Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Reise auf den Mond

17.01.2024 Die FAZ irrt mit Ludwig Hohl in "Die seltsame Wendung" durch das nächtliche Paris und von einem Saufgelage zum nächsten. Die FR findet sich in Adam Thirlwells Zukunftsroman auch in Paris wieder - allerdings in einer Parallelwelt. Die SZ verbeugt sich vor Natascha Wodin, die im Erzählband "Der Fluss und das Meer" von der Entstehung und Entfaltung des Unglücks erzählt. Und der Dlf ist berührt davon, wie feinhumorig Tiny Fisscher im Kinderbuch "Vogel ist tot" von der Trauer erzählt.

Eine Prise Größenwahn

16.01.2024 Die FAZ bekommt mit Menachem Kaisers Buch über die Restitution seines Familienerbes viel mehr als ein Memoir. Außerdem empfiehlt sie Torsten Konopkas Buch "Deutsche Blauhelme in Afrika" über die deutsche Beteiligung an internationalen Friedensmissionen. Der Dlf hält mit Christian Bommarius' "Todeswalzer" über die letzten Monate des Zweiten Weltkriegs ein fesselndes wie beklemmendes Werk in Händen. Die SZ mäandert mit Sigrid Nunez' New Yorker Protagonistinnen durch die Pandemie und profitiert von deren Lebensweisheiten.

Das Matroschka-Prinzip

15.01.2024 Die FR überschüttet Iris Wolffs Roman "Lichtungen" mit Lob. Auch die taz ist angetan von diesem feinsinnigen Porträt der dunklen rumänischen Vergangenheit. Die FAZ hört gebannt Bjarne Mädel zu, wenn er Maxim Znaks Notizen aus dem grausamen Gefängnisalltag in Belarus vorliest. Von Johannes Bähr und Ingo Köhler erfährt sie, wie die Nazis den Warenhauskonzern Herti seinen jüdischen Besitzern entrissen. Die SZ lernt von Friederike Otto, dass der Klimawandel auch eine Folge sozialer Ungerechtigkeit ist.

Sprachzauber einer polyglotten Welt

13.01.2024 Die FAZ applaudiert Iris Wolffs neuem Roman "Lichtungen", der ihr vom Leben einer deutschen Volksgruppe im ländlichen Rumänien unter Ceausescu erzählt. taz und FR annoncieren glücklich Charlotte Mullins' "Geschichte der Kunst", die auch die Frauen der Kunstgeschichte endlich in den Blick nimmt. Außerdem freut sich die taz, dass Qiu Miaojins Meisterwerk "Letzte Worte vom Montmartre" endlich auf Deutsch vorliegt. Dlf Kultur bewundert, wie leichthändig Sigrid Nunez vom Älterwerden erzählt. Und der Dlf erkennt die Poesie des Alltags in Notizen von Orhan Pamuk.

Träume in Eiform

12.01.2024 Viel Lob für den neuen Murakami: Die SZ entdeckt die schönste Liebesgeschichte, die Murakami je geschrieben hat, die FR dringt vor zu kargen Abgründen und Dlf Kultur beginnt während der Lektüre zu meditieren. Die taz sinniert mit Stefanie Sargnagel über Wurstangebote, das Furzen und das Älterwerden in Punk und Würde. Die SZ krönt Adorno derweil mit dem Philosophiehistoriker Peter E. Gordon zum Denker des Glücks. Die NZZ versinkt in Helena Barops Globalgeschichte der Drogen. Dlf Kultur denkt mit Robert Fleck über klimasensible Kunst nach und lässt sich von Linus Reichlins Hund über Verschwörungstheorien aufklären.

Weicher Zauberzustand

11.01.2024 Die FAZ zieht mit sieben marodierenden Schwestern durch die Wälder Lapplands. Die FR durchstreift mit Rijula Das die Bordelle in Shonagachi. Die SZ betrachtet mit Luigi Spinas Fotografien die sensationellen Innenräume von Pompeji. Dlf folgt mit Andrea Elliotts Sozialreportage einem "Kind im Schatten" der Türme New Yorks.

Voller Poesie und Lebensklugheit

10.01.2024 Die FAZ liest mit Vergnügen die Kolumnen von Clarice Lispector aus dem Brasilien der 40er bis 80er Jahre. Die SZ empfiehlt allen vor sich hindösenden Revolutionären die Erinnerungen Ernst Tollers. Die taz baut mit Philipp Oswalt am nationalen Haus. Dlf Kultur versinkt in Timo Parvelas Fantasy-Serie "Schatten".

Insgesamt rätselhaft

09.01.2024 Die FAZ empfiehlt sprachkritische Glossen von Wiglaf Droste und Stefan Gärtner. Die NZZ begegnet in Charles Lewinskys Roman "Schall und Rauch" einem sehr menschlichen und witzigen Johann Wolfgang von Goethe. Die SZ löst mit Ann Marks Biografie über die exzentrische Vivian Maier das Rätsel ihres turbulenten Lebens. Mehwish Sohails Roman "Like words on our skin" beginnt als romantischer Schmöker, wird aber bald kantig und komplex, frohlockt Dlf Kultur.

Kugelförmige Mondwesen

08.01.2024 Artemisia Gentileschi als Opfer zu stilisieren, greift zu kurz, weiß die taz nach der Lektüre von Susanna Partschs Biografie über die berühmteste Barockmalerin. Die SZ erfährt aus Katharina Bluhms ausgezeichneter Analyse der jüngeren Geschichte Russlands, dass der Putinismus leider wohl nicht mit Putin sterben wird. Mit Moussa Tchangari nimmt sie die Sahelzone in den Blick und lernt, wie Europa dem islamistischen Terrorismus in die Hände spielt. Und der Dlf hofft, dass der Erzählungsband "Schwarze Spinne" von Jeremias Gotthelf dem "Schweizer Balzac des Landlebens" endlich zu angemessenem Ruhm verhilft.

Zwischen Riesen-Walmarts und Abtreibungsdebatten

06.01.2024 Ein "gewitzteres" Buch zum Kant-Jubiläum 2024 kann sich die Welt kaum denken: In "Der Diener des Philosophen" erzählt Felix Heidenreich von einem der berühmtesten Herr-und-Diener-Verhältnisse - dem zwischen Immanuel Kant und seinem Diener Martin Lampe. Dlf Kultur liest mit Gewinn den fast hundert Jahre alten Russland-Reisebericht des kroatischen Autors Miroslav Krleža. Die FAZ ist nicht ganz zufrieden mit Winfried Nerdingers Geschichte der  Architektur in Deutschland im 20. Jahrhundert. Die NZZ amüsiert sich mit Stefanie Sargnagels "Iowa".

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