Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Rand der Sehnsucht

04.03.2024 Die FAZ streift mit Fabio Strassis bücherliebendem Ermittler in "Die Seele aller Zufälle" melancholisch durch Rom. Die SZ fühlt sich durch Ella Müllers Buch über die amerikanische Rechte bestens informiert, was die Radikalisierung der Republikanischen Partei in Klimafragen angeht. Von Wieland Wagner lässt sie sich gerne die Geschichte der japanischen Kaiserfamilie, der ältesten Erbmonarchie der Welt, erzählen.

Liebeserklärung an die Sprache

02.03.2024 Die FAS feiert Ulinka Rublacks Biografie über Albrecht Dürer, in der die Renaissance wie "aus einem rasenden Zug" heraus geschildert wird. Die taz liest berührt in den letzten Vorlesungen des Poptheoretikers Mark Fisher, der Alternativen zum Kapitalismus suchte. Dlf Kultur findet in Didier Eribons Band "Eine Arbeiterin" sowohl "intensive" Passagen über Elternschaft als auch einen Überschuss an moralischen Appellen. Und Dlf Kultur ist nachhaltig beeindruckt von Fatin Abbas' "Zeit der Geister": ein bewegendes und auch grausames Buch über die Mitglieder einer NGO im Sudan.

Heitere Bösartigkeit

01.03.2024 Die FAZ folgt von Susana Zapke und Wolfgang Fichna vergnügt durch die Geschichte des Wiener Praters. FR und Dlf Kultur geraten mit Michael Lentz' Geschichte über die Schrecken einer Nachkriegskindheit an ihre Grenzen. Die NZZ macht mit Julia Josts Karawanken-Epos eine Entdeckung unter dem Teppich. Der Dlf erliegt dem wuchtigen Erzählen von Roberto Saviano, der sich auf die Spuren Falcones begibt. Und Dlf Kultur lässt sich von Daniel Marwecki erklären, worin die besondere Beziehung zwischen Deutschland und Israel wirklich besteht.

Charmante Kürze

29.02.2024 Die Zeit feiert Timon Karl Kaleytas Roman "Heilung", der mit viel Lust an der Groteske erzählt, wie die Suche nach dem richtigen Leben in Faschismus umschlagen kann. In Dlf Kultur empfiehlt der Dichter Nico Bleutge wärmstens Olga Ravns Band "Meine Arbeit" als eigenwilliges, äthetisch anspruchsvolles Buch über Mutterschaft. Die FAZ begegnet in Aurora Venturinis "Wir, die Familie Caserta" einer rebellischen Hochbegabten. Die FR blättert duch ein Fotoalbum der Familie Kafka.

Meisterin des Unspektakulären

28.02.2024 Die NZZ empfiehlt Dana Grigorceas Roman "Das Gewicht eines Vogels beim Fliegen": Zwei Liebesgeschichten, die um einen Künstler kreisen und um das Wesen der Kunst. FAZ und FR verlieren jedes Zeitgefühl im Lockdown mit Elizabeth Strouts "Am Meer". Dlf Kultur lernt die Dunkelheit kennen, beim "Wandern bei Nacht" mit John Lewis-Stempel. Und die FR lernt vom Dichter Harwig Mauritz: "die toten schlafen fest".

Mit einem Fuß im Transzendenten

27.02.2024 In purem Lesegenuss schwelgt die FAZ mit den Gedichten der Feministin und Bilderstürmerin Yosano Akiko. Die NZZ hingegen findet in der Lyrik des rumänischen Dichters Nichita Danilov sowohl die "stille Schönheit" der Bukowina als auch Kritik am russischen Totalitarismus vor. Brauchen wir noch einen autofiktionalen Roman, fragt die FR - und antwortet: Wenn er von Franz Dobler kommt, dann ja! Dlf Kultur lässt sich währenddessen von Neil deGrasse Tyson vom Kosmos aus irdische Probleme erläutern.

Dem biederen Leben entkommen

26.02.2024 Die FAZ hält gleich zwei gute Beispiele dafür in Händen, wie man auch den Kleinsten das Thema Flucht näherbringen kann: Christoph Drösser und Nora Coenenberg erzählen ohne Naivität von geflüchteten Kindern aus Syrien und dem Südsudan. Im Bilderbuch "Ich wäre gern ein Baum" von Andrea Hensgen geht es um Erfahrungen von Vertreibung und den Wunsch nach Geborgenheit. Die SZ erfährt von Paul Lendvai, wie Heuchelei Autokraten stärkt. Mit Annika Brockschmidt vollzieht sie den Weg der Republikanischen Partei in den Trumpismus nach.

Der Stolz der Margeriten in der Ukraine

24.02.2024 Die FAZ entdeckt mit Werken von Egon Bondy und Ivo Vodseďálek zwei glanzvolle tschechische Abspaltungen des Surrealismus, der selbst vor Stalin nicht haltmachte: Totaler Realismus und Peinliche Poesie. Die FR empfiehlt Patrick Bahners' Streitschrift "Kampagne in Deutschland", die sich gegen Bénédicte Savoys Restitutionsdiskurs wendet. Die SZ feiert Joy Williams' Roman "In der Gnade". Dlf Kultur verbringt einen glücklichen Nachmittag mit Candice Fox' Thriller "Stunde um Stunde".

Millionen ähnliche Leben

23.02.2024 Die FAZ lernt Anna Mahler dank Gabriele Reiterer als ernstzunehmende Musikerin und Bildhauerin kennen. Mit Vittorio Magnago Lampugnani denkt sie über nachhaltige Architektur nach. Zum Meisterwerk küren SZ und Dlf Kimberly Brubaker Bradleys Jugendroman über ein junges Mädchen im England der Dreißigerjahre. Der Dlf begibt sich mit Hartmut Binder außerdem auf Kafkas Spuren. Und Dlf Kultur taucht mit Lyndsey Stonebridge ein in Leben und Werk von Hannah Arendt.

Wie kommen wir durch diese Weltraumschleuse

22.02.2024 Ein begeisterter Michael Kleeberg (FAZ) spürt die Kraft der Liebe in Wilhelm Bartschs Lyrikband "Hohe See und niemands Land". Die FR lässt sich vom überwältigenden Strom eines Langgedichts von Kurt Drawert mitreißen: "Alles neigt sich zum Unverständlichen hin". Außerdem empfiehlt die FAZ "Verpasst", das erstaunliche Romandebüt der österreichischen Autorin Hannah Oppolzer. Die Zeit begleitet mit Roberto Savianos Roman "Falcone" einen der mutigsten Mafiajäger Italiens bis in den Tod 1992. Dlf Kultur amüsiert sich mit einer ethnologischen Weltreise zum Thema "Betrunkenes Betragen".

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