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31.01.2026 Sorj Chalandon erinnert mit seinem Roman "Herz in der Faust" an eine wirkliche grausame Geschichte - die Revolte in einem bretonischen Kinderheim, ein erschütterndes Buch, so die FAZ. Die taz liest neue Graphic Novels, darunter eine New-York-Trilogie nach Paul Auster. Außerdem lässt sie sich in einem Band von Jack Smith in das New York des Camp zurückversetzen. Der Deutschlandfunk sucht mit Daniel Gerlach nach Frieden im Nahen Osten.

30.01.2026 SZ und Dlf haben nichts dagegen, wenn Elias Hirschl die Sprache abschafft - solange es nicht seine eigene ist. Verstört lauschen FAZ und Dlf Kultur, wenn Florian Klenk die Wiener Serienmörderin Elfriede Blauensteiner in einem Langgedicht von ihren Motiven erzählen lässt. Die FR betrinkt sich lieber mit Stefanie Sargnagel auf dem Wiener Opernball. Und der Dlf Kultur überlegt mit Res Sigusch, wie man als queerer Fitnesstrainer mit Rechten in Sachsen umgeht.

29.01.2026 Die FAZ hört ungeniert letzten Therapiegesprächen von Joan Didion zu, bewundert die Körperlichkeit der Gedichte der bosnischen Schriftstellerin Selma Asotic und kann auch dem Klagelied der serbischen Dramatikerin Milena Markovic durchaus etwas abgewinnen. Die taz hätte es nicht gedacht: Aber Ully Arndt kann nicht nur Ottifanten zeichnen, sondern findet auch überzeugende Bilder für Heinz Strunks „Der goldene Handschuh“. Die FR lauscht den „Klängen einer kosmischen Orgel“ dank Weltraumgedichten von Alexander Schnickmann. Und Dlf Kultur denkt mit dem französischen Philosophen Vladimir Jankélévitch noch einmal über Nostalgie nach.

28.01.2026 Die SZ ergründet mit Wolfram Lotz' "Träume in Europa" das kollektive Unbewusste eines ganzen Kontinents. Die FAZ stöbert in Morgane Llanques Geschichte der Vielfalt und findet interessante Anekdoten, aber auch angestaubte Thesen. Dlf Kultur lässt sich in Dorota Maslowskas "Im Paradies" in ein unterweltliches Warschau entführen. Dlf vertieft sich in "Nach der Nacht" in die Gespräche, die Joachim A. Lang und Thomas Weber mit Holocaust-Überlebenden geführt haben.

27.01.2026 Die NZZ feiert mit Dimitre Dinevs "Zeit der Mutigen" einen "finster-farbenfrohen Karneval" der europäischen Geschichte. Die taz blickt mit Anatoli Kusnezows "Babyn Jar" in einen der finstersten Abgründe des Zwanzigsten Jahrhunderts. Die FAZ empfiehlt Olga Ravns Roman "Wachskind", der auf eindrückliche Weise die Lebensweisheit von Frauen-Gemeinschaften einfängt, die der Hexenverfolgung zum Opfer fielen. Dlf findet in Mirna Funks Roman "Balagan" eine leidenschaftliche Erkundung jüdischer Identitäten, aber auch viel Polemik.

26.01.2026 Die FAZ findet Kristina Ohlssons Kinderthriller "Flammenrad" auch für Erwachsene zum Gruseln. Die SZ bricht mit Monika Dittombee die Tabus rund um die Kinder von Kriegsgefangenen, Zwangsarbeitern und alliierten Soldaten. Dlf schmökert in Tobias Schwartz' Romanen über die niedersächsische Kleinstadt Emlichheim, wo die Traumata von Schlesien-Vertriebenen weiterleben. Dlf Kultur ist berührt, wenn die türkische Journalistin Ece Temelkuran in ihrem Buch "Nation of strangers" von (politischem) Heimatverlust erzählt.

24.01.2026 Die FR bewundert, wie sich der "Kosmopole" Artur Becker auch in seinen neuen Erzählungen mit Haut und Haaren seinen Sujets hingibt. Die FAZ empfiehlt Marie-Janine Calics Buch "Die Balkan-Odysee". Die taz jubelt über Viktor Martinowitschs "Das Gute siegt", einen großen Roman über Belarus nach der gescheiterten Revolution. Die Welt erfährt von David Hugendick, wie ihm das Stottern eine andere Weltsicht verschafft hat. Dlf schmökert in den geschliffenen Feuilleton-Texten von Adelheid Duvanel.

23.01.2026 Die FAZ begibt sich mit Niklas Bender auf die Spuren Sauls in der europäischen Literaturgeschichte. Außerdem staunt sie, wie einfühlsam sich die junge Autorin Lisa Ridzen dem Thema Alter nähert. Vergnügt sucht die FR mit Cesar Aira nach einem seltenen Hasen. Die taz füllt Wissenslücken über die Geschichte der Ukraine mit einem Comic-Band von Mariam Naiem. Und Dlf Kultur denkt mit Dagmar Herzog über den faschistischen Körper nach.

22.01.2026 Die Zeit liest die von Gabriele Leupold meisterhaft übersetzten Erzählungen Andrej Platonows. Die SZ amüsiert sich prächtig, wenn Stefan Hertmans Gott und Teufel in einem Kunststudenten aufeinandertreffen lässt. Die taz bewundert, wie sich Jegana Dschabbarowa Körper und Sprache zurückerobert. Erschüttert liest die NZZ bei Son Lewandowski von Missbrauch im Leistungssport. Vorbildlich findet die FAZ, wie Klaus Rennert hinter die Kulissen der deutschen Justiz blickt.

21.01.2026 Die FAZ verkündet mit Scholastique Mukasonga im Ruanda der Dreißiger Jahre eine radikal weibliche Heilsvision. Die FR verfolgt gebannt, wie Mick Herrons neuer Krimi vom Nachbarschaftsdrama in eine düstere Geschichte über den Irakkrieg, Geheimdienst und Militär kippt. Die NZZ lernt Sigmund Freud in den Briefen, die er an seine Verlobte Martha Bernays schrieb, als eifersüchtigen Patriarchen kennen. Dlf Kultur bescheinigt Pierre Michons Prosa in "Wintermythologien" eine unvergleichliche Wucht.