Jakob Augstein auf einem französischen Landsitz zusammenkommen lässt. Die taz rät zu ein wenig Geduld: Dann aber stößt man mit dem Leipziger Sachbuchpreisträger Tom Holert vor in eine Fundgrube über die kulturellen Entwicklungen der frühen 1970er.

Ohne Sperenzien

22.03.2024 Die FR lässt sich von Anne Weber zum Nachdenken über die Pariser Banlieues anregen. Die taz vergnügt sich prächtig mit neuen Comics über Kafka: Wie viel Humor Kafka selbst hatte, lernt sie von Nicolas Mahler. Die FAZ lässt sich vom Neurowissenschaftler Michael Tomasello die Evolution des Handelns vom Würmchen bis zum Schimpansen auseinandersetzen. Mehr kann ein Krimi wohl kaum leisten, staunt Dlf Kultur nach der Lektüre von Les Edgertons Neo Noir "Primat des Überlebens".

Gefährlicher Fremder

21.03.2024 Der Dlf liest mit Joyce Carol Oates' "Babysitter" einen verstörenden Roman über eine Frau und ihre Beziehung zu einem Gewalttäter. Die FAZ erlebt mit Constanze Neumann einen Sommer im Transit - zwischen dem alten Leben in Leipzig und dem neuen in Aachen. Die NZZ vertieft sich in Franziska Augsteins umfassende Churchill-Biografie. Die Zeit empfiehlt wärmstens Ronya Othmanns Buch "Vierundsiebzig" über die Verfolgung der Jesiden. Dlf Kultur streift beglückt mit Hansjörg Küster durchs Watt.

Stinkender Pippau

20.03.2024 Die FAZ folgt Teodor Ceric alias Marco Martella durch die bizarrsten Gärten der Welt und schärft ihre Sinne mit dreizehn fulminanten Erzählungen von Christoph Ransmayr. In der FR legt Aleida Assmann jedem, der sich differenziert mit der Geschichte des Nahostkonflikts auseinandersetzen will, Moshe Zuckermanns "Israel am Scheideweg" ans Herz. Dlf Kultur folgt Jürgen Teipel bei der Punkwerdung. Außerdem ist heute die taz-Literaturbeilage erschienen, die wir bereits ausgewertet haben.

An der Seite eines Hasen

19.03.2024 Die FAZ bewundert, wie Mathias Enard in seinem Roman „Tanz des Verrats“ mit den Mitteln der Mathematik von Christentum, Islam, Ost-West-Konflikt und dem 11. September erzählt. Mit Philipp Peyman Engel blickt sie auf das Schweigen der Linken zum Antisemitismus. Die SZ lauscht angetan dem dänischen Jazz-Saxofonisten Benjamin Koppel, wenn er in „Annas Lied“ vom Leben seiner jüdischen Familie in Kopenhagen erzählt. Dlf Kultur folgt Stefan Capaliku durch die schonungslos erzählte albanische Geschichte der Vierziger und schöpft neuen Mut dank Sibylle Bergs und Julius Thesings „seltsamem Freund Walter“.

Hitlers Muster-Gau

18.03.2024 Montag Politische-Bücher-Tag. Sowohl die FAZ als auch die SZ loben sehr das Thüringen-Buch des Journalisten Martin Debes: "Deutschland der Extreme". Sehr viel weniger kann die SZ leider mit Klaus-Rüdiger Mais "Die Kommunistin" über Sahra Wagenknecht anfangen, das ihr allzu hagiografisch geraten ist. Die FAZ lobt auch Nicola Kuhns "Der chinesische Paravent" über den Kolonialismus in unseren Wohnzimmern und empfiehlt zwei Hörbücher.

Mann der Stunde

16.03.2024 Die FAZ liest gebannt Benny Morris' Buch "1948" über die Staatsgründung Israels und den Krieg, der ihr vorausging. Die SZ versichert: Das gibts - ein Buch über Jürgen Habermas, das sich flott lesen lässt, und hält Philipp Felschs "Der Philosoph" in die Höhe. Wohltuend entlarvend findet die taz Fien Veldmans Roman "Xerox", der in einer maliziöse Satire den sinnentleerten Alltag im Büro beschreibt. Der Dlf vertieft sich in den zweiten Band von Ilko-Sascha Kowalczuks monumentaler Ulbricht-Biografie. Die Notizen zur Welt-Literaturbeilage finden Sie hier. Für die ebenfalls heute erschienenen FAZ-, FAS- und SZ-Beilagen brauchen wir noch ein paar Tage.

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