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12.10.2023 Vielleicht keine anspruchsvolle Literatur, aber doch ein
Zeitdokument liest die
FAZ mit
Hans Flesch-
Brunningens 1939 im englischen Exil erschienenen Roman "Maskerade". Die
NZZ empfiehlt wärmstens die von Daniel Leese und Shi Ming herausgegebenen Schlüsseltexte zum "
Chinesischen Denken der Gegenwart". Der
Dlf lässt sich von
Dulce Maria Cardoso mit "Eliete" in das ganz normale Leben einer
portugiesischen Hausfrau einführen. Außerdem haben wir die
Literaturbeilage der Zeit ausgewertet, alle Notizen
finden Sie hier. Besonders hervorgehoben sei die Hymne auf
Viktor Jerofejews neuen Roman "Der Große Gopnik".

11.10.2023 Die FAZ blickt entgeistert auf Max Porters Teenager Shy - so nah ist sie einem Systemsprenger vielleicht noch nie gekommen. Die SZ versucht mit Daniel Kehlmanns Pabst-Roman "Lichtspiel" warm zu werden. Die FR erkennt mit Anne Rabes "Die Möglichkeiten von Glück" die Schattenseiten der DDR. Dlf Kultur findet das Glück in Philip Waechters Bilderbuch "Weltreise mit Freunden".

10.10.2023 FAZ und Dlf empfehlen Günther Seuferts und Christopher Kubasecks kompakten Überblick zu den aktuellen Krisen in der Türkei. Die FAZ heilt außerdem ihre von schnöder Gegenwartsliteratur gebeutelte Seele mit Marion Poschmanns "Chor der Erinnyen". Die FR bricht mit Evelyn Roll das familiäre Schweigen. Die SZ lässt sich mit Thomas Hettche durch ein Reich der Mythen treiben. Und die taz taucht mit Francesca Cartier Brickell in die Geschichte der Cartier-Dynastie.

09.10.2023 Die taz liest Daniel Kehlmanns neuen Roman "Lichtspiel" über den Regisseur G.W. Pabst, der aus dem Exil nach Deutschland zurückkehrte, um unter den Nazis Filme zu drehen, mit gemischen Gefühlen. Die NZZ besucht mit Oliver Schulz die "Neue Weltmacht Indien". Gaia Vince mag ein Star der neuen Öko-Publizistik sein - die SZ will bei ihrem Vorschlag, den Klimawandel mit Atomkraft zu bekämpfen, nicht mitmachen. Viel lieber ist der SZ Jürgen Resch von der "Deutschen Umwelthilfe", der in "Druck machen!" seinen Kampf gegen die Lobbys schildert.

07.10.2023 Die FAZ liest Daniel Kehlmanns Roman über G.W. Pabst. Und lernt von Johannes Ehrmann, welche Rolle eine deutsche Familie bei der Gründung der USA spielte. Die FR lernt mit Sylvie Schenk "Maman" kennen. Die NZZ denkt mit Miranda Fricker über "Epistemische Ungerechtigkeit" nach. Der Dlf nistet sich mit Thomas Lehrs Außerirdischen in das Hirn von Manfred ein. Die SZ lernt aus zwei neuen Büchern von Manon Garcia und Johannes Kleinbeck, warum Sex nicht nur Privatsache ist.

06.10.2023 Die taz blickt mit José-Louis Bocquets und Catel Mullers Graphic Novel über die Filmpionierin Alice Guy in die Filmgeschichte um die Jahrhundertwende. Die SZ ist ganz verliebt in David Grossmans zweites Kinderbuch über die Beziehung zwischen einem Enkel und seinem Opa. Dlf Kultur staunt, wie reich ihn der Blick Heinrich August Winklers auf das Verhältnis der Deutschen zur Revolution beschenkt. Mit Frank Witzel driftet er in Bernhard'sche Satzkaskaden ab.

05.10.2023 Dlf Kultur zieht mit Monika Marons "Das Haus" in eine Alten-WG auf dem Land, in der das Feuer immer näher rückt. Die FAZ liest mit Dennis Coopers "Ich wünschte" einen Millenialroman, der eher die Möglichkeiten der Literatur austestet als die der Liebe. Die FR empfiehlt das Prosadebüt Amir Gudarzis, der in großer Klarheit vom konfliktreichen Leben eines iranischen Asylbewerber in Österreich erzählt. Die Zeit liest fassungslos das gemeinsame Buch von Franz Xaver Kroetz und Marie Theres Relin.

04.10.2023 Die SZ blättert durch zwei neue Bücher, die Pornografie enttabuisieren wollen: Gute Sache, findet sie, aber es geht leider auch das Anarchische der Sache flöten. Außerdem stellt sie ein neues Kulturmagazin vor: Delfi. Die FAZ lässt sich anregen von Harald Hartungs "Provisorischen Schlüssen". Und mit Drago Jancars Roman "Als die Welt entstand" durchlebt sie eine Dreiecksgeschichte im Slowenien der 60er. Die NZZ versucht dem grauenhaften Panorama der chinesischen Kulturrevolution standzuhalten, das Liao Yiwu vor ihr entfaltet.

02.10.2023 Die FAZ ist beeindruckt von Rijula Das' Roman "Die Frauen von Shonagachi", der ziemlich präzise das Elend der Prostitution in Bangladesch beschreibt. Die NZZ begrüßt freudig die Erstübersetzung von Gedichten Phillis Wheatleys, der ersten schwarzafrikanischen Lyrikerin, die noch vor der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika publizierte.Die SZ empfiehlt einen Architekturführer für Kiew. Die taz liest Sandra Rummlers Graphic Novel "Seid befreit" über das Ende der DDR.

30.09.2023 Die FR ist begeistert von Milo Raus Essay "Die Rückeroberung der Zukunft", das revolutionäre Funken sprüht. Christopher Clark gelingt mit seiner Abhandlung über die europaweiten 1848er-Aufstände gegen die Monarchie mal wieder eine perfekte Mischung aus fachlich fundiertem Wälzer und Pageturner, lobt die SZ. Der Dlf schätzt die Sensibilität, mit der Alexander Kielland Krag in seinem Jugendbuch "Nur ein wenig Angst" aus der Perspektive eines Teenagers mit Angststörung schreibt. Und Dlf Kultur würde sich in die poetische "Wucht und Zartheit", mit der Marica Bodrozic in ihrem Roman "Von der Liebe der Tiere" erzählt, am liebsten hineinlegen.