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18.03.2021 Völlig hingerissen sind
FAZ und
Zeit von der Geschichte der Anthropologin
Nastassja Martin, die in "An das Wilde glauben" vom langsamen Genesungsprozess nach einem
Biss durch eine Bären auf Kamtschatka erzählt. Die
FR versucht mit Kriminaldirektor a. D. Manz einen
30 Jahre alten Mordfall in Berlin zu lösen. Die
SZ versinkt in Hannah Arendts Biografie der
Rahel Varnhagen.
Dlf Kultur reist mit
Nastasja Penzars "Yona" nach Guatemala. Die
Literaturbeilage der Zeit ist auch ausgewertet. Die Notizen
finden Sie hier.

17.03.2021 Die NZZ freut sich über die Entdeckung des Dichters John Clare. Dlf Kultur überfällt mit Marlies van der Wel und jedem Dreijährigen die "Seesucht". Die SZ entdeckt den Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase als Erzähler von Rang. Der Dlf lässt sich von den Funken erleuchten, die Kathrin Rögglas Essay "Bauernkriegspanorama" schlägt. Die FAZ lotet mit Florian Havemanns "Speedy" die Abgründe eines Außenseiters aus.

16.03.2021 In der taz feiert Jochen Schimmang Ute-Christine Krupps Roman "Punktlandung", der ihn über die Unlösbarkeit der Dinge wunderbar hinwegtröstet. Natsu Miyashita beschert der FAZ mit ihrem Roman "Der Klang der Wälder" reinstes Leseglück. Außerdem empfiehlt sie die Streitschrift "Das Wasser gehört uns allen" der Aktivistin Maude Barlow. Die SZ folgt Joseph Andras auf den Spuren des neukaledonischen Freiheitskämpfers Alphonse Dianou. Der Dlf liest mit Begeisterung Robin Robertsons L.A.-Roman "Wie man langsamer verliert", der DlfKultur Luiz Ruffatos Short Cuts "Sonntage ohne Gott".

15.03.2021 Der Dlf begrüßt Katajun Amirpurs Biografie des Ayatollah Khomeini, der 1979 die Islamische Revolution über die Welt brachte. Als Lektion in schrankenlosem Denken empfiehlt die NZZ Frans Schuhs Essayband "Lachen und Sterben". Die SZ lernt von Solmaz Khorsand, dass "Pathos" okay ist, wenn es der guten Sache dient. Mit gemischter Begeisterung lesen SZ und DlfKultur Kazuo Ishiguros KI-Roman "Klara und die Sonne". Und die FAZ entdeckt eine ungeahnte Intensität an George Orwells Klassikern in der Lesung von Christoph Maria Herbst.

13.03.2021 Die FAZ sticht mit Arezu Weitholz in See und dringt vor in eine Welt menschlicher Unzulänglichkeit. Die FR reist mit Lana Bastasic von Mostar nach Wien. Der DlfKultur folgt Charlie Kaufman durch alle Phasen seines neurotischen Selbsthasses. Die taz erfährt in Julia Friedrichs "Working Class", warum sich die Arbeiterklasse heute nicht mehr solidarisieren kann. Die Welt befreit sich mit Rainer Hank aus der Loyalitätsfalle. Außerdem rühmt sie Dan Diners Geschichte "Ein anderer Krieg", die den Zweiten Weltkrieg raumgeschichtlich vom jüdischen Palästina her erzählt.

12.03.2021 Die SZ staunt, wie Caroline Fourest analytische Klarheit in die absurden Debatten linker Identitätspolitik bringt. Mit Will Self lernt sie den James Joyce der Gegenwart kennen. Die FR empfiehlt allen, die ratlos vor der Mbembe-Debatte stehen Michael Rothbergs "Multidirektionale Erinnerung". Die FAZ liest besoffene Liebesbriefe von Nick Cave in einem Prachtband. Und Dlf Kultur lässt sich von Ursula Schwitalla in die weibliche Architekturszene einführen und tobt sich mit Rebekka Kricheldorf im Berlin der Neunziger aus.

11.03.2021 Die FAZ schwärmt von den "Lebensseligkeiten" von Opernregisseur Barry Kosky. Mit Tilman Spengler reist sie an der Seite maoistischer Bürokraten ins China während der Kulturrevolution. Die SZ blickt mit Björn Stephan in die DDR kurz vor der Wende und lernt: Nur vom Weltraum aus ist die Erde blau. Die taz kämpft mit Ernst Kreneks K. gegen eine kafkaeske Bürokratie. In der Zeit vergnügt sich Eva Menasse mit Franz Schuhs "titanisch gebildeten" Überlegungen zum Tod. Und der Dlf empfiehlt dringend Alexanders Tismas politische und intime Erinnerungen an ein Leben in Jugoslawien.

10.03.2021 Die FAZ taucht mit dem Philosophen Christoph Türcke in die Untiefen der Gendertheorie. Mit Befriedigung betrachtet sie die Räuber antiker und mittelalterlicher Baumaterialien, die der Architekturhistoriker Hans-Rudolf Meier festnagelt. Die FR liegt Benedict Wells und seinem Roman "Hard Land" zu Füßen. Die SZ empfiehlt wärmstens eine Studie von Nicola Gess, um "Halbwahrheiten" zu erkennen, und Ingrid Brodnigs Buch "Einspruch!" als praktischen Ratgeber dafür, wie mit ihnen umzugehen sei. Die taz lernt von Henry Keazor, wer sich alles von Raffaels Schule von Athen hat inspirieren lassen.

09.03.2021 Der DlfKultur liest tief bewegt die Autobiografie "Erinnere dich ewig" des serbischen Autors Alexandar Tisma. Der Dlf folgt Leopold Tyrmands abenteuerlichen Schlemengeschichte "Filip". Die FAZ feiert noch einmal Tove Ditlevsens Kopenhagen-Trilogie. Hingerissen ist die SZ, wie Claudia Durastanti in "Die Fremde" von ihrem Aufwachsen in der Basilikata als Tochter gehörloser Eltern erzählt. Bei Benedict Wells' neuem Roman "Hard Land" wird ihr außerdem ganz euphancholisch zumute.

08.03.2021 Anne Applebaums Populismus-Analayse "Die Verlockung des Autoritären" macht dem DlfKultur
angst und bange. Von Laura Backes und Margherita Bettoni erfährt er, warum Männer Frauen töten, und zwar "Alle drei Tage". In höchsten Tönen lobt die SZ Terje Tvedts elegante geschrieben und klar gedachte Geschichte des Nil. Auch Sophie Passmanns Attacke gegen die Frühverspießung der Millennials liest sie mit Gewinn. Die FR gruselt sich herrlich in Dana Grigorceas "Die nicht sterben" mit Vlad dem Pfähler und Nicoale Ceausescu.