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30.03.2021 taz und FAZ erkunden mit Amanda Gorman Inaugurationsgedicht "The Hill We Climb" die Höhen amerikanischer Rhetorik. Die FAZ versinkt auch beglückt in Anthony Powells Roman "Die Ziellosen". Die SZ unterhält sich ganz prächtig und keinesfalls unter Niveau mit Pola Oloixaracs Satire auf die akademische Linke "Wilde Theorien". Kein gutes Haar lässt sie an Hermann Parzingers Abriss der Kulturzerstörungen "Verdammt und vernichtet".

29.03.2021 Bewegt liest der DlfKultur Dulce Maria Cardosos Roman "Die Rückkehr", der von der Vertreibung einer portugiesischen Siedlerfamilie aus Angola erzählt. Feinfühligkeit und genaues Beobachten würdigt er auch in Helge-Ulrike Hyams' Bericht "Denk ich an Moria" und Elisa Diallos Rückblick "Französisch verlernen". Kühn findet der Dlf Vitomil Zupans Partisanenroman "Menuett für Gitarre (zu 25 Schuss)". Die SZ liest in dem Sammelband "Klasse und Kampf" nach, wie es ist, in Deutschland arm zu sein.

27.03.2021 Die FAZ liest bei dem französischen Historiker Johann Chapoutot nach, wie stark ist unsere Arbeitswelt noch heute vom Geist der NS-Zeit geprägt ist. Die SZ findet mit Felix Stephan Erkenntnis im Kopf von Maxim Biller. Die taz blickt derweil mit J. J. Voskuil berührt in das Innere einer an Demenz Erkrankten. Augenöffnend findet sie Dan Diners Blick auf das jüdische Palästina während des Zweiten Weltkriegs. Die Welt seziert mit Naoise Dolan Millennials in Hongkong und flieht mit Peter Handke vor Dämonen.

26.03.2021 Die FAZ lernt aus Hans-Lukas Kiesers Biografie die Rolle des radikalen Jungtürkenführer Talat Pascha beim Genozid an den armenischen Christen kennen. Die FR erliegt der "andächtigen Schönheit" von Ulla Hahns Lyrik der vergangenen zwanzig Jahre. Die SZ begreift dank Benedicte Savoys Recherchen zur Geschichte der (Nicht-)Restitution afrikanischer Kunst die Emotionalität aktueller Debatten. Außerdem empfiehlt sie neue Kinderbücher: Vor allem Juli Zehs Buch über ein traumatisiertes Pony hat es ihr angetan. Die taz stellt mit Kazuo Ishiguro einem Roboter große Menschheitsfragen.

25.03.2021 Die FAZ begibt sich mit Kevin Barry und "Beatlebone" John Lennon auf eine psychedelische Reise. Mit Hans Pleschinski lehnt sie amüsiert "Am Götterbaum". Die FR lernt, dass Lucky Luke mit vier Fingern genauso schnell schießt wie mit fünf. Die Zeit bewundert die Offenheit des Blicks in den Gedichten von Joachim Sartorius und die Ehrlichkeit und Klugheit, mit der Gabriele von Arnim über das Sterben ihres Mannes schreibt. Dlf Kultur zieht den Hut vor Verena Stefan, die vergeblich gegen den Krebs kämpfte.

24.03.2021 Die FAZ empfiehlt Markus Bundis Sci-Fi-Dystopie "Die letzte Kolonie" als
Abenteuer-, Liebes- und philosophischen Antizipationsroman. Die FR schöpft Kraft aus den Lebenserinnerungen des Philosophen Dieter Henrich. Die SZ liest mit Eva Lapidos "Räubern" von einer Liebesgeschichte zwischen Arbeiter und Journalistin, die sich gegen die Gentrifizierung des Prenzlauer Bergs wehren. Außerdem empfiehlt sie die Langgedichte von Maria Stepanova. Die taz lernt mit Pierre Rosanvallon das Jahrhundert des Populismus verstehen.

23.03.2021 Der Dlf sieht einigen Veränderungsbedarf nach James Suzmans Geschichte "Sie nannten es Arbeit", derzufolge die Jäger und Sammler nur 15 Stunden die Woche arbeiten mussten, um ihr Auskommen zu sichern. FAZ und DlfKultur lesen Christoph Ransmayers kurze Geschichte vom Töten "Der Fallmeister" mit Geschmack an seiner preziösen Morbidität. Mit Volha Hapeyeva stürzt sich der DlfKultur auch ins postsowjetische Minsk. Die FAZ lacht sehr herzhaft mit Franzobels "Die Eroberung Amerikas".

22.03.2021 Als Meisterwerk feiert die FAZ Michael Gerard Bauers Empathie lehrenden Jugendroman "Dinge, die so nicht bleiben können". Verzaubern lässt sie sich auch noch mal von Paul Biegels Klassiker "Die Uhr schlug Mitternacht". Die SZ liest bewegt Anna Haags Aufzeichnungen "Denken ist heute überhaupt nicht mehr Mode" und stellt sie neben die von Viktor Klemperer. Die taz entdeckt die Gerichtsreportage der Gabriele Tergit. Und der Dlf erliegt mit Emanuele Coccia den Metamorphosen des Lebensstroms.

20.03.2021 Von "Unterleuten" ist Juli Zeh zu "Über Menschen" gelangt, aber keineswegs zu Übermenschen. Die Fortsetzung spielt wieder in dem fiktiven Örtchen Bracken im Brandenburgischen. Und wieder gefällt Jörg Magenau in Dlf Kultur, wie es Zeh gelingt, die Dorfbewohner ohne Ideologie und mit Menschlichkeit zu porträtieren. In der taz empfiehlt Stephan Wackwitz gleich ein zweites Buch zur Erkundung der "Neuen Länder": Helga Schuberts "Vom Aufstehen". Die taz empfiehlt im übrigen zwei Fotobücher über die Berliner Clubszene. Und die FR verändert mit Stefan Klein die Welt.

19.03.2021 Die FAZ lobt die Radikalität, mit der ihr die Völkerrechtlerin Emilia Roig die blinden Flecken der Diskriminierungsdebatten aufzeigt. Die Grenzen zwischen rechter und linker Identitätspolitik sind längst fließend, lernt die FR von Caroline Fourest. Die NZZ tanzt mit Dana Grigorceas Toten in der Walachei und annonciert den ersten "politischen Schauerroman". Die Welt begibt sich mit Rita Mielke auf die Suche nach verlorenen Sprachen. Und Dlf Kultur möchte Melita Sunjics Studie über Flucht und Migration zur Pflichtlektüre machen.