Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Anstelle der Faust ein Brokkoli

01.11.2025 Die FAZ bewundert, wie Fabio Andina über die KZ-Erfahrungen seines Großvaters schreibt, die dieser ein Leben lang verschwieg. Die FR wiederum lobt, wie Kaska Bryla gemeinsam mit einer Krähe über ihren Vater nachdenkt, der im Gulag interniert war. Die NZZ erfährt bei Ulrich Raulff von Vivienne Westwood bis zu den Weinkriegen der Franzosen alles, was es über Geschmack zu sagen gibt. Erschüttert folgt die taz Christiane Florin, die zu den Missbrauchsfällen in Heimen der Caritas recherchiert hat. Die Welt empfiehlt nachdrücklich Erika Thomallas Oral History des Popjournalismus.

Sittenbild in Noir

31.10.2025 Der Dlf scheut nach der Lektüre von András Viskys Roman über das Schicksal einer Familie im sozialistischen Rumänien den Vergleich mit Krasznahorkai nicht. Die FAZ lässt sich von Axel Hutter in die moderne Philosophie einführen. Die taz staunt über die Aktualität von Romain Garys 1944 erschienenem Roman "Europäische Erziehung". Der Dlf Kultur liest schockiert Renate Werwigk-Schneiders Erinnerungen an ihre Haft in der DDR. Mit Kate Zambreno denkt er über Kunst, Körper und Kinderbetreuung nach.

Ein geerdetes Bild von Liebe

30.10.2025 Ein Glanzstück des Recherchejournalismus erkennt die Zeit in Katja Glogers und Georg Mascolos Geschichte der deutschen Russlandpolitik, die auch einen Blick auf die Hintermänner wirft. Hochaktuell erscheint der FR Lavie Tidhars Roman „Adama“, der die Geschichte Israels als Familienthriller erzählt. Die FAZ hat selten eine so präzise und zarte Liebesgeschichte gelesen, wie jene, die ihr Francois Begaudeau in seinem Roman einer Ehe erzählt. Sehr begeistert liest sie auch den Briefwechsel zwischen Hugo von Hofmannsthal und Rudolf Alexander Schröder. Und der Dlf empfiehlt Robert Prossers Roman „Das geplünderte Nest“, der ihn in die Sprayerszene von Beirut entführt.

Katzenartiges Verhalten als Waffe

29.10.2025 Die FAZ ergründet mit Christoph Engemann "Die Zukunft des Lesens". Die FR ist beeindruckt, wie Roland Schimmelpfennig den "Alltag von ganz unten" in seine Gedichte holt. Wurde Rainer Maria Rilke am Endes seines Lebens zum "Salonfaschisten", fragt die NZZ mit Hans-Peter Kunischs biografischem Essay. Die SZ ist glücklich, dass Dan Brown in seinem Thriller die gewohnten Zutaten mischt: schöne Frauen, alte Mythen, rasante Verfolgungen. Dlf empfiehlt Lisa Kränzlers Roman "Individualverkehr" als faszinierende Autofiktion über Einsamkeit, Kreativität und Abhängigkeit. 

Männer nach Wohlgefallen

28.10.2025 Die FAZ stolpert mit Anne de Marcken und ihrer einsam grübelnden Zombie-Frau durch die USA. Mit Helle Helle macht sie eine Reise durch Dänemark und lernt, wie man Avocado mit einem Schlüssel isst. Dlf empfiehlt Baram Moradis autobiografisch inspirierten Roman "Das Gewicht der anderen" über einen iranischen Dissidenten. Die SZ ist nicht so ganz glücklich mit Bora Chungs neuem Erzählband "Dein Utopia". Und Dlf Kultur spukt mit der philippinischen Autorin Caroline Hau durch ein Haus, in dem sich zwei ungleiche Kindheitsfreundinnen wiedertreffen. 

Schuld und Schrecken, Liebe und Süße

27.10.2025 Die FAZ spürt mit Monika Helfer den süßen und traurigen Geheimnissen der Kindheit nach. Außerdem freut sie sich über den Kinderbuch-Klassiker "Madlen" von Ludwig Bemelmans, der von Nadia Budde neu übersetzt wurde. Die FR geht mit Didier Conrad und Fabcaro im neuen "Asterix in Lusitanien" Römer vermöbeln. Die NZZ sieht im dritten Band der Tagebücher des Schriftstellers Michail Prischwin aus dem Jahr 1936 ein Dokument der Zerrissenheit. Die SZ vollzieht dank Konstantin Richter den Aufstieg und Fall der "Deutschland AG" nach.

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß

25.10.2025 Der Dlf empfielt Vera Weidenbachs Biografie der Ada Lovelace als - endlich mal - Geschichte eines weiblichen Genies. Die FAZ lässt sich von Roland Kaehlbrandt erklären, wie schön die deutsche Sprache sein kann. Die taz amüsiert sich mit Nina Georges Roman "Die Passantin", der von einer Befreiung erzählt. Lob gibts auch für Jens Kastners Geschichte des "Internationalismus". FAS und NZZ feiern als letzte Zeitungen Thomas Pynchons Roman "Schattennummer" als komplexes und sprachlich reiches Vexierspiel.

Lebensformen, die diese Wut überdauern werden

24.10.2025 Die FAZ begibt sich mit Kim Sisups "Neuen Erzählungen von der goldenen Schildkröte" an den Anfang der Koreanischen Literaturgeschichte, zumindest in Prosa, aber Vorsicht, da gibt's Geister. Außerdem lernt sie von Stefan Busch viel "Über den Sex, den Romane verschweigen". Die FR bewunder die Erzählkunst der Comicautorin Marion Fayolle in "Aus gleichem Holz". Dlfkultur taucht in Sophia Klinks "Kurilensee".

Leuchtendes Buch für lichtlose Zeiten

23.10.2025 Der Dlf liest bestürzt und amüsiert Hanif Kureishis Auseinandersetzung mit einem Sturz, der ihn gelähmt zurück ließ: "Als meine Welt zerbrach". Die NZZ empfiehlt Ilma Rakusas Tagebuchprosa "Wo bleibt das Licht" besonders für den Herbst. Die SZ fremdelt mit Florian Illies' feuilletonistischer Geschichtsschreibung über die Familie Mann in Sanary. Die FAZ walzt mit Philipp Thers "Klang der Monarchie" durch eine musikalische Geschichte des Habsburgerreichs.

Verfolgte und Glücksritter

22.10.2025 Die Welt empfiehlt Peter Hoeres' Studie zur Geschichte der Unterscheidung von "Rechts und links". Ein "bewegendes Zeugnis wechselseitiger Intimität und Intellektualität" sieht die FAZ im Briefwechsel von Gottfried Benn und seiner Tochter Nele. Nora Osagiobare überzeugt sie mit ihrer furiosen Satire "Daily Soap" über Rassismus und Schweizer "Cervelaprominenz". Die FR vertieft sich in Agnieszka Lessmanns feinfühligen Roman "Aga", der vom Schweigen über den Holocaust erzählt. Die NZZ entdeckt mit Michi Strausfeld die skurrilen Seiten der Geschichte Lateinamerikas

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