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21.12.2023 Das waren noch Zeiten, als Magazine ihre Autoren und Fotografen ein Jahr durch die Welt reisen ließen für etwas so Abgelegenes wie eine Porträtserie vergessener Autoren des deutschen Expressionismus, seufzt die FAZ angesichts einer opulenten Ausgabe von Jürgen Serkes Artikel-Serie "Die verbrannten Dichter". Außerdem taucht die FAZ mit Andrzej Stasiuk ins besetzte Polen 1941 ein. Der Dlf lässt sich von Juri Andruchowytsch "Den Preis der Freiheit" erklären. Dlf Kultur erliegt dem Charme von Anne Herbauts' Bilder- und Vorlesebuch "Zu Hause bei Hadek und Miezke".

20.12.2023 Die FAZ erweitert ihren Horizont - sinnlich und intellektuell - mit Zoltan Danyis "Rosenroman", der von Jugoslawien erzählt, Krebs und der Arbeit des Rosenzüchtens. Die SZ amüsiert sich mit Stefanie Sargnagel in Iowa. Die Zeit erlebt mit Jaroslav Rudis ein bierseliges und märchenhaftes "Weihnachten in Prag". Die NZZ taucht mit einem Briefwechsel in eins der berühmtesten Dreiecksverhältnisse der Kunstgeschichte ein: Gustav, Alma und Walter.

19.12.2023 Die FAZ vertieft sich mit Sören Urbanskys Studie in die wechselvolle Geschichte der Grenze zwischen China und Russland am Fluss Ussuri. Außerdem verschlingt sie den Roman "Ufo 78" über die gesellschaftlichen und politischen Verwerfungen in Italien der 1970er: das Autorenkollektiv Wu Ming hat hier mal wieder ein Wunderding geschaffen, jubelt sie. Die FR freut sich, in den Tagebüchern Sarah Kirschs noch einmal ihrem Humor und ihrer Lebensklugheit zu begegnen. Die SZ empfiehlt Yavuz Ekincis Erzählung "Das ferne Dorf meiner Kindheit", die selbst das Grauen des Völkermordes an den Armeniern in Sanftheit zu hüllen vermag.

18.12.2023 Die FAZ kommt mit Ringelnatz-Gedichten, vorgelesen von Matthias Matschke, in Weihnachtsstimmung. Gar nicht weihnachtlich ist Manfred Görtemakers Biografie über Rudolf Hess - dafür sehr informativ und fesselnd, findet die SZ. Dlf Kultur wirft mit Lucy Cooke einen feministischen Blick auf die Tierwelt. Dlf begleitet Elise Gravel in "Pilzparade" auf einen Waldspaziergang und lernt, dass der Schwefelporling wie Brathähnchen schmeckt.

16.12.2023 Den Rezensenten wird schon etwas weihnachtlich ums Herz: Die SZ meditiert mit Elliot Weinberger über "Engel und Heilige". Deutschlandfunk und taz lesen und lieben Jaroslav Rudiš' "Weihnachten in Prag". Etwas weniger friedlich ist die FAZ drauf, die mit Judith Mackrell Frauen an die Front begleitet. Die taz feiert außerdem Barbara Yelins Graphic Novel "Emmie Arbel - Die Farbe der Erinnerung".

15.12.2023 Die FAZ lernt in Michael Schwarzbach-Dobsons Buch über verschwundene Wörter des Mittelalters so schöne Begriffe wie "griezwart" kennen. Außerdem cruist sie mit Mark Arax entlang der Spuren von Wasser und Staub in Kalifornien. Die SZ lässt sich lieber von Erik Wegerhoff im Cabrio durch die Architekturgeschichte chauffieren. Die NZZ muss sich die Nase zuhalten bei der Lektüre von Roman Kösters Geschichte des Abfalls. Und Dlf Kultur findet eine Geschichte von Schuld und Scham in Norbert Freis Buch über die NS-Vergangenheit der Bundespräsidenten.

14.12.2023 Die FAZ begleitet mit Pirkko Saisios "Rotem Buch der Abschiede" die Selbstfindung einer unkonventionellen Frau im Finnland der 60er Jahre. Außerdem zieht sie den Hut vor Tom Kristensens "Absturz", die Anatomie eines umfassenden Besäufnisses. Die FR lernt mit Marlen Hobracks "Schrödingers Grrrl" eine shoppingsüchtige Hochstaplerin kennen. Die SZ graust es bei Katja Lembkes Bericht über die Zustände auf der "Haifischinsel", wo das erste deutsche Konzentrationslager für die Herero stand.

13.12.2023 FAZ und SZ feiern den neuen Roman von Bernhard Schlink über einen Mann in seinen letzten Lebenswochen, der uns lehrt: Philosophieren heißt sterben lernen. Vom Leben nach dem Tod eines geliebten Menschen erzählt Paul Auster voller Intensität, lobt die taz. Eines der "schönsten und bewegendsten" Bücher des Jahres hält allerdings die NZZ mit Orhan Pamuks "Erinnerungen an ferne Berge" in den Händen. Der Dlf folgt Shehan Karunatilakas Helden, der sieben Monde Zeit hat, um zu erfahren, wer ihn im Bürgerkrieg in Sri Lanka getötet hat.

12.12.2023 Die
SZ überlässt sich dem Rausch der Sprache in
Jon Fosses Roman "Ein neuer Name". Die
FAZ ist beflügelt von
Emma Braslavskys Buch "Erdling", in dem Sahra Wagenknecht von Aliens gekidnappt wird. Außerdem lässt sie sich von
Michiko Aoyamas lebens- und literaturbewanderter Bibliothekarin Frau Komachi gerne den Weg aus der Sinnkrise weisen. Der
Dlf besucht mit einem Fotoband von
James Catchpole japanische Jazzkneipen, in denen der Traum von der Ferne und die Utopie des Jazz überlebt haben. Außerdem haben wir die
Winterbeilage der
FR ausgewertet.

11.12.2023 Die Welt lässt sich von Dagmar Herzogs Studie "Cold War Freud" darüber aufklären, warum deutsche Psychoanalytiker Überlebenden der Shoah ihre Traumata absprachen. Die NZZ will sich vom neuen Duden nicht vorschreiben lassen, welche Wörter sie wann benutzen darf. Die FR blickt mit einem Erinnerungsband des Stuttgarter Staatsballetts zurück auf das Leben und die Schrullen von John Cranko. Die SZ lernt von Christian Mölling, was Deutschland für seine Sicherheit tun muss.