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24.10.2023 Eine spannende Entdeckung macht der Dlf mit dem Roman "Der Schlüssel zum großen Tor", in dem Hinko Gottlieb vier jüdische Brüder in einem Gefängnis über Freiheit und Widerstand diskutieren lässt. Die FR freut sich, dass das Lesebuch "Durch innere Kontinente" endlich einen Einblick in das auf Jiddisch verfasste Werk der Shoah-Überlebenden Chava Rosenfarb gibt. Die FAZ lobt Simone Schlindweins profund recherchiertes Buch über die
Konflikte um afrikanische Nationalparks.

23.10.2023 Die FAZ begegnet in Cornelia Funkes viertem Teil der "Tintenherz"-Reihe "Die Farbe der Rache" freudig dem liebgewonnenen Buchbinder Mo und seiner Tochter Meggie wieder, die mit ihrer Stimme Geschriebenes zum Leben erwecken. Die NZZ erkennt in Zoltan Danyis "Rosenroman" Züge von Kafka und Kertész. Die SZ fragt mit Ulrich Menzels Buch, ob wir am "Übergang zum autoritären Jahrhundert stehen" und wie man ein solches verhindern kann. Und die taz liest mit Paula Schweers Debütroman einen Appell, die prekär aufwachsende junge Generation nicht aus den Augen zu verlieren.

21.10.2023 Die FR empfiehlt Mikhail Zygars russisch-ukrainische Konfliktgeschichte "Krieg und Sühne". Die SZ lässt sich von Asfa-Wossen Asserate gern erzählen, was deutsch ist - vom Scheitel bis zur Sohle. Die FAZ feiert Gabriela Adamesteanus "Der Trevi-Brunnen" als ganz große Literatur. Die taz lernt von Martin Seel und Wittgenstein "Spiele der Sprache". Der Dlf ackert sich etwas mühsam durch Christopher Clarks "Frühling der Revolution" 1848.

20.10.2023 Die FAZ lernt aus Christina Morinas instruktivem Band "Tausend Aufbrüche", wie sich das Demokratieverständnis während der Teilung in Ost- und Westdeutschland entwickelt hat. Die SZ vertieft sich angeregt in Tilman Spreckelsens Biografie Otfried Preußlers. Die FR empfiehlt Jörn Leonhards "Über Kriege und wie man sie beendet" als Buch der Stunde.

19.10.2023 Der Dlf stürzt sich glücklich mit Arno Rautenberg in den "sekundenfrühling". Die FAZ liest gerührt Maria Kuncewiczowas Geschichten aus dem Weichselstädtchen Kasimierz Dolny, kurz bevor die Nazis der anmutigen Idylle ein Ende machten. Die Zeit empfiehlt wärmstens Tonio Schachingers "Echtzeitalter": So schön ignoriert niemand den Zeitgeist. Die SZ erhört Armin Nassehis Ordnungsruf zu "Gesellschaftlichen Grundbegriffen".

18.10.2023 In der SZ empfiehlt der Dichter Nico Bleutge wärmstens einen Band mit slowenischer Lyrik des 20. und 21. Jahrhunderts: "Mein Nachbar auf der Wolke" - und man glaubt es sofort von einem Land, in dem jährlich 300 Gedichtbände erscheinen. Die NZZ schiebt gleich noch Tomaz Salamuns spektakulären Gedichtband "Steine aus dem Himmel" hinterher, für dessen Assoziations- und Anspielungsfuror man jedoch starke Nerven braucht. Die taz lernt eine wahrhaft beängstigende Mutter kennen in Rachel Yoders "Nightbitch". Dlf Kultur analysiert mit der Psychotherapeutin Philippa Perry vertrackte Lebensdilemmata.

17.10.2023 Die FR erkundet mit Amanda Petrusichs Buch "Um keinen Preis verkaufen"
die faszinierende Welt der Schellack-Schallplatten-Sammler. Die FAZ empfiehlt Martin Mainkas erhellendes Buch über die ambivalente Funktion von Transparenz im politischen Raum. Außerdem steigt sie begeistert ein in Sarah Bakewells Humanismus-Wimmelbuch "Wie man Mensch wird", fragt sich am Ende aber, wo der Posthumanismus bleibt.

16.10.2023 Dlf Kultur entdeckt freudig das Werk des slowenischen Zwischenkriegs-Autoren Slavko Grum, der von den Wechselwirkungen von Liebe und Gewalt erzählt. Außerdem erkundet er mit den Aufzeichnungen des Autors und "obsessiven Wanderers" Hans Jürgen von der Wense das ganze Universum im Kleinen. Die FAZ bekommt mit einer hervorragenden Hörspielfassung von F. Scott Fitzgeralds "The Great Gatsby" Lust auf ausschweifende Parties. Die SZ empfiehlt zwei Bände, die die Probleme der deutschen Politik, aber auch Lösungswege aufzeigen.

14.10.2023 Die taz erfährt von Julia Bernstein, dass Juden in Deutschland oft mit Überforderung begegnet wird. Die FAZ greift zu Erzählungen des jiddischen Autors Dovid Bergelson, der ihr unter anderem von sowjetischer Siedlungspolitik erzählt. Außerdem empfiehlt sie zwei Bände zum Thema Klimawandel und Demokratie. Dlf und NZZ sind sich uneins über Thomas Hettches Roman „Sinkende Sterne“: Eine „klugen Abgesang auf die Postmoderne" liest die NZZ, ein bisschen viel des Guten, meint der Dlf. Außerdem habe wir bereits die Literaturbeilagen von Welt und FAS zur Buchmesse ausgewertet: Hervorzuheben sind Hymnen auf Daniel Kehlmanns neuen Roman und Georgi Demidows Roman "Fone Kwas oder der Idiot".

13.10.2023 Als wertvollen Beitrag zum Verständnis Israels und des Nahost-Konflikts würdigt der Dlf Saul Friedländers Tagebuch "Blick in den Abgrund". Mit Sarah Bakewell begibt er sich auf eine tour d'horizon durch die Geschichte des humanistischen Denkens. Die SZ blickt mit Norbert Frei auf die Bundespräsidenten und die NS-Vergangenheit. Die FAZ denkt mit Armin Nassehi frisch über "Gesellschaftliche Grundbegriffe" nach. Als "Nummernrevue der Verluste" empfiehlt die NZZ Erzählungen von Isolde Schaad.