Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Mann der Stunde

16.03.2024 Die FAZ liest gebannt Benny Morris' Buch "1948" über die Staatsgründung Israels und den Krieg, der ihr vorausging. Die SZ versichert: Das gibts - ein Buch über Jürgen Habermas, das sich flott lesen lässt, und hält Philipp Felschs "Der Philosoph" in die Höhe. Wohltuend entlarvend findet die taz Fien Veldmans Roman "Xerox", der in einer maliziöse Satire den sinnentleerten Alltag im Büro beschreibt. Der Dlf vertieft sich in den zweiten Band von Ilko-Sascha Kowalczuks monumentaler Ulbricht-Biografie. Die Notizen zur Welt-Literaturbeilage finden Sie hier. Für die ebenfalls heute erschienenen FAZ-, FAS- und SZ-Beilagen brauchen wir noch ein paar Tage.

Durch den Hut hindurch

15.03.2024 Die taz bewundert, wie Anke Feuchtenberger die Grenzen zwischen Natur und Mensch in ihrer Graphic Novel über eine Kindheit im Vorpommern der Sechziger zerfließen lässt. Die FAZ lässt sich von Claus Beisbart die Entstehungsgeschichte der virtuellen Realität erzählen. Die NZZ erahnt Kafkas Horror vor der Familie in dem von Gerd Koch zusammengestellten Fotoalbum der Familie Kafka. Der Dlf scheitert mit Jean-Philippe Toussaint mit lässiger Eleganz beim Schach. Und Dlf Kultur lernt von dem Historiker Andreas Petersen, wie der Osten die Psychoanalyse verbannte.

Klunzendes Klagen

14.03.2024 Die FAZ wirft mit Ulrich Peltzers "Der Ernst des Lebens" einen faszinierten Blick in die Welt der Anlageberater. Und sie freut sich über eine hoffentlich anstehende Wiederentdeckung Gabriele Tergits, der Nicole Henneberg gerade eine starke Biografie gewidmet hat. Die FR erwärmt sich für einen von Margaret Atwood und Douglas Preston betreuten Gemeinschaftsroman über "Vierzehn Tage" während der Corona-Pandemie. In der NZZ empfiehlt Michi Strausfeld allen Kritikern zum Trotz Gabriel Garcia Marquez' nachgelassenen Roman "Wir sehen uns im August". Außerdem ist heute die Zeit-Literaturbeilage erschienen. Alle Notizen dazu finden Sie hier.

Hysterie und Andacht

13.03.2024 Die FAZ begibt sich mit Lluis Quintana-Murci auf eine große populationsgenetische Odyssee zum Ursprung der Menschheit. Von Mirrianne Mahn lässt sie sich auf eine schonungslos humorvolle Reise nach Kamerun mitnehmen. Die NZZ lotet mit Albrecht Selge das Wesen der Stille aus. Die taz stellt mit Lucie Byrons lesbischer Graphic Novel das Genre auf den Kopf. Die Welt lernt von Ulrich Merkl: Als Student verputzte Darwin gern Eulen und Rohrdommeln. Und Dlf Kultur folgt Oliver Schlaudt bei seiner müllphilosophischen Safari durch Deutschland.

Allerhand feiernde Stimmen

12.03.2024 Die FAZ erfährt von Daniel Marwecki unter anderem, wie gut Adenauer-Deutschland an den wirtschaftlichen Beziehungen zu Israel verdiente. NZZ und Dlf Kultur kommen nach der Lektüre von Didier Eribons Mutter-Porträt zu unterschiedlichen Urteilen: Der Dlf Kultur findet eine philosophisch-politische Analyse auf hohem literarischen Niveau, der NZZ geht's zu viel um Eribon selbst. Ergriffen liest die taz Ilona Jergers Roman über den Zoologen Konrad Lorenz.

Ein existenzielles Gewicht

11.03.2024 NZZ und Dlf Kultur erkunden mit Roberto Savianos das Innenleben des berühmten Mafiajägers Giovanni Falcone.  Die FR zeichnet mit Jürgen Flimms posthumem Erinnerungsbuch "Mit Herz und Mund und Tat und Leben" das Leben eines leidenschaftlichen Theatermachers nach. Die SZ empfiehlt  Simon Shusters Selenski-Biografie und glaubt nach der Lektüre von Imad Mustafas "Der Islam gehört (nicht) zu Deutschland", dass Deutschland den Islam nicht dazugehören lässt.

Klare Sätze, die knallen

09.03.2024 Ronya Othmanns neuer Roman "Vierungsiebzig" ist nicht einfach ein Roman, sondern eine aus Essay, Erzählpassagen, Reflexion und Reisebericht bestehende Annäherung an die Frage, wie man über Genozid schreibt, notiert der Deutschlandfunk in einer ausführlichen Besprechung. Die FAS lobt die  Intelligenz und "erschütternde" Qualität von Alia Trabucco Zeráns Roman "Mein Name ist Estela". Die FR versenkt sich mit großem Vergnügen in Charles Linsmayers literarische Anthologie "19/21 Synchron global" und liest einen von Marie-Luise Knott herausgegebenen Querschnittsband mit Barbara Köhlers Lyrik.

Neue Form der Sonnenverehrung

08.03.2024 Die FAZ rekonstruiert mit Philipp Felsch Jürgen Habermas' Aufstieg zum "Philosophieunternehmer“. Außerdem taucht sie ein in das anekdotenreiche Leben der Cartiers. Die FR macht eine bestens gelaunte Busfahrt mit Christine Röckl. Die SZ empfiehlt neue Kinder- und Jugendbücher, darunter vor allem Leyb Kvitkos jiddische Gedichte über den liebenswerten Schussel Lemmel. Der Dlf ist dankbar, dass sich die Erben von Gabriel Garcia Márquez über dessen Wunsch hinweggesetzt haben, den Roman „Wir sehen uns im August“ nicht zu veröffentlichen. Und Dlf Kultur blickt mit Juliane Kay schonungslos auf die Männer der Sechziger.

Vom Heiratsschwindler bis zum Bischof

07.03.2024 Dlf und Dlf Kultur durchstreifen mit Anne Weber die Pariser Banlieues. Die Zeit verfällt der Mischung aus Reim und Erotik von Maggie Millners Versepos "Paare". Die FAZ vertieft sich in Didier Eribons Buch über seine Mutter, "Eine Arbeiterin", und ihr unwürdiges Sterben. Die FR folgt mit Joy Williams' "In der Gnade" einer schwangeren Predigertochter im Süden der USA in den Wald. Die NZZ liest mit Lize Spits "Der ehrliche Finder" einen spannenden Roman über eine Jungsfreundschaft.

Eine Gartenlaube ist kein Tropenwald

06.03.2024 Die FAZ wird hinweggefegt von der wirbelsturmartigen Prosa in Gabriel García Marquez' letztem Roman "Wir sehen uns im August". Interessiert betrachtet sie Arwed Messmers Bildband über die Wende-Jahre. Die SZ kann Katja Hoyers Band zum Deutschen Kaiserreich hingegen nicht guten Gewissens als Lektüre über die wilhelminische Zeit empfehlen. Und der Dlf ist beeindruckt davon, wie Valerie Fritsch in "Zitronen" die Geschichte einer Mutter mit Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom erzählt. 

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