Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Amerikanische Träume in Portugal

22.07.2025 Die FAZ begegnet in den Gedichten des Leningrader Bohémiens Michail Kusmin Husaren, Zobelpelzen und Oscar Wildes Dorian Gray. Der Journalist David A. Graham breitet ihr den "Masterplan der Trump-Regierung" aus. Dlf Kultur jubelt über Paul Theroux' Roman "Burma Sahib", der einem jungen George Orwell nach Burma folgt. Die NZZ empfiehlt Isabel Kreitz Graphic Novel "Die letzte Einstellung", die den Widerstreit zwischen Gewissensbissen und Kollaboration mit Unrechtsregimen ins Bild setzt. 

Alles andere als Krempel

21.07.2025 Die FAZ hört mit Kaleb Erdmanns "Die Ausweichschule" einen "klugen und bewegenden" Metaroman über den Amoklauf an einer Schule in Erfurt. Die NZZ wehrt sich mit Gabriel Yoran gegen "Die Verkrempelung der Welt". Die SZ erfährt von Wolf Gregis, warum "Das Karfreitagsgefecht" in Afghanistan so blutig endete und inwiefern die Politik daran die Schuld trägt. Mit Petra Thorbrietz rekonstruiert sie Viktor Orbáns Weg an die Macht. Die FR vertieft sich in Hans Platzgumers "Kleine Geschichte der Popmusik". 

Als wäre eine Axt hineingefahren

19.07.2025 Die SZ denkt mit der frisch gekürten Büchnerpreisträgerin Ursula Krechel über Migration und Exil seit der Französischen Revolution nach. Die taz sinniert mit Zombies von Anne Marcken über die Ängste unserer Gesellschaft. Von Cristina Rivera Garza erfährt sie, wie niedrig die Aufklärungsrate von Morden in Mexiko ist. Wie „Schnitte ins Fleisch der patriarchalen Ordnung“ erscheinen der FAZ Susan Taubes’ Erzählungen aus den 1960er Jahren. Dlf Kultur lässt sich von Grace Blakeley erklären, wie das Kapital die Demokratie zerstört. Und der Dlf wird zum Pinguin mit Ruth Schweikert.

Wirkt beruhigend auf Seelen

18.07.2025 Große Literatur annonciert die NZZ mit Jonas Hassen Khemiris Roman "Die Schwestern", der uns von Stockholm über Tunis bis nach New York im Jahr 2035 führt. Die FAZ zählt mit Werner Bergmann die Völker, die in 40.000 Jahren Ruhrpott-Geschichte zusammenkamen. Die FR lässt sich von Yanick Lahens so filmisch wie poetisch haitianische Landesgeschichte erzählen. Ein biografisches Meisterwerk empfiehlt der Dlf mit  Adam Shatz' Biografie über Frantz Fanon. Und der Dlf Kultur erlebt mit Margaret Kennedy platzende Träume bei schlechtem englischen Wetter.

Genial durchtrieben

17.07.2025 Zeit und Dlf begeistern sich für Anna Prizkaus neuen Roman über ganz unterschiedliche "Frauen im Sanatorium". Die FAZ lässt sich von Abubakar Adam Ibrahims Roman "Zeit der Glühwürmchen" die Geschichte Nigerias zwischen Krieg, Terror und Hoffnung näherbringen. Mit Ré Soupaults Reisetagebüchern gondelt sie durch Südfrankreich - auf einem Fahrrad mit Hilfsmotor. Dlf Kultur ist amüsiert und berührt von den Gedichten Kurt Blochs, mit denen dieser aus seinem niederländischen Versteck heraus die Nazis verhöhnte. 

Warum denkt einer, was er denkt?

16.07.2025 Die FAZ ist begeistert von von der  Selbstbefragung des Philosophen Peter Trawny: narzisstisch, melancholisch, brillant! In Rin Usamis Roman "Kankos Reise" über eine junge Japanerin sieht sie einen berührenden Text über moderne Verletzlichkeit. Die taz liest erschüttert Dacia Marainis Schilderungen ihrer Kindheit in einem japanischen Internierungslager. Dlf empfiehlt wärmstens die chaotischen Erinnerungen des Nazijägers und Schauspielers Dietrich Kuhlbrodt. Dlf Kultur jagt mit dem Helden aus Dieter Kühns letztem Roman durch die Achtziger und unterhält sich dank Fabian Ritter mit Walen. 

Melancholisches Dandytum mit Räucherstäben

15.07.2025 Die FAZ spürt bei Eli Beneš die Einsamkeit eines Shoah-Überlebenden im Prag der Nachkriegszeit. Der durch New York irrlichternden Heldin aus Marlene Streeruwitz' neuem Buch empfiehlt sie, mal aus der eigenen Bubble rauszukommen. Die taz beschwört mit Sascha Ehlert ihren inneren Billy Wilder. Die SZ widmet sich mit Lauren Elkin dem weiblichen Begehren, mit Chiara Valerio klärt sie den Fall einer an der italienischen Küste ertrunkenen Außenseiterin auf. Und Dlf Kultur macht mit Gunda Windmüller den Sonnengruß. 

Du lebst, Rimbaud!

14.07.2025 Die SZ lernt unter anderen von Marcel Dirsus und Mark Schieritz, wie man die Demokratie vor zersetzenden Kräften retten kann. Von Nora Osagiobares Roman "Daily Soap" über chaotische Familienverhältnisse kann sie gar nicht genug bekommen. Die taz erfreut sich an der "unverkrampften Frankophilie" in Mirko Bonnés Gedichtband "Wege durch die Spiegel". Dlf erfährt von Dino Heicker, dass es Queerness schon seit Anbeginn der Menschheit gab, und von Josh L. Davis, dass Homosexualität unter Giraffen weitverbreitet ist. 

Die Absurdität alles Irdischen

12.07.2025 Bestürzt und begeistert liest die SZ Cristina Rivera Garzas "Lilianas unvergänglicher Sommer", späte Erinnerungen an den Femizid, dem ihre Schwester einst zum Opfer fiel: ein wichtiges Buch, nicht nur für Mexiko. Die FAZ empfiehlt dem "Team Todenhöfer" die Lektüre der Memoiren ihres Namensgebers  (dem Rest der Welt aber nicht so). Die taz begrüßt mit Charlotte Runcies "Standing Ovations" einen intelligenten Roman über #MeToo. Ebenfalls der taz graust es mit Carlo Masala vor einem Europa unter Putin ff. Der Dlf empfiehlt Paul Lynchs Seefahrer-Roman "Jenseits  der See". 

Schau, so lange du willst

11.07.2025 Die FAZ verdankt dem Historiker Fritz Bartel einen Perspektivwechsel auf den Kalten Krieg und betrachtet in Philipp Springers Bildband Fotos der Stasi. Die SZ lauscht gebannt den indigenen Stimmen, die Dahr Jamail und Stan Rushworth in ihrem Band zur Klimakrise zu Wort kommen lassen. Der Dlf erschrickt angesichts der Aktualität von Marie Vieux-Chauvets vor fünfzig Jahren erschienener Trilogie über die Gewaltgeschichte Haitis. Und Dlf Kultur lässt sich von Philippe Jaccottet die "Tür zum Sprechen über Kunst" öffnen und blättert ihn einem Prachtband über Valentino.

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